Der Fallout des Derbys wird noch eine Weile dauern

Was am Samstagabend rund um das Derby zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC passiert ist, wird weit über diese Woche hinaus Folgen haben. Das gilt hoffentlich für die interne und öffentliche Aufarbeitung dessen, was da Falsches geschehen ist. Es gilt für das Verhältnis der beiden Vereine und die Spiele gegeneinander in den nächsten Jahren, für die man eine Eskalation der Feindseligkeiten befürchten kann (auch wenn die Geschosse aus dem Gästeblock eigentlich schon eine maximale Eskalation waren). Und es gilt eventuell auch für Fananliegen in Bezug auf das Stadionerlebnis, die unter den Grenzüberschreitungen vom Samstag leiden könnten.

Pyro Derby Union Hertha

Die schöne Seite der Pyro beim Derby gegen Hertha, Photo: Stefanie Fiebrig.

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Wir hätten die Größten sein können, haben uns aber selbst kleiner gemacht

Das kleine Kind auf dem Arm. Die andere Hand zur Faust geballt. So standen wir an der Anzeigetafel da, als die Mannschaft vor der Waldseite zusammenkam. “Stadtmeister, Stadtmeister, Berlins Nummer 1”, singen wir. In dem Moment ist fast alles wieder in Ordnung gewesen.

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Lieber eine Rivalität zwischen Hertha und Union als jemals wieder eine Mauer in Berlin

Als ich gestern hier im Blog den “State of the Union” gelesen habe, traf das distanzierte Schreiben über das Derby überhaupt nicht mein Empfinden. Denn auch wenn durch die vielen Spiele zuvor und ein gewisses Schweigen über den Einbruch in einen Container der Ultras von Union es nun nicht zu einer langen spannungsvollen Erwartung der Partie kam, so war ich doch gestern bereits angezündet. Als mir ein Kollege bei der Arbeit erzählte, dass er auch zum Spiel gehen würde und dieses Shirt tragen würde, dass es vor eineinhalb Jahren im Abstiegskampf gab, zog ich nur meinen Sweater hoch und zeigte ihm die von “Gib niemals auf und glaub an dich” umrahmte Faust.

"Gib niemals auf und glaub an dich", das T-Shirt aus dem Abstiegskampf 2018

“Gib niemals auf und glaub an dich”, das T-Shirt aus dem Abstiegskampf 2018, Foto: Sebastian Fiebrig

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Das Derby 1. FC Union gegen Hertha und die Geschichte von Santi Kolk

Ich bin mir ja durchaus sicher, dass mich das Spiel des 1. FC Union gegen Hertha elektrisieren wird, wenn ich morgen ins Stadion komme. Bis jetzt ist davon aber noch nicht viel zu spüren. Auch, weil es im Vorfeld viele Nebengeräusche gibt, die gar nicht so viel Lust auf das Spiel machen. Wie etwas diesen etwas albernen Vergleich der Instagram-Aktivitäten der Spieler von Hertha und Union.

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Unions erstes Tor gegen Hertha: Santis Glanz und Neuhaus 200 Prozent

Diese Übersetzung des englischen Texts von Jacob Sweetman hat ExWuschel angefertigt, Daniel hat sie redigiert. Vielen Dank dafür.

Santi Kolk hat diese Geschichte noch nie zuvor erzählt.

Und während er sie erzählt, ist es, als ob ich ein Gewicht spüren kann, das von seinen Schultern genommen wird. Sein größter Moment in einem Union-Trikot – ein Tor, von dem er sagt, dass es eins seiner besten ist – wird von einer hartnäckigen Traurigkeit überlagert. Und vom Zorn eines missachteten Stürmers. Er erweckt den Eindruck, nie wirklich so, wie er sollte, in diesem Moment schwelgen zu können. Wegen der anderen Dinge, die ihn angekotzt haben.

Testspiel 1. FC Union Berlin gegen Deportivo La Coruna am 25 Juli 2010. Nach dem Schlusspfiff jubeln von rechts: Santi Kolk, Björn Brunnemann, Halil Savran, Ahmed Madouni, Torsten Mattuschka, Foto: Matze Koch

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Union’s first goal against Hertha: Santi’s glamour and Neuhaus’ 200 Percent

Die deutsche Version dieses Textes von Jacob Sweetman findet ihr hier.

Santi Kolk has never told this story before.

And as he does it’s as if I can sense a weight being lifted off his shoulders. His greatest moment in a Union shirt, a goal he says is up there with any that he ever scored, is dogged by an abiding sadness. And the wrath of a striker scorned. He gives the impression that he will never really be able to revel in it like he should because of the other things that pissed him off.

1. FC Union Berlin vs. Deportivo La Coruna July 25, 2010. Union players after the final whistle, from right to left: Santi Kolk, Björn Brunnemann, Halil Savran, Ahmed Madouni, Torsten Mattuschka, Photo: Matze Koch.

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Die Eiserne Hilfe widerspricht massiv der Darstellung der Freiburger Polizei

Die Berichterstattung vor dem Derby stockt etwas. Nicht etwa, weil alle Geschichten schon erzählt sind, sondern weil einfach genug aktuell passiert. Hertha gewinnt im Pokal in einem Herzschlagspiel gegen Dynamo Dresden erst im Elfmeterschießen (Kicker). Union hatte dagegen zwar Reisestrapazen, aber musste dafür nicht in die Verlängerung beim Sieg in Freiburg. Dafür beschäftigt der Stimmungsboykott der Ultras und der vorausgegangene Polizei-Einsatz aber noch die Gemüter. Die Freiburger Polizei veröffentlichte in einer Mitteilung ihre Sicht der Dinge:

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Weniger ist manchmal weniger: Warum gab es in Freiburg keinen organisierten Support?

Als Union gestern in den letzten Minuten des Pokalspiels gegen Freiburg zuerst die 2:1- Führung, und dann auch noch das 3:1 gemacht hat, war ich aus mehreren Gründen froh und erleichtert. Natürlich, weil Union tatsächlich nach sechs Jahren mal wieder die dritte Runde im DFB-Pokal erreicht hat. Weil es mich für Christian Gentner, der in Baden bei seiner Einwechslung mit Pfiffen und ‘Absteiger’-Rufen empfangen wurde, gefreut hat, dass er das letzte Tor geschossen hat. Aber auch, weil ich nach einem zähen Spiel ohne Stimmung wirklich keine Lust auf Verlängerung hatte. Der Grund für die fehlende Stimmung war wohl ein Protest gegen zwei Festnahmen. Einem Tweet der ‘Eisernen Hilfe’ zu Folge geschahen diese Festnahmen beim Aufhängen von Zaunfahnen. Was dabei aber passiert ist, das zu Festnahmen führen könnte, ist noch unklar.

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Sebastian Polter könnte im Pokal gegen Freiburg von Beginn an spielen

Heute Abend um 18.30 Uhr spielt Union wieder und zwar in Freiburg in der zweiten DFB-Pokalrunde. Ich möchte mich nicht an Spekulationen beteiligen, ob es ein Vorteil oder Nachteil sei, dass Union erst vor eineinhalb Wochen gegen den Sportclub in der Liga gewonnen hat. Die Partie wird etwas anders sein. Erstens weil sie nicht unentschieden ausgehen kann und zweitens weil beide Teams etwas anders aussehen werden. Die Berliner Medien gehen von einer kleinen Rotation bei Urs Fischers Team aus. So sind Kapitän Christopher Trimmel (Knie) und Felix Kroos (Schienbein) angeschlagen, konnten aber trainieren. Schon möglich, dass der Trainer hier mit Blick auf das Bundesliga-Spiel am Samstagabend Pausen verordnet. Ebenfalls allenthalben angenommen wird ein Wechsel im Angriff von Sebastian Andersson auf Sebastian Polter.

Sebastian Polter und Julian Ryerson (beide 1. FC Union Berlin) könnten gegen den SC Freiburg in die Mannschaft rotieren

Sebastian Polter und Julian Ryerson könnten gegen den SC Freiburg in die Mannschaft rotieren, Foto: 1. FC Union Berlin

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Felix Kroos braucht keinen Ball, um gut zu sein

Gegen den FC Bayern kehrten Urs Fischer und Union zu der 4231-Formation zurück, die in den ersten Saisonspielen zum Einsatz kam. Die Idee dahinter war wahrscheinlich, Bayern lieber etwas weiter weg vom eigenen Tor zu stören, als sich nur auf eine massierte Strafraumverteidigung zu verlassen. Dabei hilft der zusätzliche zentrale Mittelfeldspieler, dem es im 4231 verglichen mit dem ebenfalls möglichen 541 gibt.

Bayern-Union Formationen

Die Grundformationen von Bayern und Union: Das 4231 und Felix Kroos sind neu.

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