Susanne Kopplin: “Ich habe noch nie ein Spiel komplett gesehen”

Einen Vortrag über eine Berliner Sehenswürdigkeit müsse er machen, sagte der Jungunioner beim Abendessen. Und er habe das Stadion an der Alten Försterei gewählt. Ich muss zugeben, dass ich wirklich ein bisschen stolz war. Weil vielleicht geklappt hat, woran ich beim großen Kind zu Beginn gescheitert bin, nämlich den ominösen Union-Virus zu verpflanzen. Während mein großes Kind mit 6 Jahren lieber in Bayernbettwäsche schlief, als sich zu Daniel Göhlert und Michael Bemben zu bekennen, wird der Jungunioner nun beim Vortrag den eilig von mir entstaubten Stadionbauerhelm tragen. Zur Beruhigung an alle Eltern: Auch später gibt es noch Chancen, dass Kinder den Weg zu Union finden. Mein großes Kind fährt mittlerweile sehr gerne auch mal auswärts mit und hat diese merkwürdige Zuneigung zum FC Bayern komplett abgelegt.

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Teve303 – Union-Bettwäsche im Bayern-Internat

Wir haben vor dem Spiel gegen Braunschweig eine Sonderfolge für die Rubrik Einmal Unioner, Immer Unioner aufgenommen und mit Björn Kopplin gesprochen. Der Verteidiger hat von 1995 bis 2004 in der Union Jugend und zwischen Januar 2013 und Mai 2015 37 Mal für die erste Mannschaft gespielt und ist mittlerweile beim dänischen Verein Hobro aktiv - der als Aufsteiger überraschend erfolgreich ist.

Fotos: Matze Koch

Wir haben vor dem Spiel gegen Braunschweig eine Sonderfolge für die Rubrik Einmal Unioner, Immer Unioner aufgenommen und mit Björn Kopplin gesprochen. Der Verteidiger hat von 1995 bis 2004 in der Union Jugend und zwischen Januar 2013 und Mai 2015 37 Mal für die erste Mannschaft gespielt.

In unserem Interview spricht Björn darüber, wie es ihn mittlerweile nach Dänemark zu Hobro IK verschlagen hat, seine Beziehung zu Union und wie er mit Union-Bettwäsche im Bayern-Internat negativ aufgefallen ist.

Außerdem geht es um seine Zeit bei Preußen Münster, wo er trotz Stammplatz nur ein Jahr blieb und ein aus den falschen Gründen gescheitertes Engagement in Magdeburg. Björn spricht über Trainingsspieler und das Niveau der dänischen Ligen, die Ziele, mit denen er zu Hobro gegangen ist, den Kontakt zu Unions dänischer Fraktion und den Höhenflug, auf dem sich seine Mannschaft momentan befindet.

Dass er mit der Frage nach dem Einsatz vonStatistiken beim Konkurrenten Nordsjaelland nichts anfangen kann liegt an der Frage, in der ich sie mit den Money-Ball-Anhängern vom FC Midtjylland verwechselt habe, auf die er zu sprechen kommt.

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Warum eine Verstärkung im Angriff vielleicht nicht reicht

Heute um 13 Uhr gibt es die offizielle Vorstellung von Jens Keller als Trainer des 1. FC Union. Vom Textilvergehen werden Gero und ich dabei sein. Deshalb an dieser Stelle die aktuellen News nur in Kürze.

Gestern startete die medizinische Untersuchung aller Profis an der Humboldt-Uni, die heute weiter gehen wird (BZ)

Twitter: @bild_union

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Susanne Kopplin: Von Beruf gute Fee

Dieser Text von Steffi über Susanne Kopplin erschien zuerst im Oktober 2011 Köpenicker Magazin Maulbeerblatt.

Sie füllt und leert fünf Waschmaschinen und drei Trockner, während wir uns unterhalten. Zwischendurch faltet sie noch einige Körbe Wäsche, räumt Sporttaschen aus, prüft eine Bestellung und bereitet die Beflockung von Trikots vor. Susanne Kopplin ist kein Mensch, der untätig sein kann. Genau damit hat sie sich ihren Job bei Union eingehandelt. Weil ihr, wie sie sagt, langweilig war.


Foto: Stefanie Fiebrig

Zu Union kam sie vor 16 Jahren wegen ihres jüngsten Sohnes. „Ich war gar nicht so für Fußball.“ Aber Björn Kopplin träumte schon damals davon, Fußballprofi zu werden. „Ich habe zwei Kinder, und ich habe immer gesagt, wenn die Träume haben, die sie leben wollen, und sie brauchen dabei meine Unterstützung, werden sie sie bekommen.“ Also hat sie ihn zum Training gebracht.

„Wenn die so klein sind, stehst du die ganze Zeit daneben und wartest. Ich bin kein Typ, der stehen möchte. Ich möchte was tun.“ Sie hat in der Wartezeit auf andere Kinder aufgepasst, mit ihnen gespielt. Das blieb nicht unbemerkt. Sie könne wunderbar mit Menschen umgehen, hieß es. So hat Susanne als Betreuerin angefangen. Nebenberuflich, versteht sich.

Foto: Stefanie Fiebrig

Gelernt hat sie Elektromontierer im Werk für Fernsehelektronik. Später hat sie zur Möbel- und Bautischlerin umgeschult. Technisch-organisatorische Mitarbeiterin der Jugendabteilung nennt sich das, was sie jetzt macht. „Auf Deutsch heißt das Mädchen für alles.“ Außerdem ist sie Mannschaftsleiterin der zweiten Mannschaft. Jemand hat sie mal gefragt, ob sie hier die Waschfrau sei. Herablassend klang das, und sie hat geantwortet: „Nö, ich bin die Susi.“

Die Wäsche macht sie auch, aber eben nicht nur. Ihr untersteht die gesamte Logistik der Jugendabteilung. Schiedsrichterbögen, Spielerpässe und Verpflegung müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Niemand möchte die Stutzen des Mitspielers in seinem Spind vorfinden. Susanne ist ansprechbar, wenn die Kinder aus der Schule zum Training kommen. „Die wollen erzählen können, die wollen einfach jemanden haben, der versteht: Ich komm jetzt von der Schule, ich bin fertig, das und das ist passiert.“ Aber sie steht auch den Eltern zur Seite, die sich hilfesuchend an sie wenden, weil ihr Kind Bundesligaprofi werden will.

Foto: Matze Koch

Immer wieder hat sie überlegt, ob sie nicht etwas davon aufgeben soll. „Weil es ganz schön viel ist, und ich ja auch noch eine Familie hab. Aber ich hänge an den Jungs. Mein Sohn hat gesagt: Mutti, das ist genau dein Ding! Die Kinder mögen dich, bleib da!“ Eine Lieblingsaltersgruppe hat sie nicht. „Die sind alle toll. Die Kleinen kommen wegen Bonbons und hüpfen dann vor dir her wie die Springbälle, das ist niedlich. Die mittleren, die sind ein bisschen frecher – aber auch gut.“

Als Susanne in der Tischlerei aufhören musste, fehlte bei Union ein Zeugwart. „Zu Weihnachten stand ich hier und habe ein paar Stunden Wäsche zusammengelegt und alles geordnet, ausgeholfen. Und dann ist es ein Job geworden. Ich wollte nur bis Sommer bleiben. Das war im Februar ‘95. Ich wollte zurück in meinen Beruf, ich habe den gerne gemacht. Und dann haben sie überlegt, wie sie mir sagen sollen, dass sie mich eigentlich hier behalten wollen.“


Foto: Stefanie Fiebrig

Ohne Leute wie Susanne Kopplin würden Fußballvereine nicht funktionieren. „Das ist hier nicht nur ein Job. Das machst Du entweder aus Überzeugung oder du lässt es einfach sein.“ Die Arbeit am Wochenende, die flexiblen Arbeitszeiten verlangen ihr viel ab. „Bei allem Stress, den du drumherum hast, du hast immer irgendwas Lustiges, jeden Tag. Aber vielleicht ist das eine Lebenseinstellung von mir.“

Sebastian Polter und seine Frau kennen seinen Wunschverein

Die Berliner Zeitung hat heute ein Gespräch mit Sebastian Polter im Angebot. Der für Unioner entscheidende Satz des Stürmers auf die Frage, wer seinen Vereinswunsch kennt, lautet: “Nur meine Frau.”

1.FC Union Berlin U23 - FSV Wacker NordhausenFoto: Stefanie Fiebrig

Ich mag die Aussagen von Polter über seine Trainer, die über die üblichen Phrasen hinausgehen. Aus dem Ehrgeiz und den klaren Gedanken, die der Angreifer hier äußert, kann ich allerdings den Optimismus von Norbert Düwel auf einen Polterverbleib schwer teilen. Mal sehen, welchen Wunsch er gegenüber Mainz äußern wird und was dann von dem 05er-Manager Christian Heidel möglich gemacht wird. Sein Vertrag dort läuft jedenfalls noch bis 2017.

1.FC Union Berlin U23 - FSV Wacker Nordhausen
Foto: Stefanie Fiebrig

Mit der ersten Mannschaft hat sich Sebastian Polter nach dem Abschlusstraining und vor der Abfahrt nach Mainz noch das letzte Heimspiel der U23 gegen Nordhausen (0:1) angesehen. In einer Fleißarbeit hat die BZ aufgedröselt, wohin sich das bald aufgelöste Team verstreut.

Der Abschied der Mannschaft von Betreuerin Susi Kopplin war dabei noch bewegender als der Abschied von der Mannschaft. Von Trainer Robert Jaspert kamen dabei genau die richtigen Worte. Ich behaupte mal: Wir hatten dabei alle Tränen im Auge.

 

Steffi hat beim Abschieds-Spiel fotografiert. Aber es gibt auch wunderbare Fotos bei union-foto.de.

Dauschi kommt zurück an die Alte Försterei

Der MSV Duisburg hat gestern genauso wie Arminia Bielefeld den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt gemacht. Das freut mich, weil wir damit sicher sein können, dass Martin Dausch zurück an die Alte Försterei kommt und ordentlich verabschiedet werden kann. Dafür war leider im Winter keine Zeit.

Das freut sichtlich auch Sören Brandy, der auf Facebook dieses gekonnte Selfie samt Gratulation postete:

brandy_msv
Foto: Sören Brandy/Facebook

“Herzlichen Glückwunsch an alle Zebras #msvduisburg!!!
Besonders an Dauschi 😘, Kevin 🍺 und Baja 🙈! Freu mich auf ein Wiedersehen in der nächsten Saison! Feiert schön 🎉🎊🎈🍺

Rostock macht es übrigens in der 3. Liga richtig spannend und kann am letzten Spieltag noch in die Regionalliga absteigen.

Der Abschied von Jopek rückt näher

Weil gestern zur Zukunft von Jopek gefragt wurde. Es gab eine vereinsseitige Vertragsoption auf ein weiteres Jahr. Die wurde laut Kurier aber nicht gezogen. Möglicherweise, weil damit eine Gehaltssteigerung auf ordentliches Zweitliga-Niveau verbunden gewesen wäre. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass von Spielerseite neu mit Union verhandelt wird und gehe davon aus, dass er bei einem ambitionierten Aufsteiger in die Zweite Liga oder einem anderen Verein landet.

Aus Vereinssicht kann ich das durchaus nachvollziehen: Ihm fehlt die Konstanz und vor allem seit seinem Kreuzbandriss die Unbeschwertheit im Spiel. Er wäre nicht der erste Spieler dem eine Luftveränderung auch im persönlichen Fortkommen gut tun würde.

Foto: Stefanie Fiebrig

Union live

Heute ist erst 15.30 Uhr Anstoß beim FSV Frankfurt.