“Bei uns glaubt man, dass großes Feuerwerk alle bösen Geister wegmacht”

Gerne würde ich so lässig wie Sebastian Polter auf der Couch sitzen und meine Gedanken etwas schweifen lassen. Aber der Jungunioner im Haushalt hat die gesamte Familie mit einer tückischen Erkältung niedergestreckt. Deshalb State of the Union heute nur in kurz.

In der BZ geht es dieses Mal um Toni Leistner und was der Trainer von ihm erwartet. Das mag alles ganz richtig sein. Aber ich bin in Gedanken auch schon etwas weiter und kann mir kaum vorstellen, dass Leistner über den Sommer bei Union bleibt. Als “Free Agent”, für den keine Ablöse fällig wird und bei dem überhitzten Spielermarkt gibt es für ihn als Innenverteidiger sicher lukrativere Angebote als die, die Union ihm machen kann. Die einzig realistische Option ist der Bundesliga-Aufstieg, da sich dann Leistners Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert. Aber vom Aufstieg habe ich mich innerlich erst einmal verabschiedet. Darüber können wir gerne wieder reden, wenn die Mannschaft konstant Punkte holt. Der Aufstieg wiederum wäre aber auch für Leistner perfekt, denn sein Ziel ist schon, in der Bundesliga zu spielen (und nicht dort auf der Bank zu sitzen). Und wo ginge das besser als bei Union? Aber das ist Zukunftsmusik. Ob das überhaupt eine realistische Option ist, werden wir spätestens Mitte Februar nach den Spielen gegen Düsseldorf und Braunschweig wissen.

Einen Erfolg gibt es übrigens von den alten Herren zu vermelden:

Und weil ich gerade viel Zeit habe, im Bett liegend mir irgendwelche Filme anzuschauen, möchte ich euch den Kurzfilm Obst und Gemüse von Duc Ngo Ngoc empfehlen (danke an @AshburnAvenue auf twitter für die Empfehlung).

Der erzählt unter anderem vom Unionfan Harry, der in einem vietnamesischen Obst-und-Gemüseladen im Prenzlauer Berg anfängt und vor allem davon handelt, wie sich drei Personen (der Inhaber, dessen Sohn und auch Harry) auf veränderte Lebensbedingungen einlassen müssen, auch wenn sie etwas ganz anderes vorhatten. Und es erzählt von Vater-Sohn-Beziehungen. Sehr amüsant und auch ein bisschen traurig. Aber auch keine halbe Stunde lang. Szenen aus dem Stadion an der Alten Försterei gibt es auch. Aber vor allem ist Harry ein bisschen wie Union: Laut, manchmal schwierig, aber das Herz immer an der richtigen Stelle.

Den Film gibt es leider nur bis 5. Januar in der ARD Mediathek.

Eine meiner Lieblingsstellen im Film ist, wie beide nach einem Unionspiel im Laden sitzen und Herr Nguyen sagt: “Bei uns glaubt man, dass großes Feuerwerk alle bösen Geister wegmacht.” Gab es jemals eine schönere Begründung für Pyro?

4 Gedanken zu „“Bei uns glaubt man, dass großes Feuerwerk alle bösen Geister wegmacht”

  1. naja, Dein Blick auf Harry ist ja sehr romantisch… eigentlich jemand, dem man vor seiner Vietnam-Erfahrung nicht im Dunkeln auf der Straße begegnen möchte… ;)

  2. Am 30. Dezember über den Sommer fabulieren? Naja, ich schiebe das mal auf die Krankheit.

    Gute Besserung.

  3. Ich erinnere mich, vor ein paar Monaten den Regisseur im Interview zu dem Film bei radioeins gehört zu haben. Interessanterweise war Union da überhaupt kein Thema. Also ist wohl ne relativ austauschbare Kulisse.

  4. @basti Ja, Union ist da nur Staffage. Hätte im Prinzip auch jeder andere Verein sein können. Obwohl. Eigentlich nicht, denn es musste ja im Osten spielen und mit den BFC hätte das gleich noch mehr Bedeutung bekommen als geplant und vom eigentlichen Inhalt des Filmes abgelenkt.

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