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Einkaufen gehen.

Montag ist KickerFuwo-Tag. Aufgrund der Liebe zum Detail im Berliner Amateurfußball und der klaren Worte gegenüber Vereinen und Verbänden bei der Organisation des Spielbetriebs ab Liga vier abwärts ist die Wochenzeitung ein Pflichtblatt im Berliner Fußball. Später als alle anderen Verlage publizierte sie nun ihr 22. Sonderheft zur neuen Saison.

Fußball-Woche Sonderheft 2010/11

Die Berliner Zweitligisten kommen mit großem Mannschaftsposter daher und werden auch mit einer aufwendigen Berichterstattung bedacht, die alle Neuzugänge einzeln charakterisiert und jeweils ein Interview mit den Cheftrainern beinhaltet. Cottbus und Aue teilen sich dagegen nur zwei Seiten. Zu den restlichen Zweitligisten erhält man jeweils kurze Informationen zu Zu- und Abgängen und Verein allerdings ohne Mannschaftsbilder. Diese sind auch nicht notwendig, ist doch die Stärke der Fußball-Woche nicht die allumfassende Berichterstattung, die man sicher gerne dem Kicker überlässt, sondern der starke regionale Fokus. Deshalb kann man, noch bevor ein einziger Text zur Bundesliga kommt, einen einseitigen Text über die Berliner Schiedsrichter im Profibereich und deren Ausbildung beim Berliner Fußballverband lesen.

Sehr vernachlässigt in Magazinen wie Sportbild, 11Freunde oder Kicker wird die gesamte Struktur des Fußballs in Deutschland. In der Fuwo ist dagegen der schematische Ligenaufbau in Deutschland bis zu den Oberligen und danach die detaillierte Ansicht von der Berlin-Liga (6. Liga) bis hin zur Kreisliga C (11. Liga) für den Berliner Fußball obligatorisch. Diese Struktur bildet dann die Grundlage für das restliche Heft. Jede Liga wird vorgestellt, wobei bei der dritten Liga und der Regionalliga Nord lediglich die Vereine aus der Region (ein manchmal sehr weitgefasster Begriff, wenn sich auch der Chemnitzer FC darunter befindet) näher betrachtet werden.

So sachlich bis trocken meist der Ton der Texte ist, findet sich so manches schöne Mannschaftsbild. So wird zum Beispiel vom Grünauer BC, Aufsteiger in die Landesliga, das Mannschaftsbild von der Aufstiegsfeier abgedruckt. Bier und jubelnde Männer, einer mit Baby auf dem Arm, zeigen mehr Freude am Fußball und den Gewinn einer Meisterschaft als es eine Konfettikanone auszudrücken vermag. Ansonsten gibt es bis zum bitteren Ende der 5. Abteilung der Kreisliga C alle Kader und Kontaktdaten sowie eine jeweilige Einschätzung zur Staffel. Wer bis dahin noch nicht genug hat, bekommt hinterher als Leckerbissen die Abschlusstabellen aller Ligen von Berlin und Brandenburg geliefert. Dazwischen acht Seiten Frauenfußball von der WM über die Bundesliga bis zur Regionalliga. Dies stiefmütterliche Dasein deckt sich bei allem Erfolg von Turbine Potsdam mit dem Stellenwert des Frauenfußballs in den Berliner Vereinen, wo einzig der 1. FC Lübars durch die Kooperation mit Hertha BSC herausragt.

2 Kommentare zu “Einkaufen gehen.

  1. Vor allem das “später als andere Verlage” heiße ich gut, auch wenn es bei der FuWo der Tatsache der Vollständigkeit bei den unteren Ligen geschuldet ist.

    Was mich bei Kicker, SpoBi & Co. derzeit arg stört, ist der frühe Verkaufstermin (29.7.) X-Wochen vor dem Ligastart. Da können nicht mal ansatzweise alle Transfers drin sein, Bei den Bayern – alle WM-Fahrer kamen erst am 2. August zurück – ist das Mannschaftsfoto ein Torso. Eingeklinkte Köpfe sind unschön auf Postern. Der ewige Nachtrag ist zwar ein schöner Service, kaschiert diese Mängel aber nicht grundsätzlich.

    Ein Erscheinungstermin beispielsweise am Dienstag vor der ersten DFB-Pokalhauptrunde, sprich morgen, wäre imho wesentlich Kunden freundlicher. Ein Raul wäre da dann auch schon mit drin und drauf gewesen bei Schalke, nur um ein Beispiel zu nennen.

  2. Nachtrag: der Kicker hat doch in seiner heutigen Ausgabe tatsächlich ein ganzseitiges Mannschaftsfotos des amtierenden Deutschen Meisters als Nachtrag für sein Sonderheft abgebildet. Ja glaubt der denn, wir alle rennen noch mit Klebstoff, Trommel und Bastelschere um den Weihnachtsbaum?

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