Dann halt gegen Stuttgart

Am Sonntag nach dem Spiel in Bochum war alles so komisch, so leer. Nicht auf eine schlimme Art. Aber eben leer. Ich konnte mir in dem Moment nicht vorstellen, wie ich noch einmal diese Energie ausstrahlen können würde, die wir alle während des Spiels gezeigt haben. Pling machte das Telefon in dem Moment und Union informierte uns, wann es die Tickets für das Relegations-Spiel in Stuttgart geben würde. Niemals fahre ich da hin, dachte ich. Das schaffe ich einfach nicht. Wenige Minuten zuvor hatten wir uns alle noch in den Armen gelegen und an das Wunder Bundesliga-Aufstieg geglaubt. Ach was, wir haben es gespürt, als wäre es ein unausweichlicher Fakt.

Eine Nacht drüber schlafen und schon sieht es wie folgt aus. Ich habe mir am Montag auf der Rückfahrt auf der Autobahn nach Berlin eine Karte für die Partie in Stuttgart gekauft, Urlaub für Donnerstag und Freitag beantragt und Zugtickets geholt. Ihr werdet von mir kein “jetzt erst recht” oder so hören. Was ihr von mir aber hören werdet, ist das Motto: “Dann halt gegen Stuttgart!”

Was ich mir zugestehe, gilt aus meiner Sicht auch selbstverständlich für die Spieler. Wer gesehen hat, wie platt die waren, kann doch gar nicht sagen, es wäre eine blutleere Vorstellung zuvor gewesen. Das Team hat es nicht geschafft, selbst mit eigenen Aktionen ins Spiel zu finden und war zusätzlich noch individuell fahrig, zu hastig in den eigenen Ballbesitz-Szenen. Das fehlende eigene Ballbesitzspiel haben wir in dieser Saison schon oft thematisiert und Daniel hat es in seiner Taktik-Analyse für das 2:2 in Bochum auch wieder getan. Jetzt zu erwarten, dass Union für die letzten Spiele alles über Bord werfen und anders spielen würde, halte ich für eine etwas überzogene Erwartung.

Ich kann Rafal Gikiewiczs Enttäuschung nach dem Spiel ebenso nachvollziehen, wie seinen Ärger über einige Situationen im Spiel. Denn es hat am Ende nur ein Tor gefehlt. Und ich werde den Torhüter nicht dafür kritisieren, dass er auch in der Enttäuschung mal den Mund aufmacht, wenn wir uns das ganze Jahr über Spieler wünschen, die genau das tun. Der Immer-noch-Unioner-des-Jahres für mich schreibt auf Instagram mit einem Tag Abstand:

Das Spiel gestern hat uns allen weh getan! Ein einziges Tor hat gestern gefehlt, über die gesamte Saison hat ein einziger Punkt gefehlt! Wir haben die nächste unglaublich große Chance für den direkten Aufstieg verpasst. Aber wir haken das ab, konzentrieren uns ab sofort auf die nächsten zwei Spiele, bleiben cool und fokussiert für unseren Traum! Dafür brauchen wir jeden von Euch Fans in Stuttgart und in Berlin. Wir werden alles geben und kämpfen!!!!💪

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Das Spiel gestern hat uns allen weh getan! Ein einziges Tor hat gestern gefehlt, über die gesamte Saison hat ein einziger Punkt gefehlt! Wir haben die nächste unglaublich große Chance für den direkten Aufstieg verpasst. Aber wir haken das ab, konzentrieren uns ab sofort auf die nächsten zwei Spiele, bleiben cool und fokussiert für unseren Traum! Dafür brauchen wir jeden von Euch Fans in Stuttgart und in Berlin. Wir werden alles geben und kämpfen!!!!💪 Wczorajszy mecz nas wszystkich boli.Zabrakło bramki a w całym sezonie 1 pkt.Nie wykorzystaliśmy kolejnej ogromnej szansy na bezpośredni awans do Bundesligi.Od dziś musimy się skupić na dwóch meczach barażowych i walczyć dalej o swoje marzenia.Dlatego potrzebujemy was na meczu w Stuttgart i Berlinie.Damy z siebie wszystko i będziemy walczyć!!!💪 📸 @matzekoch_

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Heute um 12.30 Uhr wird es die Pressekonferenz zum Spiel geben (live auf AFTV). All diejenigen, die Dauerkarten besitzen, sollten rechtzeitig ihre Karten für das Spiel am Montag in Berlin kaufen, denn die Reservierung der Tickets erlischt ab morgen 10 Uhr. Ab 11 Uhr gibt es dann die Tickets für Mitglieder ohne Dauerkarte. Nachdem wir gestern gut eine Dreiviertelstunde im Auto wie blöd geklickt haben, um in den Shop zu kommen, kamen wir auf diesen schiefen Reim:

Die Berliner Medien sitzen ein bisschen auf dem Trockenen, weil es von Mannschaft und Trainer bis auf die Pflicht-Termine Pressekonferenz und Nach-Spiel-Interviews keine Statements gibt. Das ist einerseits klar, weil sie sowieso nichts Neues mitteilen können. Aber es ist natürlich auch unbefriedigend, denn vom emotionalen Zustand nach der Partie können wir wohl kaum auf den mentalen Zustand vor dem Hinspiel in Stuttgart am Donnerstag schließen. Die Bild hat sich deswegen Hilfe geholt und einen Motivations-Coach befragt. Der Kurier hilft sich mit der Stehaufmännchen-Haltung von Kapitän Christopher Trimmel nach dem Spiel.

Das sind die weiteren Medien-Artikel:

Union in Podcasts

Im Rasenfunk unterhalten sich Moderator Max-Jacob Ost und Christoph Biermann von 11Freunde über die Zweitliga-Saison. Die Partie von Union in Bochum findet nicht viel Gnade bei den beiden. Union müsse sich steigern und ruhiger am Ball sein, wenn in der Relegation was gehen soll.

Daniel war zu Gast beim STR – Stuttgart Podcast und hat dort vor dem Relegationsspiel über Union gesprochen. Ans Herz gelegt sei auch die Episode mit Benjamin Hofmann vom Kicker, der dort die ganzen Artikel über Quattrex veröffentlicht hat.

Wir nehmen unsere Podcast-Episode zum Spiel heute Abend auf. Wer live zuhören will, wir geben auf Twitter Bescheid, wenn der Stream startet.

Auf den anderen Plätzen

Gratulation an das 1. Frauen-Team, das die Regionalliga-Meisterschaft gewonnen hat und nun Aufstiegs-Relegation zur Zweiten Bundesliga spielen darf. Wenn ich das alles richtig gefunden habe, dann spielt Union gegen den Meister Südwest, SG 99 Andernach. Das Hinspiel findet am 26. Mai in Berlin und das Rückspiel am 2. Juni im Südwesten statt.

Meisterinnen, Foto via Hauptstadtarroganz

Schade, dass es für das 2. Frauen-Team am Ende nicht gereicht hat. Sie haben einen starken 3. Platz in einer engen Spitzengruppe in der Verbandsliga erreicht. Punktgleich mit dem Zweiten Türkiyemspor und nur 3 Punkte hinter Platz 1, den Staaken gehalten hat.

Und sonst so?

Felix Kroos hat den wohl besten Kommentar zur Vertragsverlängerung seines Bruders abgegeben. Unter Geschwistern gönnt man halt gerne …

Ob Felix Kroos im nächsten Jahr noch bei Union spielt, erfahren wir hingegen nicht.

Die BZ hatte am Sonntag einen schönen Beitrag über Personen, die dafür sorgen, dass Union irgendwie Union ist. Ganz ehrlich, genau jetzt tut es gut, das zu lesen.

2 Gedanken zu „Dann halt gegen Stuttgart

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