Tag Archive for 'DSC Arminia Bielefeld'

Gute Strafen, schlechte Strafen.

Trainer Uwe Neuhaus hat gewarnt. Allerdings vor dem Gegner und nicht vor dem Schiedsrichter. So kam es gegen Arminia Bielefeld wieder zu einem Spiel, wie es für Union typisch ist. Leidenschaft. Kampf. Willensstärke. Alles Attribute, die in der Vorwoche nicht unbedingt mit dem neuverlegten Rasen in Verbindung gebracht wurden.

Gemeinsam mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Hans-Martin und Robert reden wir über Bestrafungen von und mit dem Schiedsrichter. Und im Zusammenhang mit der Spendenaktion für die Geldstrafe für das Abbrennen von Pyro im Derby gegen Hertha diskutieren wir gute Strafen und schlechte Strafen. Aber es gibt auch schönes zu berichten. Auf wundersame Weise schossen nämlich zwei Stürmer die Tore für Union beim 2:2 gegen Bielefeld.

Themenliste:

  • 00:00 Was passiert mit dem Geld aus unserem Phrasenschwein?
  • 02:00 Union mit Schiedsrichter bestraft. Wir hadern.
  • 19:05 Gute Strafen, schlechte Strafen. Der Umgang mit den unterschiedlichen DFB-Strafen.
  • 28:00 Die Absage des Testspiels gegen RB Leipzig.
  • 40:33 Was ist mit dem Bunki-Countdown (Punkte bis Klassenerhalt)?
  • 45:32 Das Positive: Stürmertore.

Wider die Fluchangst.

Beim Gespräch über den ersten Auswärtssieg seit Äonen setzen wir uns mit (vergangenen, kommenden, bestehenden) Flüchen auseinander. Gemeinsam mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier) und Robert wird über den Auswärtsfluch, Torhüterfluch, Mosquerafluch, Benyaminafluch und Trainerfluch debattiert. Zwischendurch lernen wir, wie Journalisten wetten und Tage zwischen sieglosen Spielen zählen.

Warum Jan Glinker an der Flanke vorbeiflog.

Crowd Sourcing und Datenjournalismus machen es möglich. Textilvergehen hat exklusiv die Ursache für Jan Glinkers Flug durch das Bielefelder Stadion aufgedeckt. Aus wie gewöhnlich gut informierten Kreisen wird süffisant auf ein falsch eingestelltes Jetpack verwiesen.

Alle meine Söhne sollen Björn heißen

Der Podcast zum Spiel gegen Bielefeld beschäftigt sich natürlich mit Björn Brunnemann. Schließlich war beim zweiten Treffer auf der Tribüne zu hören “Alle meine Söhne sollen Björn heißen”. Wir gehen die Checkliste von Trainer Neuhaus durch und spekulieren wer kommen, bleiben oder gehen könnte. Aufgegriffen wird anhand des Beispieles von Christoph Menz die stets wiederkehrende Frage, ob man als Allrounder nicht benachteiligt ist gegenüber Spielern, die sich spezialisiert haben. Zuletzt kommt noch einmal die Bootsfahrt zum Stadion und ihr Grund zur Sprache.

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Nüchtern betrachtet: Der 16. Spieltag

Uwe Neuhaus’ Wundertüte. Oder die Mannschaftsaufstellung des ersten 1. FC Wundervoll. Erstmalig standen alle vier Neuzugänge in der ersten Elf. Dabei auch überraschend Dominic Peitz, der mit Younga-Mouhani überzeugend die Doppelsechs besetzte. Mehr und mehr wirkt das Team auch stabilisiert und lässt sich nicht mehr einfach durcheinander wirbeln. Vorne wirkte Mosquera als sehr belebendes Element auch wenn er nicht zu einem erfolgreichen Abschluss kam. Und Brunnemann zeigte, welche Impulse er auf der Außenbahn für das Spiel nach vorne setzen kann. Schade, dass sich die Mannschaft nicht mit einem gegentorlosen Spiel für die sehr kompakte erste Hälfte belohnt hat. In Halbzeit zwei ließ man die Bielefelder besser ins Spiel kommen und kassierte das Gegentor erneut nach einem Standard. Diesmal einem Eckball. Aber vielleicht klappt das am Sonntag gegen den TSV 1860 München besser.

DSC Arminia Bielefeld – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

1:0 Kucera (57.)
1:1 Peitz (76.)

Gelbe Karten: Katongo, Bollmann, Fort – Peitz (1)
Platzverweis: Katongo (Gelb-Rot)

Zuschauer: 16.900

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Texttonvergehen: Wir gegen Bielefeld

Fußball. Wir reden über Fußball. Über das Spiel des 1. FC Wundervoll in Bielefeld. Am Sonntag direkt nach Abpfiff. Wir reden über eine Startaufstellung in der erstmals alle vier Neueinkäufe von Anfang an aufliefen. Über eine kompakte Mannschaftsleistung in Hälfte eins. Über einen Torwartfehler. Über einen Platzverweis. Über den Ausgleich. Und wir verlieren ein paar Worte über Pyrotechnik im Stadion. Wären wir im Stadion in Bielefeld gewesen, hätten wir wahrscheinlich noch ganz andere Themen gehabt.

Am Tisch dabei waren Matze und Jan.

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Feuer unterm Dach

Südländische Atmosphäre. Kameraschwenk. Tolle Stimmung. Emotionen. Das hören wir, wenn Übertragungen aus Italien oder der Türkei gezeigt werden. Dagegen das deutsche Fernsehen: “Das sind keine Fans!” oder auch gleich pauschal “Chaoten“. Dazwischen gibt es wenig.

In Bielefeld gab es vor dem Spiel bereits einen Polizeieinsatz, den Mathias Bunkus im Berliner Kurier, auf Provokationen von Fans des BFC Dynamo zurückführt. Die unkommentierten Bilder bei unveu.de scheinen das zu bestätigen. Aus den Bildern geht auch hervor, wie in einem halbvollen Stadion die Gäste in einer Ecke eingequetscht werden. Da ist das Bielefelder Stadion beileibe kein Einzelfall. So sieht es auch in Bochum oder im neuen Aachener Tivoli aus. Gastfreundschaft ist etwas anderes. So wirken die Gäste lediglich als notwendiges Übel.

Die Frage steht natürlich im Raum, wieso sich die Auswärtsfahrer von zwei Anhängern des ehemaligen Vereins des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, des BFC Dynamo, so provozieren lassen, dass sie die Absperrungen überspringen, um mit den beiden Herren Argumente austauschen zu wollen. Das passt medial inszeniert sehr gut zu dem sagenhaft unkritischen Artikel des Tagesspiegels von letzter Woche, der dem Leiter der Polizeidirektion 6, Prof. Michael Knape, ein Forum überließ ohne auch nur mit einem Wort die andere Seite zu Wort kommen zu lassen. Dessen Argumentation, beim Spiel gegen Cottbus sei es nur wegen der massiven Polizeipräsenz nicht zu Ausschreitungen gekommen, wird nun schwerlich beizukommen sein. Dass diese Präsenz ein normales Leben im Bezirk Köpenick an diesem Abend verunmöglichte wird dabei ebenso verschwiegen wie andere Möglichkeiten der Durchführung des Polizeieinsatzes. Michael Knape vertritt diese Position auch aktiv bei der GdP, so zum Beispiel bei deren diesjährigem Symposium “Fußball und Gewalt” in Berlin als er ein Referat mit der Fragestellung “Sind Fußballspiele ohne Polizeischutz überhaupt noch durchführbar?” hielt. Diese GdP, die fordert, Fußballvereine und Verbände sollten sich an Kosten für Polizeieinsätze beteiligen, deren Umfang allerdings die Polizei festlegt. Diese GdP, deren Vorsitzer Freiberg der Meinung ist, dass sich jeder, der ein Fußballstadion betrete, sich in Lebensgefahr begebe.

Mit dem Wissen um diese Hintergründe sind die Übergriffe vom Bielefeldspiel nur als vereinsschädigend und dumm zu bezeichnen. Der Verein wird ohne Zweifel zur Kasse gebeten werden. Und das wird nicht billig werden. Und bei den nächsten Spielen wird man sich über mangelnde Aufmerksamkeit durch die Polizei auch nicht beschweren können. Dass zudem in einem vollbesetzten Gästeblock, der über keine Vielfalt an Fluchtwegen verfügt noch Feuer gezündet werden, kann man nur noch mit einem Kopfschütteln quittieren. Die Freude über den mitgenommenen Punkt ist jedenfalls getrübt.

Alles schon klar auf der Alm?

Betrachtet man die bisherige Bilanz des 1. FC Wundervoll auf der Bielefelder Alm, gibt es wenig Hoffnung auf Besserung. Und Besserung bedeutet momentan vor allem: kein Gegentor kassieren und wenn möglich gewinnen. Und wenn es so dreckig wie beim 1:0 gegen den FSV Frankfurt geschieht. Das waren bereits die Wünsche, die vor dem Spiel gegen Cottbus überall im Stadion zu hören waren.

Im direkten Vergleich zwischen beiden Klubs geht Union als klarer Underdog in das Spiel. Nach den Zahlen von Transfermarkt.de, wie auch immer die zustande gekommen sind, spielt in Bielfeld der günstigste gegen den teuersten Kader der zweiten Bundesliga. Aber auch nach den Vereinsetats ist die Richtung klar. Bielefeld greift mit 21 Millionen Euro die erste Liga an, während Union mit geplanten Ausgaben von 11,3 Millionen Euro den Klassenerhalt zu schaffen versucht. Daraus wird auch klar, warum Präsident Zingler davon spricht, Möglichkeiten zu schaffen, den Etat kontinuierlich zu erhöhen.

Der rein sportliche Vergleich hingegen sieht weniger eindeutig aus. Bielefeld steht mit lediglich vier Punkten mehr auf Rang drei. Beide Mannschaften haben bisher 24 Tore geschossen. Allerdings hat Union mit 22 neun Tore mehr zugelassen. Spannend wird sein, wer am Sonntag vorne stürmen und wer hinter den Spitzen spielen wird. Hüzeyfe Dogan schaut nach seiner fünften gelben Karte nur zu. Und ob der schmerzlich vermisste Mosquera wird spielen können, weiß wohl alleine Uwe Neuhaus. Spannend wird das Spiel allemal, da beide Mannschaften die gleiche Serie aufweisen können: Nur einen Punkt aus den letzten vier Spielen.