Rolle rückwärts

Während ich mich angesichts des Windes draußen frage, ob das Fußballspiel, das für mich eigentlich heute nachmittag ansteht, wirklich stattfinden kann, bedroht der neuerliche Sturm auch die Verkehrswege. Es steht zu hoffen, dass weder viele Reisepläne nach Duisburg durcheinander geraten, noch schwerwiegenderes passiert.

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Jens Keller beobachtet mit Lutz Munack das Training und plant wohl, die Mannschaft fast komplett zurück zu rotieren; Photo: Matthias Koch.


Spiel-plan

Den Gegner zu loben und ein bisschen stark zu reden gehört zu den kommunikativen Ritualen des Fußballs, auch und gerade, wenn eine Spitzenmannschaft einer Liga gegen einen Abstiegskandidaten antritt. Jens Keller machte da vor dem Spiel in Duisburg keine Ausnahme. Allerdings gibt es dafür in diesem Fall durchaus Gründe. Wie Keller betonte, war Duisburg in seinen Spielen nie sehr deutlich die schlechtere Mannschaft. Das gilt sogar für die 1-6 Niederlage gegen Nürnberg, bei der das Ergebnis nur den Unterschied in der Effizienz beider Mannschaften wiedergab, Duisburg aber sogar mehr und bessere Chancen als Nürnberg hatte. Und auch die 3-1 Niederlage in Düsseldorf wurde dem Spielverlauf nicht gerecht.

Duisburg spielt zwar ein 442-System mit flacher Vier im Mittelfeld, dafür aber recht kombinationslastigen Fußball. In Ballbesitz fällt oft einer der Stürmer zurück, um mit den Sechser ein Dreieck zu bilden, oder staffelt sich das Mittelfeld etwas rauten-förmiger. Dabei hat vor allem Linksverteidiger Wolze große Spielanteile. (Das kann man übrigens nicht über Baris Özbek sagen, der in dieser Saison noch nicht zum Einsatz kam.)

Letztlich mangelt es der Mannschaft von Ilia Gruev – wie Regensburg und Fürth – auch und vor allem an effektiverer Chancenverwertung, wie ein Vergleich mit Union zeigt (je dicker die Chance desto dicker der Eintrag):

Und sonst so

Torsten Mattuschka hat bei der VSG Altglienicke einen neuen, prominenten Mitspieler: Boubacar Sanogo, einstmals bei Werder Bremen. Und der Stürmer hat sich beim Spiel bei der BSG Chemie (Leipzig) gleich mal mit einem Tor eingefunden – zum 1:1 Endstand.

Weitere gute Nachrichten aus der Sektion Einmal Unioner, immer Unioner gibt es von Lukas Lämmel, der seit dem Sommer vereinslos war, nun aber in Aalen eine Chance in der 3. Liga bekommt. Nur Stunden, nachdem Aalen das bekannt gab, spielte Lämmel schon eine Halbzeit gegen Werder II und half, ein 1-0 zu verteidigen.

Und schließlich: Während zuletzt einige weitere Bundesligisten ihre Profiabteilungen ausgliederten und/oder für Investoren öffneten (Stuttgart, Köln, Bochum etc.), erfüllt der SC Freiburg seine Rolle als gegen den Trend und die Mechanismen des Geschäfts agierender Verein, indem er genau das bleiben will. Und diese Rechtsform auch für legal hält:

Am Ende noch etwas für den Kalender:

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