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Ist Nenad Bjelica (zu) old school?

Im Kicker von Montag ist auf einer Doppelseite ein Artikel erschienen, der sich ausgiebig mit Unions neuem Trainer Nenad Bjelica und seiner Arbeitsweise befasst, aber auch wie er damit bisher bei Union ankommt. Dass es so einen Bericht gibt, kann für jemanden in Bjelicas Position vermutlich eins von zwei Dingen heißen: Dass er mit seinem Ansatz für die ersten Monate in seinem neuen Job auf Anhieb Erfolg hatte, und dafür die Gründe gesucht werden. Oder, dass seine Änderungen im Vergleich zur bisherigen Herangehensweise auf Skepsis oder Ablehnung im Sport, Verein oder Umfeld stoßen. Im Kicker-Text gibt es Indizien für beides.

Nenad Bjelica Union Berlin
Wird teils skeptisch beäugt: Nenad Bjelica bei Union. Photo: Matze Koch

In dem Artikel steht, dass Union sich ergebnismäßig unter Bjelica stabilisiert hat. Tatsächlich gab es in den vergangenen fünf Ligaspielen nur eine Niederlage, was nach dem katastrophalen Lauf der vorigen Monate wirklich eine Verbesserung darstellt. Allerdings ist es auch nicht falsch, wenn der Kicker schreibt, dass Union sich in diesen Partien spielerisch nicht nachhaltig zum Guten entwickelt hat. Die Siege gegen Gladbach und Köln seien nicht zuletzt schwachen Auftritten der Gegner zu verdanken, während das Unentschieden in Freiburg ziemlich glücklich zustande gekommen sei.

Der Tenor ist ansonsten, dass Bjelica vor allem auf Aktion(ismus), Disziplin und Emotion setze, und dafür die minutiöse Arbeit an Details von Abläufen nicht seine Sache sei. Festgemacht wird das neben den Abläufen im Training daran, dass Videoanalysen der vergangenen Spiele und kommenden Gegner sehr viel weniger Raum einnehmen würden als bisher.

Suboptimal ist freilich, wenn in einem solchen Text der Name von Bjelicas neuem Co-Trainer falsch geschrieben wird. Nicht nur, weil es gleich noch mehr nach der beschriebenen „uralten Schule“ klingt, wenn dieser „Bulle“ und nicht wie in Wirklichkeit Nino Bule heißt. Dieses ärgerliche Detail soll aber auch nicht die Aussagen des Textes insgesamt in Abrede stellen. Zum Teil kommen die Beschreibungen des Dargestellten schließlich auch aus direkten Zitaten von Beteiligten wie Christopher Trimmel oder Oliver Ruhnert (die sich dabei beide hinter Bjelica stellen).

Zumindest ein Umstand, der auch in dem Text im Kicker vorkommt, wird sich am Mittwoch beim Nachholspiel in München gegen Bayern und am Wochenende gegen Darmstadt ändern: Josip Juranovic wird für das Spiel ausfallen (via Pressekonferenz), sodass wir wohl Christopher Trimmel von Anfang an sehen werden. Ob das auch für den neuen Stürmer Chris Bedia gilt, wird sich zeigen. Ebenso, ob man von ihm auf dem Feld einen tieferen Eindruck bekommt als in dem kurzen Vorstellungsvideo im Vereinskanal.

Presseschau

Das sind die weiteren Texte vor dem Spiel gegen Bayern:

Eine Schwierigkeit für das Spiel morgen ist durch den neuerlichen Streik bei der Bahn entstanden, der von Mittwoch bis einschließlich Montag dauern soll. Der Eiserne Virus hat dafür kurzfristig eine Busanfahrt organisiert, für die man sich noch bis Dienstagmittag anmelden kann:

Angebot vom Eisernen Virus bis Dienstag 11 Uhr, Foto: Eiserner Virus Instagram
Angebot vom Eisernen Virus bis Dienstag 11 Uhr, Foto: Eiserner Virus Instagram

Apropos Nachholspiele am Mittwochabend: Union wird am Mittwoch, dem 7. Februar um 18:30 in Mainz antreten, um das ausgefallene Spiel vom vergangenen Wochenende zu absolvieren.

Union-Frauen

Schon heute am Dienstagabend kann man die Frauen von Union spielen sehen: Auf AFTV wird das Testspiel im Trainingslager in Spanien gegen den Drittligisten Elche live übertragen.

27 Kommentare zu “Ist Nenad Bjelica (zu) old school?

  1. Gorilla_im_Nebel

    Nenad “3 Punkte sind immer möglich” Bjelica.

  2. Thomas SF

    Ich stelle mir gerade Felix Magath vor. „Old School? So ein neumodischer Quatsch, mit diesem Englisch immer!“

  3. Ganz ehrlich, bis jetzt kann ich mit Nenad Bjelica auch nicht viel anfangen. Ich habe neuerdings auch kaum Lust die Pressekonferenzen zu sehen. Für mich kommt der sowas von emotionslos rüber, sypathisch ist jedenfalls was anderes. Sicher gibt es dazu geteilte Meinungen, aber so sehe ich das nun mal. Für mich ist bisher auch keine spielerische Verbesserung erkennbar und Begegnungen in der BL nur mit Glück und Unvermögen der Gegner positiv zu bestreiten wird auf Dauer nicht funktionieren. Aber vielleicht kommt da ja noch was. Zeit sollte man ihm auf jeden Fall geben.

    • Hämmerlingstr

      @jens Und Fischer war die Emotion in Person? :D

    • wir sollten hier so machen wie unser Präsi es gesagt hat… „Nenad Bjelica sollte nicht mit dem Urs Fischer nach fünf Jahren verglichen werden, sondern mit dem als UF bei uns neugestartet hat“
      ich habe den Kicker Artikel nicht gelesen, denke aber, dass wir nach der Niederlagenserie mit den letzten Spielen mehr als zufrieden sein sollten… Selbstvertrauen und spielerisch gute spielen, bekommt man erst über gute Ergebnisse wieder hin, von daher bleibt unsere Mannschaft ein zerbrechliches Gebilde diese Saison……

      und zum „Ols School“
      bei einem Horst Hrubesch wird übrigens vom Kicker gefeiert, dass er den Fußball unserer Frauennationalmannschaft erstmal einfach hält….

  4. Jetzt lasst ihm mal ein wenig Zeit. Das ist Fußball und nicht tiktok.

  5. Für mich ist wichtig, ob/dass ein Trainer am Spielfeldrand und bei der Mannschaftsansprache Emotion zeigt. Und da habe ich Bjelica bisher recht positiv wahrgenommen. Ich kann ihn und sein Wirken ebenfalls noch nicht so richtig vollständig einschätzen, hab aber auch das Gefühl, dass er bei vielen mit nahezu kaum Kredit startet, einfach weil er „der nach Fischer“ ist. In einer PK ist mir aber offen gestanden egal wie emotional ein Trainer ist. Klar, launige Sprüche und/Ausbrüche wie bei einem Klopp oder Streich sind unterhaltsam. Für mich ist es aber nicht wichtig, ob er da für Journalisten den Entertainer gibt.

  6. Für ne Fachzeitschrift isset etwas reisserisch, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt. Der Kader ist, wie er ist, trainiert wurde auf zwei, drei bestimmte Systeme, da war noch keine grosse Möglichkeit des völligen Neuanfangs. Und der psychologische Effekt ist bestenfalls am Anfang wirksam, oft nutzt er sich auch ohne deutliche Veränderung ab. Wir werden sehen, was Männer und Frau da in unser Team hineintrainieren. Das Wichtigste ist eh, dass sie erstmal die Mannschaft erreichen, nicht den Kicker oder uns. Von daher: Kicker, chill mal!

  7. Hm, sicher bekommt man beim öffentlichen Training keinen wirklichen Einblick, aber es ist auf jeden Fall sehr anders als es bei Urs war.
    Habe die ganze Zeit nur zwei Teams gegeneinander spielen gesehen.
    Und ja, er ist halt nicht so nahbar wie Urs bei öffentlichen Auftritten.

  8. chschmidt

    Oh Gott oh Gott, fehlt ja eigentlich nur noch “ Jan“ mit einem seiner “ berüchtigten“ Kommentare.
    Wird Zeit das wir wieder spielen dürfen, dann haben wir hier auch wieder wirkliche Themen.
    Nur kurz zur Sache:
    Ähhhhh Urs war ähhhhh ein ähhhh Brüller auf Pressekonferenzen? Da scheinen sich ja wohl irgendwie Sinne verklärt zu haben :-)
    Urs war so ein Topp Trainer? Ich kann mich noch gut an mindestens die ersten beiden Saisons und seine Auswechselkünste erinnern, wo ich mir immer dachte, will er jetzt mit Gewalt noch das Gegentor.
    Wie kann man denn überhaupt halbwegs seriös die Arbeit von Nenad kritisieren? Total lächerlich und unnötig.
    Ich persönliche fand zu Beginn seine Aufstellungen spektakulärer, da fehlt mir jetzt so ein bisschen die Kontinuität, aber wir können das auch positiv als Flexibilität bezeichnen bzw. ja mal darauf hinweisen, welches Personal ihm überhaupt zur Verfügung steht.
    Und… wie schon so oft erwähnt, dass Problem ist dieses unsägliche Transfergehabe von O.R.
    Wie man trotz Jahren sportlichen Erfolgs zum Schluss mit fast Nichts dastehen kann ist mir ein Rätsel.
    Ich hoffe sehr das er bei der Sahrah auch so performed, dann ist aus dieser Ecke mit keiner Gefahr zu rechnen.
    So und nun heisst es Daumen drücken heute Abend, hoffentlich sind die Bayern nicht so sauer.
    3 Dinger müssen sie schonmal machen, da ich fest mit 2 Toren von Chris rechne….
    u.n.v.e.u.

    • MenschSascha

      Während andere sich an Bjelica abarbeiten hast du dir halt Ruhnert als Ziel ausgesucht.
      Das macht eigentlich kein Unterschied und ist genauso wenig zielführend.

    • chschmidt

      Vielleicht (leider) nicht zielführend, aber in der Sache korrekt.
      Aber ist vielleicht eine Frage des Blickwinkels mit dem man auf die Entwicklung des Vereins schaut.

    • @chschmidt „Oh Gott oh Gott, fehlt ja eigentlich nur noch “ Jan“ mit einem seiner “ berüchtigten“ Kommentare.“

      Wir dulden es hier in den Kommentaren nicht, wenn andere persönlich angegangen werden. Sollte sich das wiederholen, werden wir Kommentare löschen. Das hier ist ein Hobby-Projekt und wir haben weder persönliche noch finanzielle Ressourcen, um hier in jeder Minute dafür zu sorgen, dass wir nicht juristisch belangt werden können. Sollte sich das nicht ändern, kann es sein, dass alle Kommentare erst von uns freigegeben werden müssen oder wir die Kommentarfunktion komplett abschalten. Das ist natürlich nicht unser Ziel, weil wir den kritischen und fairen Austausch hier schätzen.

      Deshalb wären wir sehr dankbar, wenn nicht persönlich, sondern in der Sache argumentiert würde.

  9. Ich verstehe hier die ganze Diskussion nicht. Was heißt hier „Old school“; Otto Rehhagel (die älteren unter uns werden sich noch erinnern) ist so Europameister geworden und wird heute noch von den Griechen als Nationalheld gefeiert. Schlussendlich wirst du am Erfolg gemessen. Seit 26.11 ist Nenad unser neuer Trainer; in der Bundesliga 2 Siege, eine Niederlage (tat in Bochum auch wegen der Art und Weise richtig weh) und ein Unentschieden sind doch O.K., oder? Unter Urs haben wir oft doch die Pille nur nach vorne gehauen und dann auf die Sebastians (Polter und Andersson), auf Taiwo und den schnellen Sheraldo gehofft, die sie dann auch reingemacht haben.
    Meine Meinung zum Umgang mit Oliver Ruhnert von einigen hier:
    Kenne ich aus meiner langjährigen Erfahrung; da reißt du dir den A…. auf, hast viel Erfolg, wirst gefeiert und wenn dann mal was nicht funktioniert von einigen Schlaumeiern niedergemacht.
    Er hat ja auch die Größe seine Fehler öffentlich zuzugeben:
    „Uns ist nicht alles gelungen, was wir vorhatten – vor allem auf der Abgabeseite. Am Ende stellt man fest: Man liegt nicht immer richtig mit Transfers. Trotzdem glaube ich nach wie vor an das Potenzial des Kaders.“
    Vielleicht sollten unsere Boonschen Regeln (u.a. Mache nie einen Spieler zum Sündenbock und Pfeife nie die Mannschaft aus) nicht nur für unsere Spieler gelten.

    • Sehr gut geschrieben und zusammengefasst!
      Danke!

    • chschmidt

      Mal eine Anmerkung von einem Schlaumeier……………….. Kritik an offensichtlichen und bereits ganz klar im Vorfeld erkennbaren Fehlern sollte erlaubt sein. Der gute Mann wird für seinen Job auch gut bezahlt, näher möchte ich darauf wirklich nicht mehr eingehen.
      Ich denke selbst Du kannst mal alle Spieler seit dem Aufstieg zusammenzählen die wir gekauft, geliehen, verkauft, verliehen oder verschenkt haben. Bei manchen wirst Du schon zusammenzucken und sagen, ach der war ja auch mal hier.
      Wenn Du dann mal einen Strich runtermachst wirst Du mit Sicherheit eine Summe an Spielern haben die zumindest alles andere was in der Buli so abgeht derart in den Schatten stellt, dass selbst Felix Magath ( den Älteren unter uns sollte auch der noch ein Begriff sein) erröten würde. Das hat weder was mit Strategie, noch mit weitsichtiger Planung und nicht im entferntesten was mit verantwortungsbewusstem betriebswirtschaftlichen Handeln zu tun.

    • Lieber Chschmidt
      Natürlich ist konstruktive Kritik erlaubt, mir geht es nur um die Art und Weise.
      Zum betriebswirtschaftlichen Handeln zur Info:
      Seit 15 Mai 2018 ist er Oliver Ruhnert Geschäftsführer Profifußball und Leiter der Lizenzspielerabteilung bei Union. Kaderwert damals 24 Millionen €; Kaderwert heute ca. 174 Millionen € (Quelle Fussballdaten.de)
      Auch wenn in der letzten Zeit einiges nicht gut lief, auch seine Entscheidungen haben Union durch Transfererlöse einiges in die Kasse gebracht. Wir sind nun mal nicht RB Leipzig oder eine „Betriebssportgemeinschaft“, der die Gelder zufliegen, können uns auch z.B. nicht mit Stuttgart messen (Porsche haut da mal aktuell nicht ganz unumstritten über 40 Millionen rein).
      So und jetzt hoffen wir mal auf einen Erfolg heute Abend, auch wenn uns einiges trennt, die Liebe zu Union vereint uns wieder.
      UNVEU

  10. Sowas ähnliches lag mir auch auf der Zunge. dHart hat es treffend auf den Punkt gebracht.
    Heute können wir nur gewinnen.
    Eisern

  11. Gut, dass es hier überwiegend sachliche und faire Kommentare gibt. Da kann man die wenigen Ausnahmen gut ertragen.
    Stimme dhart voll zu!

    • ChSchmidt

      In Zukunft meiner lieber Jani werde ich akribisch jeden Deiner meist eher nicht nachhaltigen Kommentare gründlich zerlegen…
      Aber egal, selbst Union kann sich seine Fans nicht aussuchen.
      Noch 10min bis zur Aufstellung, ich bin gespannt ob Chris sofort spielt. u.n.v.e.u.

  12. Danke dHart!

  13. ChSchmidt

    Und natürlich….Danke „Jan“

  14. ChSchmidt

    Danke Adele

  15. Muss das nicht Danke Anke heißen?

  16. War das jetzt emotional genug von Bjelica?

Kommentare sind geschlossen.