Union gewinnt zuhause gegen Kiel, und ich hab schon wieder Puls.

Sechs Tore in einer knappen halben Stunde. Wenn der Blutdruck mal zu niedrig ist: Das hilft! Jetzt bin ich richtig “drin” in der Saison.

Das schönste am Mannschaftsfoto ist, wenn es vorbei ist.

Auf der Liste der Hasstermine von Fußballspielern steht der Tag, an dem das Mannschaftsfoto gemacht wird, wahrscheinlich noch vor dem Laktattest. Weil nicht nur das Mannschaftsfoto gemacht wird, sondern für Medien jedweder Art vorproduziert werden muss, heißt der Termin Media Day. Porträts, Videos und hingestellter Torjubel für die Anzeigetafel, Zeitungen und Magazine, Spielankündigungsplakate und Autogrammkarten entstehen dabei. Das alles nach Möglichkeit in allen Trikots. Trikotmodel ist überraschender Weise nicht der liebste Nebenberuf der meisten Fußballspieler.

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Manchmal muss es der Sportplatz sein.

Wiese, Tore, Eckfahnen, Trainerbänke und Geländer zum Festhalten. Mehr ist gar nicht nötig. Der Friedrichhagener SV hat mich gestern daran erinnert, wie der Fußball bei Union war, bevor wir drüben in der Alten Försterei zu bauen anfingen. Nein, ich möchte nicht zurück in die Oberliga, aber trotzdem mag ich solche Sportplätze wie den in Friedrichshagen, wo alles ist, wie es soll, und ich mich mühelos zurechtfinde. Jungs und Mädels – es war toll bei euch. Danke!

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Bevor es ernst wird.

Wenn ich es irgend einrichten kann, gehe ich zum Trainingsauftakt. Trainingsauftakt ist wie kurz bevor am Weihnachtsbaum die Lichter angezündet werden. Der goldene Vorhang im Kino International. Die Vorband von den Pixis. Man bereitet sich auf Großes vor und weiß doch, dass noch ein bißchen Zeit ist bis dahin. Deshalb kuckt man erstmal in Ruhe Nickis, wer noch alles da ist und wie die neuen Jungs so aussehen. Wir müssen uns ja erst noch aneinander gewöhnen.

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Matze Koch und der Spielführer der Herzen

Im Mai 2017 erschien die erste und bislang einzige Torsten-Mattuschka-Biografie. „Kultkicker mit Herz und Plauze“ hat der Sportjournalist Matthias Koch sein Buch untertitelt. In drei Jahren hat er zahlreiche Interviews geführt. Nicht nur Tusche selbst hat ihm Rede und Antwort gestanden. Die Familie Mattuschka kommt ebenso zu Wort wie Freunde, Trainer, Mitspieler und Fans. Matze Koch hat sich durch Zeitungsarchive gewühlt, durch Fotoalben und Wetterberichte und dann die gesamte Fülle der Informationen sortiert, portioniert und in Buchform gegossen. Entstanden ist ein Reporterbuch im besten Sinne, das den Werdegang des fußballbegabten, aber undisziplinierten Dorfbengels Torsten Mattuschka nachzeichnet und einordnet.

Instagram: @rudelbildung

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Aber nächste Woche kucken wir wirklich nur entspannt Fußball, okay?

Ich wollte gar nicht sackig sein. Bin ich aber trotzdem. Am schlimmsten ist es in den Momenten, in denen jemand etwas tröstliches zu mir sagt. Ja, das war die beste Zweitligasaison, die Union je gespielt hat. Ich weiß das doch! Ich hab´s selbst gesehen. Und nein, natürlich wurde der Aufstieg nicht gestern verspielt, als uns Bielefeld ein kleines Wunder mit Schlagsahne und Kirsche drauf serviert hat, und wir aber fanden, dass Kirschen nicht lecker sind, und Sahne sowieso nicht schmeckt.

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Wir hätten natürlich immer noch die Möglichkeit, uns auf Philipp Hosiner zu freuen.

Die rote Karte für Sebastian Polter hat mich aufgeregt, sie tut es noch. Eben denkste: Ach kuck ma – läuft! Zack, schon fehlt dir ein Spieler. Als würde ich gegen den Kronsohn Mensch-ärger-dich-nicht spielen. Der schummelt auch immer. Gerd hatte Halorenkugeln mit Eierlikör bei, aber soviel Schokolade gibt´s auf der ganzen Welt nicht, dass ich mich in solchen Momenten nicht aufrege. (Trotzdem danke!) Es wurde schlagartig besser, als Philipp Hosiner vor die Mikrofone und Diktiergeräte trat, und die Frage, ob das nicht ziemlich doof sei ohne Sebastian Polter an seiner Seite, nicht so richtig verstand. In der Tat hat er den weitaus größeren Teil seines Spielerlebens auf Sebastian Polter verzichten müssen und traut sich und der Mannschaft zu, dass das schon nochmal gehen wird. Wenn er das so angeht wie das Spiel gegen den SV Sandhausen, bin ich nicht nur optimistisch, sondern freue mich, dass wir so ausgezeichnete Stürmer haben und einer von ihnen Philipp Hosiner ist.

Das 11 mm-Festival wird erwachsen

Vom 30.3.-3.4.2017 läuft im Kino Babylon das 11-mm-Fußballfilmfestival. Die inzwischen 14.Ausgabe präsentiert sich selbstbewusst, aber ohne echten Themenschwerpunkt. Gäbe es ihn, müsste er “Einfach gute Fußballfilme” heißen.

Als ich 14 wurde, hatte ich Jugendweihe, und meine Lehrer mussten danach Sie zu mir sagen. 11mm ist auch gerade 14 geworden, und die Festivalleitung schwärmt von der diesjährigen Filmauswahl mit Worten, die nur den Schluss zulassen, dass das Festival inzwischen zu den Großen gehört, zu den Etablierten, zu denen, die man ernst nimmt. Es hat dabei glücklicher Weise nichts von seiner Liebenswürdigkeit eingebüßt. Die Filme, die zur Sichtung vorlagen, seien durchgehend von sehr hoher Qualität gewesen, sagt Andreas Leimbach-Niaz beinahe ein bißchen überrascht bei der Festivaleröffnung. Vielleicht hat sich einfach inzwischen herumgesprochen, dass Fußballfilm etwas Anspruchsvolles sein kann. Und so ist es denn in diesem Jahr vor allem das geworden: Eine gut sortierte Auswahl der besten aktuellen Fußballfilme.

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Refugee Eleven bei 11mm 2017

Ich habe mir schon sehr lange gewünscht, dass das Fußballfilmfestival 11mm wieder ein bißchen mehr Union dabei hat. Das wird dieses Jahr der Fall sein, aber ganz anders als gedacht. Kürzer, ernsthafter und vor allem mit Blick auf das junge, das sehr junge Publikum.

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Man kann auch ohne Alkohol besoffen sein.

Die beiden Jungs in der S-Bahn nach Hause hatten ´ne Flasche Pfeffi dabei. Aber ehrlich, ich hab den nicht gebraucht. Euphorie vom Choreo-Feuerwerk am Anfang bis zum letzten “So´ne Scheiße, wir steigen auf”. Jeder einzelne Spieler wächst gerade über sich hinaus. Ich möchte mir das alles merken, alles aufsaugen, mich komplett dran besaufen. Die Party geht, solange sie geht. Also feiern wir das doch einfach!