Fußballalltag in der Bundesliga.

Wenn ich es genau betrachte, ist doch noch kein Alltag eingekehrt. Immer noch ist jedes Heimspiel ein besonderes Spiel, immer wieder stehen im Gästeblock Leute, von denen ich nicht weiß, wie die so sind und ob wir miteinander auskommen werden. Aber ganz allmählich macht sich das Gefühl breit, dass Erstliga-Schiedsrichter auch keine Übermenschen sind und wir in der Bundesliga bestehen können. Nicht ohne Mühen, und unter Aufbietung aller Innenverteidiger vermutlich. Aber wir sitzen nicht mehr am Kindertisch, wir spielen bei den großen Jungs mit. Darauf blicke ich mit ziemlich viel Stolz.

Hallo, Bundesliga! Kann losgehen mit uns.

Dirk Zingler musste vor dem Anpfiff etwas tun, was er an Spieltagen lieber meidet: Vor die Kameras treten. Geschäftsmäßiges Gewusel, ein Lothar Matthäus, und die Fernsehteams übernehmen breite Randstreifen des Wohnzimmers. Ich glaube nicht, dass derjenige, der Dirk Zingler vor dem Spiel interviewt hat, auch nur einen lausigen Cent auf Union gesetzt hat. Ich bin mir umgekehrt ziemlich sicher, dass Dirk heute als der stolzeste und glücklichste Mensch der Welt vom Hof gegangen ist. Das war ein Erdbeben von einem Fußballspiel.

Neunzig Minuten heile Welt.

Bin ich eigentlich die einzige, die bei Spielen im Zoschke jedesmal denkt: “Oh, wie bei uns früher!”,  kurz nachrechnet, zu dem Schluss kommt, dass “früher” weniger lange her ist als … na sagen wir mal: Smells like Teen Spirit von Nirvana und dann staunt, wie schnell die Welt sich dreht? Ich liebe das Zoschke sehr, samt der Butterblumen auf den Stufen. Dass man mit dem Arsch auf der Rasenkante sitzt (also: ich, wegen der Fotos). Es ist genau diese Nähe, die bei uns so schleichend abhanden kommt. Weil 2000 Leute halt doch einfacher unter einen Hut zu bringen sind als 20.000. Will ich zurück in die Oberliga? Glaube nicht. Aber immer mal ins Zoschke, zum erden.

Solange noch alles schön ist

Jetzt aber schnell, bevor der Ernst des Lebens wieder losgeht: Die Fotos vom Testspiel gegen Bröndby IF, und einmal ganz lieb Simon Hedlund hinterherwinken, bitte!

Man kommt zu nichts. Aber hier: Die Nickis!

Die Mannschaft und sogar der Manni sind längst im Trainingslager, da habe ich es dann doch noch geschafft, die Trikot-Vorstellungsfotos vom Wochenende zu sortieren. Und ja: Spielfotos kommen womöglich auch. Hoffentlich. Es tut mir leid. Manchmal dauert´s etwas länger. Aber alleine für das Gesicht von Marvin Friedrich lohnt es sich. Soviel “Gottseidankbinichzuhause” sieht man sonst nur bei Menschen, die am Ende des Urlaubs mit ihrem Gepäck wiedervereint in Tegel stehen und schwören, niemals wieder irgendwohin zu fliegen.

 

Momentaufnahme

Als wir uns am Sonnabend getroffen haben, um das neue Mannschaftsfoto zu machen, war uns allen klar, dass unser Saisonsabschlussfoto wahrscheinlich sehr anders aussehen wird. Nehmen wir das hier also mal als eine Momentaufnahme, die einen Augenblick der Veränderung zeigt. Da sind die Jungs, mit denen wir aufgestiegen sind. Dann die, die wir jetzt noch ganz allgemein “die Neuen” nennen. Und mit Glück sehen wir auch schon die, die einmal unsere allererste Bundesligamannschaft werden. Wenn man es so betrachtet, sind´s gar nicht mehr so viele Leute, finde ich.

Freut ihr euch auch schon alle so?

Galerie

Diese Galerie enthält 62 Fotos.

Wenn drei Ü-Wagen von Rundfunkanstalten am Trainingsplatz stehen, weißte, dass es jetzt sachte ernst wird. Das erste öffentliche Training nach der Sommerpause, die Mannschaft ist fast komplett, und wir gewöhnen uns alle an den Gedanken, beim Kicker unter “Bundesliga” zu … Weiterlesen

Die wahrscheinlich längste Saison, an der ich je teilhaben durfte.

Letztes Heimspiel, aber vielleicht auch nicht. Also noch nicht verabschieden, nicht von Spielern, nicht von Träumen. Das ist sehr ungewohnt um die Jahreszeit. Ich kuck´ noch mal den epischen Torjubel von Sebastian Polter und überlege, ob Manuel Schmiedebach in echt ein Zauberer ist. Ja, oder? Prima. Dann machen wir mal weiter.

Union Berlin ist wieder da!

So Kinder, jetzt gehen wir noch mal kurz grinsend an den Bildern vom Sonntag vorbei, bevor wieder gilt: Das nächste Spiel ist das schwerste. Nur noch drei! Oder fünf? Wer weiß das schon so genau. Ich finde es schön, wieder im Rennen zu sein.

Sebastian Polter ist zurück, und den Rest möchte ich gerne vergessen.

Das Allerschlimmste ist: Ich mag Steffen Baumgart. Ich fand ihn als Spieler gut, ich bewundere, was er als Trainer in Paderborn geschafft hat. Die Sache ist bloß, dass ich An der Alten Försterei immer gewinnen will. Immer. Immer. Immer. Paderborn vor Steffen Baumgart war nicht ernst zu nehmen. Eine Quatschmannschaft mit Quatschtrainern und Quatschfußball. Das hätte von mir aus gerne so bleiben dürfen. Heute waren sie gut, und vor allem besser als Union. Und es regt mich wirklich auf, das zugeben zu müssen.