Blog State of the Union

Ist die Verpflichtung von Rick van Drongelen der Vorgriff auf einen Friedrich-Abgang?

Wir haben das in diesem Sommer nun schon einige Male gesehen: Am Morgen gibt es erste Berichte über einen bevorstehenden Transfer von Union, und im Lauf des Tages stellt sich heraus, dass der schon so weit fortgeschritten ist, dass die offizielle Vollzugsmeldung des Vereins nicht lange auf sich warten lässt. So war es auch gestern wieder mit dem Wechsel von Rick van Drongelen, der vom Hamburger SV zu Union wechselt.

Anders als bisher oft in diesem Sommer handelt es sich dabei aber nicht um einen ablösefreien Transfer, sondern hatte van Drongelen in Hamburg noch für ein Jahr einen Vertrag. Trotzdem ist die kolportierte Ablösesumme von einer halben Million Euro nicht besonders hoch für einen 22-Jährigen, der durchaus viel Potential und gute Anlagen hat. Eine Rolle spielt dabei sicher auch, dass er die vergangene Saison fast komplett wegen Verletzungen verpasst hat, zuerst ein Kreuzband-, dann ein Außenbandriss im Sprunggelenk. Union muss also hoffen (beziehungsweise überzeugt sein), dass van Drongelen für die neue Saison wieder fit wird und das auch bleiben kann.

Aber wenn das der Fall ist, dann ist van Drongelen eben ein ziemlich kompletter, linksfüßiger Verteidiger, der körperlich stark ist, Übersicht hat und auch ein sauberes Passspiel. Und dann wäre es Oliver Ruhnert mit diesem Transfer auch mal wieder gelungen, eine Verstärkung mit Zukunftsperspektive zu finden.

Offen ist dann nur noch, welche Rolle van Drongelen bei Union einnehmen soll oder muss. Denn noch wissen wir immer noch nicht, ob Marvin Friedrich bei Union bleiben wird. Ein Abgang und Interesse von anderen Vereinen sind natürlich immer noch sehr realistisch. Bisher stehen jedenfalls zwei Abgängen in der Innenverteidigung (mit Florian Hübner und Nico Schlotterbeck) drei neue gegenüber (Paul Jaeckel, van Drongelen und der von seiner Leihe zurückkommende Nikolai Rapp).

Union van Drongelen
Rick van Drongelen gegen Union im Aufstiegsjahr. Photo: Matze Koch.

Das schreiben die Berliner Medien:

Union international

Außerdem schreibt Matze Koch in der Bild (print) mit Bezug auf ein Treffen von Verein und Fanclubs über die Frage, wo Union sein Europapokal-Heimspiel im Play-off (und eventuell weitere in der Gruppenphase) austragen wird. Die Quintessenz davon ist, dass ein Umzug ins Olympiastadion die realistischste Option ist. Denn um das Stadion an der Alten Försterei an die Kriterien der UEFA anzupassen, wären eingebaute Sitzplätze und weitere aufwändige Umbauten nötig, mit dem Resultat einer sehr begrenzten Kapazität selbst unabhängig von den Corona-Auflagen. Dagegen würde im Olympiastadion zu spielen es erlauben, das Stadion an der Alten Försterei nicht auf Sitzplätze umbiegen zu müssen, und trotz pandemiebedingt nur 50-Prozent-Auslastung für alle Mitglieder Karten anbieten zu können. Und ein anderes Stadion, das den für europäische Spiele nötigen Status hat, gibt es in Berlin nicht.

5 Kommentare zu “Ist die Verpflichtung von Rick van Drongelen der Vorgriff auf einen Friedrich-Abgang?

  1. Hoffe, und drücke ihn und uns die Daumen das er mal verletzungsfrei bleibt.

  2. Hab mich über die Verpflichtung von RvD sehr gefreut, beim HSV schien mir RvD immer einer der besseren Verteidiger zu sein und vorallem ist er noch jung bei aller Erfahrung. Als Linksfuß wäre er der 1:1 Ersatz für Nico Schlotterbeck, diesmal aber als langfristige eigene Lösung mit viel Potential nach oben – hier vertraue ich absolut auf UF dass er ihn noch besser macht.

    Mit Friedrich hat der Transfer aber mEn überhaupt nichts zu tun.

  3. Ich habe RvD bisher eher als Verteidiger vom Typ Dampframme wahrgenommen. ? Aber als Verpflichtung mit viel Potenzial sehe ich ihn auch.

  4. Martin Behnke

    Ist schon nen bisschen anders: Ausser auf der TW-Posi hat alles irgendwie mit allem zu tun (nicht nur bei Union/Polyvalenz).

    RvD bewirkt zunächst mal, dass man Khedira aus ner etwaigen Dreierreihe hinten erstmal raushalten und den somit zu nahe 100% auf der 6 planen kann.

    Folglich sind auch nach nem Andrich-Abgang mit Prömel, Griesbeck, Kade und ein wenig auch Haraguchi (und eben Khedira) insgesamt 5 6er vorhanden… die nicht zwingend auch auf anderen Posis eingeplant werden müssen.

    Und logisch, sollte Friedrich infolge welcher Entwicklungen woanders auch immer, hofiert werden, dann ist RvD natürlich auch ein covern hierfür !

    Elvedi verletzt ? Zakaria nach England ? Ginter weg ? Nahezu JEDER Stammspieler von Union KANN auch ernthaftes Transferziel eines anderen Bundesligisten werden. Gladbach ist da ganz sicher ne “Gefahr” aber eben nicht nur die.

    Da gehts mir nichtmal um Andrich und Friedrich, sportlich schade, aber bereits einigermassen kompensiert, die Einnahmen würden jedenfalls Union um nen gefühltes Lichtjahr voranbringen.

    Nen Problem würde ich hier nur sehen, wenn zusätzlich auch Knoche, Prömel, Becker zwei Wochen vor Saisonstart ihren Wechselwunsch hinterlegen.

    Aber eben egal was noch auf Abgangsseite (bzgl. Stammelf, besser gesagt “Kernkader”) passiert, Ruhnert hat hier eben bereits von vorne bis hinten bereits gut vorgesorgt.

    4,5 Abgänge wirds sicher noch geben, aber Unions grosses Plus: Erst zum Ende der Wechselfrist hin !

    Ich erinnere mal an Zeiten, in denen man Union ne schlechte Saison prophezeit hat, wenn nur ein Leistungsträger geht. Nun stehen die Abgänge von Friedrich und Andrich im Raum, und mehr oder weniger wirft das nix um !

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