In Blogs wird die gedruckte Presse traditionell kritisch gesehen – soweit man in Zusammenhang mit Blogs das Wort “Tradition” verwenden darf. Die online-Ableger diverser Sport- und Tageszeitungen bleiben zudem qualitativ oftmals hinter dem Papierformat zurĂŒck. Und dann ist wieder Montag, ich steh in der Bahnhofsbuchhandlung, ich kaufe die FuĂball-Woche, weil ich jeden Montag die FuĂball-Woche kaufe, und schon sind die ersten beiden SĂ€tze hinfĂ€llig. Der gesamte Berliner FuĂball auf einen Blick, steht in der Zeile unter dem Titel. Und die meinen das ernst. Von Hertha bis zur Kreisliga C.
Die FuĂball-Woche ist wie der Konsum* in meinem Dorf. Da kann man sich drĂŒber aufregen, immer die unfreundlichen Weiber, und keene Bananen hamse ooch wieda nich, und jestern hamse mir alte Schrippen anjedreht – aber hey: es ist der einzige Konsum im Dorf, und alle sind froh, dass es ihn gibt, denn die Antwort auf die Frage “Woher weiĂtÂŽn das?” lautet noch immer “Hab ick im Konsum jehört.” Genauso wie mein Konsum hat auch die FuWo ĂŒberhaupt gar keine online-PrĂ€senz. Im Hinblick auf meinen Konsum geht das klar, aber die FuĂball-Woche betreffend ist das so Ă€hnlich wie … keine Bananen und alte Schrippen fĂŒr all die Dörfer, die Berlin sind.
Das altmodische Design ist schlicht, schön und erhaltenswert, aber einmal die Woche ein Heft rausbringen – das reicht schon lange nicht mehr. Die FuWo ist jetzt wieder in Berlin, sie erscheint bei der FuĂball-Woche Verlags GmbH. Man kann ihr schreiben, sogar E-Mails (!) – infoATfussballwochePUNKTde. Das könnte ein Anfang sein.
*FĂŒr Zugereiste: das spricht sich KĂłnsum, nicht KonsĂșm und bedeutet: Kaufmannsladen.



sie war auch vorher nicht weg aus Berlin. Redaktionell gesehen, wohl aber in Kicker-Sportmagazin-Hand.
Und ich fĂŒrchte sogar, gerade weil sie Online nicht so vorhanden ist, hat sie ihre Daseinsberechtigung.
sie wird seit dieser woche wieder in berlin verlegt, genau das meinte ich. kann man auf s.3 des aktuellen heftes nachlesen.
ich finde auch nicht, dass man online das selbe angebot pflegen soll wie offline. das machen die anderen auch nicht, und das wĂ€re auch ĂŒberaus dumm. online sollte mehrwert sein, sollte ergĂ€nzen, sollte informationen in zeitgemĂ€Ăer geschwindigkeit bringen.
was der fuwo passiert, ist folgendes: alle twittern und tickern und stopfen die feedreader voll, wenn irgendwas passiert. augenblicklich. und es ist ja dauernd irgendwas. auf diese art sind mir die 11freunde und der kicker wesentlich prÀsenter als eine zeitung, die ich nur einmal in der woche zu gesicht bekomme. die anderen melden sich nÀmlich mehrmals tÀglich bei mir.
die letzte fuwo hatte nun vorne praktisch einen hilferuf drin – bitte abonniert uns! und ich glaube, teil des problems ist wirklich, dass die menschen sterben, die sich ausschlieĂlich durch auf papier gedrucktes informieren. ich bin es gewöhnt, online zu bestellen, und zwar so ziemlich alles. ich informiere mich sogar ĂŒberwiegend per internet. und wenn das bei meiner fuĂballzeitung nicht geht, ist das ganz, ganz schlecht. und zwar fĂŒr die fuĂballzeitung.
ich find die fuwo gut, weil sie eben ist, wie sie ist. und es tÀte mir sehr leid, wenn sie kaputt geht.
KONSUM (Kauf ohne nachzudenken schnell unseren Mist)
ja, auch das ist eine gÀngige interpretation :)