Die Sebastians passen zueinander

Sebastian Polter stand gegen Mainz zum ersten Mal in der Bundesliga in der Startelf des 1. FC Union. Und auch wenn Sebastian Andersson der Stürmer von Union war, der zwei Tore gemacht hat, gibt es danach natürlich viel Aufmerksamkeit für Polter. Im Interview mit dem RBB erklärt er, was die taktische Aufgabe der “Hauptsache Sebastian”-Doppelspitze war: “unermüdlich vorne anlaufen und den Gegner immer wieder früh unter Druck setzen. Wir wollten schnelle Ballgewinne erzwingen.”

Sebastian Polter Sebastian Andersson 1. FC Union

Sebastian Polter und Sebastian Anderssons Jubel nach dem Tor zum 3:0 Foto: Matze Koch

Ein effektives Pressing hatte man von Union zwar auch im 343-System gegen Hertha gesehen. Aber einerseits passte die Formation mit zwei Stürmern zu Mainz Aufbauspeiel mit Viererkette und Raute. Und andererseits ist Polter tatsächlich ein sehr passender Sturmpartner für Andersson.

Denn Polter ist ein weiterer physisch starker Spieler, der Ziel für lange Bälle sein kann. Dadurch können sich Abwehrreihen in solchen Situationen weniger auf Sebastian Andersson konzentrieren, als es ihnen lieb wäre. Polter ist aber auch gut darin, die Läufe zu machen, mit denen Anderssons Ablagen verwertet werden können.

Interessant ist auch, was Polter über die Mannschaft und ihren scheinbar funktionierenden Umgang mit schlechteren Spielen sagt: “Das liegt am Kern der Mannschaft. Wir geben uns immer wieder konstruktive Kritik. Das Trainerteam und wir Spieler haben einen sehr guten Austausch.” Gerade für eine Mannschaft wie Union, die in dieser Liga schwierige Spiele haben und Fehler machen wird, ist ein offener und konstruktiver Umgang mit solchen Fehlern sehr wertvoll.

Für Sebastian Andersson geben die zwei Tore gegen Mainz natürlich ein schönes Gefühl, mit dem er jetzt zur Nationalmannschaft fährt, um gegen Rumänien die Qualifikation für die EM zu sichern. In der schwedischen Zeitung Aftonbladet lesen wir, dass Andersson während der Phase, in der er zuletzt wenige Tore gemacht hat Rat von seinem Berater Martin Dahlin bekommen hat, der für Gladbach in der Bundesliga gespielt hat. Demnach sollte sich Andersson von ausbleibenden Toren nicht herunter ziehen lassen, sondern weiter den Teil seines Spiels verfolgen, den er komplett selbst bestimmen kann: hart arbeiten.

Über die beiden Sebastians haben wir gestern auch in unserer aktuellen Podcast-Episode gesprochen. Da ging es außerdem um die Rolle der Flügelverteidiger und die Flanken von Christopher Lenz und Christopher Trimmel, um die Kopfverletzung von Keven Schlotterbeck – und um die Weise, wie bei Fußballspielen an diesem Wochenende mit dem Wende-Jubiläum umgegangen wurde. Unter anderem um über dieses Thema zu sprechen hatten wir auch Jana zu Gast:

Sebastian Andersson wird auch in der Schlusskonferenz des Rasenfunk ausführlich besprochen. Dabei wird seine Fähigkeit, Kopfballduelle sehr klar und verlässlich zu gewinnen, sogar zu einem cheat-code für die Bundesliga erklärt, der Unions Verwendung von langen Bällen möglich macht.

Außerdem loben Max-Jacob Ost und seine Gäste Martin Schneider (Süddeutsche) und Constantin Eckner (Spielverlagerung) Union und Urs Fischer für einen pragmatischen Ansatz und dessen genaue Umsetzung. Und natürlich sprechen sie länger über Mainz, das nach der Niederlage gegen Union Trainer Sandro Schwarz entlassen hat. Und zu Beginn des Segments über Herthas Spiel gegen Union wird auch das Derby noch einmal analysiert.

Eine Mainzer Perspektive darauf gibt es im Blog Wortpiratin.

Und das schreiben die Berliner Medien nach dem Spiel in Mainz:

Auf den anderen Plätzen

Mit dem Tennis-Ergebnis von 6-0 haben die Union-Frauen gegen Eintracht Leipzig-Süd ihre Siegesserie fortgesetzt und sind hinter Raba Leipzig weiterhin Zweiter in der Regionalliga.

Und sonst so

Dank des aktuellen Tabellenplatz 11 können wir diese schöne Montage noch einmal aufleben lassen:

 

3 Gedanken zu „Die Sebastians passen zueinander

  1. Hallo Daniel,

    danke für den Artikel, auf den ich schon lange gewartet habe. Es ist ebenso meine Meinung, dass sich die beiden Sebastians als Doppelspitze super ergänzen können. Andersson, der Bälle festmachen und super verteilen kann und Polter, der sie empfängt und spaßbefreit rein macht.
    Aus meiner Sicht ist Andersson im Vergleich zu Polter eher abschlussschwach – zwar war er unser bester Torschütze der letzten Saison (glaube, es waren 3 mehr als Polter), dafür hat Polter auch 1/3 der Saison verletzungsbedingt gefehlt. Seine Stärken liegen eher im Festmachen schwieriger, bisweilen unmöglicher Bälle. Und da hat Polter aus meiner Sicht seine Schwächen (oder wie man neudeutsch sagt, seine Potenziale). Aber zusammen können sie echt stark vorne sein – gerade mit Blick auf Unions bevorzugte Spieltaktik der hohen Bälle.

    Noch eine Verständnisfrage. Du benutzt scheinbar und anscheinend synonym. Sonst kann ich das auch immer auflösen, aber hier gelingt es mir nicht ganz:
    „Interessant ist auch, was Polter über die Mannschaft und ihren scheinbar funktionierenden Umgang mit schlechteren Spielen sagt“
    Meinst Du hier „scheinbar“ also „nur zum Schein“ also „nicht funktionierend“ oder meinst Du „anscheinend funktionierend“ also „offenbar funktionierend“? Sorry, will nicht besserwisserisch klingen. Ist nur zum Verständnis. Weil ich denke, dass Union sogar einen sehr funktionierenden Umgang mit schlechteren Spielen hat.

    Eiserne Grüße in die Lausitz,
    Alex

  2. @Alex Danke! Ich meine an der Stelle nur : „so, wie Polter das Klima und die Arbeitsweise in der Mannschaft beschreibt, scheint es einen guten Umgang mit Fehlern und Schwächen zu geben.“

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