Sky und DFL bereiten den Weg für Geisterspiele, doch die Fanszenen sind dagegen

Wenn alles wie geplant läuft (aber wann tut es das schon in den vergangenen Wochen), dann dürfte die Bundesliga Mitte Mai wieder starten. Natürlich mit Geisterspielen. Natürlich mit permanenten Tests auf das Coronavirus. Gestern Abend kam dann die Nachricht von Bild (und später auch Spiegel), dass Sky die 4. TV-Geld-Rate vorzieht und zwar weniger, aber dafür überhaupt zahlt. Das dürfte vielen Clubs beim Thema Liquidität helfen, auch wenn der  eine oder andere Verein diese Rate vielleicht direkt an einen Geldgeber durchreicht, von dem sich in Vorgriff auf das TV-Geld schon eine entsprechende Summe geholt wurde.

Szene aus dem Jahr 2017: Test zwischen 1. FC Union Berlin - FK Dinamo Brest vor leeren Rängen, Foto: <a href="http://matzekoch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Matze Koch</a>

Szene aus dem Jahr 2017: Test zwischen 1. FC Union Berlin – FK Dinamo Brest vor leeren Rängen, Foto: Matze Koch

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Wir kommen dem Fußball leider nicht näher

Wir sind heute nicht näher an Fußballspielen – in welcher Form auch immer – als wir es gestern waren. Die Bundes- und Landesregierungen haben gestern das Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August verlängert (Kicker). Aber das war ohnehin kein Zeitrahmen, in dem an Spiele mit Publikum zu denken gewesen wäre. Und Geisterspiele wurden in der Pressekonferenz zwar explizit erwähnt, aber nur um zu sagen, dass dazu keine Entscheidung getroffen wurde (Berliner Zeitung).

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#410 – Jetzt wird zurückgerudelt

Wir haben den Film "Das Rudel" von 2009 noch einmal gesehen und weil uns das nicht reicht, bewerten wir danach alle Instagram-Accounts der Union-Profis. Natürlich streng wissenschaftlich mit Tabelle und Durchschnittspunkten.

Links:

Name Steffi Daniel Hans-Martin Sebastian Robert Gesamt
Rafal Gikiewicz 91 87 100 93 12 77
Jakob Busk 60 45 55 30 7 39
Moritz Nicolas 30 8 45 15 7 21
Neven Subotic 50 47 63 50 28 48
Marvin Friedrich 60 62 60 30 15 45
Julian Ryerson 30 13 45 12 10 22
Ken Reichel 20 2 30 10 3 13
Florian Hübner
Christopher Lenz 45 42 55 33 19 39
Christopher Trimmel 90 99 90 97 24 80
Keven Schlotterbeck 70 70 75 57 5 55
Akaki Gogia 80 75 75 82 75 77
Joshua Mees 10 15 40 21 11 19
Florian Flecker 55 41 55 23 21 39
Yunus Malli 20 2 40 15 11 18
Grischa Prömel 50 65 50 55 15 47
Felix Kroos 90 92 80 90 17 74
Manuel Schmiedebach
Julius Kade 40 12 50 20 10 26
Michael Parensen
Robert Andrich 85 7 30 53 0 35
Christian Gentner 21 38 40 36 12 29
Maurice Arcones 20 27 60 21 14 28
Sebastian Polter 80 40 60 73 25 56
Sebastian Andersson 30 22 50 33 9 29
Anthony Ujah
Marius Bülter 55 52 60 44 17 46
Suleiman Abdullahi
Sheraldo Becker 20 40 50 63 13 37
Marcus Ingvartsen 50 15 50 43 4 32

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“Dieser Film ist keine Propaganda.”

In seinem Film “Das Rudel” begleitet Regisseur Alexander Schimpke die Ultras vom Wuhlesyndikat an zwei Spieltagen. Der Streifen erhielt letztes Jahr beim Dokumentarfilmfestival in Leipzig eine “lobende Erwähnung” durch die Jury. Nach der Vorstellung des Filmes beim 1. FC Union Berlin Abend des Fußballfilmfestivals 11mm kamen einige Fragen auf, die wir an Alexander Schimpke weitergereicht haben.

An Ihrem Film „Das Rudel“ wurde bemängelt, dass es kein richtiger Dokumentarfilm sei. Es wird vorgeworfen, dass Sie sich zum Sprachrohr derjenigen machen würden, die Sie porträtierten. Wie stehen Sie dazu?

Zuerst würde ich gerne wissen, wer das wo festlegt, was ein richtiger Dokumentarfilm ist?! Aber im Ernst: Ich denke, dass dieser Film ein authentisches Bild der Szene ist. Er zeigt, wie diese Szene funktioniert und welche Bedürfnisse bedient werden. Und das war mir auch wichtig, dass der Film dieses authentische Bild ist. Aber das heisst noch lange nicht, dass dieser Film Propaganda ist, oder ich ein Sprachrohr bin. Ein Sprachrohr gibt die Meinug anderer wieder. Wenn ich aber aus 2 Millionen Möglichkeiten, wie man diesen Film gestalten kann, eine Möglichkeit auswähle, dann steckt da sehr wohl eine eigene Meinung und Haltung dahinter. Alles in diesem Film beruht auf Beobachtungen, Überlegungen und Entscheidungen, die ich mit meinem Team zusammen getroffen habe. Und natürlich ist dieser Film dann ein Ausdruck meiner Sicht auf die Dinge. Und auch wenn ich aus einer anderen Perspektive erzähle, heisst das ja nicht, dass ich als Autor nicht mehr existiere. Es kam ja auch keiner und hat gesagt “Schreib drei Zeilen zu Gewalt und dann bitte nur noch von Fahnen und Auswärtsfahrten!”. Natürlich gibt es auch Dinge, die ich außen vor lasse. Aber wenn ich einen Film mache, muss ich mich immer irgendwie beschränken – und zwar auf das, was ich als wesentlich empfinde. Dass ich eine Sympathie für die Leute habe, mit denen ich es zu tun hatte, das steht außer Frage. Aber dass man merkt, dass hinter diesem Film ein Autor steht, der die Leute mag, mit denen er es zu tun hat, das ist für mich kein Verbrechen.

Ich glaube auch, dass es ein Missverständnis ist, wenn es um Dokumentarfilme geht, dass diese so weit wie möglich objektiv sein müssten. Mir geht es beim Filmemachen darum, auch beim Dokumentarfilm,  meine persönliche Sicht auf die Dinge zu vermitteln. Ich meine jetzt nicht, dass ich irgendwelche Lügen oder Unwahrheiten auftischen will. Aber es gibt eben auf alles eine unterschiedliche Sicht.

Sie haben den Film voriges Jahr auf dem Dokumentarfilmfestival in Leipzig vorgestellt. Wie waren die Reaktionen dort?

Also erstmal habe ich es als eine sehr große Ehre empfunden, dass wir dort im Deutschen Wettbewerb laufen dürfen. Was bis zu mir durchgedrungen ist, war in der Regel positiv. Das war zum Teil richtig schön von den Reaktionen. Natürlich habe ich auch Kritik bekommen, aber ich fand das absolut im Rahmen. Ich habe auch nicht den Anspruch, einerseits unfehlbar zu sein, und anderseits will ich es ja auch nicht allen recht machen. Ein bißchen ätzend war es dann, im Nachhinein die Berichterstattung zu verfolgen, wenn man merkt, dass da Leute versuchen, einen vorsätzlich runter zu machen, mich zu diskreditieren mit falschen Zitaten oder völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Aussagen – mir aber gleichzeitig dokumentarisches Versagen vorzuwerfen. Das finde ich schon sehr komisch. Aber wenn sich einer empört, dass ich die vedreckten Züge bei Auswärtsfahrten unterschlagen würde, dann denk ich mir auch: Meine Güte, hat der mal aus Versehen im falschen Zug gesessen? Ich glaube, für manche sind die Leute aus dem Film und ihr Verhalten einfach nur Pöbel. Mehr nicht. Und dann ist dieser Film natürlich eine Provokation.

Der Film wird durch eine Stimme aus dem Off begleitet, Gesprochen von einem Mitglied der Ultravereinigung. Dadurch entsteht der Effekt, dass man meint, die „innere Stimme der Ultras“ zu hören. Wie ist der Text für die Off-Kommentare entstanden? Waren die Ultras daran beteiligt?

Der Text ist so entstanden, dass ich Gespräche mit den Ultras geführt habe, die ich aufgezeichnet habe. Ich habe dann den Text geschrieben und mich orientiert an Aussagen, die ich wichtig fand oder die mich berührt haben. Die Art, wie sich die Leute ausdrücken, war natürlich sehr unterschiedlich. Daraus konnte man nicht eine Textfigur machen. Ich habe also nicht 1:1 übernommen, sondern neu getextet und dabei mit Kernaussagen oder einzelnen Formulierungen gearbeitet, die ich eben aus den Interviews hatte. Der Text ist in dem Sinne also keine wirkliche Collage. Und wie schon gesagt, mir war es aber sehr wichtig, dass der Text von den Protagonisten als echt empfunden wird, dass sie sagen können: “Ja, wir können uns darin wiederfinden.” Da ich nicht aus Berlin komme, war alles in Hochdeutsch geschrieben, abgesehen von bestimmten Redewendungen, und der Sprecher hat den Text dann sozusagen zurück ins Berlinerische übersetzt.

Im Film nimmt man die Ultras in ihrer Selbstsicht wahr. Die Kamera nimmt meistens die Blickrichtung des Capos ein. Warum haben Sie auf Szenen von der Vorbereitung der Chroreographien, von Diskussionen oder Konflikten verzichtet? Dem Zuschauer wird es dadurch ja nicht sehr einfach gemacht, das Geschehen einzuordnen.

Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen wollte ich den Film auf einen Spieltag reduzieren. Auch weil ich zum Beispiel bei vielen der englischen Hooligan-Filme den Eindruck hatte, dass es nicht funktioniert, diesen wöchentlichen Rhythmus, die ständige Wiederholung dramaturgisch zu verarbeiten. Ich dachte, die Emotionen, um die es geht, die liegen ja in jedem einzelnen Spiel, wie eine Essenz. Warum sollte ich das wieder verdünnen?

Diskussionen oder Konflikte sind, glaube ich, vor allem dann spannend, wenn es um eine Entwicklung geht, an der man teilhaben kann als Zuschauer. Aber das Thema war das eben nicht, dass jetzt die Entwicklung Einzelner oder einer ganzen Gruppe beobachtet wird über eine gewisse Zeit. Und ein wichtiger Grund ist, dass eine Kurve ihre Anziehungskraft durch das Raue und Martialische entwickelt, was ich eben filmisch unterstreichen wollte. Und das führt dann zu einer bestimmten Form, die dieser Film nun hat. Ich wollte mich konzentrieren auf bestimmte Aspekte und diese filmisch, mit gestalterischen Mitteln, darstellen. Und ich gehe gleichzeitig von einem mündigen Zuschauer aus, der seine eigene Meinung hat und sehr wohl in der Lage ist, das Gesehene zu reflektieren und sich seine Gedanken dazu zu machen, ohne dass man ihm zehnmal die Moral von der Geschichte vorkaut.

Würden Sie heute den Film genauso schneiden oder in bestimmten Punkten ändern, und wenn ja, in welchen?

Die Frage ist ein Jahr zu früh… Jetzt ist das alles noch frisch und man hat ja alles aus bestimmten Gründen gemacht. Und ich finde es richtig, wie wir es gemacht haben. Aber wie gesagt, wir sind jung und nicht unfehlbar. Vielleicht schaut man in einem Jahr wieder mal den Film und sagt, das und das vielleicht ein bißchen anders. Aber jetzt würde ich sagen, dass ich es es genauso machen würde.

Bisher wurde der Film einmal in Leipzig und einmal in Berlin gezeigt. Wird es eine weitere Verwertung geben? Aus den Reihen der Fans wird zum Beispiel stark nach DVDs zum Kaufen gefragt. Kann man damit rechnen?

Wir dürfen den Film noch am 16. April in Hamburg und danach in Linz auf Festivals zeigen, was mich sehr freut. Vielleicht kommt noch was hinterher. Das muss man sehen und wäre natürlich schön. DVDs sind leider nicht möglich, weil wir dafür Lizenzgebühren zahlen müssten für bestimmte Fremdrechte, wie zum Beispiel Archivmaterial oder Musik. Und das Geld haben wir leider nicht. Es freut mich natürlich, wenn es den Wunsch gibt. Nur leider muss ich da enttäuschen…

Auch mal einer Meinung sein.

Zwei Filme, die weitesten Sinne als dokumentarisch gelten können, wurden gestern abend beim 11mm-Festival im Kino Babylon gespielt. Weil sich die Redaktion ausnahmsweise komplett einig war, gibts nur einen Text über den Union-Abend.

“Das Rudel” (Trailer) spürt der Motivation und dem Selbstverständnis der Ultra-Bewegung nach. Es ist weder ein Union-Film -das Wuhlesyndikat steht hier stellvertretend für den Ultra-Gedanken ganz allgemein-  noch eigentlich ein Fußballfilm. Es geht nicht um Fußball, es geht um Fans, nein:  es geht um eine geschlossene Gesellschaft innerhalb der Fanszene. Im Fokus stehen die Aktionen einer Ultra-Gruppierung während zweier Fußballspiele – und wenn ich Fokus sage, meine ich: Fokus. Mittendrin. Rechts und links daneben: Nichts.  “Das Rudel” besticht durch die Nähe zu seinen Protagonisten. Die Kamera ist immer dicht am Geschehen. Dazu muss man angstfrei sein und Vertrauen haben. Auf beiden Seiten. Die so entstandenen Bilder sind mächtig. Sie überwältigen, und sie zeigen, welche Energie eine verschworene Gemeinschaft freisetzen kann.

Der Film zeigt hingegen nicht, wie die Choreos entstehen oder Transparente gemalt werden. Er zeigt das richtiger Weise nicht. Im Theater wie in der Fankurve geht es immer auch um Illusionsmalerei. Das Bild nimmt Schaden, wenn man sieht, wie´s gemacht ist. Und Erkenntnisse oder Verständnis für das Wesen der Ultra-Bewegung gewinnt man daraus nicht – ebenso, wie man ein Theaterstück nicht besser versteht, weil man Maske und Kulissen gesehen hat.

Und schließlich: “Das Rudel” relativiert nicht. Es geht nicht um die Ultras im Verhältnis zu anderen Gruppierungen, um ihre Einordnung in Jugend- oder Subkulturen. Der Film konzentriert sich auf eine einzige Frage: Was wollen diese Leute? – und das ist seine große Stärke.

Dokumentarisch ist “Das Rudel” wohl in den  Bildern und Originaltönen aus dem Stadion, gebrochen wird dieser dokumentarische Charakter aber durch die Erzählstimme aus dem Off, die nicht das Gesehene kommentiert, sondern das erklärt, was man nicht sieht. So fügt sich Kopf ein Bild zusammen, dessen Bewertung jedem selbst überlassen bleibt.

“Eisern vereint” (Trailer), der zweite Film des Abends, hatte es danach in mehrfacher Hinsicht schwer. Zunächst, weil “Das Rudel” Maßstäbe gesetzt hat, was filmisches Handwerk betrifft. Aber auch, weil der Stadionbauerfilm kaum mehr planbar war, als die Bauarbeiten sich hinzogen, dehnten, verlängerten, ausuferten und zu keinem Ende kamen. Es scheint, als hätte die Regie dabei die Übersicht verloren, und die fehlt dann auch dem Film. Er zerbröckelt in tausend kleine Anekdoten – eine klare Linie fehlt ihm, ebenso ein Schwerpunkt.

Drei große Vorwürfe sind dem Stadionbauerfilm in jedem Fall zu machen.

Zunächst: Wenn “Eisern vereint” tatsächlich einen dokumentarischen Ansatz verfolgt, hat das Filmteam einige Monate zu spät mit der Arbeit begonnen. Dem Film fehlt ein Anfang. Unverständlich bleibt daher die Größe der zu bewältigenden Aufgabe, wenn man doch alles schon fertig betoniert sieht und “nur noch” auf das Dach wartet. Dass hier ein Stadion in weiten Teilen zunächst zerlegt und abgetragen werden musste, wird komplett unterschlagen. Schalen, bohren, Wellenbrecher aufstellen – das fehlt alles.

Sodann: Man darf seine Protagonisten nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Wer den Kusturica-Film über Maradona gesehen hat, weiß, wie schwer das sein kann. Unbeschadet überstehen Gossi und Steven den Film, sonst niemand. Das liegt nicht daran, dass die Leute nicht gut waren oder nichts zu sagen gehabt hätten. Man ist nur wenig sensibel mit ihnen umgegangen und opfert seine Charaktere mäßig witzigen Äußerungen. Eine zu Tränen gerührte Silvia Weisheit, die am Morgen des Eröffnungstages letzte Anweisungen gibt und dabei ihre Stimme kaum mehr beherrschen kann, darf man nicht einfach so abwürgen. Und was hat eigentlich dieser Mielke mit unserem Stadion zu tun? Ich hoffe doch nichts!

Zum Schluss:  Ohne die Tränen bleibt der Jubel unverständlich, und ein bißchen Schneefegen macht noch keinen Winter. Natürlich waren alle Beteiligten frustriert, dass sich die Fertigstellung immer weiter verschoben hat. Nächtliches Warten auf Dachteiltransporte ist gar nicht mal so romantisch. Selbstverständlich herrscht auf Baustellen nicht nur eitel Sonnenschein. Und Scheiße, war der Winter kalt! Dass ein großer Teil der Leistung darin bestand, trotzdem weiterzumachen, übermüdet und mit blank liegenden Nerven, transportiert der Film ebenfalls nicht.

Schade.

Eisern vereintes Rudel

Es gibt es etwas zu feiern. Kein Tor. Denn mit dem Schießen von Toren tun sich momentan einige Berliner Fußballklubs schwer. Aber abseits von den Ergebnissen des Spieltages in den verschiedenen Ligen lädt das Fußballfilmfestival 11mm am Montag, den 15.03., zum Union-Abend. Im Kino Babylon werden ab 19 Uhr in einer Doppelvorstellung die beiden Filme “Eisern vereint” und “Das Rudel” gezeigt. Die Eintrittskarte kostet für beide zusammen 6,50 €.

Eisern vereint

Das erste Mal im Kino zu sehen, befasst sich der Dokumentarfilm von Andreas Gräfenstein mit einem der am meisten identitätsstiftenden Ereignisse in der Geschichte des 1. FC Wundervoll. War das 8:0 gegen den BFC Dynamo vor fünf Jahren in der vierten Liga für viele ein noch zu erledigender Punkt auf der To-Do Liste, so gab der Stadionbau die Möglichkeit, sich mit dem Verein zu identifizieren, ohne sich von anderen abgrenzen zu müssen. Eine Art positiver neuer Gründungsmythos, der auch die Möglichkeit schafft, sich Union jenseits der Herkunft aus der DDR zu nähern. Gräfenstein hat die Stadionbauer vom Beginn bis zum Eröffnungsspiel gegen Hertha BSC begleitet.

Das Rudel

Viel wird über Ultras gesprochen und geurteilt, ohne sich ein Bild dieser Gruppierungen zu machen. Das liegt zum Teil sicher auch daran, dass diese selbst sehr verschlossen sind und sich den Medien gegenüber kaum äußern. In diesem Dokumentarfilm gelingt es dem Regisseur Alexander Schimpke, Zugang zu den Ultras des 1. FC Wundervoll zu erhalten. Er begleitet sie bei einem Regionalligaspiel gegen Dynamo Dresden. Die Kamera folgt der Blickrichtung des Capos – Rücken zum Spielfeld und Gesicht zu den Rängen. Der Film vermittelt Einstellung und Gefühle der Ultras und die Bilder wirken mit einer ungemeinen Kraft auf den Zuschauer. Die Entscheidung, sich eine eigene Meinung dazu zu bilden, nimmt der Film den Zuschauern trotzdem nicht ab.