Feiern, als hätte Union ein Aufstiegsspiel zuhause

Nach dem Spiel von Union gestern in Stuttgart fragte ein Unioner uns, ob wir das Grinsen auch nicht aus dem Gesicht bekämen. Das ist immer noch so.

Der Schlusspfiff des Spiels, das Union gestern 2-2 in Stuttgart gewonnen hat, ist gerade um die sieben Stunden her, und ich bin noch lange nicht darüber hinweg, wie gut sich dieses Spiel angefühlt hat. Und das liegt nur zu sehr geringen Teilen am fehlenden Schlaf auf der Fahrt zurück aus Schwaben.

Union Stuttgart

Union jubelt über das 1-1 und kommt kann sich dabei kaum auf den Beinen halten, Photo: Matthias Koch

Dabei lief sportlich gestern noch nicht einmal alles perfekt: Union brauchte sichtlich einige Zeit, um sich an das Tempo und die Intensität gewisser Aktionen und Zweikämpfe zu gewöhnen. Im Mittelfeld trafen einige Union-Spieler recht viele falsche Entscheidungen, die nicht nur das Spiel nach vorn schwerer machten, sondern auch gefährliche Ballverluste nach sich zogen. Und dann ging Stuttgart auch noch in Führung, nachdem Union eigentlich schon besser ins Spiel gefunden hatte.

Aber wie die Mannschaft auf diesen Rückschlag mit dem Ausgleich reagiert hat, war mehr als beeindruckend. Genauso wie der Umstand, dass sie mit zunehmender Spieldauer ruhiger und abgeklärter wurde, und am Ende sogar zwei, drei große Chancen auf das 3-2 hatte.

In der Cleverness der letzten Minuten liegt übrigens einer der Unterschiede zum Spiel in Bochum, dass trotz des gleichen Ergebnisses unterschiedlicher nicht sein könnte. So war das ein unfassbar intensives Spiel. Ungefähr so intensiv, dass manche im Gästeblock schon von ihren smart watches vor zu hohem Blutdruck gewarnt wurden.

Das schreiben die Berliner Medien:

… und das schreiben die überregionalen Medien:

Ich freue mich darauf, mich analytisch mit dem Spiel zu befassen. Dazu gehört zum Beispiel, sich zu fragen, wie gut Unions lange Bälle funktioniert haben. Aber bisher hatte ich dazu weder Zeit noch mentale und emotionale Kapazitäten. Deshalb ist es toll, dass Jonas Bischofberger vom Blog VfB taktisch eine kurze Analyse des Spiels geschrieben hat.

Auswärts zuhause

Ich finde es ziemlich verrückt, dass gestern mehr Leute im Stadion an der Alten Försterei ferngeschaut haben, als in einigen Zweitliga-Stadien zu Spielen kommen. Mehr als 13000 Menschen waren dort.

Das absolute Highlight war dabei natürlich, wie die Reaktion auf das 2-2 in einer Live-Schalte des RBB eingefangen wurde. Waren wir nicht alle in diesem Moment wie der Mann, der dabei hüpfend ruft “Hertha, wir kommen”, hatten aber keine so gute Gelegenheit das zu zeigen?

Eine schöne, kleine Reportage vom gemeinsamen Schauen im Stadion gibt es bei Union in Englisch.

Als ob Union schon aufgestiegen sei

Mario Gomez hatte gestern am Verhalten beider Fan-Lager etwas auszusetzen: die Pfiffe der eigenen Fans gefielen ihm nicht, genauso, wie dass Union gefeiert habe, als sei man schon aufgestiegen. Was es dazu zu sagen gibt:

Bei der Deutschen Welle gibt es dagegen einen Kommentar über den beeindruckenden Auftritt der Union-Fans, dank der sich Union den Aufstieg verdient habe.

Übrigens hat das #teampfanneheiss jetzt auch ein offizielles Logo, dass man vielleicht demnächst an der einen oder anderen Stelle sehen kann…

23 Gedanken zu „Feiern, als hätte Union ein Aufstiegsspiel zuhause

  1. 2-2 gewonnen ja kann man so stehen lassen. Danke für die tolle Zusammenfassung.

  2. Gomez, die Luftpumpe, kann sich bei Friedrich bedanken, dass sein Schuss überhaupt aufs Tor gegangen ist.
    EISERN

  3. Schönes Spiel von unseren Jungs gestern. Zuhause reißen wir das Ding.

    Ich kann leider nicht ins Stadion, da Dienstreise nach – ausgerechnet Stuttgart… Weiß jemand von Euch ob es da auch eine Unionkneipe gibt? Sind doch sicher n paar Exil-Unioner dort. Für nen Hinweis wäre ich dankbar. Will den Aufstieg ja nicht alleine im Hotelzimmer gucken.

    U.N.V.E.U.

  4. *** Herta, wir kommen… *** Ich hau mich wech! ;o)
    Ach, was wird das für ein Montagsspiel werden! Ich freu mich so!
    Frühling, Flutlicht, lauter euphorisch Verrückte und dann kommt noch der (natürlich) selig und glückliche Weg, an der Wuhle entlang, nach Hause. Schön wird es werden!
    In diesem Sinne, wir sehen uns Alle am Montag.
    U.N.V.E.U.

  5. @Alex: als Exiler in Stuttgart muss ich dich enttäuschen. Eine Union Kneipe gibt es leider nicht. Sportbars wird auch schwierig, da die meisten nur Sky haben und wenn dann, werden da fast nur VfB Fans rumhängen…

  6. @Flipsen: Danke für den Hinweis. Dann muss ich wohl doch mit ner Schachtel Bier, mit Schal und Nicki aufm Zimmer gucken. Mir tun jetzt schon die anderen Hotelgäste leid 🤪

    EISERN!

  7. Darf das Logo von Team Pfanneheiß von sich dem Team zugehörig fühlenden als Profilbild verwendet werden? 😊

  8. Darf man das #teampfanneheiß Logo zur Verwendung als Avatar auf social media portalen stibitzen?

  9. Kann meine Gefühle nicht beschreiben. Ich bin einfach nur dankbar das ich Teil dieser Gemeinschaft, dieses Gefühls, dieses Moments sein darf.
    Muss immer wieder heulen.
    Danke Sebastian, Danke Steffi , Danke Daniel, Danke an alle Unioner!
    War gestern in der Schwalbe gucken, habs nicht mehr nach Köpenick geschafft. Was für eine Stimmung, gesungen als wären wir im Stadion. Was wird das für ein Fest am Montag in Köpenick, egal wie es ausgeht.
    Meine armen Enkel werden sich das später leider immer wieder anhören müssen. Grinsen ist eingemeisselt! Es ist angerichtet!

  10. Die Schwalbe war eisern gestern.

    Bis Montag, liebe Unioner!

  11. Ich sitze im Flieger mit den orangenen Flügeln zurück nach Berlin. Ich habe viel zu wenig geschlafen und bin unglaublich müde aber sehr glücklich. In den letzten 11 Tagen habe ich 3 Spiele von Union besucht und es ist und bleibt ein emotionaler Wahnsinn. Dieser Verein macht mich fertig!

    Die letzten Wochen waren wirklich unglaublich. Es ist diese Mischung aus purer Extase wie beim 2:0 gegen den HSV als du denkst, es wird diesmal wirklich klappen mit dem Aufstieg in die Erste Bundesliga. Ein Ziel auf das der gesamte Verein seit Jahren hinarbeitet. Und dann dieses Gefühl, welches sich nach dem 1:2 in Darmstadt gelegt hatte. Eigentlich war ja nichts passiert, da die anderen Mannschaften auch verloren hatten. Es ist aber dieses eine Wort, welches seit den letzten Wochen sehr präsent ist und welches mich schier zur Verzweiflung bringt: Hätte. Es HÄTTE gegen Darmstadt etwas wichtiges passieren können. Wir hätten in Bochum aufsteigen können.

    Wir sitzen in einer dieser traurigen Hertha Kneipen in Neukölln und schauen Union gegen Darmstadt.
    In der Kneipe ist das üblich verdächtige Publikum. Hertha Fans die an ihrer Molle nippen, Rauchen und Kreuzworträtsel in der Bild Zeitung machen. Nebenbei läuft Union gegen Darmstadt immerhin auf Leinwand. Schlimmer als die Niederlage sind die ständigen Kommentare ” Ihr wollt doch gar nicht aufsteigen” “Die Mannschaft will nicht aufsteigen”.

    Es sind Momente wie beim 2:0 gegen den HSV, als ich mit meinen beiden Kids ins Stadion gehe. Du nimmst diese Spiele anders wahr wenn du mit den Kindern dort hin gehst. Diese Faszination in ihren Augen zu sehen wenn das ganze Stadion schreit, nachdem sich Grischa Prömel den Ball im Mittelfeld schnappt und die Kugel ins Tor schweisst. Neben mir stehen 5 Jungs, die förmlich explodieren. Einer von ihnen klettert auf den Zaun und lässt sich auch nach mehrfacher Aufforderung nicht von den Ordnern herunterziehen. Er schreit seine Freude über den Zaun der Mannschaft zu, die wenige Meter weiter den Torschützen vor der Waldseite unter sich begräbt. Es ist der Bruder von Grischa Prömel, der gerade das Tor und das mir so wichtige 2:0 seines Bruders bejubelt.

    Beseelt nach dem Magdeburg Spiel stehen wir an der alten, jetzt gefällten Birke und überlegen uns wie der letzte Spieltag werden wird. Und wie geil dann doch die Bundesliga wäre. Impulskäufe sind doch die besten Käufe und so buchen wir spontan 2 Flugtickets nach Stuttgart und zurück. Es wird die beste Entscheidung sein, die wir in letzter Zeit getroffen haben werden.

    Diese letzten 20 Minuten in Bochum. Paderborn liegt 3:1 gegen Dresden hinten, Union aber leider auch 0:2 und benötigt 3 Tore um in die erste Bundesliga aufzusteigen. Aus dem Spiel heraus gelingt nicht viel, als sich Grischa Prömel den Ball schnappt und aus knapp 20 Metern abzieht. Der Ball geht weit am Tor vorbei. Noch immer 3. Ich erinnere mich an die Kommentare in der Hertha Kneipe. Die wollen doch gar nicht aufsteigen. Hatte er doch Recht? Ich fange an zu resignieren, aber es ist ja immer noch die Hoffnung da, dass zumindest die Relegation sicher ist.
    10 Minuten später schnappt sich Grischa wieder den Ball. Und haut ihn ins Tor. Wir liegen uns in den Armen aber so richtig daran glauben tue ich nicht. Nur noch 2 Tore, aber es ist ja nicht mehr viel Zeit und die Bengalos sind auch alle abgebrannt.
    Und kurz danach das 2:2 und wir brauchen nur noch ein Tor um in die Bundesliga aufzusteigen! An die 10 Minuten danach habe ich keine Erinnerung mehr. Es ist ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen, Bangen, Schreien, Trauern. Emotionale Höchstleistung von uns allen. Aber am Schluss dann doch die Erkenntnis: Ein verficktes Tor hat gefehlt um in die Erste Bundesliga aufzusteigen.

    Ich hasse diese Momente im Stadion. Das ganze Spiel hörst du nichts von den Fans auf den Sitzplätzen. Und sobald ein Tor fällt stehen sie auf, wedeln mit ihren sponsored by Mercedes Benz Bank Fahnen und singen zu irgend einem aktuellen Scooter Song 3 Minuten mit. Nach 87 Sekunden setzen sie sich wieder hin. Nur eine kleine Ecke explodiert. Liegt sich in den Armen. Reckt die Fäuste in die Luft – da ist etwas zum Greifen nah.

    Dieser Wille. Dieses “verdammte Scheisse wir spielen gegen 50.000 Leute”, in dieser aufgeheizten Atmosphäre unser größtes Spiel unserer jüngeren Vereinsgeschichte. Verkacken es in Heidenheim, spielen nur Remis gegen Regensburg. Und kommen 2x gegen den Bundesligisten Stuttgart zurück. Was für eine Mannschaft. Was für ein Team. Was für Fans.
    Liebe Herthaner aus einer Kneipe in Neukölln, ich hoffe ihr habt das Spiel gestern im Eurosport Player gesehen: Ja verdammte Scheisse nochmal wir wollen und wir werden in die Erste Bundesliga aufsteigen!

  12. Danke Uli für deinen Text. Sehr schön geschrieben und beschrieben. #aufstiegjetzt
    U.N.V.E.U.

  13. Ich verstehe eure Euphorie nur zu gut aber ich bin die ganze Zeit dabei mich noch selber zu brensen weil ich einfach schon zu lange zu Union gehe.
    Das Spiel gestern war toll ubd die mannschaft hat wirklich fabelhaftes geleistet aber plötzlich hat man das Gefühl es gibt etwas zu verlieren in diesem Rückspiel.

    Ich hab Angst :'(

  14. Uli Du sagst es 🇲🇨 Heute früh um 9.Uhr mit dem FlixBus in Tegel angekommen, immer noch trunken von diesem Fussballwahnsinn, der Woche für Woche noch wahnsinniger wurde. Wir sind wirklich die Kranken 🇲🇨 Die letzten Wochen sind nicht zum Aushalten. Man hat keine Chance herunterzufahren. Am Montag macht die Luftpumpe Gomez große Augen und seine Ohren werden Glühen und dann ab mit ihm in den Spreewald die Gurkensaison fängt bald an. Eisern 🇲🇨

  15. Danke, Uli! Sehr geil. Ich fang´ schon wieder an zu heulen.

    Bis Montag Abend.

    #Aufstiegskampfmodus

    #TeamPfanneheiß

    #Aufstiegjetzt

  16. Macht ihr noch einen Podcast? Irgendwie fehlt mir was ohne einen Podcast nach dem Spiel… und dann der Aberglaube vor dem Spiel am Montag. Wie soll das ohne euch gehen?

  17. Ich bin ein Eishockeyfan von den Berliner Eisbären. Was ich diese Saison von Union Berlin gesehen habe, die Leistung der Mannschaft und die ‘verrückten’ Fans zu Hause und bei den Auswärtsspielen. Ich ziehe den Hut. Die Bundesliga kann sich nur freuen auf Union Berlin.
    Ich werde versuchen für die neue Saison 1 oder 2 Bundesliga Karten zu bekommen (wird bestimmt schwer werden)
    Ich drücke euch die Daumen 👍👍

  18. Nach diesem emotionalen Spiel, dem gesinge und gehüpfe, dem Adrenalin und dem kaum Schlaf so nen Text zu schreiben der um 6:30 schon im Netz ist @daniel ist schon toll.
    Macht weiter so textilvergehen ihr seit erstklassig und hoffentlich “unsere liebe unser Stolz” ab Montag 22:22 Uhr auch…
    U. N. V. E. U. ❤️⚪⚽
    Ps:geschrieben von dem Typen rechts von euch😉

  19. Pingback: Wie Rafal Gikiewicz immer noch mehr zum Unioner des Jahres wird › ***textilvergehen*** › Aufstieg, Frauen, Jakob Busk, Rafal Gikiewicz, Relegation, union, Union Berlin, vfb stuttgart

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