Blog State of the Union

Es gibt keine einheitlichen Zuschauer-Regeln, weil niemand sich dafür entschieden hat

Raba Leipzig hat gestern bekannt gegeben, vom Gesundheitsamt in Leipzig die Genehmigung erhalten zu haben, zum Start der Bundesliga 8500 Zuschauer ins Stadion zu lassen. Die DFL hat das so kommentiert:

Dass es innerhalb der Bundesliga unterschiedliche Regelungen darüber geben wird, wie viele Zuschauer zugelassen sind, folgt eben daraus, dass keine klare bundesweite rechtliche Regelung gibt – diese Entscheidungen also, wie schon im März – grundsätzlich den lokalen Behörden überlassen sind. Und daraus, dass die DLF (also die Vereine, aus denen sie besteht) selbst sich keine einheitlichen Beschränkungen auflegt. Das ist von dem Eigeninteresse der Vereine her betrachtet auch nicht verwunderlich, und dürfte sich auch mit der DFL-Sitzung am Donnerstag nicht ändern.

Und im Prinzip ist ja auch nachvollziehbar, dass Regeln auf die lokalen Gegebenheiten – sowohl die Infrastruktur als auch das Infektionsgeschehen – Rücksicht nehmen. Aber das ändert nichts daran, dass Bundesligaspiele eben keine lokalen Sportereignisse sind und eine bundesweite Ausstrahlung haben, auch was die Signalwirkung zum Umgang mit der Pandemie betrifft.

Wie Union mit den Beschränkungen umgeht

Ganz lokale Fragen stellen sich Union bei der Umsetzung des Infektionsschutz-Konzepts für Spiele mit limitierten Zuschauerzahlen. Die Regeln dafür heißen einerseits, dass Tickets strikt nicht übertragbar sind.

Das gilt auch für Kinder und Eltern, wenn etwa nur ein Kind eine Karte im Losverfahren (das für das Testspiel gegen Nürnberg gestern abgeschlossen werden sollte) bekommen hat. Für das Problem, dass sie allein nicht ins Stadion gehen können, gibt es also keine Lösung.

Fussball, Herren, Saison 2020/2021, 1. Bundesliga, 1. FC Union Berlin, abgeklebte Sitzplätze mit Abstand im Stadion An der Alten Försterei, 07.08. 2020, Foto: Matthias Koch

Zum Sport

Eine sportliche Nachricht des Tages ist, dass Max Kruse nach seinem Transfer die Spielberechtigung für Union erhalten hat. Das twitterte Kruse selbst …

… und greifen BZ und RBB auf. Damit können Kruse und Union sich jetzt darauf konzentrieren, Kruse in eine Verfassung zu bringen, nicht nur juristisch, sondern auch sportlich in der Bundesliga einsatzbereit zu sein.

24 Kommentare zu “Es gibt keine einheitlichen Zuschauer-Regeln, weil niemand sich dafür entschieden hat

  1. Was ich schon seit Tagen zu verstehen versuche: Heißt das dann, das Union auch die Bundesligaspiele unter den Bedingungen des Nürnbergspiels (Stehplätze) austragen darf, wenn das Gesundheitsamt Köpenick dies genehmigt, auch wenn das DfL-Konzept dies nicht zulässt? Da sieht doch am Ende keiner mehr durch.

  2. Nein Stehplätze sind bis 31.12. In der liega und im pokal verboten. Das Freundschaftsspiel ist nicht von der dfl abhängig somit ist es einfach eine organisierte Veranstaltung an der 5000 menschen teilnehmen dürfen.

  3. Laut der freiwilligen Selbstverpflichtung der DFL bis 31.12. keine Gästefans, bis 31.10. keine Stehplätze und kein Alkohol.

  4. Kalauer: Hat schon jemand geschrieben, dass es zum Glück kein Wettbewerbsvorteil ist wenn in Leipzig Heimpublikum anwesend sein darf (das ab der 70 Minute eh geschlossen abwandert)? ;-)

    Ich finde übrigens, dass 12 jährige sehr wohl schon alleine ins Stadion können. (ich könnte da Sachen erzählen…)
    Ob das Kind das will und wie für nicht-direkt-Anwohner die An- und Abfahrt aussieht ist natürlich was anderes. Ich finde aber, dass eine Übertragung eines Tickets möglich sein sollte, solange jede/r nur ein Ticket auf den eigenen Namen weitergibt (und es keinen “Sammelbesitz” mehrerer Tickets geben kann).

    Hat Kruses ein Foto aus dem Rewe-Sammelalbum gepostet? Er hat jedenfalls kein aktuelles Bild genommen, wo der vollaustrainierte Athletenkörper womöglich noch weniger optimal zu erkennen ist ;-)

  5. Nun startet erstmal der DK-Verkauf! Bin gespannt, wie viele Spiele man sehen kann?
    Erst Recht “unter NORMALEN Bedingungen”!
    u.n.v.e.u.

  6. ich habe auch dieses Problem mit der Verlosung: meine sechsjährige Tochter hat ein Los gewonnen und ich nicht. Ich habe schon mit Union-Zeughaus darüber kommuniziert und vorgeschlagen, dass man einfach den Losgewinner vom Ticketbesitzer/Stadionbesucher abkoppelt. Es wäre doch bestimmt technisch machbar, dass man beim Einlösen des Loses in einem Formular die Daten des (Union-/Familien)mitglieds einträgt, das zum Spiel gehen würde. In unserem Fall ist fast alles gleich: Nachname, Adresse, Kontaktdaten (die ist registriert mit meiner E-Mail-Adresse etc.). Nur Vorname, Geburstdatum und Mitgliedsnummer sind anders (um nur die Daten zu nennen, die man bei den personalisierten Tickets vielleicht braucht). Aber keine Chance laut Zeughaus – Umschreibungen sind nicht möglich. Punkt.

  7. Musiclover

    Mal wieder ein typisches Eigentor vom Ticketing. Warum lernt man dort nicht hinzu? Ich kenne auch jemanden, dessen Kind Losglück hatte, der Erziehungsberechtigte aber nicht. Für diese Fälle gibt es keine Lösung? Das ist doch dilletantisch. Seufz.

  8. Mit Photoshop auf dem print@home den anderen Namen eintragen und fertig. Was anderes als Name auf Ticket, Mitgliedsausweis und Personaldokument wird doch am Einlass sowieso nicht abgeglichen.

  9. Es mag fies klingen, aber wenn ich mein Kind und mich jeweils unabhängig voneinander für eine Ticket-Verlosung anmelde, muss es mir doch bewusst sein, dass dieser Fall (Kind gewinnt, ich nicht) eintreten kann.
    Warum muss dann der Verein dort in der Pflicht sein?

  10. Ich finde es auch spannend, wie viele 8 jährige sich dann ausweisen können? #erstmalkinderauswei beantragen

  11. Ich finde es logisch, dass eine Umschreibung erstmal kategorisch ausgeschlossen wird, um dem Schwarzmarkt vorzubeugen. Natürlich gäbe es deutlich elegantere Lösungen Beispiel Elter/Kind-Lose. Umschreibungen auf Familienmitglieder fände ich schwierig. So oder so wird es keine faire Lösung geben und die Diskussion wird im Rahmen des DK-Verkaufs nochmal spannend werden. Guter Unioner vs. besserer Unioner incomming….

  12. Musiclover

    @Sepp, es ist einfach eine bescheuerte Idee vom Ticketing das Losverfahren für Kinder vom Erziehungsberechtigten zu entkoppeln. Wenn jetzt ein Baby die Karte erlost, dann gibt der Erziehungsberechtigte das Baby am Eingang ab und lässt es vom Union-Babybetreuer zu seinem Platz tragen und passt dort während der Veranstaltung auf, oder wie hat sich das Ticketing das gedacht?

  13. An den Sepp: man kann leider nur separat (“unabhängig voneinander”) an der Verslosung teilnehmen – auch kleine Kinder müssen einen eigenen Mitglieder-Account haben (selbstverständlich durch Eltern geführt), über den sie sich zur Verlosung anmelden müssen. Dabei könnte es auch zum nächsten Problem kommen, wenn beide jeweils ein Los gewinnen, aber beim Einlösen nicht 2 Plätze nebeneinander finden (sondern beide weit voneinander entfernt) – klar, ab einem gewissen Alter des Kinder wäre das kein Problem. Auch aus diesem Grund könnten man die Ticketing-Abteilung des Vereins kritisieren.

  14. bin da bei sepp und kann ehrlich gesagt aktuell weniger nachvollziehen, warum mensch sein kleines kind zum losverfahren anmeldet, als dass union dafür keine lösung hat. wenn ich im zweifelsfall nicht allein gehen kann/will, nehme ich halt nicht teil, fertig. regeln waren vorab doch klar.

  15. Es ist schon faszinierend. Ich weiß, dass mein Kind zu klein ist, um alleine ins Stadion zu gehen. Ich weiß, dass in einem Losverfahren immer die Chance besteht, dass nur mein Kind ein Los gewinnen könnte. Ich melde mein Kind trotzdem zur Verlosung an, um mich dann zu beschweren, dass ich nicht das Ticket von meinem Kind nutzen darf? Es ist so Absurd.

  16. Mir geht es nicht in den Sinn wieviele Leute bei so einem Losverfahren nicht nachdenken. Bei etwa 5000 Tickets ist nunmal klar das nicht jeder gewinnen wird. Und zu denken das ich und meine Begleitung gleichermaßen Glück haben ist wohl eher selten. Wieso bewerbe ich mich als Erwachsener und meinem Kind was eher noch nicht alleine ins Stadion kann.

    Warum man deshalb den Verein und das Ticketing wörtlich angreift ist mir unverständlich. Einfach vorher mal nachdenken. Die Situation ist scheiße aber das trifft uns leider alle.

  17. Im Prinzip wäre es sicher möglich, statt der Einzelplätze auch einige Familienplätze auszuweisen. Dieser Kreis müsste zu den umgebenden Plätzen den Sicherheitsabstand genauso einhalten, nur innerhalb des Kreises könnte der Plätz größer sein. Für mehrere Familienmitglieder eines Haushaltes.

    Dafür wäre ein eigenständiges Losverfahren erforderlich. Eltern/Kind bzw. Partner, Hauptsache alle leben in einem Haushalt.

  18. @Musiclover/Abuelo:
    Aber warum soll ich das denn miteinander koppeln können? Eine Verlosung soll nun mal jedem dieselbe Chance bieten, also kann jeder auf ein Ticket bieten.
    Es wäre doch absurd, wenn ein Familienvater (oder -mutter) gewinnt und dann zwei/drei Kinder mitbringen darf, während der Single halt alleine geht.
    Und es ist genauso absurd, wenn ich meinen 6jährigen Sohn oder meine 4jährige in die Verlosung werfe und automatisch davon ausgehe, dass bei ihrem Gewinn eine Begleitperson inkludiert wäre.

  19. Grundsätzlich wäre es unproblematisch bei der Verlosung für Chancengleichheit zu sorgen. Der Algorithmus müsste halt entsprechend angepasst werden: wenn ich an der Verlosung mit zwei Familienmitgliedern teilnehmen will und die Tickets nur zusammen haben möchte, dann bekommt das Kombilos halt die halbe Gewinnwahrscheinlichkeit im Vergleich zu einem Einzellos. Bei drei Familienmitgliedern 1/3 usw. Es ist nur eine Frage des Wollens und des Aufwandes… im Übrigen war das bei der Lotterie in der letzten Saison auch schon ein Problem (außer das man da ein Ticket im Zweifel noch aufwerten lassen konnte, von Kind auf Erwachsene, wenn nur das Kind gewonnen hat).

  20. Bin voll bei Sepp, Sebastian und Co ‼️
    Die Bedingungen waren vorher eindeutig… Leider ist es momentan so!
    Schade, dass durch Anmelden zu junger! Kinder, anderen die Chance genommen wurde eine Karte zu gewinnen!
    Es scheinen ja etliche nicht verstanden zu haben und wahrscheinlich sind jetzt nur ca 4000 im Stadion…. Grrhh… Und hoffentlich sind die dann wenigstens Text sicher!

  21. Ich nehme mal an, dass nicht in Tickets eingelöste Lose wieder in den Verkauf gehen. So war es ja immer.

  22. Schon die Kommentare unter Kruses Beitrag gelesen? Wer solche “Fans” hat brauch sich nicht wundern wenn die Spieler flüchten. Abartig sowas.

  23. Musiclover

    @Stoerte, mit deiner Argumentation schließt du kleine Kinder vom Besuch eines Unionspiels von vornherein aus. Das ist für mich nicht Union-like. Denk mal drüber nach. Ich bin gespannt, ob wirklich 5000 zu diesem Spiel gehen wollen. Unter Corona-Bedingungen glaube ich das eher nicht.

  24. Schade das man den Namen nicht beim Kauf des Tickets selbst bestimmen kann. Voraussetzung ist natürlich das die Person auch ein Mitglied ist. So wäre es doch am einfachsten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.