Erleichtert. Aber das tolle Spiel gegen Bochum täuscht nicht über die Saison hinweg

Erleichterung. Das war das Wort, das vielleicht am häufigsten gefallen ist nach dem 3:1 gegen Bochum. Erleichterung, dass der größte anzunehmende Unfall in dieser Saison nicht Wirklichkeit geworden ist. Erleichterung, dass es kein Abstiegs-Endspiel in Dresden geben wird. Erleichterung, dass die Mannschaft eines der besten Spiele der Saison gezeigt hat. Mit Kampf, Willen, Einsatzbereitschaft. Erleichterung darüber, dass der Geist der Choreo zum 50-jährigen Jubiläum des Pokalsiegs von der Mannschaft auf dem Rasen mit Leben erfüllt wurde. Wir waren alle so erleichtert, dass wir gar nicht mehr weg wollten nach dem Spiel. Lieber im Biergarten sitzen und zusammen bleiben. Gemeinsam erleichtert sein.

Erleichterung heißt nicht, dass sich irgendjemand hat blenden lassen von diesem einen Spiel. Der Sieg war die Vermeidung einer Katastrophe, nicht der krönende Abschluss einer Saison. Und in vielen Gesprächen ging es danach darum, was jetzt wohl passieren wird. Trainer, Spieler wurden in Frage gestellt. Wenn der Trainer erst einmal einen Kader zur Verfügung hätte, der zu seinem Spielsystem passt. Wenn die Mannschaft erst einmal einen Trainer hätte, der zu ihr passt. Der Kurier warnt im Kommentar davor, jetzt mit Helmut Schulte eine Person zum Trocknen rauszuhängen.

Ich finde, dass das alles nachrangige Fragen sind, die von der Beantwortung zweier Fragen abhängen: Was ist das kurz- und mittelfristige sportliche Ziel von Union? Und mit welcher Spielstrategie soll das erreicht werden? Denn noch einmal mitten in der Saison mit einem Trainerwechsel die komplette Strategie über den Haufen zu werfen, dürfte wohl kaum noch einmal jemanden einfallen. Von der Beantwortung dieser Fragen kann man sich (oder hat man sich vielleicht auch schon) durch die ganzen Themen wie Sportgeschäftsführung, Leitung Lizenzspielerabteilung, Trainer und Spieler durcharbeiten. Sollte man weiter unten anfangen mit der Arbeit, sehe ich Union vor einer noch schwierigeren Saison als wir sie gerade erlebt haben.

Das sind die Berichte der Berliner Medien:

Steven Skrzybski haben wir vielleicht das letzte Mal im Union-Trikot gesehen, weil er sich laut André Hofschneider wohl einen Muskelfaserriss am Ende zugezogen hat. Der Angreifer sagte allerdings, dass sein Arbeitsvertrag länger geht als der von vielen anderen. Ich persönlich wünsche ihm ein glückliches Händchen bei der Sichtung der Angebote. Und die besten Fotos vom Wochenende zeigen ihn nach seinem Treffer zum 3:1.

Und dieses Foto auch:

Steven Skrzybski, Jubel nach Tor zum 3:1 gegen Bochum, Foto: Matze Koch

Noch mehr Fotos vom Spiel findet ihr hier:

Über die Intensität dieses Spiels macht sich Daniel in der Taktik-Analyse bei Eiserne Ketten Gedanken. Hier steht die hohe Anzahl der abgefangenen Bälle (17:3) für ihn exemplarisch dafür.

Dass doch nicht alle, wie ich noch am Anfang beschrieb, nach dem Spiel in ihrer Erleichterung den Realitätssinn behielten, dürfte dieses Bild zeigen 😂

Und sonst so?

In der Tipprunde Twitterförsterei gab es gestern richtig viele Punkte (allerdings nicht für mich):

Und morgen sind zum Fantreffen im Stadion Jakob Busk und Marvin Friedrich dabei. Los geht es um 19 Uhr. Schon ab 17 Uhr besteht die Möglichkeit, sich die Fotoausstellung “Fußball für Menschen” von Maximilian Gödecke anzusehen. Mehr Details gibt es auf der Union-Website.

So, und nun lassen wir die Saison mal ein bisschen sacken. Und wo geht das besser als in Köpenick:

10 Gedanken zu „Erleichtert. Aber das tolle Spiel gegen Bochum täuscht nicht über die Saison hinweg

  1. Schönes Spiel, bei dem aber auch endlich mal ein bisschen Glück dazu kam (nicht im Mittelfeld Foul gepfiffen vor dem 1:0, Bochumer Zuarbeit beim 2:0). Ich hoffe aber ein bisschen, dass jetzt nicht noch ein Sieg in Dresden folgt, der die katastrophale Rückrunde übertüncht und dazu führt, dass man Hemmungen bekommt, Tabula rasa zu machen. Immerhin sind wir rein punktetechnisch ja grad wieder auf dem typischen Level der Neuhaus-Ära, mit dem wir jahrelang gut leben konnten.

  2. die kommende Saison wird erneut eine schwere werden. von oben kommen zwei, eventuell sogar drei “Dickschiffe”, die den aufstieg unter sich ausmachen werden. von unten kommen mindestens zwei eingespielte vereine. wir selbst werden einen erheblichen kaderumbruch bekommen, der immer risiken (aber natürlich auch Chancen) birgt.
    wir fans sollten deshalb die ansprüche an die kommende saison ganz weit unten aufhängen. neuaufbau (und wieder-Stabilisierung) steht klar im vordergrund.

  3. @Mario Draghi: Sehe ich genauso! So ähnlich ist es ja Dresden schon in dieser Saison ergangen, nachdem sie letztes Jahr lange oben dabei waren.

  4. Das mittelfristige sportliche Ziel sollte wohl klar sein, da wird sich vorläufig auch nichts dran ändern. Wie das allerdings erreicht werden soll, da bin ich auf die Antworten der Entscheider in den nächsten Tagen gespannt. Spätestens nach dem Saisonfinale erwarte ich da erste konkrete Schritte. Ich bin allerdings nicht ganz so optimistisch wie Sebastian, in Bezug auf die Umbrüche während einer laufenden Saison, denn das hat ja mittlerweile eine gewisse Beständigkeit bei Union. Vielleicht will man am Ende in der Führungsetage doch gar nicht aufsteigen…könnte man meinen… ;-)

  5. Pure Erleichterung…. die man jedem ansah. Aber im Hinterkopf sind schon die Gedanken an die kommende Saison, die wohl noch schwerer werden kann als diese.
    Was war eigentlich mit dem Bochum Block los? Keine Fahnen, keine Gesänge.

  6. Es gab am Sonnabend ein paar Vorkommnisse in Köpenick, eventuell lag es daran. Oder die Ultras haben immer noch mit der Mitgliederversammlung zu kämpfen.

  7. Hab mit einem älteren Bochumer gesprochen, der meinte das die Bochumer Ultras das Spiel boykottieren weil da irgendeine Investmentgeschichte läuft.

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