Toni Leistner wählt harte und klare Worte zu Unions Situation im Abstiegskampf

Das 1:3 in Darmstadt liegt uns allen sicher noch schwer im Magen. Umso mehr bin ich froh, dass Toni Leistner sein selbst verordnetes Schweigen bricht und auch medial sagt, was wir alle gesehen haben: “Man hat klar gesehen, dass wir die Mentalität gerade in den ersten 35 Minuten haben vermissen lassen, die in solchen Spielen nötig ist. Es war fast nicht zweitligatauglich.” Vielleicht schaffen es diese deutlichen Worte, nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Umfeld etwas aufzuwecken, das mir ein bisschen zu sehr nach dem Motto des aus dem Hochhaus stürzenden Mannes verfährt, der bei jeder Etage denkt: “Bis hierher ging es noch gut.” Ja, ich weiß, dass der Abstieg nicht wahrscheinlich ist. Aber er ist möglich. Und deswegen muss alles dafür getan werden, damit der Klassenerhalt aus eigener Kraft gelingt und man nicht von anderen Teams abhängig ist.

Foto: Stefanie Fiebrig

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Union muss nach dieser Saison eine wichtige Frage beantworten

Es gibt auch einen Vorteil, dass bei Union vor dem Spiel weder Spieler noch Trainer (André Hofschneider muss allerdings bei der Pressekonferenz am Donnerstag auftreten) reden wollen und geheime Trainings veranstalten. So bekommen wir nämlich Geschichten, die sich auch mit dem Drumherum bei Union befassen, die normalerweise nicht so beleuchtet werden. So berichten Bild/BZ heute davon, dass der gerade erst zu dieser Saison verpflichtete Chef-Scout Oliver Ruhnert vielleicht schon wieder vor dem Abgang steht. Keine Ahnung, was da dran ist. Aber sollte das so sein, wirft das erneut kein gutes Bild auf die sportliche Leitung. Sicher gibt es bei Wolfsburg mehr Geld und andere Ressourcen und dafür können weder Sportgeschäftsführer Lutz Munack noch Helmut Schulte als Leiter der Lizenzspielerabteilung etwas.

Präsident Dirk Zingler und Sportgeschäftsführer Lutz Munack beim Training am 03.04. 2018, Foto: Matze Koch

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Ohne Kroos nach Darmstadt und die Frage: Wer wird ihn ersetzen?

Felix Kroos wird wohl für das Endspiel 3/5 in Darmstadt am nächsten Samstag ausfallen. Der Kapitän hat sich eine Verletzung am Fuß zugezogen bzw. sie ist im Spiel gegen Heidenheim schlimmer geworden (Vereinsmitteilung).

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Anti-Fussball ist kein Alleinstellungsmerkmal

Als ich gestern zur Vorbereitung auf Unions Spiel morgen gegen Heidenheim anfing, mir ein Spiel von Heidenheim nochmal anzuschauen, musste ich mich überwinden, damit nicht nach fünf Sekunden wieder aufzuhören: Heidenheim hatte Anstoß – und nutzte den ersten Ballkontakt danach um den Ball 30 Meter in der gegnerischen Hälfte ins Aus zu schlagen. Das gelang mir, in dem ich mich daran erinnerte, dass Einwürfe des Gegners (tief) in dessen Hälfte ganz gute Situationen zum Pressing sind. Das hatte sich offenbar auch Heidenheim gedacht. Man fällt aber trotzdem ein bisschen vom Glauben an den Fußball ab, wenn man das sieht.

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Simon Hedlund kocht auch nur mit Wasser

Die Pressekonferenz von André Hofschneider war eine dieser Situationen, in denen zwei für so eine Veranstaltung recht wichtige Dinge durchaus auseinandergingen. Nämlich was einerseits die meisten Journalisten interessierte, und andererseits worüber Trainer Hofschneider reden konnte oder wollte. Denn im Raum stand groß – wenn auch nur metaphorisch – Dirk Zingler und sein Interview zwei Tage zuvor. Aus diesem leiteten sich sowohl für die aktuelle Situation als auch die Bewertung von Hofschneiders Arbeit insgesamt viele Fragen ab, die der Trainer höchstens ausweichend beantwortete.

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Was von “In Köpenick herrscht Chaos” übrig bleibt

Wenn ich das Kommentaraufkommen und die Zugriffe auf unser kleines Union-Blog hier in den vergangenen Tagen richtig deute, dann könnte man schon glauben, dass die Unioner gerade Puls haben. Weil es aber gar nicht mal so klug ist, in der Wut und Emotion (vermeintlich einfache) Entscheidungen zu treffen, fangen wir erst mal mit etwas Schönem an. Sebastian Polter bekam nämlich gestern morgen Krankenbesuch von Familie Leistner. Eine schöne Geste, wie ich finde:

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Union im März: Von Nebenkriegsschauplätzen und Fliehkräften

Das ist dann doch selten, dass sich der 1. FC Union einer solch geballten Kritik der Berliner Medien gegenüber sieht, die den Klub sonst größtenteils mit Samthandschuhen anfassen. Berliner Zeitung und Berliner Morgenpost sehen einen großen Umbruch auf Union zukommen und gehen davon aus, dass dieser nicht bei der Mannschaft halt macht, sondern auch die Verantwortung darüber neu regeln könnte.

Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits ist die Punkteausbeute seit der Übernahme des Cheftrainerpostens durch André Hofschneider sehr mager (8 Punkte aus 9 Spielen) und von erhoffter Konstanz und spielerischer Dominanz ist nur sehr selten etwas zu sehen. Der zweite Grund ist die Kaderplanung für die nächste Saison. Sollte man sich tatsächlich für einen Wechsel entscheiden, muss einerseits die Alternative stimmen (wer soll also im Zweifelsfall Trainerposten und/oder den Posten des Geschäftsführers Sport übernehmen?) und dieser Person muss auch die Verantwortung für die Kaderplanung übergeben werden. Mutmaßlich soll Toni Leistner keinen neuen Vertrag unterschrieben haben, weil er zuerst wissen wollte, mit wem es in die neue Saison geht. Das kann man glauben oder nicht (meiner Ansicht nach gab es nur sehr wenige Argumente für eine Vertragsverlängerung), aber der Punkt stimmt auf jeden Fall für die Spieler, mit denen man verlängern möchte und die man holen möchte.

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Eine Vertragsverlängerung von Toni Leistner hätte in der aktuellen Situation eher verwundert

Was ist eigentlich los bei Union? Also mal unabhängig vom Spieltagsergebnis, das uns Woche für Woche abwechselnd in Richtung Abstieg oder Aufstieg schauen lässt. Was also will der 1. FC Union in dieser Saison und viel wichtiger mit Blick auf die nächste Saison erreichen? Was ist das Ziel, mit dem neuen Spielern ein Arbeitsvertrag in Köpenick schmackhaft gemacht werden soll? Denn jenseits von Stimmung im Stadion und dem Gehalt gibt es ja auch so etwas wie eine sportliche Perspektive. Und die sah bisher vor, dass man in die Top 20 der deutschen Fußballklubs aufsteigen möchte. Eine sehr verlockende Perspektive. Gerade für Spieler, die sich selbst auch eher zwischen beiden Ligen verorteten und für sich eine sportliche Entwicklung eher auf dem Platz in der Zweiten Liga sahen, als auf der Bank in der Bundesliga.

Daniel Mesenhöler und  Toni Leistner nach dem Gegentor zum 3:4 gegen Kaiserslautern, Foto: Matze Koch

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2 Verletzungen, 1 Freakspiel und 2 offene Fragen

“Unsere Aufgabe haben wir fußballerisch gut gelöst, ergebnistechnisch aber schlecht”, sagte Trainer André Hofschneider gestern nach der 3:4-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern. Die Umstände waren wirklich alles andere als gut: Schneefall, dazu der Achillessehnenriss von Sebastian Polter beim Aufwärmen (und damit das Saison-Aus), dann der Sonntagsschuss zum 0:1, die Verletzung von Michael Parensen, der was knacksen gehört haben soll und zum Schluss Daniel Mesenhöler, der kurz vor Schluss beim Stand von 3:3 mit einem Kurzpass zum Innenverteidiger den Spielaufbau starten möchte, statt den Ball bei den Witterungsbedingungen einfach rauszuschlagen. Mir fällt nicht viel zum Spiel ein, außer dass sich die Mannschaft nicht clever verhalten hat. Fehlenden Einsatz und Willen kann man ihr sicher nicht vorwerfen. Und Steven Skrzybski löste seine Situationen wieder einmal hervorragend, obwohl das Spiel eigentlich wie gemalt für lange Bälle auf Sebastian Polter war.

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Das Team hat eine riesige Chance. Mal wieder. Wie schon so oft in dieser Saison.

Heute um 18.30 Uhr beim Spiel in Kaiserslautern hat die Mannschaft von Trainer André Hofschneider die Chance, sich wieder im Aufstieg zurückzumelden. Mal wieder. Zum zigsten Mal in dieser Saison. Und die Frage, die uns alle bewegt: Wird das Team auch diese Möglichkeit wegwerfen? So wie alle zuvor? Und werden sich die Spieler erneut entschuldigen müssen wie nach dem Spiel in Braunschweig? Oder zeigt die Mannschaft endlich allen anderen Teams in der Zweiten Liga den Mittelfinger und sagt: Wenn ihr nicht aufsteigen wollt, dann machen wir das! Ich würde mich freuen, wenn das Team jeglichen Ballast abwirft, der es daran gehindert hat, seine Leistung zu bringen. Was auch immer das war.

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