Warum Union gegen Fabian Schönheims Gelb-Rot-Sperre nichts machen kann

Kurz bevor wir jetzt gleich mal unser Wahllokal besuchen, noch ein kleines “State of the Union”.

Morgenpost und Kurier nehmen die positiven Aspekte aus dem Spiel gegen 1860 München (Torgefahr aus dem Spiel heraus, defensive Stabilität und taktische Disziplin) und leiten daraus ab, dass Union bereit für mehr sei. Ich bin in der Situation eher bei Toni Leistner, der in der BZ sagt: “Nach dem dritten Spieltag wurde gesagt, dass es ein Fehlstart ist. Jetzt werden wir vielleicht hochgejubelt. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben.”

Wir sollten uns das mal vor Augen halten, dass Union in den ersten drei Spieltagen ohne Sieg da stand (plus ein schwer erkämpftes Weiterkommen im Pokal) und jetzt heißt es: Seit vier Ligaspielen unbesiegt. Wichtig ist, was tatsächlich langfristig hängenbleibt, denn die Zweite Liga ist bei weitem nicht so eintönig wie die Bundesliga, in der bestimmte Vereine von vorneherein aufgeben, wenn sie bei Bayern oder Dortmund antreten. Solch ein starkes Gefälle gibt es in der Zweiten Liga nicht (logisch, weil die sehr guten Teams aufsteigen und die schlechten absteigen).

Ich wünsche mir, dass das Team aus diesen Spielen mitnimmt, dass es im Prinzip keine Situation gibt, die es nicht lösen kann. Sei es eine unberechtigte Unterzahl oder der Versuch, sich mit 5er-Kette vor dem eigenen Tor einzuigeln oder vermeintlich schädliche Auswechslungen des Mannschaftskapitäns (gegen 1860 hatte Union mit Felix Kroos, Steven Skrzybski und Michael Parensen drei verschiedene Spielführer auf dem Platz).

Die BZ freut sich übrigens mit Kenny Prince Redondo über dessen erstes Tor und hat ihn gleich noch mit Freundin im Stadion fotografiert. Und hier gibt es noch die Spielanalyse des Union-Taktiblogs “Eiserne Ketten”. Außerdem ist unser Podcast zum Spiel online: Teve267 – Die Scorpions-Pyramide vor dem eigenen Tor aufgebaut

Was ist nun mit Fabian Schönheims Sperre?

Gelb-Rote-Karte für Fabian Schönheim; Foto: Matze Koch

Was übrigens die Gelb-Rote Karte gegen Fabian Schönheim betrifft, kann ich mir kaum vorstellen, dass es eine Möglichkeit gibt, dagegen vorzugehen. Der Schiedsrichter selbst hat nur bis zur Spielfortsetzung (in dem Fall die Ausführung des Elfers) Zeit, sich zu korrigieren und hat das auch getan. Nur leider von einem falschen Spieler (Toni Leistner) zum anderen falschen Spieler (Fabian Schönheim). Damit ist an der Karte nicht zu rütteln, weil sie eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters ist.

Da auf Gelb-Rot automatisch die Strafe durch den Verband folgt (ohne sportgerichtliche Verhandlung, Anhörung oder Stellungnahme), sehe ich keine Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Ja, das ist himmelschreiend ungerecht. Aber sollte der DFB da aktiv werden und die Sperre zurücknehmen, dürfte es Sanktionen von der Fifa geben, die bisher die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters über alles stellt.

Einen Ausweg bietet da der Videobeweis, der aber zunächst getestet wird. Und zwar in einer zweijährigen Testphase nur in der Bundesliga (nicht Zweite Liga). In der aktuellen Saison wird der Videobeweis nur offline zur Schulung der Video-Assistenten getestet und in der nächsten Saison mit Durchgriff auf den Platz. Die Einführung kommt also frühestens zur Saison 2018/19 und dann vielleicht auch nur für die oberste Liga. Schließlich gibt es die Torlinientechnik aufgrund der hohen Kosten auch nicht in der Zweiten Liga.

Ich kann mir wegen all dieser Punkte einen Protest von Union nur schwer vorstellen (Kurier).

Kommt Jens Keller mit Hocker zur Pressekonferenz?

Am Montag gibt es bereits die Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie in Würzburg. Ich bin gespannt, ob und welche Wechsel Jens Keller im Kader vornehmen wird, aber das wird er wie immer in der Pressekonferenz nicht durchblicken lassen. Spannend ist dann eher, ob er währenddessen auf seinem neuen rot-weißen Hocker sitzen wird.

So als kleine Vorbereitung auf Würzburg sollten wir alle mal den Stadionnamen des Aufsteigers sacken lassen:

3 Gedanken zu „Warum Union gegen Fabian Schönheims Gelb-Rot-Sperre nichts machen kann

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