Berührende Solidarität

Noch immer steht der Tod des 19-jährigen Unioners Karl vor allem anderen, wenn ich an Union denke. Neues gibt es darüber nicht zu sagen. Außer dass es weiter viel Solidarität zu sehen gibt. Gerade auch nicht nur von Unionern – das hat mich gestern wirklich berührt. Auch der Eiserne V.I.R.U.S. hat zusammen mit der Union-Stiftung Schulter an Schulter eine Möglichkeit geschaffen, mit Spenden ein klein wenig zu helfen. Das geht per Überweisung und damit auch für alle, die weder Kreditkarten noch PayPal nutzen können oder wollen. Die Bankverbindung hierfür ist IBAN DE05 1005 0000 0190 6620 00, als Verwendungszweck wird gebeten, “Hilfe für Karls Familie” anzugeben.

Die Solidarität der Fußballfans und die Tat thematisieren auch die Berliner Medien weiter:

Der Kurier erwähnt im Text, dass viele Schals, Fahnen und weitere Sachen, die am Tatort zum Gedenken hinterlassen wurden, am Dienstag fehlten und vermutet Diebstahl. Am Montagabend wurden viele Gegenstände ins Stadion an der Alten Försterei gebracht. Es gibt aber auch Berichte, dass tatsächlich Gegenstände entwendet wurden.

Trotzdem wollen wir alles andere hier nicht ignorieren.

Dazu gehört, dass heute Abend um 20 Uhr die 1. Frauen in Marzahn im Pokal-Viertelfinale antreten (Ankündigung auf Facebook). In ihrer eigenen Runde hat die 2. Vertretung der Union-Frauen gestern schon 4:2 gegen Viktoria II gewonnen (Facebook).

Siegerselfie nach dem Sieg des 2. Frauen-Teams im Pokal, Foto: Hauptstadtarroganz

Mit Blick auf Unions Männer-Mannschaft schreibt die Bild (noch nicht online) über Suleiman Abdullahi, der noch daran arbeitet, Deutsch zu lernen. Außerdem gibt es noch einen Text in der Bild über Akaki Gogia, der zwar eine Saison mit hoher Produktivität spielt, zuletzt aber trotzdem nicht in der Startelf stand. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn sich das am Wochenende ändert.

Der Kurier (noch nicht online) rückt den Klassenerhalt in den Vordergrund. Nein, hier wurde nicht das Jahr 2019 mit 2018 verwechselt, sondern Bezug auf eine Grundstimmung bei Union genommen, nach der immer erst der Klassenerhalt zu sichern ist. Und die ominösen 40 Punkte könnten mit einem Sieg in Duisburg vollgemacht werden.

Dass Union vor kurzem bekanntgegeben hat, dass Adidas in den kommenden Jahren neuer Ausrüster wird, hat das Thema Trikots etwas in den Vordergrund gerückt.

Ein Twitter-Thread hat gestern erklärt, welche Limitierungen es für Trikotgestaltung gibt, und warum die mit größeren Ausstattern und Wettbewerben enger werden. Dazu gehört der Aufwand, den es für große Firmen mit sich bringt, unterschiedliche Designs umzusetzen, das Bestreben der Ausrüster, ihre eigenen Prioritäten durchzusetzen, oder auch die Auflagen über Farbkombinationen durch die Ligen und Verbände.

Das ist alles nicht neu und auch in den Trikots von Union in den letzten Jahren zu sehen. Es wird aber interessant, zu sehen, welche Rolle Union im Adidas-Portfolio spielt, das ja gerade im deutschen Fußball gar nicht so voll ist.

Fußball und Politik gehören zusammen

In vielen Bundesländern wurden und werden in letzter Zeit neue Polizeigesetze verabschiedet – und dabei oft mit mehr Sanktions- und Überwachungsmöglichkeiten verschärft. Dagegen haben sich nicht zuletzt Fußballfans positioniert und engagiert.

Eine Reform des Polizeigesetz steht auch in Berlin an. Darüber, wie das geschehen soll, diskutieren die Grünen im Abgeordnetenhaus am Freitag (Veranstaltungs-Seite auf Facebook).

Über die tatsächlichen und symbolpolitischen Folgen der neuen Polizeigesetze geht es auch in diesem Interview von 11Freunde mit dem Rechtsanwalt Thomas Wings, der sich in der Schalker Fan-Hilfe engagiert.

Ein Blick nach oben, also, unten

Ein Leser hat uns gestern an einen State of the Union Artikel von vor knapp zwei Jahren erinnert, in dem es darum ging, was bei Stuttgart und Hannover so passiert. Das waren in der Rückrunde 2016/17 Vereine, die mit Union darum konkurrierten, wer im nächsten Jahr in der ersten Liga spielt – das könnte sich in diesem Sommer ja vielleicht noch wiederholen.

Damals hat Stuttgart ein Video veröffentlicht, in dem die Ausgliederung erklärt propagiert wurde, das unfassbar bevormundend, herablassend und gönnerhaft war. Inzwischen hängen dort große Protest-Banner in der Kurve, und wurden je zwei Sportdirektoren und Trainer entlassen, gestern auch Michael Reschke, der durch Thomas Hitzlsperger ersetzt wird. Die Investitionen, die man sich, beziehungsweise den Fans des Vereins, nach der Öffnung für Investoren versprach, sind augenscheinlich genau so verpufft, wie Sebastian es damals als Risiko angedeutet hat.

Noch größere Zerwürfnisse gibt es in Hannover, auch dort sportlich und vereinspolitisch.

Verglichen damit ist es in Nürnberg, wo nur der Sportvorstand und Trainer Michael Köllner beurlaubt wurden, geradezu ruhig.

Einen guten Text dazu, wie Manager stärker in den Fokus und die Fluktuation rücken, gibt es bei Spiegel Online.

3 Gedanken zu „Berührende Solidarität

  1. Leider wurden bereits Montag früh Schals vom Tatort entwendet. Und gestern Nacht wieder 2 Schals die um den Baum gewickelt waren. Somit hat der Kurier nicht ganz unrecht…

  2. ich finde es beeindruckend wieviel Solidarität und Mitgefühl von sehr vielen, auch Nicht-Unionern gezeigt wird, es zeigt dass es eben immer noch den Geist gibt welcher so oft todgesagt wurde, gerade unter uns Unionern aber auch im Verhältnis zu Hertha und anderen Vereinen, mich hat das sehr mitgenommen, ich hatte vor 6 Monaten einen privaten Verlust (mein Vater ist plötzlich gestorben) und es fällt mir bis heute schwer mit dem Verlust klarzukommen gar darüber zu reden und so habe ich es bis jetzt auch nur geschafft etwas zu spenden. Was den Diebstahl von, am Tatort abgelegten Schals etc. angeht so mögen denjenigen die das geklaut haben die Hand abfaulen. Ich möchte mich besonders bei Krispin, der FUMA, dem V.I.R.U.S. und vorallem bei euch hier vom Textilvergehen für euer mitfühlendes Kümmern und die liebevolle Berichterstattung bedanken! U.N.V.E.U.

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