Und wenn es einmal soweit ist, will ich auf meinem Skateboard sterben.

Es war Fabian Schönheim, der gestern abend das getan hat, was ein Kapitän tun muss. Nach dem Spiel ging er zunächst ganz allein Richtung Gegengerade, um sich zu bedanken. Später reihten sich die Kollegen ein. Noch lange nach dem Abpfiff stand das Stadionrund. Trotziges Klatsches, lautes Singen, aber doch ohne einen Vorwurf an die Mannschaft nach der Niederlage gegen Nürnberg. Union ist die Bereitschaft, auch Niederlagen anzunehmen, hat mein Freund Matti Michalke einmal formuliert. Ich habe mir das gemerkt, es erschien mir wichtig. Ich habe bisher unter jedem Trainer Verwendung dafür gehabt.

Testsspiel BAK 07 vs. 1.FC Union Berlin 1:2

Das zweite Spiel, das gestern gespielt wurde, hat mich wesentlich mehr bestürzt. Ich meine nicht das im Jahnsportpark, sondern die vorbeugende Berichterstattung des 1.FC Union Berlin in Sachen Torsten Mattuschka. Wir haben im Podcast oft überlegt, was Torsten Mattuschka wohl täte nach Union. Nach Union lag in unvorstellbar weiter Ferne. Wir waren uns recht schnell einig. Es müsste Cottbus sein, alles andere wäre nicht Tusche. Da kommt er her, da geht er hin.

In einem normalen Verein wäre es einfach: Ein Trainer braucht Autorität. Ein Spieler braucht Perspektive. Wenn sie sich das nicht geben können, ist es klüger, ihre Wege trennen sich. Bei Union ist die Situation derzeit komplizierter. Sollte der angesichts des Cottbuser Angebots durchaus verständliche Weggang Tusches die Demontage Norbert Düwels nach sich ziehen, haben nicht nur beide verloren, sondern auch der Verein. Der Verein, das ist jeder einzelne Fan. Ich würde diese Spielzeit gerne auf die Dramen auf dem Platz beschränkt wissen. Ich möchte sie gerne mit Norbert Düwel und Torsten Mattuschka zuende bringen.

9 Gedanken zu „Und wenn es einmal soweit ist, will ich auf meinem Skateboard sterben.

  1. uff! ich frage mich nur, warum tusche so schnell klein bei gibt! Leider forciert er wohl den wechsel… Das alles bringt alle beteiligten unter extremen erfolgszwang – am ende wohl nur mit verlierern… Ich stimme dir hundertprozentig zu!

  2. Es tut mir ja sogar selber leid es zu schreiben, aber wenn Union sich weiter entwickeln will, dann muß es einen Schnitt geben. Beim Trainer haben die Verantwortlichen den ersten Schritt gemacht, jetzt muß der Trainer unpopuläre Entscheidungen treffen

  3. Da sind wir uns alle einig, @nedfuller. Nur der Zeitpunkt und die Art, auf die sich diese Entscheidung gerade von selbst ergibt, ist sehr unglücklich. Ich habe Tusche als eine Art Rettungsweste gesehen, ein zuverlässiges Backup, ohne das es in dieser Saison sehr schwer wird. Ihm reicht das nicht, was ich verstehe.

  4. Danke Steffi.

    Ja, es geht um die Art und Weise des Umgangs. Es war genug Zeit ab Bekanntgabe des Engagements von N. Düwel, das sauber zu klären.

    Da fällt Verständnis für Verein und v.a. den neuen Übungsleiter schwer. Ich kann mir, auch nach vielen Gesprächen mit Freunden und Wegbegleitern, im Moment nicht vorstellen, dass N. Düwel noch sehr lange bei Union bleiben wird.

  5. Schweissi, ich hoffe im Gegenteil, dass Du Dich irrst. Nein, man konnte das nicht im Vorwege klären. Wie denn? Dass Düwel und Tusche verschiedene Vorstellungen darüber entwickeln würden, wie Tusche eingesetzt wird (oder auch nicht), war nicht absehbar. Außer man ist hauptberuflich Prophet. Als klar war, dass die Vorstellungen nicht übereinstimmen, haben sich die Wege getrennt. Keine Entscheidung, die mich froh macht, aber trotzdem sauber. Deshalb Norbert Düwel wegschicken zu wollen, finde ich allerdings noch größeren Blödsinn.

  6. Steffi, es war den ganzen Sommer Zeit.
    Wo erst so getan wurde, als sei Tusche weiter wichtiger Bestandteil der aktiven 11 und dann pö a pö die Demontage seitens N.D. einsetzte.
    Und N.D. ist für mich nicht wegen Tusche kaum noch haltbar. Dieser ganze Zirkus macht “nur” unsere Seelen kaputt.
    N.D. ist an der wichtigen Stelle, also sportlich und sportleitungsmäßig, gefühlt 0% präsent. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, dass wir gar keinen Trainer haben, dass wir also de facto ohne Trainer spielen.
    Wo wird dieses Gefühl herkommen? Z.B. aus den wöchentlichen vollmundigen Ankündigungen über seinen “Plan” und den nächsten Gegner (übertrieben) haun wir weg. Zu sehen ist kaum etwas. ich kann mich doch als Novize nicht nur über eine, Tschuldigung, große Klappe definieren.
    Und wegschicken, naja, kann man nur jemand, der wirklich da ist.
    Z.B. Tusche, aber der wurde weg gejagt.

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