Die Zeit, in der es immer auch um Wechsel geht

Jetzt, wo die Bedrohung eines Abstiegs in den meisten Köpfen und viel mehr möglichen und wahrscheinlichen Tabellenrechnereien weniger akut ist, bricht die Zeit an, mit der aktuellen Situation eines Spielers immer auch Spekulationen um seine vertragliche Zukunft zu verbinden.

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Heute in diesem Sinn Thema: Stephan Fürstner (und 1860), Photo: Matze Koch

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Jan Glinker hat jetzt sein eigenes Lied bekommen

In der Vorbereitungszeit schaue ich mir wir wirklich alles mögliche an. Zum Beispiel dieses kurze Video, das die Spieler im großen Abkühlungsbecken am Strand zeigt:

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Stärken wiedergewinnen

Was Jens Keller gestern in der Pressekonferenz sagte, war wenig überraschend: Nürnberg Fluch? Beste Voraussetzungen, wieder mal eine Negativserie zu beenden (immerhin, kriecht da Serienlogik in Kellers Rhetorik?) — Defensivschwächen? Haben Fehler analysiert und an ihnen gearbeitet. — Kommen Nürnbergs Charakteristika Union entgegen? Ihre Spielanlage bietet Chancen (dass Nürnberg das Spiel machen will, öffnet Räume), aber auch Gefahren (die Franken können auch gut umschalten).

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Unions Nachwuchs: Erfolge, aber der Abstand zur ersten Mannschaft ist momentan wohl zu groß

Mit 6:0 gegen Tennis Borussia und einer gleichzeitigen Niederlage des FC Carl Zeiss Jena haben die B-Junioren den Klassenerhalt in der Bundesliga Nord/Nordost geschafft. Gratulation!

Instagram: @die_eisernen

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Kein Wiedersehen mit Patrick Kohlmann

Unioner und Relegation … Erst schafft es am Montag der KSC mit Dominic Peitz nicht. Dann kassiert Kiel gestern mit Patrick Kohlmann in der 90. Minute das 1:2 bei 1860 und muss deshalb mindestens noch ein Jahr 3. Liga spielen. Kommentar von einem unserer Leser:

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Zu jeder gut klingenden Geschichte gehört natürlich immer jemand, der sie mit Fakten kaputt macht 😄

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Wie auch immer: Wenn ich sehe, dass Chaos-Vereine wie der HSV und der TSV 1860 sich in der Relegation retten konnten, wird mein Gerechtigkeitsempfinden arg strapaziert. Schade, ich glaube, dass wir alle gerne noch einmal Patrick Kohlmann im Stadion an der Alten Försterei begrüßt hätten.unioninenglischkohlmann
Foto: Union in Englisch/Facebook

Keine Wasserstandsmeldung zum Thema Sebastian Polter

Wer glaubt eigentlich, was Christian Heidel in Bild/BZ zum Thema Sebastian Polter sagt?

Wir haben keinen Druck, entscheiden da zur Zeit nichts. Gerade Stürmer können wir gebrauchen, da ist unsere Planung nicht abgeschlossen.

Ich nehme dem Mainzer Manager kein Wort ab. Und vielleicht sollte ihm jemand sagen, dass die Zeiten, in denen medial bei Transferaktivitäten Druck aufgebaut werden konnte, vorbei sind. Ich lehne mich jedenfalls entspannt zurück und trinke meinen Kaffee.

Beat Cancer

Stattdessen freue ich mich über das Bild von Lisa Görsdorf, die sich wieder ins Training stürzt. Das ist eine verdammt gute Nachricht.

 

Treffen sich ein Düwel-Skeptiker und einer vom Team Düwel

So könnte das Streitgespräch zwischen den beiden Svens im Kurier anfangen. Doch die zwei treffen sich nicht zum ersten Mal und sind sich aktuell einig.

Zum Abschluss gibt es noch ein Bild der Angler Jan Glinker und Daniel Haas: Petri heil.

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Foto: Jan Glinker/Facebook

Bei Union brennt der … äh Papierkorb

Da Union erst am Sonntag spielt, fehlen so ein bisschen die Geschichten. Spieltagspressekonferenz ist erst morgen und da Union den DFB-Pokal immer boykottiert so früh verlässt, fehlen die besonderen Flutlichtspiele unter der Woche im Februar/März. Ich habe sehr, sehr neidisch gestern nach Bielefeld und Offenbach geschaut. Das sind sportliche Momente, die das kollektive Fangedächtnis prägen können. Ich sage nur Daniel Ernemann und Viertelfinale.

Um euch den fehlenden Nachrichtendruck zu demonstrieren, werfe ich eine Meldung aus dem Kurier-Newsticker hier hinein

Vor der Haupttribüne an der Alten Försterei brannte ein Abfall-Eimer wegen einer Zigaretten-Kippe. Aber bevor etwas schlimmeres passierte, löschte Unions Medienbeauftragter Matthias Marek den Behälter mit einer Tasse voll Wasser.

Letztlich sind die weiterhin vorherrschenden Themen die Kadergröße (zu klein) und die Gegentore (zu früh). Der Kurier schaut sich jetzt die Gesamtzahl der kassierten Treffer an und findet, dass der Zeitpunkt gar nicht so entscheidend in der Diskussion sei. 37 Gegentore seien einfach viel zu viele. Kaum vorstellbar, dass Union in dieser Saison mal dreckig 1:0 gewinnen könnte. Und diese Vermutung wird bestätigt, wenn ihr euch alle Punktspielergebnisse von Union anseht. Kein einziges Mal 1:0. Was nicht heißt, dass die Mannschaft nicht knapp gewinnen kann. Aber sie muss dann eben immer mindestens zwei Tore schießen. Der Arbeitsaufwand für die Angreifer ist einfach sehr hoch. Das sagten Spieler auch nach der Partie in Leipzig. Und ihr kennt den Spruch: Offense gewinnt Spiele, Defense gewinnt Titel.

Foto: Koch

Nicht helfen im Angriff darf Sören Brandy, der wegen seiner Schulterverletzung nächste Woche Montag operiert wird. Ich bin sehr glücklich, in der Bild/BZ zu lesen, dass ihm danach seine zweijährige Tochter beim Anziehen helfen kann. Ganz im Ernst: Wenigstens hat er damit etwas Ablenkung während der Reha. Nicht das schlechteste.

Und wer sich wie ich fragt, wann Mario Eggimann außer mit Motivationsbotschaften auf Facebook dem Team auch auf dem Platz helfen kann, der sollte diese Nachricht zur Kenntnis nehmen: Der Verteidiger knickte mit dem linken Sprunggelenk im Training um und musste in die Kabine humpeln. Gute Besserung.

Die Alte Försterei ist auch als Lernort eine gute Location, wie die gestrige Aktion im Rahmen der Reihe “Zeig Rassismus die Rote Karte” gezeigt hat. Dabei war auch die Staatsbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz:

 

Etwas weiter weg aus Köpenick: Unions ehemaliger Torhüter Jan Glinker hat sich in Magdeburg ein Hobby zugelegt. Er fotografiert. Seine Bilder findet ihr auf einer extra Seite bei Facebook.

Teve185 – Not safe for Forsthaus

Erst nach der Saison wollte Uwe Neuhaus eine Analyse machen. Das sagte er vor dem 2:3 beim KSC. Danach wurde mitgeteilt, dass Adam Nemec und Baris Özbek (Vertrag bis 2016) sich einen neuen Verein suchen sollen. Wir müssen über Management by Fear reden.

Uwe Neuhaus beim 2:3 in Karlsruhe. Rechts: Co-Trainer André HofschneiderFoto: Koch

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Liebe Mama

Ich kann mich nicht erinnern, wann die Luxusprobleme beim 1. FC Union Berlin je so zahlreich gewesen wären. Vor allem im Tor hatten wir seit den Zeiten von Sven Beuckert und Robert Wulnikowski wohl nie zwei Torhüter, die so nahe beieinander in Sachen Nummer 1 waren wie zur Zeit.

Mit der Verpflichtung von Daniel Haas, der vom Verein explizit als Nummer 1 geholt wurde, fand sich Jan Glinker zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre im direkten Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft zwischen den Pfosten bei Union. Die Weichen, die der Verein, nicht nur aber nicht zuletzt auch mit der Verpflichtung von Haas, stellt, führen klar in Richtung erste Liga und Jan Glinker steht bei Uwe Neuhaus klar in den Top 5 der Spieler, die sich immer wieder beweisen müssen, ob sie diesen Weg mitgehen können.

In den Herzen seiner Fans ist Glinker sowieso gesetzt und die symbolische Vergabe der Nummer 1 an Daniel Haas ist für sie mehr als eine nüchterne Umstrukturierung. Wer mich kennt, weiß, dass ich all diesen Dingen eher nüchtern gegenüber stehe und die Vergabe von Rückennummern reichlich unaufgeregt hinnehme. Ich bin in erster Linie Unionfan, und auch wenn ich Namen wie Teixera, Beuckert, Baumgart und Vidolov nicht ungerührt hören kann, sind sie doch immer in erster Linie mit Union verbunden und nicht als Einzelspielerübermenschen in meine Erinnerungen gebrannt.

Und dann gibt es sie doch. Diese Momente, in denen selbst ein zynischer “Kein Spieler ist größer als der Verein”-Idealist wie ich milde lächelnd vor dem reinsten aller Fanboy-Bilder sitzt und sich freut, dass es da draußen Menschen gibt, die in Jan Glinker eben mehr sehen als den besten Uniontorhüter seit langem. Und das ist ok.

Jannes Arnold, 7 Jahre

Und wenn wir schon dabei sind, uns verfrühte Weihnachtsgeschenke zu wünschen: Ich hätte gerne eine problemlose, schnelle Genesung von Daniel Haas und eine Saison voll fruchtbarem Konkurrenzkampf im Uniontor zwischen Jan Glinker Fußballgott und Daniel Haas “Fußballgott to be”. Nur bitte keine Torwartrotation, ok Uwe?

Zwanzig.

Dass ein Torhüter verpflichtet werden würde, zeichnete sich zu Ende der letzten Saison ab. Das Verhältnis von 55 Toren zu 58 Gegentoren spricht eine deutliche Sprache. Marcel Höttecke, verletzungsbedingt immer wieder zurückgeworfen, war nicht die erwartet starke Konkurrenz. Den steinigen Weg, den er gegangen ist, wollte Uwe Neuhaus Daniel Haas offenbar ersparen. “Ich möchte auch auf der Torhüterposition in der nächsten Saison eine deutliche Weiterentwicklung sehen und bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann dafür ist. Wir holen ihn als Nummer 1”, hieß es in der Pressemitteilung vom 15.5.2012 zu Haas´ Verpflichtung. So ist es nur konsequent, dass Daniel Haas auch die entsprechende Rückennummer trägt.

Uwe Neuhaus ist ein zielstrebiger und ambitionierter Trainer. “Immer weiter, ganz nach vorn” könnte gut seine persönliche Einlaufmelodie sein. Er hat bis hier her einen langen Atem bewiesen. Mit dem Tribünenneubau positioniert sich der Verein für die erste Liga. Die Verpflichtung eines erstligaerfahrenen Torhüters sendet dasselbe Signal. Soweit die professionelle Sicht der Dinge. Für einen Trainer muss sie die einzig maßgebliche sein.

Und dann gibt es Leute, die sehen das alles ganz anders.


Jannes Arnold, 7 Jahre

Was so herzig daherkommt, ist in Wahrheit das gesamte Drama des Vereinsfans, der sich vor die Aufgabe gestellt sieht, eine Mannschaft zu unterstützen, bei der jeder einzelne Spieler jederzeit durch einen anderen ersetzt werden kann. Dein Kapitän, dein Lieblingsstürmer und dein Torhüter. Ja, das ist so. Das nennt sich Profifußball.

Nein, Profifußball ist nicht nur für siebenjährige Jungs manchmal schwer zu akzeptieren. Ich bringe jetzt meine Trikots zum Beflocken. Es sind hoffentlich noch genügend Zweien und Nullen im Bestand.