War Union bei St. Pauli zu naiv?

Im Blick zurück auf ein denkwürdiges Spiel am Montagabend bei St. Pauli gibt es heute einige Angebote, sich noch etwas mit der 2:3-Niederlage in Hamburg zu beschäftigen.

Fischer

Urs Fischer hätte sich von seiner Mannschaft in den Schlussminuten mehr Besonnenheit gewünscht, Foto: Matze Koch

Ich habe auf Eiserne Ketten in der Taktik-Analyse herauszufinden versucht, warum das Spiel anders lief, als ich zuvor erwartet hatte. Der Hauptgrund dafür ist, dass St. Pauli sich auf Unions Stärken im Kontern und im Pressing eingestellt hat, indem sie auf das Aufbauspiel verzichteten. Das sieht auch Taktik-Blog-Kollege Tim vom Millernton in seiner (etwas siegestrunkenen) Betrachtung des Spiels so. Uns beiden fiel dazu vor allem die Zahl der Befreiungsschläge ins Auge, die es von beiden Mannschaften gab. St. Pauli kam da auf relativ unglaubliche 62 lange Bälle, Union auf 10.

Nicht ganz einig sind wir uns darin, ob es mehr an St. Pauli oder mehr an Union und seiner Besetzung lag, dass der Spielaufbau von Urs Fischers Team öfter über die linke Seite lief.

Außerdem gibt es das Nach-dem-Spiel-Gespräch des Millernton, bei dem Tim Pritlove und ich zu Gast waren.

Und in unserem eigenen Podcast war Matthias zu Gast, den ihr von Twitter vielleicht als @jangrobi kennt. Er berichtete aus Hamburg und wir diskutierten leidenschaftlich die Schiedsrichterentscheidung. Die ganze Episode gibt es hier: “Kein Spanferkel ohne Totschlag”

Das St.-Pauli-Blog ‘Magischer FC’ schließlich beschreibt die emotionale Wahrnehmung des Spiels aus deren Perspektive, ein paar Fotos aus dem Millerntor gibt es vom exzellenten Fotografen Stefan Groenveld.

Und schließlich befassen sich auch die Berliner Medien noch damit, was die knappe Niederlage in Hamburg für Union bedeutet. Der Kurier schlägt dabei optimistische Töne an. Bild/BZ halten Union dagegen für “zu naiv für den Aufstieg”, weil sich die Mannschaft mit dem 2:2 nicht zufrieden gegeben habe. Und der Tagesspiegel beschreibt, dass es während und nach der Niederlage unterschiedliche Einstellungen innerhalb der Mannschaft dazu gab, auf den Sieg zu gehen oder das Unentschieden mitzunehmen.

Rückkehr

Dina Orschmann, die schon als Union-Spielerin deutsche Junioren-Nationalspielerin war und anschließend auf ein College in Florida ging, kommt zurück und schließt sich dem Bundesliga-Team von Turbine Potsdam an (Mitteilung von Turbine).

Und sonst so

Union-und-Lautern-Sponsor Harald Layenberger hat den Nachlass von Fritz Walter erworben um ihn, wie er sagt, zusammen und zugänglich zu halten (Statement Layenbergers auf Facebook, Kurier/ Berliner Zeitung). Das freut auch den Lauterer Fabian Schönheim:

Unser neues Logo habt ihr hier in den vergangen Tagen schon gesehen. Dass es das gerade jetzt gibt, ist kein Zufall, sondern hängt damit zusammen, dass sich Steffi der ‘Schöner eisern ohne Nazis’-Dinge angenommen hat. Dazu hat sie die alten Designs nachgestellt und neue entworfen. Die T-Shirts, Buttons und (bald) Tassen mit s.e.o.n.-Verzierungen gibt es bei Spreadshirt. Die Einzelheiten dazu hat Steffi selbst hier im Blog erklärt.

6 Gedanken zu „War Union bei St. Pauli zu naiv?

  1. Vor ein paar Jahren war seon einer Initiative verschiedener Menschen aus dem Unionumfeld, die Veranstaltungen organisierten, an Turnieren teilnahmen und zum Teil aneckten. Heute klingt es wie eine Marke unter den Fittichen vom textilvergehen.
    Ein Tässchen für das Großraumbüro. Ich will auch eins…
    Eisern!

  2. Extrem schade, dass es sich für Dich so darstellt. Nachvollziehen kann ich es nicht, denn mit Argumenten sind die Kritiker sparsam. Wir haben schon immer das bißchen Reichweite, das wir haben, dazu genutzt, um auf alles das hinzuweisen, was im Union-Umfeld an Möglichkeiten offen steht. Dass sich jetzt wieder Menschen hinter der SEON-Idee versammeln möchten, finde ich persönlich extrem unterstützenswert. SEON hatte übrigens schon immer ziemlich geiles Artwork, hat nämlich der so ziemlich beste Grafiker von ganz Berlin gemacht. Es gab auch schon immer Shirts und Buttons. Es ist faktisch genau gar nichts anders: Leute aus dem Union-Umfeld suchen Wege, um sich zu engagieren. Das kann man ihnen sicher vorwerfen, aber isses sinnvoll?

  3. Ich finde SEON eine sehr gute und notwendige Initiative. Noch beser fände ich, auf die Codierung als Kürzel zu verzichten und immer auszuschreiben – SCHÖNER EISERN OHNE NAZIS. Das ist ein fettes Statement. Das muss ganz klar und unmissverständlich und ungekürzt und offen und offensiv da stehen.
    Es ist hier anders als z.B. mit UNVEU, das gerne weiter als Code geführt soll, weil eben nicht jeder Unioner sein kann/will/muss. Umgekehrt soll aber jeder möglichst schnell begreifen, welchem Geist hier im Verein Vorschub geleistet wird.
    EISERN und immer weiter!

  4. “SCHÖNER EISERN OHNE NAZIS. Das ist ein fettes Statement. Das muss ganz klar und unmissverständlich und ungekürzt und offen und offensiv da stehen.”

    So müsste es ganz selbstverständlich sein.

  5. SEON ist mir neu, aber ich freue mich, dass es das gibt. Es gab vor ein paar Monaten, als es zu Affenlauten kam, unter ein paar Leuten auf instagram zur Idee, Shirts zu drucken gegen Nazis im Stadion. Das erübrigt sich nun, weil SCHÖNER EISERN OHNE NAZIS genau das ausspricht, was uns in den Köpfen sitzt. Dadurch kann man geeinter auftreten, als wenn wir noch unser eigenes Süppchen kochen. Ohne die Herkunft zu schmälern, ist es mir daher aktuell nicht ganz so wichtig, wie es zustande kam, denn die Aussage, der transportierte Wert dahinter ist viel bedeutsamer – und ich muss nicht das Shirt von B03 tragen, sondern was Eisernes!

  6. Bin da, @Eiserner, voll bei dir. Finds auch große Klasse und war mir nicht bekannt. Auch hier noch mal großen Dank an @Steffi für die neuen Logos bzw. Merch.

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