Unterschiedliche Ansichten darüber, was eine Frechheit ist

Die Stellungnahme zu dem Angriff Kölner Hooligans auf Union Fanbusse, die Union gestern Nachmittag veröffentlicht hat, wird in vielen Medien aufgegriffen und animiert die Debatte über diese Vorfälle und den Umgang der Polizei damit.

awkoeln

Die Union Fans nach dem Abpfiff in Köln, Photo: Matthias Koch

In seinem Statement weist der Verein die These einer etwaigen Absprache zu einer Auseinandersetzung zurück. Dass Unioner diese in einer Situation gesucht hätten, in der sie von der Polizei eskortiert worden, sei unplausibel. Entsprechend sei das Verhalten der Polizei, in einem sieben Stunden langen Prozedere die Personalien der Insassen eines der Busse zu erfassen und vor allem deren Mobiltelephone zu beschlagnahmen nicht verhältnismäßig und fehlgeleitet. (Diese Ansicht teilt auch Sponsor Harald Layenberger.)

Gerade die Beschlagnahme der Mobiltelephone ist ein großer materieller und persönlicher Eingriff in das Leben der Betroffenen, der einer substantiellen Begründung bedarf.

Der Deutschlandfunk folgt der Darstellung und Argumentation der Polizei und fordert in einem Kommentar härteres Druchgreifen gegen Gewalt im Fußball. Außerdem kritisiert der Autor (Jonas Reese, nicht zu verwechseln mit dem Erben Collinas Klaas Reese, der ebenfalls für den Deutschlandfunk arbeitet) auch Unions Stellungnahme und bezeichnet es als “eine Frechheit,” dass der Verein das Vorgehen der Polizei kritisiert und sich hinter seine Fans stellt, obwohl die nicht mit der Polizei kooperieren.

Abgesehen davon, dass es keine sichere Annahme ist, dass die Polizei das Geschehen in einer solchen Situation richtig darstellt, ist unklar, warum es für die Beteiligten eine Verpflichtung geben soll, mit der Polizei zu kooperieren – und warum der Verein verantwortlich sein soll, dazu beizutragen.

Update von 11.30: Die Kritikpunkte am Vorgehen der Polizei führt auch die Eiserne Hilfe aus.

Die Bild (nicht online) spekuliert über eine möglicherweise explosive Gemengelage, wenn am Wochenende Köln im Olympiastadion zum Pokalspiel gegen den BFC antritt.

Sportteil

Auf der sportlichen Seite greift der Kurier auf, was Torsten Mattuschka nach dem Testspiel zwischen Union und Altglienicke gesagt hat, und lobt Micha Parensen für sein 200. Zweitliga-Spiel.

Außerdem gibt es in der Berner Zeitung ein Doppel-Portrait von Urs Fischer und Jeff Saibene, die nicht nur die Bilanz zum Saisonstart, sondern auch ein Stück Vergangenheit gemeinsam haben.

Und die U17 von Union hat in der Junioren Bundesliga gegen Tennis Borussia 1-0 verloren (Vereinsmeldung).

Und sonst so

Meanwhile in Scotland:

19 Gedanken zu „Unterschiedliche Ansichten darüber, was eine Frechheit ist

  1. Es zeigt von Größe, dass unser Verein solch ein Statement absendet. Auch wenn das von anderen schief beäugt wird muss es eine objektive Berichterstattung dazu geben. Dazu zählt auch zu sagen, dass es einen Peilsender am Bus gab um dem Bus aufzuspüren. Was sicherlich auch zur Annahme der Polizei führt, dass eine neue Stufe der Gewalt erreicht ist. Das es zur Kultur der Ultras gehört nicht mit der Polizei zu kooperieren ist nichts Neues.
    Ob dies positiv oder negativ zu sehen ist soll jedem selber überlassen aber auf jeden Fall werden die Ultras bzw. Fans nicht gleich in die Gewaltecke gesteckt bzw. stigmatisiert. Und das sollte doch vor allem das Zeichen sein. Ich finde es gut und richtig!

  2. Ein eisern erkämpfter Punktgewinn in Kölle, bin noch immer happy. Daran ändern auch die geistigen Blähungen von Herrn Jonas Reese nichts. Reese ist wahrscheinlich auch ein Verfechter der These: selbst schuld, weil falsches Hobby, falscher Zeitpunkt, falscher Ort.

  3. Mit dem schon an Hetze grenzenden Beitrag von Jonas Reese im Deutschlandfunk ist ein neuer Tiefpunkt im Qualitätsverfall der, durch Zwangsgebühren finanziertem öffentlich-rechtlichen Medien erreicht, und Daniel: auch wenn du deine Antwort auf meine Kritik deinem Text schön formuliert versucht hast zu entwerten (um nicht zu sagen an dir abprallen lassen hast), auch solche Formulierungen und Mutmaßungen über mögliche Gründe für die Angriffe (http://www.textilvergehen.de/2018/08/14/1-1-gewonnen/#comments Zitat “Zur Vorgeschichte dieser Vorfälle – die natürlich nichts entschuldigt – gehört vielleicht auch das kindische Prahlen mit geklauten Zaunfahnen. Und die wirklich problematische Verbindung von Teilen der Union Ultra Szene zur Gladbacher ‘Sottocultura,’ die kürzlich etwa damit auffiel, gemeinsam mit rumänischen Nazis zu posieren.”) leisten dann dieser Art von Berichterstattung wie beim Deutschlandfunk oben zu besichtigen Vorschub!

  4. Union hat Recht! Es ist doch ganz normal mit Sturmhaube und Mundschutz im Bus zu sitzen, macht doch jeder…

  5. Das mit Sonntag macht mir auch ein wenig Sorgen.
    Abpfiff im Jahnpark gegen 17.15, Union beginnt gegen 18.30 und im Prenzelberg gibt es einige Unionaffine Bars.
    Hoffe auch das es zu keiner Racheaktion gegen die Kölner kommt, denn dann haben wir die Biffzen auch noch gegen uns.
    Deshalb Respekt an den DFB für diese Planung :-(
    Die brauchen wohl wieder Geld nachdem sie den Strafenkatalog veröffentlicht haben.

  6. @Michael ich dachte auch an ein Scherz, aber die Biffzen spielen im Olympiastadion. Kannst also beruhigt sein

  7. Was ich mich frage: Wie kommt denn ein Medium wie der Deutschlandfunk dazu, jemanden einzustellen, der scheinbar erst eine Meinung veröffentlicht, um dann später (oder auch gar nicht) den Sachverhalt zu recherchieren? Von einem Qualitätssender erwarte ich da eigentlich etwas mehr Objektivität. Zum Glück steht unter dem Artikel, dass er noch nicht gesendet wurde. Es besteht also noch Hoffnung, dass da jemand mit journalistischer Ausbildung drüber schaut und korrigierend eingreift!

  8. @ Edo: ach und deshalb wurden sie von den wohlmeinenden Kölner “Fans” per Tracker überwacht, damit sie sich nicht verirren und mit Steinen angegriffen? Nunja wer so etwas wie du Edo schreibt sollte sich fragen ob er nicht besser im Unroten Blog aufgehoben wäre, oder hast du Langewiele und möchtest Aufmerksamkeit, kannste haben!

  9. @Jens: ruhig Blut,
    was der Edo wohl sagen wollte ist, dass es in unseren Reihen nicht nur
    so kluge, bedachte Fans wie dich gibt.

  10. @ Karl Kreuzberger: das bestreitet auch keiner, NUR hier haben nun mal keine Unioner Kölner angegriffen sodnern umgekehrt und man kann davon ausgegehen dass wenn sich der Verein so deutlich gegen das Verhalten der Polizei äussert die Verantwortlichen das alles genau geprüft haben, wenn man dann wie Edo und der Typ vom Deutschlandfunk solche dummen, Ursache und Wirkung verdrehenden Aussagen macht dann kann einem ja wohl mal der Kragen platzen

  11. @ Holger S.: du meinst da kann einem schon mal als Journalist die Neutralität abhanden kommen? Möglich, vielleicht war ja Jonas Reese mit dabei als Steine auf unseren Bus geflogen sind?

  12. Und wieviel sturmmasken würden denn nun aufgefunden? Eine oder war es vielleicht auch eine normale kopfbedeckung???
    Deswegen vielen unschuldigen fans, die von einem Fussballspiel kamen über 7 Stunden die Freiheit zuberauben! Unglaublich!

  13. @Blutgraetscher, danke für den Hinweis. Wie konnte ich das vergessen das DieDa ins Oly umzieht? Hoffe trotzdem das es keine Probleme geben wird wenn die Unioner mit dem Zug nach Jena fahren während am Hbf die Kölner/Dynamos ankommen.

  14. @ Shorty75: genau so ist es, aber das kennen wir ja, @Blutgraetscher/Michael: dann hoffen wir mal das die Berliner Polizei ihren Job besser erledigt als die Kölner, allerdings gibt es kein Grund zu Panik

  15. Pingback: Vor dem Spiel – 1. FC Union Berlin (A) – Spieltag 3 – Saison 2018/19 – MillernTon

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