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State of the Union: „Und danach? Am Stadion einen trinken!“

Wir packen gleich unsere Sachen und fahren schon einmal Richtung Hamburg, wo am Sonntag das finale Aufstiegsspiel für die Frauen von Union starten wird. Nach dem 8:0 im Hinspiel gegen Henstedt-Ulzburg geht es kaum noch um die Frage, ob das Team von Trainerin Ailien Poese aufsteigen wird. Die spannende Frage wird sein, ob die Saison wirklich makellos über die Bühne geht, also ohne Niederlage und nur mit Siegen.

Hinspiel um den Aufstieg in die Zweite Liga: Katja Orschmann auf dem Weg nach vorne, Foto: Stefanie Fiebrig

Denn Gegner Henstedt-Ulzburg wird sich zwar in das Gesamtergebnis fügen, aber doch versuchen dieses eine Spiel noch einmal anders zu gestalten. Das kann man aus den Äußerungen von deren Trainer Christian Jürss heute im Tagesspiegel (nicht online) herauslesen. Wer sich noch einmal den Beginn des Hinspiels ins Gedächtnis ruft, wird vielleicht einen Eindruck bekommen, wie Unions Gegnerinnen sonst spielen und warum sie in der Regionalliga Nord so dominiert haben.

Die Morgenpost (Bezahlartikel) merkt zurecht an, dass der Aufstieg der Union-Frauen bedeuten würde, dass die U23 aus der Berlin-Liga aufsteigen darf. Ob sie es aber kann, wird sich erst am Sonntag ab 14 Uhr beim FSV Babelsberg zeigen, wenn es darum geht, aus dem 1:1 im Hinspiel ein positives Ergebnis zu machen. Ein Doppelaufstieg zur gleichen Zeit wäre schon ein Ding und ein echter Party-Anlass für den Empfang am Stadion danach. Oder wie es Luca Scheel und „Lotti“ Niesler beim Aufruf-Video zur Unterstützung des U23-Teams sagten: „Und danach? Am Stadion einen trinken!“

Luca Scheel und Lotti Niesler geben den Plan für Sonntag vor: beide Teams unterstützen, danach am Stadion feiern, Screenshot: @fcu_frauen/Instagram

Das schon gestern aufgeworfene Zuschauerrätsel für das Spiel in Henstedt-Ulzburg wird nicht aufgelöst. Der Tagesspiegel schreibt heute von maximal 4.500 Zuschauern im Beckersbergstadion und dass das Ordnungsamt nicht mehr genehmigt habe. Wir erinnern uns, dass die Kieler Nachrichten von einer amtlichen Begrenzung auf 700 Zuschauer sprachen. Seht mich am Sonntag durchzählen … Livestream vom Spiel aus der Nähe von Hamburg gibt es bei AFTV oder Youtube.

News von den Männern

Ich bin sehr einfach. Mir reicht die Stimme und Schnoddrigkeit aus Unions Auswärtswerbeformat „Tach jesacht!“ und ich bin glücklich. Deswegen freue ich mich, dass die Vorstellungsvideos für neue Spieler in diesem Stil durchgezogen werden, nur dass sie auf dem Amt spielen. Das dürfte die eine oder andere Verzögerung erklären. Termin in Berlin beim Amt bekommen … Witzig! Vastehste?

Im Ernst, ich freue mich, dass bei der Verpflichtung von Leopold Querfeld (Vereinsmitteilung) nichts ausgelassen wurde, auch nicht sein erster Club Union Mauer. Während mein großes Kind vielleicht eine Träne verdrückt, weil erstmals ein Spieler verpflichtet wurde, der jünger als er ist, freue ich mich darauf, dass etwas mehr Dynamik in die Hierarchie der Union-Innenverteidigung kommt.

Das war schon ganz schön festgefahren in der vergangenen Saison, weil Paul Jaeckel sehr hinten dran war und Robin Knoche (Kicker nennt Querfeld den Knoche-Ersatz)nach der Verpflichtung von Kevin Vogt keine Zukunft mehr hatte. Durch mögliche Abgänge (Diogo Leite wird nicht mit so vielen italienischen Vereinen in Verbindung gebracht wie Robin Gosens, aber doch mit einigen) kann sich hier einiges durcheinander wirbeln.

Was haben der Barnim und Leopold Querfeld gemeinsam? Das weiß die MOZ. Denn der neue Union-Verteidiger wurde mal von einem Trainer aus Eberswalde trainiert.

Gspurning könnte Trainingsstart verpassen, aber Höttecke ist bereit

Mir ist komplett entgangen, dass Marcel Höttecke ab der nächsten Saison in Unions U19 als Torwarttrainer beginnt. Aber das ist die Info aus dem Bild-Text, der sich eigentlich um Michael Gspurning dreht, der nicht nur Head of Goalkeeping bei Union ist, sondern eben auch Torwarttrainer der österreichischen Nationalmannschaft. Sollte Österreich, unter anderem mit Leopold Querfeld, weit kommen, fehlt Gspurning zum Trainingsauftakt von Union. Dann würde in dieser Zeit Marcel Höttecke einspringen, der bis zu dieser Saison beim VfL Osnabrück als Torwarttraine gearbeitet hat.

Und sonst so?

Die Union-Tanke wird nur noch dieses Jahr an gewohnter Stelle stehen (Tagesspiegel, Bezahlartikel). Sie wird einem Neubau weichen. Denkt euch bitte eine Diskussion über Verdichtung, Verdrängung, überhitzten Wohnungsmarkt und so weiter. Für uns bedeutet das vor allem Veränderung von Ritualen. Damit müssen wir umgehen. So wie mit dem Waldweg, der bald weg ist.

Nur noch bis Ende 2024 da: die Union-Tanke, Foto: Matthias Koch Nur noch bis Ende 2024 da: die Union-Tanke, Foto: Matthias Koch

Horst Heldt spricht über den BVB (Agenturmeldung unter anderem in der Süddeutschen Zeitung). Ja, offiziell hat er noch nicht bei Union angefangen. Und ja, er ist noch Teil eines Werbename-Fußballtalks bei Sky. Aber er wird trotzdem mit Union in Verbindung gebracht. Und da ergibt es schon einen unglücklichen Eindruck, wenn man als Club am letzten Spieltag in letzter Minute die Klasse hält, aber sich über die Trainerwahl eines Champions-League-Finalisten auslässt. Ich gehe mal davon aus, dass diese Art von Medienpräsenz mit Beginn des Arbeitsvertrages überdacht wird.

Apropos Medienpräsenz: Die Berliner Zeitung schaut sich an, wie sich Robin Gosens als Experte für die EM bei MagentaTV geschlagen hat. Mir ist es egal, denn ich habe den übertragenden Sender nicht in meiner Abo-Liste. Und ich erwarte ehrlich gesagt von Spielern, die noch Nationalmannschaft spielen wollen, kein kritisches Wort und damit ist es auch uninteressant.

Zum Thema 50+1 hat das Kartellamt gefragt, wie die 50+1-Regel wirklich die Wettbewerbsgleichheit im Fußball fördern würde. Das schreibt die Sportschau. Und insgesamt ist das eine berechtigte Frage. Denn damit wird zumindest auch in Fanszenen null argumentiert und das war auch nicht der Sinn der Regel bei ihrer Einführung. Damals ging es darum, dass Vereine noch das bestimmende Wort in den Kapitalgesellschaften der Clubs haben sollten. Ob sie das noch haben und wie sich vor allem der Vereinscharakter dorthin noch auswirkt, ist eine Frage, auf deren Beantwortung ich sehr gespannt bin. Da müssen wir nicht allein auf den rosa Bullen im Raum schauen, um da einige Zweifel in der Bundesliga zu haben.

Silvio (ja, der mit der zersägten Tor-des-Monats-Medaille) hat ein Video bei Instagram veröffentlicht, dass uns noch einmal auf die Erinnerungsstraße mitnimmt. Damals vor über zehn Jahren …

4 Kommentare zu “State of the Union: „Und danach? Am Stadion einen trinken!“

  1. nightyhawk

    „Was haben Märkisch-Oderland und Leopold Querfeld gemeinsam?“

    Als Eberswalder wünsche ich mir, dass Eberswalder bitte wieder zurück in den Barnim verortet wird :D :D :D! Ansonsten vielen Dank für den tollen SotU heute.

  2. „ Da müssen wir nicht allein auf den rosa Bullen im Raum schauen, um da einige Zweifel in der Bundesliga zu haben.“
    So isset leider!

  3. Mich wundert’s etwas, dass die U23-Frauen schon ein Aufstiegsspiel machen, solange formell gar nicht klar ist, ob das auch geht.

    Was passiert denn, wenn die ersten Frauen in der RL bleiben? Steigt dann Babelsberg ggf. trotz Niederlage auf? Das dürfte den Ligazweiten schon ärgern. Oder spielt Union für die Berlinliga und ggf. für den Aufstieg des Zweiten? Wäre auch merkwürdig.

    Weiß da jemand was? :D

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