Florian Hübners Knie hält und Christopher Trimmels langersehnter Einsatz für Österreich

Es gibt mehrere Lesarten für das 0:0 im Test gegen Dynamo Dresden, in dem zu Beginn kein Startelfspieler aus dem vergangenen Spiel in Wolfsburg stand. Die eine schließt sich der allgemeinen sportlichen Kritik an der Mannschaft in den vergangenen Spielen an: Es werden zu wenig sehr gute Chancen herausgearbeitet. Das Team ist zu hektisch im Spiel mit dem Ball und zu unpräzise im Abschluss. Im Gegensatz zu den letzten Bundesligaspielen kam Union gegen Dresden aber zu Abschlüssen aus vielversprechenden Positionen und hätte mindestens zwei, drei Tore erzielen müssen. Als ich mir die Zusammenfassung auf AFTV angesehen habe, erwischte ich mich, wie ich noch mitfieberte und “Ohhh” und “Aaah” sagte. Das ist vielleicht nicht der stärkste Indikator für die Qualität von Chancen, aber ich sah, dass wirklich nicht viel fehlte und muss Trainer Urs Fischer recht geben, wenn er sagt: “Man hat dann aber auch Missverständnisse bemerkt. Wir waren zu unpräzise. Mit dem Aufwand, den die Jungs betrieben haben, bin ich einverstanden. Mit dem Ball waren wir phasenweise zu hektisch.” (Kicker)

Die Capo-Plätze auf der Waldseite des 1. FC Union Berlin wurden beim Test gegen Dresden vom Nachwuchs benutzt, allerdings ohne Mikros

Die Capo-Plätze wurden beim Test gegen Dresden vom Nachwuchs benutzt, allerdings ohne Mikros, Foto: Matze Koch

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Cristian Fiél: Herzfußball

Es war Liebe” heißt das Filmporträt über Cristian Fiél, das gestern bei 11mm seine Berlin-Premiere feierte. Cristian Fiél wurde in Aachen, Berlin und Dresden gleichermaßen große Wertschätzung entgegen gebracht, die weit über die Zeit hinaus reichte, in der er jeweils bei den Vereinen gespielt hat. Das gelingt nicht vielen Spielern. Wer sich den Film ansieht, versteht, warum Fielo einer ist, auf den sich alle verständigen können. Ich habe ausgewachsene, bärtige Männer weinen sehen, als er 2015 sein Karriereende als Spieler bekannt gab.

Die Filmemacher Henry Buschmann, Jan Franke und Steffen Kuttner sind das Team hinter DynamoTV, den Vereinskanal von Dynamo Dresden. Es sollte eine Art Abschiedsgeschenk für einen großen Spieler ihres Vereins werden. Statt dessen ist es ein abendfüllender Dokumentarfilm geworden, der genau wie Cristian Fiél selbst über die Vereinsgrenzen hinaus großartig ist. Obwohl aus Dresdner Sicht erzählt, weil die Geschichte des Films sich unvermeidlich um das letzte Spiel für Dynamo rankt, kommen die anderen Spielstationen weder zu kurz noch schlecht weg. Nicht einmal Bochum.

“Herzfußball” hat Unions Pressesprecher Christian Arbeit über Fiéls Spielweise gesagt. Es ist wahrscheinlich der treffendste Begriff dafür. “Die Emotionen der Leute, das ist das Geilste was es gibt” beschreibt Fiél selbst, was ihn angetrieben hat. “Das Leben als Profifußballer ist einfach das schönste, was man sich vorstellen kann.” Lauter Superlative. Er hat den einen Beruf gefunden, der für ihn der richtige ist, der ihn beflügelt hat. Zuletzt eben in Dresden. “Ich bin hier, um aufzusteigen. Ich hab keinen Bock auf diese Dritte Liga. Und der liebe Gott hat gesagt: Arbeite hart, und du kriegst es.” Die Mischung aus Talent, Fleiß, Selbstvertrauen und Zuversicht zeichnet ihn bis heute aus. Gerade arbeitet er daran, Trainer zu werden. Er hat fest vor, es auch dabei weit zu bringen.

In der Kinovorstellung bei 11mm sind neben ihm noch Plätze frei. “Sitzt doch nicht alleine da am Rand, kommt doch her!” winkt er Christoph Gabler von der Festivalleitung und mich heran. Ein Herthaner und eine Unionerin sitzen wir da und denken: Was´n guter Typ, ey! Das denken wir beide nicht oft. Schon gar nicht über denselben Spieler.

Den Trailer zum Film findet ihr bei youtube, den ganzen Film könnt ihr im Fanshop von Dynamo Dresden kaufen. Dass ich das mal empfehlen würde, habe ich mir bis heute auch nicht vorstellen können.

“Ein unsichtbarer Nebel von negativen Dingen”

André Hofschneider scheint ein Typ zu sein, der sich nicht lange mit schlechten Nachrichten aufhält, sondern stattdessen schaut, wie er mit den vorhandenen Mitteln weiter kommt. Deshalb sagte er auch gestern auf der Pressekonferenz (gibt es auf AFTV zum Nachschauen): “Es hat sich ein unsichtbarer Nebel von negativen Dingen breit gemacht, dass wir viel von Spielern reden, die verletzt sind. Dabei sollten uns doch die Spieler beschäftigen, die am Wochenende zur Verfügung stehen.”

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Screenshot: 1.FC Union/AFTV

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Wieder ein großer Schritt für Benjamin Köhler

Die besten Nachrichten kommen mit etwas Verzögerung: Benjamin Köhler war am Sonntag wieder beim Mannschaftstraining in den Zweikämpfen dabei (Bild und auch Kurier). Am grundsätzlichen Ziel, im Wintertrainingslager komplett in die Vorbereitung einzusteigen, hat sich allerdings nichts geändert.

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Alle wollen nach Aue. Notfalls auch mit dem Fahrrad.

Wenn ich mir so durch den Kopf gehen lasse, was ich gestern so nach dem Spiel gehört habe, dann schätzen wohl alle eine Fahrt nach Aue. Das mag die 1:2 Niederlage in einem anderen Licht erscheinen lassen. Denn so hätte das Ergebnis einen höheren Sinn.

Über das Spiel so richtig hinwegtrösten kann mich diese Interpretation nicht. Auch wenn ich persönlich genauso lieber nach Aue als nach Aalen fahre. Ich war gestern enttäuscht von der Doppelsechs Jopek-Zejnullahu, die ihren Anteil daran hatten, dass zwischen Defensive und Offensive ein riesiges Loch klaffte. Was in München noch gut funktionierte, klappte bei einem Gegner überhaupt nicht, der Union erfolgreich mit Unterbrechungen aus dem Tritt brachte und ständig auf den Füßen stand. Aue war gestern eklig zu spielen.

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Foto: Stefanie Fiebrig

Aber wie immer gilt: Es war nicht alles schlecht. Im Gegensatz zu vielen Unkenrufen aus dem März sind beide Torhüter aus der Rotation, die Trainer Norbert Düwel vorgenommen hatte, gestärkt heraus gekommen. Jedenfalls sorgte Haas gestern mit Neueresken Paraden dafür, dass Union so lange im Spiel blieb. Michael Parensen lieferte als Innenverteidiger gestern eine richtig gute kämpferische Vorstellung ab. Und wenn auch nicht in Toren erfolgreich, so habe ich zumindest gesehen, wie die Außenbahn-Spieler versucht haben, das Loch im Mittelfeld zu umspielen.

Spielberichte gibt es im Tagesspiegel und Kurier. Und auch bei der Morgenpost, die meint, dass sei keine gute Werbung zur Verlängerung der Dauerkarte gewesen. Ein Beweisfoto zu dieser These gibt es hier:

Modeln geht immer

Falls irgendein Mobilfunk-Provider ein Handy-Model braucht. Gestern saß vor dem Anpfiff eins bei Union auf der Bank. Sören Brandy sieht einfach in jeder Lebenslage gut aus.

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Foto: Stefanie Fiebrig

Ungefähr 150 Unioner radelten gestern mit den Oranienburger Fröschen zum Stadion:

Fiel weint zum Abschied

Und als kleinen emotionalen Rausschmeißer gibt es heute die Pressekonferenz, in der sich Cristian Fiél vom Profifußball verabschiedet. Hinweis: Taschentücher bereit halten.