An der Ticketknappheit kann Union aktuell nichts ändern, aber der Verein kämpft gegen den Schwarzmarkt

Die Hauptversammlung der Stadion AG hatte gestern mit der Buchpremiere von “Alles auf Rot” starke Konkurrenz. Wirkliche Neuigkeiten gab es allerdings von der Stadion AG nicht zu berichten. Und das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. Die Notwendigkeit des Stadionausbaus wurde noch einmal bekräftigt. Wer die emotionale Debatte bei Twitter und Facebook über das Auftauchen von Karten für das Weihnachtssingen bei Versteigerungs- und Ticketplattformen nur ansatzweise verfolgt hat, weiß, dass es eine dringende Notwendigkeit dafür gibt. Was Union mit veränderten Regeln für den Vorverkauf und der Einführung des Ticketzweitmarktes machen kann, ist allenfalls eine Steuerung des Kartenflusses für Unioner (in dem Falle vor allem Mitglieder). Aber den Mangel beheben, aus dem dann Plattformen und einige wenige Profit schlagen wollen, das kann der Verein und die Stadion AG nur mit strategischen Entscheidungen wie dem Stadion-Ausbau.

Gestern also der Aufruf von Union, solche Verkäufe auf Drittplattformen zu beim Verein zu melden:

Und das gilt nicht nur für die Karten für das Weihnachtssingen, auch wenn es in dem Fall hochemotional ist, weil es mit den Mitgliedertickets und den preiswerten anderen Tickets wohl tatsächlich Leute aus den eigenen Unionreihen sind, die daraus einen Vorteil ziehen wollen. Und weil es Weihnachten ist.

Zurück zur Hauptversammlung der Stadion AG. Dirk Zingler wurde als Aufsichtsratchef bestätigt und die anderen Mitglieder des Aufsichtsrates auch. Für das Clubhaus soll der Bauantrag in diesem Winter gestellt werden und für den Stadionausbau (der rechtlich vom Clubhaus getrennt betrachtet wird, wurde die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes beantragt. Kurze Infos dazu bei BZ und Morgenpost. Der Kurier wundert sich ein bisschen über die Ruhe bei der Hauptversammlung. Aber das dürfte tatsächlich daran liegen, dass die strategischen Entscheidungen für die AG mit dem Ausbau bereits getroffen wurden. Jetzt geht es um die Mühen der Ebene und die sorgt ja selten für emotionale Debatten außerhalb der Bereiche, die täglich damit zu tun haben.

Ich möchte gerne in diesem Zusammenhang noch etwas von gestern nachtragen. Denn in dem Artikel der Berliner Zeitung von gestern über die mögliche Verdrängung des SSV Köpenick-Oberspree durch den Bauabschnitt B des Nachwuchsleistungszentrums war von Absprachen zwischen Union und dem Land Berlin die Rede. Kern des Ganzen ist der Letter of Intent zwischen dem Land Berlin und dem 1. FC Union. Der ist öffentlich zugänglich (und muss also gar nicht mehr irgendwem zugespielt werden, wie es die Berliner Zeitung schreibt) und zwar hier in der Dokumentation des Berliner Abgeordnetenhauses. Die Kernpunkte, die den Bauabschnitt B betreffen, der Ende 2019 begonnen werden soll (unter anderem Bau eines Amateurstadions), findet ihr in Paragraph 2 und 3. Mit dem Käthe-Tucholla-Stadion ist das Gelände des SSV Köpenick-Oberspree gemeint:

Was übrigens ankommt, wenn Leute von weit weg über die Hauptversammlung der Stadion AG bei Union schreiben:

Screenshot: Spox

Nächste Woche ist die Mitgliederversammlung. Ich bin gespannt, was dann geschrieben wird :)

Sportlich gibt es diese Texte vor dem Spiel beim 1. FC Heidenheim:

Die Pressekonferenz findet heute um 13 Uhr statt und gibt es live auf AFTV:

Die Buchpremiere von “Alles auf Rot” gestern im Berliner Ensemble muss eine Wucht gewesen sein. Steffi hat mir sehr davon vorgeschwärmt, vor allem die Musik soll toll gewesen sein mit den Musikern von Prag, The Breakers, Krispin und der Brigade Blauschmidt. Es gibt am Sonntag um 18 Uhr im Union-Kino in Friedrichshagen noch einmal die Chance, dabeizusein (Die Musik ist dieselbe, es lesen allerdings nicht alle Autoren aus dem Buch, die gestern im Berliner Ensemble gelesen haben). Tickets für 12 Euro gibt es hier.

Noch mehr Fotos gibt es bei union-foto.de (Birgit und Stefan Hupe ziehen gerade auf einen anderen Server, der die Masse an Bildern besser bewältigen soll, seid also nachsichtig, falls da gerade nicht alles so funktioniert, wie ihr es vielleicht gewohnt seid. Und sagt vielleicht einfach danke an die beiden für die vielen Bilder. Das könnt ihr auf der Facebook-Seite von union-foto.de machen).

Von Steffi gibt es auf Instagram eine kleine Story zur Buchpremiere gestern.

3 Gedanken zu „An der Ticketknappheit kann Union aktuell nichts ändern, aber der Verein kämpft gegen den Schwarzmarkt

  1. SID und DPA vermelden beide falsche Fakten. Da stellt man sich die Frage, ob beide Agenturen es nicht verstanden haben oder es nicht ganz richtig auf der HV präsentiert wurde.

    ” die Verbindlichkeiten wurden auf 1,003 Millionen Euro verringert. ”

    http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/startseite/710754/artikel_union-baut-eisern-schulden-ab-und-bestaetigt-zingler.html

    Nicht die Verbindlichkeiten (!) wurden verringert, sondern der Verlust der letzten Jahre! Das ist betriebswirtschaftlich ein riesiger Unterschied. Die Verbindlichkeiten der AG dürften immer noch im zweistelligen Millionen-Bereich liegen.

    DPA: https://www.lr-online.de/nachrichten/berlin/stadionbetriebs-ag-senkt-verbindlichkeiten-auf-eine-million_aid-6839272

  2. Wer Google Translate nicht so toll findet, sollte übrigens mal https://www.deepl.com/translator probieren. Gibt meiner Erfahrung nach in vielen Einsatzbereichen bessere Ergebnisse. Fußballsprache kann auch dieser Übersetzer aber scheinbar nicht :/

  3. das problem ist, dass fast alle sportredaktionen null ahnung von finanzthemen haben (wie übrigens die deutschen insgesamt). das an sich ist nicht schlimm; schlimm ist dass die sportredaktionen trotzdem auch die finanzthemen der fussballvereine bearbeiten und so artikel produzieren, bei denen die völlige ahnungslosigkeit zu finanzthemen aus jeder zeiten silbe tropft. schlimm ist ferner, dass auch die chefredaktion nicht einschreitet bzw. nicht merkt, was für ein peinliches bild das jeweilige medium damit abgibt.

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