Refugee Eleven bei 11mm 2017

Ich habe mir schon sehr lange gewünscht, dass das Fußballfilmfestival 11mm wieder ein bißchen mehr Union dabei hat. Das wird dieses Jahr der Fall sein, aber ganz anders als gedacht. Kürzer, ernsthafter und vor allem mit Blick auf das junge, das sehr junge Publikum.

Weiterlesen

Auswärts ist das neue Zuhause.

Ich wohne in Berlin und gehe zu Union. Das ist klar, einfach und logisch. Ich wohne in Berlin und gehe zu Fortuna Düsseldorf, dem VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, dem SC Freiburg, Arminia Bielefeld, dem VfL Bochum, dem 1.FC Kaiserslautern und dem 1.FC Nürnberg ist wesentlich komplizierter. So richtig ermessen kann ich die Schwierigkeit eines Exilfanlebens aber erst, seit ich “Ferne Liebe” von Martin Zeising gesehen habe.

Er ist selber einer. Er weiß, wovon er spricht. Für alle Berliner Fußballfans, die das Glück haben, einem Berliner Verein anzuhängen, tut sich dagegen ein Paralleluniversum auf. Klar sind mir die vielen Fußballkneipen auch schon aufgefallen, in denen andere als rot- oder blau-weiße Schals hängen. Die Schwalbe haben wir uns mit Kölnern geteilt, eine Ecke weiter hatten die Kaiserslauternfans ein Zuhause, und das Rösslequiz kennt ganz Berlin. Hier zu wohnen, aber sein Fußballherz woanders gelassen zu haben, bedeutet Warten auf das eine Auswärtsspiel im Olympiastadion oder der Alten Försterei. Es bedeutet, an jedem Wochenende auswärts zu fahren, wenn man ins Stadion möchte. Oder eben in die Fankneipe gehen. Ich bin nicht sicher, ob ich das aushalten würde. Aber die Frauen und Männer, mit denen Martin Zeising und seine Kollegen unterwegs waren, die machen das.

Als Ausgleich haben sie etwas, das “richtigen” Heimfans oft nicht vergönnt ist. Sie pflegen guten Umgang untereinander. Das können sie, weil sie alle im selben Boot sitzen. Ihr jährliches Kickerturnier ist Sinnbild für Fankultur, wie ich sie mir wünsche. Vielleicht gibt es so etwas nur in Ausnahmesituationen. Ich bin dankbar für diesen Film, der eine Fußballwelt aufmacht, die ich bis dahin nicht kannte. Auch wenn er ein paar Längen hat: Für alle, die an Fankultur interessiert sind, lohnt sich der Besuch.

Den Trailer könnt ihr bei youtube sehen. Der Film wird am Montag, 21.3.2016 um 19:45 noch einmal im Kino Babylon gezeigt.

Cristian Fiél: Herzfußball

Es war Liebe” heißt das Filmporträt über Cristian Fiél, das gestern bei 11mm seine Berlin-Premiere feierte. Cristian Fiél wurde in Aachen, Berlin und Dresden gleichermaßen große Wertschätzung entgegen gebracht, die weit über die Zeit hinaus reichte, in der er jeweils bei den Vereinen gespielt hat. Das gelingt nicht vielen Spielern. Wer sich den Film ansieht, versteht, warum Fielo einer ist, auf den sich alle verständigen können. Ich habe ausgewachsene, bärtige Männer weinen sehen, als er 2015 sein Karriereende als Spieler bekannt gab.

Die Filmemacher Henry Buschmann, Jan Franke und Steffen Kuttner sind das Team hinter DynamoTV, den Vereinskanal von Dynamo Dresden. Es sollte eine Art Abschiedsgeschenk für einen großen Spieler ihres Vereins werden. Statt dessen ist es ein abendfüllender Dokumentarfilm geworden, der genau wie Cristian Fiél selbst über die Vereinsgrenzen hinaus großartig ist. Obwohl aus Dresdner Sicht erzählt, weil die Geschichte des Films sich unvermeidlich um das letzte Spiel für Dynamo rankt, kommen die anderen Spielstationen weder zu kurz noch schlecht weg. Nicht einmal Bochum.

“Herzfußball” hat Unions Pressesprecher Christian Arbeit über Fiéls Spielweise gesagt. Es ist wahrscheinlich der treffendste Begriff dafür. “Die Emotionen der Leute, das ist das Geilste was es gibt” beschreibt Fiél selbst, was ihn angetrieben hat. “Das Leben als Profifußballer ist einfach das schönste, was man sich vorstellen kann.” Lauter Superlative. Er hat den einen Beruf gefunden, der für ihn der richtige ist, der ihn beflügelt hat. Zuletzt eben in Dresden. “Ich bin hier, um aufzusteigen. Ich hab keinen Bock auf diese Dritte Liga. Und der liebe Gott hat gesagt: Arbeite hart, und du kriegst es.” Die Mischung aus Talent, Fleiß, Selbstvertrauen und Zuversicht zeichnet ihn bis heute aus. Gerade arbeitet er daran, Trainer zu werden. Er hat fest vor, es auch dabei weit zu bringen.

In der Kinovorstellung bei 11mm sind neben ihm noch Plätze frei. “Sitzt doch nicht alleine da am Rand, kommt doch her!” winkt er Christoph Gabler von der Festivalleitung und mich heran. Ein Herthaner und eine Unionerin sitzen wir da und denken: Was´n guter Typ, ey! Das denken wir beide nicht oft. Schon gar nicht über denselben Spieler.

Den Trailer zum Film findet ihr bei youtube, den ganzen Film könnt ihr im Fanshop von Dynamo Dresden kaufen. Dass ich das mal empfehlen würde, habe ich mir bis heute auch nicht vorstellen können.

Auf Wiedersehen, 11mm!

Auch das beste Festival geht mal zu Ende. Mit der Shortkicks-Gala sagt 11mm für dieses Jahr Auf Wiedersehen. Es war mir eine große Freude, dabei sein zu dürfen! Ich freue mich auf 2016.

Fußballfilme für die Ewigkeit.

Es gibt eine Handvoll Fußballfilme, die Fußballfan oder nicht, das Leben eines jeden Menschen bereichern. Weil sie klüger machen, und glücklicher auch. Zwei davon habe ich am Wochenende beim 11mm-Fußballfilmfestival gesehen, “Superjews” und “Next Goal Wins“.

11mm-programm

Berlin ist in diesem Jahr Austragungsort der europäischen jüdischen Sportwettkämpfe, der Maccabi Games. Deshalb hat 11mm den Schwerpunkt “Jüdische Fußballwelten” ins Programm genommen und eine Filmreihe gezeigt, die sich mit jüdischen und israelischen Fußballgeschichten beschäftigt. In dieser Reihe lief auch “Superjews” – ein Dokumentarfilm über die Fans von Ajax Amsterdam. Die aus Israel stammende Regisseurin Nirit Peled hat Israel verlassen. In Amsterdam findet sie die Symbole ihres Heimatlandes in einem ganz fremden Kontext wieder: Im Fußball. “Superjuden” nennen sich die Ajax-Fans, die zunächst als Juden beschimpft wurden und die Bezeichnung daraufhin für sich übernommen haben. Nirit Peled ist verwundert, erschrocken, irritiert – und dann fragt sie sich durch. Wie meinen die das?, möchte sie wissen. Und muss kulturelle Aneignung etwas negatives sein? Sie sammelt Standpunkte, lässt ihre Protagonisten ausreden und versucht, ihre eigene Position dabei zu finden. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, belehrt zu werden. Dennoch wissen am Ende alle Beteiligten etwas über die Kraft von Symbolen, das sie vorher nicht wussten.

Der zweite Film und mein Favorit des Festivals ist “Next Goal Wins”, der die Nationalmannschaft von Amerikanisch-Samoa bei dem Versuch begleitet, sich für die WM in Brasilien zu qualifizieren. Das Team war über Jahre hinweg das schlechteste der Welt. Dann übernahm Thomas Rongen das Traineramt und formt eine Mannschaft – und, was noch ein bißchen schöner ist: Die Mannschaft formt ihn. Ein weißer Atheist, der an gar nichts mehr glaubt, weil sein Kind gerade tödlich verunglückt ist, gerät in ein spirituelles, polynesisches Land. Ein Mann, der es gewohnt ist, Männerfußballteams zu trainieren, findet sich damit zurecht, dass in seinem Team eine Fa’afafine spielt, eine Transgender-Spielerin, die in der dortigen Gesellschaft komplett akzeptiert ist. Am Ende rettet sie den ersten Sieg des Teams, weil sie eben auch ein knallharter Innenverteidiger ist. Ein Torwart, der über die gesamte Dauer seiner Karriere hinweg niemals ein Spiel gewonnen hat, kehrt in die Mannschaft zurück und besiegt sein Trauma. Mit leichter Hand porträtiert der Film Spieler und Trainer und zeigt, wie leicht es sich lebt, wenn man nicht so viele Vorurteile durch die Gegend schleppt. Das gesamte Kino hat am Ende vor Glück geheult. Ein unfassbarer und ganz großartiger Film!

Wer heute Abend noch nichts vorhat: Es ist der letzte Abend des 11mm-Festivals, das traditionell mit einem Kurzfilmabend endet. Die “Short Kicks” sind etwas Besonderes, und ich habe die Ehre und das Vergnügen, Knut Kircher in der Jury zu vertreten und neben Torsten Mattuschka auf der Bühne zu stehen.

Weniger Show, mehr Fußballfilme.

11mm – das schönste Filmfestival Berlins ist wieder da! Es besinnt sich auf alte Stärken und macht, was ein gutes Fußballfilmfest eben macht: Fußballfilme zeigen. Das vor allen Dingen. Es fühlt sich ruhiger an als im letzten Jahr, als Weltmeisterschaft, das Jubiläum des Festivals selbst und ein Union-Eröffnungsfilm mit entsprechend großem Publikumsandrang den Rahmen ein wenig gesprengt haben und eine Filmakademie alles medial begleitet hat. Statt dessen setzen die Veranstalter in diesem Jahr auf ein vielfältiges Programm, das viel Raum für Nischenthemen lässt.

Weil eine Festivaleröffnung natürlich trotzdem ordentlich funkeln muss, ist Arne Friedrich da. Der erzählt, und das passt sehr gut zum Eröffnungsfilm, von seinem Spiel gegen Lionel Messi. Im Publikum gibt sich der argentinische Botschafter die Ehre. Die DFB-Kulturstiftung schaut vorbei, ebenso Claudia Roth. Die Festivalleitung kuckt entspannt wie nie, der große Saal des Babylon ist gut gefüllt, und die Organistin des Babylon spielt so wunderbar, dass ich mir immerzu Stummfilme wünsche.

“Messi – Der Film” ist aber natürlich keiner. Der spanische Regisseur Álex de la Iglesia spürt dem Phänomen Messi nach und versucht in einem teils fiktiven, teils dokumentarischen Film einen sehr scheuen, wortkargen Superstar zu charakterisieren. Er stellt das klug an. Weil Messi sich eben nicht wie Maradona bei Kusturica vor die Kamera setzt und umstandlos sein Leben ausbreitet, behilft sich der Regisseur mit Fragen an Kollegen, Freunden und Wegbegleiter. Er bringt sie miteinander ins Gespräch, lässt sie streiten und Erinnerungen austauschen. Das ergibt ein lebendiges Bild, das aus dem starren Schema eines Dokumentarfilms ausbricht. Zusätzlich gibt es komplett fiktive Szenen, die die Legenden, die sich um die Person Lionel Messi gebildet haben, aufgreifen und seine Kindheit in Rosario, Argentinien nachzeichnen. Es ist keine klassische Heldengeschichte, die Álex de la Iglesia da inszeniert hat, und das ist sehr angenehm. Ich gehe nach Hause mit Bild eines Fußballspielers, den ich zwar immer noch nicht kenne, aber instinktiv mag. Für seine Schüchternheit, seine Segelohren, seine Beharrlichkeit und den Beweis, dass Frisuren überbewertet sind.

Wer´s gestern verpasst hat: Am Montag, 23.3., um 20:15 Uhr wird “Messi – Der Film” noch einmal gezeigt.

Teve182 – Wir machen das mit der Spielkultur

Kaum ist der Aufstieg öffentlich abgehakt, wirbelt Trainer Uwe Neuhaus sein Team durcheinander. Die Mannschaft gewinnt souverän 2:0 gegen Cottbus und wir sind schon versöhnt. Außerdem waren wir beim 11mm Fußballfilm-Festival.

Foto: Koch

On Air:

avatar Sebastian Fiebrig Paypal Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Stefanie Fiebrig Amazon Wishlist Icon
avatar Gero Langisch Amazon Wishlist Icon
avatar Hans-Martin Sprenger Amazon Wishlist Icon

Intro

00:00:00

Das 2:0 gegen Cottbus

00:01:57

Jörg BöhmeNeuhaus wirbelt die Startelf durcheinanderMehr Spielkultur bei UnionRené Rennos Fußballtraining-BlogRené Rennos Geheimnis: „Geld verdienen im Internet“Lob für Christopher QuiringInterview mit drei Union-AnhängerinnenBrandy.

Der ewige Kampf gegen die Zaunpinkler

00:22:31

Sicherheitsleute gegen ZaunpinklerSchilder haben nicht geholfenWo sind die Festivaltoiletten?.

Zurück zum Spiel: Wer vermisst Cottbus?

00:51:16

Cottbuser Fans verdienen sich RespektMosquera nicht mehr bei Cottbus, jetzt in PortugalBaris Özbek hat eine schlechteren Ruf als er verdientBrandy hat nur drei Tore in elf Spielen gegen Union geschossen..

Verabschiedung

01:02:25

Keine Episode mehr verpassen!

Kino: Shortkicks bei 11mm

Shortkicks heißt der Kurzfilm-Wettbewerb des 11mm-Festivals. Eine prominent besetzte Jury ermittelt den besten Fußballkurzfilm des Jahres. Sieben Filme traten an, klarer Sieger wurde der Animationsfilm “I love Hooligans” von Jan-Dirk Bouw.

“Wer möchte nicht in den Armen seines Liebsten sterben?” ist ein Satz aus diesem Film, der lange nachhallt. Erzählt wird die Geschichte eines homosexuellen Mannes aus der Hooligan-Szene, der gelernt hat, nicht aufzufallen, weil sich seine beiden Welten auf eine lebensbedrohende Art nicht miteinander vertragen. Seine Entscheidung für die Szene um den Fußball ist zugleich eine Entscheidung gegen eine Beziehung.

Ursprünglich plante Bouw einen anderen Film, sagte er bei der Preisverleihung. Auf der Suche nach einem schwulen Fußballspieler stellte der ihm seinen jetzigen Protagonisten vor. Der wiederum wollte seine Biografie publik machen, aber ohne seine Identität preis zu geben. Jan-Dirk Bouw hat die Herausforderung angenommen und eine als Animationsfilm verkleidete Dokumentation gemacht, sehr dicht erzählt und mit Bildern zwischen Brutalität und Poesie, die man schwer wieder los wird.

Kino: Fla x Flu – 40 Minutos Antes do Nada

Flamengo gegen Fluminense oder kurz Fla-Flu ist das historische Duell der beiden bekanntesten Clubs aus Rio de Janeiro. Fla-Flu habe es schon 40 Minuten vor der Entstehung der Welt gegeben, lautet ein geflügeltes Wort, das sich die Anhänger beider Seiten zu eigen gemacht haben. Seit über 100 Jahren sind sie einander in inniger Feindschaft verbunden, und so kann man tatsächlich über mehrere Generationen hinweg Fans und Spieler dazu befragen, wie sie zueinander stehen.

20140329_11mm_015_WEB

Die Dokumentation arbeitet denn auch überwiegend mit Interviews. Ehemalige Spieler wie Romario, Assis, Zico erzählen, wie sie die Spiele wahrgenommen haben. Fans erklären, warum es für sie nur dieser und nicht der andere Verein sein konnte. Die meisten gegen die besten Fans, heißt es da. “Flamengo ist groß, enorm, absolut. Egal was die anderen Vereine gewinnen, sie werden nie so groß sein.” Dem setzt die andere Seite entgegen, es sei sehr schön, dass Flamengo in der Überzahl sei, denn das sind “Viele Feinde, die unseren Sieg sehen”. Flamengo gilt als laut, Fluminense als elegant. Bis zu diesem Punkt ist der Film lediglich die Abbildung einer alten Rivalität ohne überraschendes Moment. Man hasst sich “aus Gründen”, und es ist doch eher Zufall, ob man Flamengo oder Fluminense unterstützt.

Dann aber hatte Regisseur Renato Terra die Idee, die vermeintlichen Gegner miteinander zu konfrontieren. Die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. “Que coisa”, sagt einer der älteren Fans – und danach gar nichts mehr. Von Gelächter bis Tränen, von “Schönes Trikot” bis “Es dreht mir den Magen um”, von Schweigen bis Anektdotenerzählen löst dieser Trick des Filmemachers alle denkbaren Reaktionen aus. Ab diesem Augenblick vermittelt der Film tatsächlich eine Ahnung davon, was Fla-Flu ausmacht.

Es ist der zweite Film aus dem Themenschwerpunkt Brasilien, den ich bei 11mm gesehen habe. Es ist zugleich der zweite, bei dem mir auffiel, welches Gewicht dort die Meinungen von Fans haben, wieviel Zeit ihnen in den Filmen eingeräumt wird – im Verhältnis kaum weniger als den Spielern. Es ist eine andere Perspektive als die, die ich aus der täglichen Berichterstattung gewohnt bin, aus der sich sowohl Futebol total als auch Fla x Flu dem Fußball nähern. Fans sind hier nicht das winkende Hintergrundelement, sondern der Motor. Sie sind der Grund, warum Fußball veranstaltet wird. Deshalb zählen ihre Stimmen. Ich mag das.

Kino: Futebol total

Ganz knapp sind die deutschen Untertitel fertig geworden, gerade pünktlich zum Beginn der Aufführung. Der Dokumentarfilm “Futebol total” von Carlos Niemeyer entstammt einem brasilianischen Archiv, dessen Produktionen in Europa bisher nicht gezeigt wurden. “Futebol total” begleitet die brasilianische Nationalmannschaft durch die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland.

Niemeyers Fußballreportage zeichnet sich durch eine große Nähe zum Objekt seiner Berichterstattung aus. Das ist ganz wörtlich gemeint. Extreme Nahaufnahmen vom Spielfeld, aber auch von Zuschauern auf der Straße, in Kneipen oder Stadien, Begleitern der Nationalmannschaft, die das Hotel belagern, sind kaum möglich. Beim Ansehen fürchtet man stets um den Kameramann. Das brasilianische Fußballpublikum spielt in “Futebol total” eine ebenso wichtige Rolle wie das Team selbst. Die Leute kommentieren die Leistungen der Mannschaft, diskutieren die Aufstellung, reagieren auf Spielsituationen. Manchmal ist das komisch, aber nie lächerlich.

Der Film hat Längen, aber auch unerhörte, großartige Bilder. Letztlich genau das, was Sönke Wortmanns Sommermärchen fehlt.