Union spielt mit Köpfchen und wird dafür belohnt

Es gehört nicht viel dazu, sich über das Spiel gestern zu freuen. Aber ich freute mich schon in der ersten Halbzeit darüber, wie konsequent Union Aue das Spiel verdorben hat. Denn ich hatte Angst, Union würde ähnlich ungestüm anrennen wie gegen Kaiserslautern und damit der Mannschaft aus dem Erzgebirge die Räume öffnen, die sie so gerne bespielen. Aber Union machte das Gegenteil, sie störten Aue vorrangig dort, wo der Gegner sein Spiel eröffnete, nämlich auf den Außenverteidigerpositionen. Und Union ging in jedem einzelnen Zweikampf aktiv rein, wartete nicht erst ab, was Aue da vorhatte. Das mag für Kommentatoren zäh aussehen, die ein Spiel nur mit Torszenen spannend verkaufen können. Aber ich hatte Spaß daran, eine enorm konzentrierte Mannschaft in rot-weiß zu sehen.

Und trotzdem hätte das alles schief gehen können: Kurioserweise war an drei Szenen, die ich im Kopf habe, jeweils Toni Leistner beteiligt. In der ersten Halbzeit prallt ihm der Ball von der Brust direkt zum Auer Angreifer, dann misslingt ihm eine Grätsche an der Außenlinie, die dem Auer freien Lauf lässt (Jakob Busk macht die kurze Ecke aber mustergültig dicht) und im Strafraum lässt er einmal Nazarov über sein Bein stürzen, trifft aber zumindest mit der Fußspitze den Ball, was den Ausschlag dafür gegeben haben dürfte, dass es keinen Elfmeterpfiff gab.

Will heißen: Aue wurde zwar das gefürchtete Tempo genommen, aber gewannen sie mal ein 1:1-Duell, dann wurde es gefährlich. Ich glaube, dass Aue wegen dieser seltenen Möglichkeiten zum Mittel griff, vor allem aus eher ungefährlichen Distanzen zu schießen und deshalb zwar viele Torschüsse in der Statistik sammeln konnte, aber nur wenige auf das Tor brachte.

screenshot: whoscored.com

Aber genug der Ursachenforschung bei einem Spiel, das mit weniger Spielglück auch unentschieden hätte ausgehen oder im schlimmsten Fall verloren gehen können.

Das schreiben die Berliner Medien:

Eine taktische Analyse gibt es bei Eiserne Ketten: Ein vorhersehbares Spiel

Fotos von der Partie findet ihr hier:

Union ist damit tatsächlich im positiven Trend angekommen und hat nun für die zwei Wochen Länderspielpause den Druck etwas vom Kessel genommen. Marcel Hartel, der gegen Aue ein Kopfballtor (!) erzielte, ist in der Zeit bei der U21-Nationalmannschaft, die am Donnerstag um 19 Uhr in Cottbus gegen Aserbaidschan die EM-Qualifikation spielt. Allerdings klingt das Wort “Länderspielmaßnahme”, das der offizielle Twitter-Account für die DFB-Junioren für Marcel Hartel wählt eher wie eine Strafe …

Twitter: @dfb_junioren

Sebastian Polter kann sich derweil weiter um seinen persönlichen Battle mit Fifa18 kümmern:

Und sonst so?

  • Tusche bekommt mit Altglienicke richtig einen auf den Deckel. 0:5 im Heimspiel gegen Fürstenwalde. Fotos gibt es hier.
  • Schauspieler Andreas Schmidt ist in dieser Woche im Alter von nur 53 Jahren gestorben. Hier ein Video von vor 5 Jahren, das ihn mit Regisseur Jörg Steinberg im Stadion an der Alten Försterei zeigt:

4 Gedanken zu „Union spielt mit Köpfchen und wird dafür belohnt

  1. zu der Bemerkung, Kommentatoren mochten Spiele wie gestern nicht: ich fand interessant, dass der Sky Kommentator genau die entgegengesetzte Position eingenommen hat. Dann war zwar nicht alles, was er analysiert war, richtig, aber ich fand das gut.

  2. Andreas Schmidt nicht mehr am Leben! Einfach unfassbar! Jeder Film mit ihm war/ist sehenswert! Und so ein dicker Unionfan!!!
    Ich bin einfach nur traurig. . .
    jöhei

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