Marc Torrejons zentrale Rolle in der Abwehr steht ihm gut

Das letzte Spiel, das Union nach Braunschweig führte, stand noch unter ganz anderen Vorzeichen. Die Morgenpost erinnert uns noch einmal an die Zeit zum Ende der vergangenen Saison, als Union in Braunschweig die Chance auf die Relegation verspielte. Ich empfinde diesen Gedanken momentan als nicht hilfreich, weil er natürlich davon ablenkt, worum es heute geht. Nicht mehr das große Ziel vor Augen oder die Angst, es zu verspielen. Es geht darum, weiter so griffig in den Zweikämpfen zu sein und defensiv aufmerksam zu sein. Für Union geht es nicht mehr um Saisonziele, sondern darum kleine Schritte zu machen. Sich weiter Selbstsicherheit zu holen und dem Gegner den Glauben daran zu rauben, gegen Union gewinnen zu können. Ob am Ende doch noch was dabei rausspringt im Sinne von Aufstiegsplätzen, liegt definitiv nicht allein in den Händen der Mannschaft.

Marc Torrejon beim Training am 07.02. 2018, Foto: Matthias Koch

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Kurzer Vertrag für Jakob Busk und Comeback für Benjamin Köhler

Bevor wir direkt zum Trainingslager kommen, muss ich kurz etwas wegen der Verpflichtung von Jakob Busk nachhaken. Der Torhüter unterschrieb bekanntlich gestern seinen Vertrag bei Union. Der Jubel darüber wird sich bei den anderen Keepern Daniel Haas, Mo Amsif und dem in Berlin gebliebenen Steve Kroll sicher in Grenzen halten. Aber darum geht es mir nicht.

Ich habe gestern bei der Dauer des Vertrages gestutzt. Denn das Arbeitspapier ist lediglich bis Sommer 2017 gültig. Eineinhalb Jahre Vertrag sehen für mich nicht nach einer Verpflichtung aus, von der man als Verein überzeugt ist. Außerdem gibt der Verein damit Trümpfe aus der Hand. Denn schließlich könnte der Spieler, vorausgesetzt er setzt sich durch und wird wertvoll, dann schon nach der nächsten Saison ablösefrei wechseln.

Foto: Matze Koch

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Dreierkette, Viererkette – eine aktuell unwichtige Systemfrage

Ich lege mich fest: Es gibt kein starres taktisches Spielsystem und deshalb ist die Diskussion um Dreierkette oder Viererkette, wie sie heute zum Beispiel die BZ führt, wenig zielführend. Aus meiner Sicht muss eine Mannschaft mehrere Varianten draufhaben, um während des Spiels schnell umstellen zu können.


Quelle: Twitter/@czossi/@fcunion

Ich sehe das Problem auch nicht in der Defensive, sondern im Verhalten mehrerer Offensiv-Spieler, die die Abwehr nicht entlasten, indem sie sich so positionieren, dass sie anspielbar sind. Wichtig sind in dem Zusammenhang die Dreiecke auf dem Spielfeld. Ein ballführender Spieler muss immer die Option zwischen mindestens zwei anspielbaren Mitspielern haben. Und zwar idealerweise nach vorne. Hat der Spieler das nicht, steht er unter Druck und begeht Fehler. Klingt einfach, ist aber komplex und hat mit der Systemfrage nicht viel zu tun.

Bei Union war aus meiner Sicht zuletzt durch das starke Gegnerpressing zu beobachten, wie Offensivspieler und Defensivspieler voneinander abgeschnitten waren. Die Offensivspieler standen dann zu sehr im Deckungsschatten der gegnerischen Spieler.

Zusammenfassung: Wenn im nächsten Spiel wieder eine Viererkette steht, wird damit nicht die Dreierkette beerdigt.

Ersatz für Polter

Die Bleibewahrscheinlichkeit von Sebastian Polter ist nicht sehr hoch. Das weiß auch Union und hat sich laut Bild bereits nach Ersatz umgeschaut. Florian Niederlechner (24, Heidenheim) soll sich bereits mit dem Verein einig sein und Stefan Kutschke (26, Paderborn) wäre der nächste. Ich halte beide für eine gute Wahl. Natürlich würde ich gerne Polter behalten, allerdings kann ich auch der Realität ins Auge sehen. Leider.

Florian Niederlechner gegen Roberto Puncec (Foto: Matze Koch)Foto: Matze Koch

Nur weil es in der Bild diskutiert wird: Mir ist es egal, ob ein Spieler mal bei RB war. Es sei denn er hat sich rote Bullen auf die Wade tätowiert …

Beim Kurier ist das Glas halbvoll

Der Kurier möchte uns heute Mut machen für die letzten Spieltage. In kurz: Es gibt Mannschaften (St. Pauli, 1860), denen es im Umbruch noch schlechter geht. Ich bin kein Freund dieser Argumentation, die ich von schulpflichtigen Haushaltsangehörigen öfter hören muss: “Aber XY ist noch schlechter als ich.” Es sind die eigenen Ansprüche und Möglichkeiten, an denen jeder sich messen muss. Auch der 1. FC Union und seine Spieler. Aus dieser Sicht hat die Mannschaft in dieser Saison nicht das Maximale herausgeholt. Andererseits haben sich auch Aspekte für die Zukunft gezeigt, die vor einem Jahr noch nicht zu sehen waren. Meiner Meinung nach ist das Glas weder halbvoll noch halbleer. Es ist einfach halb.