Jens Keller: “Mir geht es zu viel um unsere Stürmer. Man kann auch mal der Abwehr ein Riesenlob machen.”

“Mir geht es zu viel um unsere Stürmer”, sagte Jens Keller gestern auf der Pressekonferenz (Aufzeichnung auf AFTV) vor der Partie am Freitag in Nürnberg (Anpfiff 18.30 Uhr), als er erneut gefragt wurde, wie froh er sei, dass erst Quaner so gut den verletzten Hosiner ersetzt hätte und jetzt Hosiner den verletzten Quaner. Der Trainer hatte offensichtlich den Zeitraum, in dem sich die Spieler für Tore medial feiern lassen können, auf zwei Tage begrenzt. Und er hatte noch etwas anderes im Sinn.

Screenshot: AFTV

Jens Keller wollte etwas Gleichgewicht wiederherstellen in der Wahrnehmung der Mannschaftsteile. Deshalb fügte er noch hinzu: “Die Mannschaft funktioniert nur im Gesamten. Und ich habe schon bei Collin Quaner gesagt, dass ich Stürmer nicht nur anhand ihrer Tore bewerte. Und man kann auch mal der Abwehr ein Riesenlob machen, wir haben gegen Bielefeld das letzte Gegentor aus dem Spiel heraus bekommen.”

Die Union-Abwehr (und ich beziehe hier mal das defensive Mittelfeld mit ein) wurde ja in den ersten 3 Ligaspielen als Problem identifiziert. 8 Gegentore kassierte das Team in dem Zeitraum. In den nächsten 4 Partien aber nur noch den einen Elfmeter-Gegentreffer. Und seien wir mal ehrlich: Das war die Basis für die Siege in München und Würzburg und ist der Grund dafür, weshalb im Moment etwas ganz un-unionisches passiert. Wir haben selbst bei knappen Spielständen keine Angst mehr. So einen Kommentar wie diesen hätte ich im ganzen vergangenen Jahr nie gelesen:

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Ich mag es übrigens wie euphorisch Jens Keller die aktuelle Erfolgsserie bewertet: “Ja, ich bin einigermaßen zufrieden mit dem Saisonstart. Aber wir haben Punkte am Anfang liegen gelassen.” Damit ist er wirklich nicht mehr weit vom berlinerischen “Kannste nich meckern” entfernt.

In Nürnberg und auch noch mindestens in der Woche darauf (in der Länderspielpause) wird Collin Quaner wegen seiner Muskelverletzung fehlen. Worum es sich genau handelt weiß ich nicht. Aber diese Verletzungen sind häufig schwer genau zu diagnostizieren. Fakt ist, dass weder für Quaner noch für Sören Brandy einen Zeithorizont für die Rückkehr ins Mannschaftstraining genannt wurde. Bitter ist das bei Sören Brandy, der eigentlich nur für 3 Wochen aus dem Team-Training genommen werden sollte, um seine Knieprobleme endgültig auszukurieren. Das ist jetzt aber schon gut einen Monat her.

“Richtig viele Optionen auf Stoßstürmer haben wir nicht zur Verfügung”, sagte Jens Keller. Aber so lange Philipp Hosiner spielt, ist erst einmal alles okay.

Aber was ist mit den Freakspielen gegen Nürnberg? Letztes Jahr gab es ein 3:3 zu Hause nach 3:1-Führung und ein 2:6 in Nürnberg nach 2:0-Führung. Jens Kellers Antwort: “Ich glaube, dass hier sehr gerne in der Vergangenheit geschwelgt wird. Aber wir sind im hier und jetzt. Wir konzentrieren uns auf den Moment. Uns wurde ja auch eingeredet, dass wir im Pokal ausscheiden würden. Und wir hätten eh einen schlechten Saisonstart. Wir haben das alles widerlegt. Deshalb wüsste ich nicht, weshalb das 2:6 noch bei den Spielern im Kopf sein sollte.” Das ist Selbstbewusstsein.

Das steht in den Berliner Medien

Zum möglichen Rekord von 5 Siegen in Folge haben Bild/BZ mit Georgie Wassilev gesprochen, der Jens Keller den Rekord gönnt. Die Morgenpost berichtet von den langen Spielern auf Seiten des Clubs und der Kurier lässt Felix Kroos sagen, dass Union noch lange kein Spitzenteam sei.

Letzte Etappe des Eisernen Wanderers

Heute kommt Sascha in Nürnberg an. Gemeinsam mit seinem ganzen Team wurden bisher 11.275,58 Euro gesammelt. Gratulation, das wird eine Wahnsinnsauswärtsfahrt der Unioner mit Handicap nach Braunschweig. Ihr könnt noch spenden auf eiserner-wanderer.de

Facebook: Eisern zu Fuß

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