Blog State of the Union

Andreas Luthe ist genauso viel besser als die Erwartungen wie die ganze Union-Mannschaft

Wenn in dieser Saison darüber gesprochen wird, welche neuen Spieler bei Union auf Anhieb besonders gut funktioniert haben, fällt vor allem ein Name immer. Ja, der. Und dann als nächstes vielleicht der von Robin Knoche. Oder Sheraldo Becker als gefühlter Neuzugang.

Fast ein bisschen nebenbei hat sich dabei Andreas Luthe auch gut in die Saison und die Mannschaft eingefunden, auf jeden Fall gemessen an der schwierigen Ausgangsposition, am Tausch mit Rafał Gikiewicz gemessen zu werden und einem ausgeglichenen Konkurrenzkampf mit Loris Karius ausgesetzt zu sein. Es ist mittlerweile länger her, dass ich jemanden Gikiewicz nachtrauern gehört habe. Und allzu laute Rufe nach einem Wechsel im Tor gibt es auch nicht.

Daran ändert für mich auch nichts, dass Luthe gegen Frankfurt vor allem beim 1-2 nicht perfekt aussah. Ja, wenn man diese Szene seziert, wie es in dieser Analyse in einem Twitter-Thread geschieht, kann man darin einen Fehler finden.

Aber insgesamt bin ich von Andreas Luthe positiv überrascht. Und scheinbar geht das auch Luthe mit Union so, wie man in einem Interview mit ihm beim RBB lesen kann. Lustig finde ich dabei vor allem diese Sätze: “Berlin als Großstadt hat mich schon so ein bisschen geflasht am Anfang. Es ist ja doch sehr, sehr groß alles. Aber mittlerweile fühle ich mich sehr wohl, kenne die vernünftigen Ecken, kann mich auch ohne Google-Maps schon fortbewegen, also es funktioniert ordentlich.”

Andreas Luthe
Andreas Luthe beim Versuch, die unglückliche Situation gegen Frankfurt hinter sich zu bringen, Symbolbild.
Photo: Matze Koch

Wenig überraschend (aber bei einem Unentschieden vielleicht doch?) hat das Spiel vom Wochenende in Frankfurt eine ziemlich andere Stimmung ausgelöst als unter Unioner*innen. Das zeigt etwa dieser Text bei der Hessenschau. Und weil im Rasenfunk die Eintracht auch der Schwerpunkt der Sendung ist, kommt in der aktuellen Folge indirekt auch Unions Spiel länger zur Sprache. Und außerdem hat es Max Ost in der Folge geschafft, sein Lob für Max Kruse auf originelle Weise zu formulieren:

Weniger originell, aber trotzdem verdient, ist das Max Kruse auch wieder in verschiedenen Spieltagsauswahlen beim Kicker, der Sportschau oder Transfermarkt steht.

Die Berliner Medien beginnen indes schon mit ihren Vorschauen zum Derby. Wie weit das emotional weg ist, hat Felix hier ja gestern schon geschrieben. Und dass der Fokus in den Artikeln eher auf den personellen und spielerischen Problemen von Hertha liegt, löst in mir auch nicht mehr Derby-Stimmung aus.

In die lange Reihe von Veranstaltungen in diesem Jahr, die irgendwann auch offiziell abgesagt werden, nachdem man sich gedanklich schon damit abgefunden hat, dass es sie wohl nicht geben wird, reiht sich jetzt auch das Weihnachtssingen ein.

Union teilt in der Meldung dazu außerdem mit, dass es ein Paket zum Weihnachtssingen zuhause nachvollziehen zu bestellen geben wird. Auch wenn es mir ehrlich gesagt schon reichlich schräg vorkäme, alleine, oder zumindest ohne all die anderen Unioner*innen zuhause zu stehen, und mit einer Kerze in der Hand Weihnachtslieder mit dem Best-of-Weihnachtssingen im RBB zu singen.

Aber a propos zuhause sein und sich Dinge anschauen: Die Doku über Unions erste Bundesligasaison gibt es nun auch als Stream abrufbar, auf der Plattform Vimeo.

9 Kommentare zu “Andreas Luthe ist genauso viel besser als die Erwartungen wie die ganze Union-Mannschaft

  1. Was ist denn das für ne Überschrift? Da müssen wir aber noch schwer an der Grammatik arbeiten!

    • Ich finde keinen Fehler. Es mag ungewöhnlich aussehen, aber selbst Kommasetzung würde hier zu syntaktischen Fehlern führen. Also alles korrekt.

  2. Überschrift ist nicht ganz einfach zu lesen aber aus meiner Sicht auch korrekt.
    Am meisten gefällt mir wie als und wie in einem Satz perfekt genutzt wurden. Danke, dass ihr das richtig macht, ist leider nicht mehr selbstverständlich.

    Im Absatz um das Derby muss es aber „dem Artikel“ heißen?

    Eiserne Grammatik-Grüße
    Liz

  3. Keine Ahnung, ob es anderen auch so geht: zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit konnte ich den Autor des State of the Union nicht anhand des Schreibstils, der Themen oder der Positionierung direkt erlesen – durch Felix ist das Spektrum auch noch vielfältiger geworden. Ich freue mich immer über die Abwechslung!

    Danke für eure tägliche Arbeit!

    • Ja ging mir genauso. Man fängt an zu lesen, fragt sich nebenher beiläufig, wer es geschrieben haben könnte. Manchmal ist das wirklich sehr eindeutig und ich finde es dabei gut, dass Felix dieses Spektrum erweitert und eine eigene und auch nach bereits verhältnismäßig wenigen Artikeln leicht identifizierbare Note in dieses Schreibgemenge einwirft.
      Heute war es dann gefühlt ein wenig unwirklich, nach den ersten paar Absätzen zur Überprüfung der Autorenschaft hochzuscrollen und Daniels Namen zu finden – obwohl die Überschrift in der Grammatikmonster-Edition schon ein Hinweis darauf gewesen sein könnte 😉

    • haha, schön zu wissen, dass auch andere Leser unterbewusst den Autor anhand des gelesenen Texts erraten wollen.. passiert mir auch täglich :-D

    • Ich versuche das auch immer beim Lesen zu erkennen! Und dem Lob an Felix sowie das ganze Textilvergehen-Team (inklusive der Podcast-Crew) schließe ich mich ebenfalls sehr gerne an.

      Weiter so und eisern bleiben!

      (Kleine Wortwahl-Kritik auf hohem Niveau: im zweiten Absatz fand ich das doppelte „gemessen“ etwas unschön ;) – hätte „gemessen an der schwierigen Ausgangsposition, mit Rafał Gikiewicz verglichen“ zu werden bevorzugt, aber es ist beim Lesen leichter zu kritisieren, als beim Schreiben stets alles vollumfänglich zu beachten)

  4. Felix Morgenstern

    Vielen Dank für euer Lob und weiterhin viel Spaß beim Autoren-Raten….

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