Wieviel ein Mensch aushalten kann

Fußball ist für uns Ablenkung vom Alltag und wir beziehen sehr viel auf das Spiel. Aber was mir viel wichtiger ist, er kann einen Zusammenhalt schaffen, der über das Spiel hinausgeht. Wir kennen und schätzen das bei Union. Wir helfen anderen Unionern. Wir helfen als Unioner. Und wir unterstützen so gut es geht. Dass es das auch bei anderen Vereinen gibt, hat die Person Jonathan Heimes bei Darmstadt gezeigt. Und diese verbindende Kraft zwischen Fans, Mannschaft und Vereinsverantwortlichen hat auch Olaf Lindner, besser bekannt als Datcheffe für Hertha gehabt, der Anfang dieser Woche verstorben ist.

Ich habe das Privileg gehabt, Datcheffe einmal zum Pokal ins Olympiastadion zu fahren und das Spiel mit ihm sehen zu können. Das war im Februar 2012 und er hatte dem Krebs schon mehr Zeit abgetrotzt als ihm Ärzte vorausgesagt hatten. Er hatte den Aufstieg in die Bundesliga wider Erwarten miterleben dürfen und musste dennoch sehen, wie sein Team sofort wieder abstieg. Ein paar Meter vor uns saß in der Kälte auf der Trainerbank der glücklose Michael Skibbe. Danach kam Otto Rehhagel und das unvergessene Relegationsrückspiel in Düsseldorf.

Ich habe keine Ahnung, wie Datcheffe all das ausgehalten hat, wie seine Familie das die vielen Jahre durchgestanden hat. Ich bewundere alle für die Kraft. Als wir als Familie dieses Jahr einen Fall von Krebs im Endstadium hatten, hätte ich mir gewünscht, nur einen Bruchteil dieser Kraft aufbringen zu können. Denn das zu schaffen in einer Phase, in der es keine Hoffnung auf ein glückliches Ende mehr gibt, ist wirklicher Wille.

Viel besser als ich kann das Andreas Lorenz (früherer Sportchef des Kuriers) zusammenfassen, der Datcheffe wirklich die ganze Zeit begleitet hat und mir im Februar 2012 das Pokalspiel mit Olaf Lindner ermöglicht hat:

Zurück zu Union

Es fällt mir etwas schwer, hier jetzt einfach weiterzumachen. Aber ich versuche es. Medial geht es bei Union nun um Grischa Prömel, der vielleicht im glücklichen Moment in die Startelf gerückt ist. Sollte er seine Leistung gegen Aue am Samstag bestätigen, wäre das nicht nur für ihn, sondern auch für Union wichtig:

Bei der Bild gibt es eine Vorschau, in der Aue-Trainer Hannes Drews Union die Favoritenrolle zuschiebt. Angesichts des Aufwandes für den Kader und das Saisonziel von Union ist das jetzt ungefähr so eine mutige Aussage wie die, dass auf die Nacht der Tag folgt. Ich habe Respekt vor Aues sehr klarer Spielweise, halte sie aber nicht für unmöglich zu verteidigen. Wie es nicht geht, hatte Union ja bereits in der Rückrunde bei der Heimniederlage gezeigt. Die Erfahrung hat das Team also.

Ob Jens Keller auf diese “Kontroverse” um die Favoritenrolle reagiert, könnt ihr in der Pressekonferenz um 13 Uhr live auf AFTV schauen:

Ein Schmankerl über Sebastian Polter bei Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs aus dem Jahr 2011 gibt es bei Youtube, als Arndt Zeigler alle Magath-Transfers zwischen 2007 und 2011 aufgereiht hatte und mit dem Namen Sebastian Polter nichts anfangen konnte. Danke an @pttt_2005 für den Hinweis auf diese Perle:

Angesichts seiner aktuellen Leistungen sieht sich der Stürmer gerade bei Fifa18 nicht ausreichend gewürdigt:

Mit der Verwunderung darüber ist er nicht alleine:

Immerhin gehört er zu den den körperlich robustesten Zweitliga-Spielern bei Fifa18, wie wir bei liga-zwei.de nachlesen können. Gleichauf mit Toni Leistner, allerdings getoppt von Damir Kreilach. An der Spitze der Wertung steht wenig verwunderlich für alle, die ihn bei Union erlebt haben, Dominic Peitz vom Kieler SV Holstein.

Und um auch mit Sebastian Polter abzuschließen: Den Angreifer könnt ihr heute in Hellersdorf im Kaufpark Eiche treffen (ja, ich weiß: Faktisch ist das Brandenburg). Und zwar zwischen 17 und 18 Uhr.

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