Gute Nachricht für Ritter Keule: Weder Felix Kroos noch Rafal Gikiewicz eignen sich als Maskottchen

Vielleicht sollten die Union-Spieler das mit den Reisen zu den WM-Spielen ihrer Nationalmannschaften einfach sein lassen. Nach Felix Kroos war gestern auch Rafal Gikiewicz in Moskau. Polen verlor wie Deutschland sein Auftaktspiel. Damit dürfte auf jeden Fall der Arbeitsplatz von Ritter Keule in der nächsten Saison gesichert sein, denn weder Kroos noch Gikiewicz eignen sich somit als Maskottchen (um auch mal einen platten Pseudozusammenhang herzustellen wie das gerade so beliebt ist). Bei Bild gibt es noch etwas mehr zum Ausflug von Unions neuem Keeper zur WM.

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Statt neuer Gerüchte ist jetzt Ruhe im Karton

Nein, heute gibt es keine neuen Gerüchte von Sport1. Und in der Bild gibt es heute als große Geschichte (leider nicht online): “Berater bestätigt, was Bild meldete: Lieberknecht wird nicht Union-Trainer”. Im Prinzip ist das eine Nicht-News, denn genauso gut könnte man schreiben: “Joachim Löw wird nicht Union-Trainer”. Die Kollegen werden aber sicher ihre Gründe haben, warum der Sportchef persönlich eine solche Meldung ins Blatt hebt. Mein Highlight war darin das Zitat von Lieberknecht-Berater Marc Kosicke: “Es hieß auch, Torsten sucht Kita-Plätze für seine Kinder. Dabei gehen die längst zur Schule.” Der Sport1-Text, der dieses Kindergarten-Gerücht unter anderem veröffentlicht hat, ist übrigens nicht mehr aufrufbar:

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Grüße an die Bild: Wenn jemand das Präsidium auflöst, dann sind wir das

Ich hatte gestern bei Chris Icke auf Facebook den Aufruf gelesen, auch in schwierigen Zeiten wieder geschlossen und zusammen zu stehen. Gerade, weil die Mannschaft diese Unterstützung aktuell sehr dringend benötigt. Und wir uns gegenseitig dieser Unterstützung auch versichern müssen. Wahrscheinlich war ich nicht alleine fassungslos und konsterniert am Sonnabend beim 0:1 gegen Dresden. Aber egal wie unzufrieden ich bin oder wie viele Fragen von der Vereinsführung nach der Keller-Entlassung und Hofschneider-Verpflichtung noch unbeantwortet sind, die Mannschaft und auch der Trainer bekommen von mir jede Unterstützung, weshalb ich diese Worte hier voll mittrage:

Facebook: Chris Icke

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Zahlen, die hinterfragt werden sollten

Für ein bisschen Aufregung hat gestern dieser Text des Kuriers gesorgt, der seltsam unkritisch einfach die Zahlen der Berliner Polizei aus ihrer in “Szenekunde Sport” umbenannten Datei übernimmt. Da kann man jetzt Lügenpresse schreien und behaupten vom Kurier sei nie jemand bei Auswärts- oder Heimspielen dabei, wie ich es in Kommentaren auf Facebook gelesen habe. Oder man kann einmal tief durchatmen, sich einfach fragen, ob die Leute in einer Redaktion nicht miteinander sprechen. Da hätte ein Gespräch mit Sportkollegen durchaus geholfen, zu dem Schluss zu kommen, dass ein kritischer Umgang mit den Darstellungen der Polizei angebracht ist. Erinnert sei hier an die Vorkommnisse rund um das Spiel gegen Austria Salzburg (Morgenpost), bei dem die Darstellungen der Polizei erst durch Videomaterial von Union komplett korrigiert wurden.

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Mir wird ein Paul Thomik fehlen.

Die Saison ist fast zu Ende. Jetzt könnten Trainer oder Spieler ein Fazit ziehen. Wir haben uns aber gedacht, wir überlassen das den Journalisten, die Union das ganze Jahr über verfolgt haben. Bis zum letzten Spieltag am 15.Mai in Karlsruhe wird jeden Tag ein Berliner Sportjournalist beim Textilvergehen sein Saisonfazit ziehen. Bereits zu Wort gekommen sind Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Sebastian Stier (Tagesspiegel), Jürgen Schulz (BZ/Taz) und Matze Koch (freier Journalist und Fotograf).

Klaus-Dieter Vollrath (Bild) verfolgt Union seit 2000.

Aufgrund der wirtschaftlichen Bedingungen, die der 1.FC Union hat, wurde nicht nur eine durchwachsene, sondern eine ordentliche Saison gespielt. Auch wenn es zwischendurch grausame Partien und wenig Heimsiege gab. Gerade letzteres hatte Union immer ausgezeichnet. Trotzdem kann und muss der Verein mit diesem Ergebnis zufrieden sein.

Was den Kader betrifft, sehe ich im Sturm durch den Wegfall von Benyamina eine schwere Aufgabe auf Union zukommen. Das wird nicht einfach, angemessenen Ersatz zu finden. Halil Savran hat dort noch nicht geschafft, was er erreichen wollte. Auf den anderen Positionen sollte etwas gepackt werden, wobei mir persönlich von der Spielanlage her ein Paul Thomik fehlen wird.

Grundsätzlich finde ich es erst einmal gut, dass Union das schwierige zweite Jahr überstanden hat. Ich glaube auch, dass sich der Verein längerfristig mit einfachen Mitteln, mit viel Kampf, vielleicht auch kleinen Überraschungen in der zweiten Liga festsetzen wird. Ich wage es zu bezweifeln, dass Union in diesem Jahr einfach nur Glück mit den schwachen Mannschaften unten hatte.

Weiterbildung

Wir waren in der letzten Woche auf der re:publica 2010 und haben uns unter anderem eine Veranstaltung angesehen, die mit dem Thema “Deutsches Fussball-Bloggen im Jahr der WM” warb. Dort ging es größtenteils um bestimmte Unsicherheiten, denen sich (nicht nur) Fußballblogger ausgesetzt sehen: Dürfen Vereinslogos zur Berichterstattung verwendet werden? Darf während eines Spiels das Fußballfeld photographiert werden? Wie sieht es mit der Einbettung von Videos aus Youtube aus?

Ein Ansprechpartner war der für “Internet” verantwortliche Vertreter der Presseabteilung von Hertha BSC, Robert Burkhardt. Und dieser sprach, dass eine Verwendung des Logos von Hertha aufgrund des Urheberrechtes im Internet nicht genehmigt werde. Der anwesende Rechtsanwalt Thorsten Feldmann relativierte diese Aussage, indem er darauf hinwies, dass der Schöpfer dieses Logos sicher bereits über 70 Jahre tot sei und das Logo damit gemeinfrei. Eine pauschale Untersagung mit Bezug auf das Urheberrecht muss also nicht gegeben sein. Der zweite Punkt ist der, dass die Verwendung eines Logos im Zuge einer Berichterstattung sicher nicht durch das Urheberrecht untersagt werden kann. Unsere Frage, ob der Kicker für seine Print- oder Onlineausgabe um Erlaubnis für das Abdrucken des Logos gefragt hat, wurde verneint. Gegen die Bild-Zeitung, die als Sinnbild des sportlichen Misserfolgs das Logo zertrümmert darstellt, werde nach Auskunft von Robert Burkhardt ebenfalls nicht vorgegangen. Hier gelten also zwei unterschiedliche Maßstäbe. Um Rechtstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen, helfen uns zwei Dinge: Kommunikation mit den entsprechenden Personen, um Rechte zu klären und eventuell auftretende Streitigkeiten auf dem kurzen Weg ohne Anwalt zu klären. Außerdem Sorgfalt bei der Recherche.

Heute war wieder einmal zu beobachten, dass solche Herangehensweise nur funktioniert, wenn sie beidseitig betrieben wird. Die Axel Springer AG ging per Abmahnung gegen das Bildblog vor. Konkret ging es um einen Fehler in der Berichterstattung über eine Rüge des Presserates gegen “Welt Online”, der vom verantwortlichen Redakteur nach eigenen Aussagen nach ein paar Stunden korrigiert wurde. Trotzdem mahnte die Axel Springer AG ab. Die Abmahnung wurde sowohl an den Redakteur als auch an den Verantwortlichen im Sinne des Telemediengesetzes geschickt. Das erweckt den Anschein, als ob dadurch die Anwaltskosten künstlich erhöht werden sollten. Erhält man eine solche Abmahnung und unterschreibt die beigefügte Unterlassungserklärung, so ist man verpflichtet, der Gegenseite die  entstandenen Anwaltskosten zu ersetzen. Die Axel Springer AG macht Auslagen in Höhe von 2407,36 € geltend. Zusätzlich zu den eigenen Anwaltskosten des Bildblogs, versteht sich. Ob man sich, anstatt zu zahlen, auf einen Prozess einlässt, kommt angesichts der Macht des Gegenüber der Wahl zwischen Strick und Pistole gleich. Wie gesagt, es geht um ein Problem, das bereits behoben ist und sich im Zweifelsfalle auch mit einem Telefonanruf schnell erledigt hätte. Einen Reim auf diese Vorgehensweise mag sich jeder selbst machen.

Wir, die wir das Textilvergehen bisher als Hobby betreiben, möchten uns auf diesem Weg bei allen Verantwortlichen im Verein bedanken, die uns an vielen Stellen unterstützen und uns auch ihre Zeit widmen, wenn es nötig ist. Das gleiche betrifft auch die festen und freien Journalisten, die uns bei der Informationsbeschaffung nicht vergessen oder für Gespräche zur Verfügung stehen. Ganz besonderer Dank gebührt dabei Mathias Bunkus vom Berliner Kurier, der als Gast im Podcast mit Analysen  und Hintergrundberichten für einen erheblichen Mehrwert sorgt. Und nicht zu vergessen die Photographen rund um Union, die uns sehr oft Bildmaterial zur Nutzung im Blog überlassen. Danke.

Baustellen aufmachen, die keine sind

Auf der Mitgliederversammlung verkündete Präsident Dirk Zingler nicht nur erfreuliche Dinge, wie den positiven Bilanzabschluss mit über 400.000 € Gewinn. Er kündigte auch eine Verstärkung der Mannschaft an. Dies solle bereits im Winter geschehen mit Blick nicht nur auf die Rückrunde sondern auch die nächste Saison.
Nun wird der Trainer von der B.Z. wie folgt zitiert:

Neuhaus: „Wir haben eine Menge Gegentore kassiert, da muss man hinten schon überlegen.“ Gesucht werden laut Neuhaus „ein bis zwei Innenverteidiger und ein Torwart“.

Auch die Bild schreibt von Neuhaus ähnliches:

„Nach so vielen Gegentoren muss man sich Gedanken machen.“ […] „Wir wollen Bundesligaspieler holen, die bezahlbar sind.“

Zwei verschiedene Reporter bringen das gleiche Thema. Und von Uwe Neuhaus wird man nicht behaupten können, dass ihm vor der Presse etwas herausrutscht, was er nicht sagen wollte. Er wird es also bewusst ausgesprochen haben. Nur was will uns der Trainer damit sagen?

Michael Kranz zieht auf seinem Blog “Union-Spion” bei der BZ jedenfalls folgende Schlüsse:

  • Union will die 1. Bundesliga angreifen
  • Glinker verliert seinen Status der Unantastbarkeit und könnte sich bald auf der Bank wiederfinden
  • Neuhaus möchte Druck auf seine Spieler aufbauen

Nichts dagegen, eine sich bietende Chance zu nutzen, aber wie kann ein Verein, der sich gerade strukturell wieder auf den Profifußball einstellt, auch nur ansatzweise mit einem Aufstieg liebäugeln. Das macht auch das Präsidium nicht. Am Saisonziel “Klassenerhalt” wurde nicht gerüttelt. Spricht man über dieses Wort “Durchmarsch”, kommt einem doch schnell das Stichwort Ulm in den Sinn. Der Prototyp eines Vereins, der schnell nach oben kommt und, weil er nicht organisch gewachsen ist, ebenso schnell wieder nach unten rauscht.

Union hat momentan einen Etat von etwas mehr als 11 Millionen Euro. Ganz oben in der 2. Liga tummeln sich Verein mit 21 Millionen Euro Jahresetat. Und so schön es ist, dass der 1. FC Wundervoll mit dem viertniedrigsten Etat sich momentan auf dem viertbesten Platz befindet, so unrealistisch ist es, dass man bestimmte Entwicklungen einfach überspringen könnte. So sprach Präsident Zingler auch während seines Vortrags auf der Mitgliederversammlung davon, dass der Gesamtetat ständig weiter erhöht werden müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zur Antastbarkeit von Jan Glinker. Es gibt derzeit keinen ernsthaften Konkurrenten auf der Torhüterposition bei Union, der einen gesunden Jan Glinker verdrängen könnte. Daran gibt es nichts zu deuteln. Der nominell zweite Torhüter Carsten Busch spielt in der zweiten Mannschaft und ist bereits 29 Jahre alt. Überzeugt hat dieser bei seinen Einsätzen bisher nicht. Christoph Haker als Nummer drei ist gerade 18 Jahre alt und vielleicht zu jung als Nummer zwei. Aber wieso eigentlich nicht? Wozu jemanden als Ersatz verpflichten, wenn es auf der Position nicht brennt. Und das im Winter, wo Spieler unnötig teuer sind. Das vermag auch Michael Kranz in seinem heutigen Artikel “Darum sucht Union einen neuen Keeper” nicht erklären. Seine Argumente sprechen nicht für ein Torhüterproblem. Nicht einmal im entferntesten.

Den Druck auf die Mannschaft erhöhen. Das mag vielleicht sein. Aber wozu über die Medien? In einem Umfeld, wo sich der Verein so bemüht, seine Spieler von den Medien abzuschirmen, um deren Konzentration hochzuhalten.

Der Blick auf die wirtschaftliche Situation von Union ist ein positiver Ausblick in die Zukunft. Mehr noch nicht. Aber das ist eine enorme Leistung, wenn man sich die vergangenen Jahre vor Augen hält. Große Sprünge auf dem Transfermarkt sind damit trotzdem nicht zu machen. Schon gar nicht drei Spieler im Winter auf Positionen, wo es nicht brennt. Vielleicht hat die sportliche Leitung bereits einen Spieler nicht nur im Blick sondern bereits an der Angel, der bereits im Winter verfügbar sein könnte. Das wäre eine einfache Erklärung. Und alles andere nur eine Nebelbombe.

Die mediale Sicht auf den eisernen Vorhang

Zur Diskussion um die Zusammenarbeit zwischen Medienvertretern und Verantwortlichen des 1. FC Wundervoll hat sich gestern im Fanforum der freie Journalist Matze Koch zu Wort gemeldet. Wir haben den Beitrag um bestimmte Forenbezüge gekürzt, damit er auch alleinstehend verständlich ist. Bisher wird diese Diskussion von Vereinsseite leider nicht offen geführt. Vielleicht ändert sich das in Zukunft. Schön wäre auch, wenn Matze Koch für seine Offenheit keine Probleme in der weiteren Arbeit entstünden. Denn er hat schließlich keine Redaktion hinter sich stehen.

[…] Das Verhältnis zwischen der sportlichen Leitung des Vereins und den Medienvertretern Berlins ist in der Tat seit Monaten angespannt. Beide Seiten wollen ihren Job so gut wie möglich machen. Aber hier prallen inzwischen ziemlich festgefahrene Sichtweisen aufeinander. Der Trainer und der Sportdirektor glauben, die Mannschaft für den Erfolg so weit wie möglich abschirmen zu müssen. Sie entscheiden auch über den Kopf der Akteure hinweg, wenn es um Interviews oder Fotowünsche geht. Der Trainer ist im letzten Jahr immer misstrauischer geworden. Sicher gibt es bisweilen dazu Anlass. Aber nicht hinter jedem Artikel oder Gespräch am Trainingsplatz steckt eine Intrige.

Man fühlt sich als Medienvertreter fast schon wie ein Staatsfeind. Beim Training wird man von bis zu drei Vereinsmitarbeitern der Presseabteilung „bewacht“. Bei Gesprächen mit den Spielern stehen Vertreter der Presseabteilung Unions in der Regel daneben und greifen sogar verbal ein. Das zeugt von wenig Vertrauen zu den Medienvertretern (und den eigenen Akteuren) und ist in der Branche keinesfalls die Regel, nicht mal bei Spielen der deutschen Nationalelf.

Ein Problem ist auch, dass von der Presseabteilung des 1. FC Union niemand die andere Seite kennt. Weder Christian Arbeit noch Matthias Marek waren Journalisten. Sie haben nur wenig Ahnung davon, wie wir ticken oder welche Zwänge ein Redaktionsschluss um 18 Uhr für die überregionalen Ausgaben von Kurier, B.Z. oder Tagesspiegel mit sich bringt. Die von der sportlichen Leitung beschlossene Linie wird damit aus meiner Sicht zu wenig hinterfragt.

Wenn 14 Tage lang kein Pflichtspiel ansteht, kann es für die „bunten“ Zeitungen doch auch mal eine bunte Geschichte geben. Was ist daran schlimm, wenn sich Spieler X mit seiner Familie auf dem Funkturm ablichten lässt und Spieler Y im Beisein eines TV-Teams im Tierpark Giraffen füttert? Im Boulevard muss es menscheln. Der Sportdirektor sagte schon mehrfach, dass man auch mal was genehmigen wird. Bis jetzt gab es leider nichts.

Möglichweise würde die eine oder andere bunte Geschichte dann auch kritische Stories aus den Blättern drängen. Doch man sollte sich von der Annahme trennen, dass die Medienvertreter bloß zu Union kommen, um im Dreck zu wühlen. Gesucht wird immer nach der News und interessanten Dingen, die sicher auch für den Verein unliebsame Geschichten ergeben können.

[…] Fakt ist jedoch, dass es Mosquera inzwischen sechs Tore geschossen hat und fast nie zitiert wird. Das passiert aber nicht, weil die Journalisten zu faul sind, sondern weil John bei Heim- und Auswärtsspielen bis zum Aachen-Spiel bewusst nicht in die Mixedzone gelassen wurde. Aus Union-Sicht sei sein Deutsch zu schlecht, hieß es beispielsweise.

Das führt dazu, dass nach Spielen inzwischen fast kein Journalist mehr nach John fragt. Ich behaupte mal, dass dies bei vergleichbar treffsicheren Goalgettern in den höchsten Ligen Europas ein einmaliger Vorgang ist. Und er führt zu einem Kuriosum: Am Montag sprach Christian Arbeit seine Verwunderung aus, dass in Aachen niemand nach John gefragt hätte. Diesmal hätte Union ihn bei Bedarf in die Mixedzone geschickt…

Gerade im Fall Mosquera fühle ich mich persönlich betroffen, dass man ihn nur unter größten Schwierigkeiten ansprechen kann. Hätte ich am 4.7. 2007 noch einen Trainer, Sportdirektor oder Funktionär um Erlaubnis befragen müssen, bevor ich den ohnmächtigen Mosquera in die stabile Seitenlage geschoben und seinen Kopf überstreckt habe, würde John vielleicht immer noch im Gras von Wesendorf liegen. [Gemeint ist dieser Vorfall d.Red]

[…] Unabhängig davon werde ich auch in Zukunft meine Meinung bei Union sagen. Wenn das mit einem Fettnapf verbunden ist, bitte. Und ich habe auch damals, sicher nicht im besten Ton, die schlechten Arbeitsbedingungen bei Union kritisiert. Und damit meinte ich nicht die Sitze im Stadion oder die Brötchen bei der Pressekonferenz.

[…] Vielleicht ist die Zeit für eine Annäherung von Medien und Verein gekommen. Bei einem Thüringer Fußballverein findet regelmäßig ein Spielchen zwischen Journalisten und Funktionären/Trainern mit anschließendem Bratwurstessen statt. Ein Turnier in der neuen Union-Halle zu Weihnachten tut es vielleicht auch. Tecee kann dann ja notfalls mit dem Mikro eingreifen.

P.S.: So, das lag mir einfach mal auf der Seele. Sachliche Kritik und Hinweise nehme ich gern entgegen.

Matze Koch (Freier Sportjournalist und Fotograf)

Anpfiff

Für Aufregung sorgt ein Satz aus dem Bericht der Bild zum Spiel gegen Fürth:

Die schwächste Union-Halbzeit in der Alten Försterei in dieser Saison wird von den Fans mit Pfiffen quittiert.

Mal davon abgesehen, dass die Pfiffe dem Gegner und dem Nichtheimschiedsrichter Drees galten, kommt einem aus zweierlei Gründen die Galle hoch. Es ist ungeschriebenes Gesetz in der Alten Försterei, dass die eigene Mannschaft nicht ausgepfiffen werden soll. Viel schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass diese LügeFehlinterpretation aus der Feder desjenigen stammt, der Union seit geraumer Zeit das “Projekt Durchmarsch” andichten möchte.

Die Sage vom schwarzen Oktober

Alljährlich geht sie im um im Stadion an der Alten Försterei: Die Sage vom Schwarzen Oktober. Das ist die Zeit, in der der Regen nicht nur das Spielfeld im Stadion matschig, sondern auch die Knie der Kicker des 1. FC Wundervoll weich werden lässt. Unsere Jungs spielen dann einen gepflegten Fußball, der darauf schließen lässt, dass die Töppen mit Gummistiefeln getauscht wurden. Auch ein legendäres Spiel, das als “janz enge Kiste” in die Historie einging fiel auf einen Oktobertag.

Warum ausgerechnet der Oktober? Ein letzter Fluch des Oktobergeburtstagskindes auf dem Sterbebett? Um herauszufinden, was es mit dieser Legende auf sich hat, musste mal wieder eine Tabelle her. Die Oktoberspiele der letzten zehn Jahre zusammengefasst kommt man auf folgendes Ergebnis. Nur vier Spielzeiten weisen einen negativen Trend für den Oktober aus, d.h. es wurden weniger als 50% der möglichen Punkte geholt. Die Legende ist halt doch nur eine Legende.

Über den Abstieg sagt der Oktober nichts aus. Das wurde sowohl mit einem positiven als auch negativen Trend “geschafft”. Nur aufgestiegen ist die Mannschaft bei einem schwarzen Oktober noch nie. Folgerichtig müsste die Bild, wenn es für die Mannschaft im Oktober schlecht läuft, ihre Kampagne “Projekt Durchmarsch” abblasen.

schwarzer_oktober