Warum Union bis 2022 noch viel Arbeit vor sich hat

Ich weiß nicht, wie sehr sich die sportliche Leitung von Union gerade schon mit der Saison 2021/22 beschäftigt. Aber auch wenn noch niemand so ganz genau weiß, in welcher Liga Union dann spielen wird, sollte man sich demnächst Gedanken darüber machen. Denn Unions Kader ist auf diese Perspektive noch kaum angelegt – genau so wenig wie der von Bayern.

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Gibt es an Rafal Gikiewicz etwas zu kritisieren?

Uns hat in den letzten Tagen ein Leser die Frage gestellt, ob man an Rafal Gikiewicz nicht trotz seiner zugegeben starken Reflexe und der Großartigkeit seines furchteinflößenden Blickes kritisieren müsste, wie gut er sich am Aufbauspiel Unions beteiligt. “Wird er angelaufen (und selbst, wenn nicht) landen auffallend viele Bälle weit im Seitenaus. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass den Torwart anzulaufen und zu pressen das bislang beste Mittel gegen Union war und der Mannschaft in den letzten Spielen die größten Probleme bereitet hat – und das Rafal da die Schwachstelle darstellt. Wie seht ihr das?”

Rafal Gikiewicz

Rafal Gikiewicz spielt eine starke Saison, selbst wenn er kein überragender mitspielender Torwart ist.

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Wenn der Tabellenrechner glüht und die Sehnsucht nach einfachen Antworten steigt

“Vielleicht hätte ich noch ein paar Windeln mitbringen sollen”, sagte mein Freund Jan gestern Abend vor dem Fantreffen mit Trainer André Hofschneider. Er hat die bewundernswerte Eigenschaft, in hektischen Zeiten die Ruhe zu bewahren. Und er kann die teilweise hysterisch geführten Diskussionen und die Sehnsucht nach einfachen Antworten schlicht nicht nachvollziehen. Der Abstiegskampf und die Tabellenkonstellation würden dazu führen, dass die Leute das Wasser nicht halten können. Vermutlich glüht der Kicker-Tabellenrechner schon, so krampfhaft versuchen wir alle herauszufinden, wie viele Punkte zum Nichtabstieg reichen (Mein Tipp: 43). “Wenn die Mannschaft die nächsten beiden Partien verliert, kannste mir zumindest ein paar Windeln mitbringen”, sagte ich. Dann ist nämlich meine persönliche Panik-Grenze überschritten.

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Rolle rückwärts

Während ich mich angesichts des Windes draußen frage, ob das Fußballspiel, das für mich eigentlich heute nachmittag ansteht, wirklich stattfinden kann, bedroht der neuerliche Sturm auch die Verkehrswege. Es steht zu hoffen, dass weder viele Reisepläne nach Duisburg durcheinander geraten, noch schwerwiegenderes passiert.

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Jens Keller beobachtet mit Lutz Munack das Training und plant wohl, die Mannschaft fast komplett zurück zu rotieren; Photo: Matthias Koch.


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Von Bockwurst bis Altglienicke

Gestern haben Matthias Koch und Torsten Mattuschka im Filmtheater Union zusammen mit Jan Glinker, Steven Skrzybski und anderen Wegbegleitern Kochs Mattuschka Biographie vorgestellt.


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Was hat sich mit zwei Niederlagen geändert?

The state of the Union is strong. Immer noch. Erst recht, wenn man Union mit der Union vergleicht, um die es in dem Satz eigentlich sonst geht.
Damit ‘Hallo’ von der Urlaubsvertretung. Bitte richtet Beschwerden nicht an Sebastian.

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Kenny Prince Redondo kann Union gegen Aue nicht erlösen. Photo: Tobi/unveu.de

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Two-Face der Zweiten Liga

Union hat gestern in einer nahezu wortgleichen Meldung mit dem FC St. Pauli bekanntgegeben, dass die Zusammenarbeit beim Merchandise am 3. Januar 2016 beendet sein wird. Wir erinnern uns, dass Union nach der Übernahme von Upsolut durch den FC St. Pauli ein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen wollte. Viel über die Zukunft verrät der Verein nicht. Nur soviel: “Beide Partner unterzeichneten eine Vereinbarung, in der unter anderem auch die Übernahme der bisherigen Mitarbeiter der Union-Fanshops durch den Verein geregelt wurde.” Ich gehe davon aus, dass es ebenso auch um den Fanshop und die bereits gefertigten Union-Artikel ging.

In Zukunft will Union nicht mehr mit einem Lizenznehmer arbeiten, sondern “künftig die Fanartikel in Eigenregie zu produzieren”. Ich bin gespannt. Nicht nur auf die Produkte, sondern auch darauf, wie der Verein diese zusätzliche Aufgabe hinbekommt. Ist ja nicht so, dass aktuell die Mitarbeiter nicht ausgelastet wären.

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Sich über nichts voll doll freuen.

Es gibt Tage wie diesen Dienstag. Ich freue mich über Sonnenschein an einem freien Tag und kann ganz ruhig schlafen. Und das obwohl morgen das wichtige und schwere Testspiel gegen SSV Köpenick-Oberspree ansteht. Ein sehr unangenehmer Gegner aus dem Haifischbecken Landesliga.

Fußballerisch ist nichts los. Ich streife durch das Internet und stoße plötzlich auf den Text “Die Allerletzten“. Darin geht es um eine Statistik, welche Vereine wie häufig den letzten Platz in der Bundesliga belegt haben. Und ich genieße es endlich, dass Union noch nie Bundesliga gespielt hat. Den Spitzenplatz in der Liste nach absoluten Spieltagen als Tabllenletzter belegt übrigens der andere Berliner Verein. Aber der hat auch einige Jahre Vorsprung. Na wartet!

Nüchtern betrachtet: Der 15. Spieltag

Freitag Abend. Noch nicht richtig von der Woche gelöst. Und schon sollte es losgehen. Ein Spiel, das zum Sicherheitspiel hochgejazzt wurde. Osten und so.

Die Aufstellung verwunderte etwas. Was hat Neuhaus vor? Und Stuff wieder in der Startelf? Das war unerwartet. Am Ende startete die Mannschaft mit einer Dreierkette und einem Fünfer-Mittelfeld davor. Und sie machte ihre Sache gut. Aber der Funke wollte dieses Mal nicht überspringen. Trotz Nebel und Pyro von der Waldseite. Beinahe drängte sich der Eindruck auf, dass den Zuschauern die Pleite gegen St. Pauli noch mehr in den Knochen saß als den Spielern. Oder vielleicht waren einige aus Träumereien aufgewacht?

Die Partie war nicht schön. Aber sie war eben auch nicht schlecht. Da spielten zwei Mannschaften gegeneinander, die beide momentan nicht viel Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben. Entsprechend waren Torraumszenen Mangelware. Union reichte ein direkter Freistoß von Mattuschka. Ballsicherung. Den Gegner nicht an den eigenen Strafraum kommen lassen. Und ab und zu überlegte Angriffe starten. Doch der letzte Pass kam nicht an. Fleißig waren Biran und Sahin vorne. Aber sie suchten zu selten den Abschluß und legten den Ball ab. Der angespielte Mitspieler stand allerdings selten besser zum Tor. Benyamina und Mosquera fehlten der Mannschaft als Anspielstationen.

In der zweiten Hälfte übernahm Cottbus das Spiel und bei Union begann die Angst vor einem Fehler. Konstruktive Spielzüge kamen kaum mehr zu Stande. Letztlich ging das 1:1 nach dem Spielverlauf in Ordnung. Aber freuen konnte sich niemand darüber. Bemben humpelte in der zweiten Halbzeit wohl angeschlagen über den Platz. Hoffentlich nichts Schlimmes. Der Mannschaft merkt man an, dass sie momentan für jedes kleinere Erfolgserlebnis enorm investieren muss. Für euphorischere Stimmung sorgte danach das Stück zum Spiel in der Freiheit 15.

1. FC Union Berlin – FC Energie Cottbus 1:1 (1:0)

1:0 Mattuschka (25.)
1:1 Kweuke (62.)

Gelbe Karten: Dogan (5) – Burca, Bittroff, Kruska

Zuschauer: 18.212

Noten_15

Nüchtern betrachtet: Der 14. Spieltag

71 oder 72 Minuten (auf eine gemeinsame Stoppuhr konnten sich die anwesenden Journalisten nicht einigen) soll sie am Montag gedauert haben die Analyse des Spiels bei St. Pauli. Das ganze Match wird Uwe Neuhaus seinen Spielern also nicht gezeigt haben. Wahrscheinlich wird er ihnen erklärt haben, dass 59% Ballbesitz während des Spieles zwar nett anzusehen sind, aber nichts über die Qualität des Spieles aussagen, wenn man mit dem Ballbesitz nichts anzufangen weiß. Das illustriert die Statistik über die erfolgreichen Pässe. Union hat 441 erfolgreiche (von 532) Pässe gespielt. St. Pauli kam mit 267 (370) erfolgreichen Pässen aus. Vor allem Pässe in der eigenen Hälfte spielte der Gastgeber mit 153 knapp 100 weniger als der 1. FC Wundervoll. Man mag also auf das Defensivverhalten der Jungs in rot-weiß eindreschen, aber das eigentliche Problem bestand darin, dass man über 90 Minuten nicht in der Lage war, einen zielstrebigen Angriff zu inszenieren. Jedenfalls, wenn man drei Punkte mitnehmen wollte.

Das schöne an der ganzen Sache ist, dass es nur wenige Tage bis zum nächsten Spiel sind. Und bei Tabellenplatz fünf brechen auch nicht gerade Depressionen aus. Also Vorfreude auf ein ausverkauftes Stadion am Freitag gegen Cottbus.

FC St. Pauli – 1. FC Union Berlin 3:0 (3:0)

1:0 Ebbers (9.)
2:0 Kalla (14.)
3:0 M. Kruse (39.)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (6.)

Zuschauer: 19.901 (ausverkauft)

Noten_14

Bei den Noten kommt Jan Glinker als Torhüter natürlich am besten weg. Christoph Menz hat das Glück, in der ersten Hälfte, als St. Pauli eigentlich jeden Angriff gefährlich vor das Tor brachte, nicht auf dem Platz gestanden zu haben. Rauw wurde deutlich schlechter als sein linker Gegenpart Kohlmann bewertet. Die gefährlichen Angriffe von St. Pauli wurden über die rechte Verteidigerseite initiiert. Aber auch offensiv lag unsere linke Seite brach. Als Vergleich ein Blick auf die geführten Zweikämpfe und Ballkontakte:

Kohlmann (2 erfolgreiche von 3 Zweikämpfen und 85 Ballkontakte)
Rauw (5 erfolgreiche von 14 Zweikämpfen und 85 Ballkontakte)

Parensen (6 erfolgreichen von 10 Zweikämpfen und 68 Ballkontakte)
Mattuschka (5 erfolgreiche von 16 Zweikämpfen und 98 Ballkontakte)