„Es liegt noch Arbeit vor uns!“ Diesen Satz schrieb der 1. FC Union Berlin nach der 0:4-Niederlage in Leverkusen auf WhatsApp. Der Satz ist generisch, denn er ist wirklich an jedem Tag wahr. Aber wenn er nach jedem Tag wahr ist, dann gilt das auch nach diesem Spiel, in dem Union wirklich von Beginn an keine Schnitte gesehen hat. Und der Satz gilt für Union insgesamt nach dieser Woche mit Last-Minute-Transfers, einer für Union-Verhältnisse nicht sehr harmonischen Mitgliederversammlung inklusive wie immer irritierender Aufsichtsratswahl und noch einmal leicht verschobenem Zeitplan für den Stadionbau..
Zum Spiel möchte ich gar nicht so viel schreiben, denn jede Person im Stadion und auf dem Platz wird wissen, dass solch eine Leistung nicht zum Bundesliga-Klassenerhalt reichen wird. Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, was die Idee von Union in diesem Spiel war. Denn hätte mich jemand einmal vor der Saison gefragt, wo ich die größten Probleme sehe, dann hätte ich das Thema riesige Räume bei Ballverlusten in der Offensive und die für diese Spielweise zu langsame Restverteidigung genannt.

Aber keines der 4 Gegentore in Leverkusen ist so entstanden. Und das war auch schon bei den 3 Gegentoren gegen Frankfurt der Fall. Union hat eigentlich genug Spieler hinter dem Ball und trotzdem funktioniert die Strafraumverteidigung gar nicht mehr. Das verwundert mich. Da muss das Team ansetzen. Denn so viele Tore wie man bisher kassiert, wird dieser Kader in der Liga nicht schießen können, um genug Spiele zu gewinnen. Gegen Leverkusen brachte Union keinen Schuss auf das Tor des Gegners.
„Wir müssen auch mal anfangen, ein zu Null zu gestalten“, sagte Rani Khedira nach der Partie. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Ansonsten ist das der harte und schwierige Start, den wir alle im Spielplan gesehen. Dafür hätten wir nicht einmal die schwierige Saisonvorbereitung benötigt, um zu sagen, dass wir sehr zufrieden sein können, wenn Unions Männer mit 3 bis 4 Punkten aus den ersten vier Partien rausgehen.
„Es liegt noch Arbeit vor uns!“ Wie gesagt, der Satz ist nie falsch.
Das sind die Medienberichte der Berliner Medien:
- Negativserie hält an: Der 1. FC Union geht in Leverkusen unter (Tagesspiegel)
- Desolater Auftritt: Union Berlin findet gegen Leverkusen keine Antwort (Morgenpost)
- Debakel in Leverkusen: 1. FC Union Berlin bei 0:4 komplett chancenlos (Tagesspiegel)
- Zwei argentinische Tor-Premieren: Leverkusen dominiert Union (Kicker)
- Union mit verdienter Klatsche in Leverkusen (RBB)
- Union Berlin kassiert 0:4-Packung in Leverkusen (BZ)
Vielleicht eine gute Nachricht: Frederik Rönnow ist wieder einsatzfähig und durfte von Beginn an im Tor stehen. Seine Reflexe (und etwas Glück) haben dazu beigetragen, dass es zur Halbzeit nur 0:2 stand.

Unions Frauen mit Verstärkung gegen Frankfurt
Ich freue mich auf das Spiel der Frauen gegen Frankfurt und hoffe, dass wir uns trotz der bescheidenen Anstoßzeit am Montag um 18 Uhr im Stadion sehen. Union hatte am Mittwoch den überraschenden Zugang von Bremens Kapitänin Lina Hausicke und Wolfsburgs Judit Pujols verkündet. Und doch hatte Jennifer Zietz laut Kicker offenbart, dass einige Transfers nicht aufgegangen seien. Das irritiert schon ein bisschen, weil die Sommer-Zugänge sehr hochklassig sind. Ich frage mich dann schon ein bisschen, wen Jennifer Zietz vielleicht für den Angriff im Blick hatte …
Unions bemerkenswerte Mitgliederversammlung
Eine Bewertung der Mitgliederversammlung vom Donnerstag hat Matze Koch in seiner Kolumne für die Lausitzer Rundschau bereits vorgenommen und ein paar Konfliktlinien benannt. Ich möchte da vielleicht noch zwei, drei Nächte darüber schlafen, bevor ich etwas darüber schreibe. Ich hatte schon zweimal Anlauf für einen Text genommen und beide Versuche verworfen.
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