Nicht alles ist neu, aber alles ist besser mit Union

Gestern hat die tollste Saison der Bundesliga-Geschichte begonnen. Der Grund für diese Superlativ ist natürlich, dass Union dabei ist. Und bevor man dem jetzt entgegnet, dass der Fußball doch an so vielen Stellen kaputt sei: Ja. Aber früher war auch alles schlecht. Nur eben ohne Union, und deshalb schlechter.

Beim Spiel von Hertha bei Bayern gestern hat man nicht nur, von Marko Grujic, die dümmste Regelverletzung seit Nico Gonzalez gesehen, sondern auch, dass es vielleicht noch eine Mannschaft gibt, die flügelfokussierter ist als Union (Bayern).

Alles hat sich damit, dass Union morgen sein erstes Spiel in der Bundesliga bestreitet, aber nicht geändert. Im Vergleich zur letzten Saison noch nichtmal, dass das erste Ligaspiel ein Heimspiel gegen eine Mannschaft (mehr oder weniger) aus Sachsen ist:

Und auch bei der Pressekonferenz waren zwar offenbar mehr Journalisten und Journalistinnen vertreten, aber blieben auch viele Dinge gleich. Zum Beispiel die Fragen von Mathias Bunkus, oder die von Matze Koch nach der Personalsituation (es fehlen sicher Florian Hübner und Laurenz Dehl, die hoffentlich nicht die Rollen von Fabian Schönheim und Eroll Zejnullahu in der letzten Saison einnehmen).

Die Berliner Medien heute:

Auf seiner Tour durch die Bundesliga-Orte trifft der Kurier Steven Skrzybski, der davon erzählt, wie er die schwierige erste Saison bei Schalke und Unions Aufstieg erlebt hat. Ebenfalls im Kurier geht es auch noch einmal um den Vergleich von Hertha und Union, ebenso wie (auf die aktuelle Lage bezogen) im Tagesspiegel.

Der RBB hört sich indes in Köpenick um. Ebenso wie die englische, große Zeitung Guardian (beziehungsweise ihre Wochenend-Ausgabe Observer), die ausführlich über Unions Aufstieg schreibt.

Übrigens öffnet das Stadion morgen wieder zwei Stunden vor Anstoß.

Und nachdem der Tagesspiegel Unionerinnen und Unioner vor einer Woche mit einem Rant provoziert hat, versucht er das jetzt noch einmal mit einer Verteidigung von Raba Leipzig (diesen Namen für das Leipziger Franchise benutzt übrigens auch Union in den Tags der Videos auf AFTV). Auffällig an diesem Text ist vor allem, wie konsequent er die Gründe, aus denen Menschen ein Problem mit Raba haben, ignoriert. Das heißt übrigens nicht, dass man nicht kontrovers darüber diskutieren kann, ob diese Ablehnung gut begründet ist, ob sie vielleicht in manchen Fällen scheinheilig ist, oder ob darin problematische soziale oder politische Mechanismen zu Tage treten. Aber in diesem Kommentar passiert das alles nicht.

Spiel-Plan

In seiner Pressekonferenz hat Urs Fischer nicht viel über die sportliche Herangehensweise an das Spiel gegen Leipzig verraten, und vor dem Spiel lässt sich auch Leipzig nicht besonders gut einordnen. Die fußballerisch spannende Frage zu dieser Mannschaft ist, wie die Franchise-Linie von aggressivem Spiel gegen den Ball und Julian Nagelsmanns Ballbesitz-Fußball zusammen passen, und auf welchem Niveau Leipzig beides umsetzen kann. Im Pokal gegen Osnabrück hatte Leipzig mehr Offensivszenen aus dem Umschaltspiel heraus.

Auch bei den Dingen, die gegnerische Trainer über Union sagen, muss man sich offenbar nicht allzu sehr umgewöhnen, Nagelsmann ‘lobte‘ Union für körperliche Robustheit, Stärke bei Standards, aber auch gelegentliche Pressingphasen.

Etwas mehr über Raba kann man in der Saisonvorschau von ‘rotebrauseblogger‘ Matthias Kießling lesen. Er trägt auch zu den Vorschauen der “Fanexperten” des Spiegel bei – genauso wie Sebastian aus unserem Team, der dabei natürlich auch seinen Fischerhut aufsetzt.

Karten

Gestern begann die Registrierungsphase für die Verlosung der Tickets zum Spiel gegen Dortmund. Eine Ungereimtheit dabei ist, dass diejenigen, die in der nicht-als-Testphase-deklarierten-Systemtestphase Los-Bestellungen abgeschlossen haben, sich jetzt nicht für die Verlosung anmelden können, sondern die damals getätigte Bestellung als aktiv geführt werden. Wenn die dann tatsächlich an der Verlosung teilnehmen, ist das zwar an sich nicht tragisch. Der System-Test war dann aber kein Test, sondern ein Vorab-Release, und die Erfahrung des Benutzens des Online-Shops frustrierend bis wenig Vertrauen erweckend.

Union Tickets Losverfahren Dortmund

Los-Bestellungen während der Testphase werden offenbar wie echte behandelt – hoffentlich. Screenshot: Union Zeughaus.

Gerade bei einem Losverfahren, bei dem sehr viel auf dessen Integrität ankommt, ist das nicht gut. Erst recht, wenn man nicht von außen bzw als Teilnehmerin nachvollziehen kann, wie das Verfahren funktioniert, und was mit dem eigenen Los dabei geschehen ist.

Update von 15 Uhr:
Immerhin wurde der Status der Anfrage klargestellt mit einer Mail des Zeughaus vom Freitag, die bestätigt hat, dass die Bestellung aus der Testphase gültig ist.

Es gab aber gestern auch Neuigkeiten zum Ticketverkauf für das Spiel in Leverkusen. Dann gilt wieder: Karten gibt es zunächst nur online für Mitglieder, und zwar ab Montag. Gegebenenfalls gibt es ab Mittwoch einen Vor-Ort-Verkauf, und ab Donnerstag eine freie Verkaufsphase auch an nicht-Mitglieder.

Jubiläum

Von wegen Mitglieder: Union hat davon jetzt offiziell mehr als 30.000. Der 30.000sten Unionerin hat der Verein ein signiertes Trikot geschenkt. Und sie ist vielleicht auch ein gutes Beispiel dafür, dass längst nicht alle, die in den letzten Monaten Mitglied wurden, neu bei Union oder aus irgendwie illegitimen Gründen in den Verein kommen.

Und zum Schluss

Unser Lieblings-Schweden-Unioner Erik hat in Borås Tidning, der Zeitung für die er arbeitet, einen Text über Union geschrieben, der mit einem grandiosen Photo von unserem Lieblings-Union-Schwarzweiß-Photographen Jan illustriert wird:

6 Gedanken zu „Nicht alles ist neu, aber alles ist besser mit Union

  1. Da der Tagesspiegel Autor auch Befürworter von der Ausgliederung großer Klubs in eine Super Liga ist, sind seine Äußerungen auch nachzuvollziehen. Für ihn zählt nur der Wettbewerb des Geldes und nicht der Fußball und eine andere Verteilung. Er kann und will gar keine andere Sicht zulassen. Lieber noch mehr Geld und elitäre Wettbewerbe.

    https://m.tagesspiegel.de/sport/abstand-zwischen-reichen-und-armen-clubs-waechst-die-loesung-ist-eine-bundesliga-ohne-die-bayern/24573504.html

  2. @Philipp, schade finde ich auf der Facebookseite des Tagesspiegels wie Kritik an Herrn Dach ins lächerliche gezogen wird.

    Aber muß jeder selbst wissen. Jedenfalls scheinen die Fußstapfen eines Herrn Wolf Herrn Dach zu passen.

  3. Red Bull ist nicht aus Sachsen.
    Ich würde mir sehr wünschen, dass morgen keiner auf die Idee kommt irgendwelches Sachsen Bashing anzustimmen. Das halte ich für unpassend. RB ist eben nicht irgendein sächsischer Verein, den man nicht mag sondern ein zutiefst verachtungswürdiges Werbekonstrukt eines österreichischen Konzerns und dessen mehr als fragwürdigem Besitzers. Es spricht gegen alles wofür Union steht. Deshalb keine Beleidigungsfolklore! Das wertet diesen Club und seine Anhänger nur auf.

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