Hätte schlimmer kommen können. Trotzdem bin ich mürrisch.

Wenn man nach dem Spiel so rumsteht und “hm, hm” knurrt, aber mehr so Richtung “grmpf”, weil man sich eine geraume Zeit auf der Siegerstraße wähnte, dann gegentorbedingt alles in Unordnung auseinanderfiel und am Ende ein glückliches Unentschieden draus wurde, ist die Stimmung etwas gedämpft. Auch wenn es hätte schlimmer kommen können. Meine Szene des Spiels war diese hier nach dem Abpfiff: Daniel Mesenhöler dreht sich Richtung Waldseite und holt sich den Applaus ab, mit dem wir ihn im Sommer nicht verabschieden konnten. Ganz kurz nur, ein Wimpernschlag, weniger als verdient, aber doch besser als nichts.

Union Berlin ist wieder da!

Union gewinnt das Spiel gegen den FC St.Pauli, und ab dem dritten Tor wundert sich das Heimpublikum eigentlich nur noch. Das mündet in den Gesang “Union Berlin ist wieder da!”, der exakt zwei Minuten vor dem Gegentor angestimmt wird. Karma womöglich, damit wir nicht übermütig werden. Aber das Gefühl hält trotzdem an: Was Urs Fischer da in vergleichsweise kurzer Zeit auf den Platz zusammengefügt hat, ist bemerkenswert. Stabilität, Besonnenheit, aber auch allerhand geplatzte Knoten. Und Sebastian Andersson. Aber das habe ich ja gleich gesagt :)

Ein Kroos muss tun, was ein Kroos tun muss.

Mich hat nie jemand mit meiner Schwester verglichen, und wenn, dann immer mit dem Bemerken “Ach, echt – ihr seid miteinander verwandt?”. Deshalb kann ich mir auch nur sehr schwer vorstellen, wie das ist, wenn man den Zwilling des WM-Tores seines Bruders schießt. Jetzt weiß doch wieder keiner mehr, wer Felix und wer Toni ist! Union gewinnt jedenfalls zuhause das erste Punktspiel der neuen Spielzeit gegen den FC Erzgebirge Aue aus einer Standardsituation mit einem wunderschönen Kroos-Tor. Und alles das begrüße ich sehr!

Murmeltiertag? Murmeltiertag!

Vor unfassbar langer Zeit habe ich mal einen Text darüber geschrieben, wie ein Mannschaftsfoto entsteht. Christian Arbeit hat mich gestern daran erinnert. Ich wusste kurz nicht, was er meint. Also habe ich noch mal nachgelesen. Überraschender Weise stimmt alles immer noch. Nur manchmal gibt´s neue Nasen. Die habe ich auf vielfachen Wunsch jetzt endlich mal beschriftet. Zum Drangewöhnen.

Sweet home Köpenick.

Der Saisonauftakt hätte schlechter sein können. Eroll Zejnullahu im richtigen Rot, Berkan Taz mit Schwung, Sebastian Polter gut zu Fuß und ein Union-Trikot im Stil von Dirk Zinglers Sakko. Ich freu mich auf die neue Spielzeit.

Denkmal und Legenden.

Vor dem Stadion steht seit heute ein Denkmal, das an Unions größten Erfolg erinnert – den FDGB-Pokalsieg von 1968. Einige der Männer, die damals gespielt haben, waren mit dabei, als das Denkmal enthüllt wurde. Sie sahen nicht aus wie Menschen, die finden, man müsste ihnen eines setzen. Dafür sind sie zu bescheiden, dafür ist es dann doch nur Fußball. Aber glücklich sahen sie aus. Wie kleine Jungs, die den Marmeladentopf stibitzt haben. Und vielleicht denken sie heute Abend kurz vor dem Schlafengehen, dass das doch ziemlich lässig ist.

Haken dran, und zurück auf Los!

Ich weiß, da ist noch ein Spiel übrig. Aber zum Glück keines mehr, auf das es ankommt. Und gleichzeitig mache ich mir klar, dass es in Hamburg Fußballvereine gibt, für die das ein normaler Saisonverlauf ist. Es scheint also alles eine Frage der Gewohnheit zu sein. Was man der zweiten Liga jedenfalls nicht vorwerfen kann: Langeweile.

Ich würde jetzt trotzdem am liebsten das Dresden-Spiel überspringen und wissen, wie Union vorhat, die nächste Spielzeit zu gestalten.

Enormer Kraftaufwand, und trotzdem nur ein Punkt gegen Heidenheim.

Es bleibt anstrengend. Gleichzeitig kann niemand der Mannschaft oder den Fans vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. Ich will, dass es vorbei ist. Ich will mich darauf freuen, dass Jan Glinker und Steffen Baumgart in der nächsten Spielzeit zu uns kommen. Ich hab genug von dieser Saison.

Kein Ponyhof.

Ich lebe mit den Dingen, die ich nicht ändern kann. Ich suche keinen Trainer, ich nehme den, der da ist. Weder kaufe noch verkaufe ich Spieler. Ich trage keinerlei Verantwortung für das, was bei Union passiert. Und exakt deshalb möchte ich von Zeit zu Zeit in die Bande beißen: Weil ich nicht, gar nicht, nullkommakeinbißchen Unterschied mache. Nur falls jemand fragt, warum ich so angespannt kucke.

Die Wiederauferstehung eines Fußballvereins

Wo ein Fußballverein in erster Linie als Wirtschaftsunternehmen betrachtet wird, können ohne weiteres zwei Vereine zwangsverheiratet werden, die eigentlich Stadtrivalen sind. So geschehen in Linz vor knapp 20 Jahren, als Blau-Weiß Linz und LASK Linz unter dem Namen LASK zusammengelegt wurden.

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