Der DFB bestraft Union und Hertha fast gleich hart

Der DFB hat gestern seine Strafen für die Vorfälle beim Derby im November bekannt gegeben. Hertha muss demnach 190.000 Euro bezahlen und hat das auch akzeptiert. Union wurde vom Kontrollausschuss des DFB eine Strafe von 158.000 Euro auferlegt. Der Verein hat sich damit aber nicht einverstanden erklärt, weshalb nun “voraussichtlich im Laufe der nächsten Tage das Sportgericht entscheiden wird”, ob die Strafe so bestehen bleibt.

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Oberliga in Niederschöneweide

Sonntag Nachmittag in Berlin-Niederschöneweide. Sportplatz am Bruno-Bürgel-Weg an der Spree mit Blick auf das ehemalige Industriegebiet Oberschöneweide. Nebenan ein stillgelegtes Industrieareal mit ausrangierten BVG-Bussen und Warnschildern “Lebensgefahr! Freilaufende scharfe Hunde.” Die Sportanlage selbst macht einen aufgeräumten Eindruck und ist seit dieser Oberligasaison die reguläre Heimstätte der U23 des 1. FC Union Berlin.

Auf den mit Gras überwachsenen fünf Stufen der Gegengeraden fanden neben den 271 zahlenden Zuschauern auch manche Pilze ihren Platz zum Punktspiel gegen die TSG Neustrelitz. Davor ein Wagen mit Getränken und Wurst. Das Bild vom Sonntagsausflug machten Familien mit Kinderwagen und eine Oma im Klappstuhl perfekt.

Nur ein Ausflug ohne Arbeitseinsatz war der Sonntag auch für Unions zweiten Torhüter Marcel Höttecke, der im Tor stehen sollte. Allerdings wurde er auf dem Meldebogen vergessen und durfte nach dem Aufwärmen wieder nach Hause fahren. Uwe Neuhaus und sein Co-Trainer André Hofschneider sahen somit aus der Profimannschaft nur Christian Stuff spielen. Gegen die favorisierten Neustrelitzer entwickelte sich ein Abnutzungskampf im Mittelfeld, den die Unioner über den Kampf für sich entscheiden konnten. Sie gingen durch zwei Kopfballtore mit 2:0 in die Halbzeitpause. In der zweiten Hälfte verpasste das Team von Trainer Theo Gries die vorzeitige Entscheidung durch unkonzentriert ausgespielte Konter und vergebene Standards. So zitterte man kurz nach dem Anschlusstreffer, bevor Soltanpour durch ein Solo das entscheidende 3:1 gelang.

Während einige Frauen auf der Suche nach einem Filzstift für Autogramme waren, sorgte eine Tätlichkeit auf dem Rasen noch für Aufregung. Die Zuschauer hingegen brachte die rote Karte für den Neustrelitzer Ante Balic nicht in Wallung. Sie waren mit dem Erzählen ihrer eigenen Geschichten beschäftigt. Ein Sonntagsausflug eben.

Bilder: Stefanie Lamm