“Schon wieder gewonnen. Da hilft nur Schnaps.”

Ich bin noch ganz beseelt vom 2:0 gegen 1860 gestern Abend, Wie die Mannschaft den Münchnern quasi das Spiel weg nahm, sie nicht zur Entfaltung kommen ließ. Das war eine Demonstration. Das war einfach unglaublich stark.

Nur die Chancenverwertung war ausbaufähig. Wie oft ich gestern gehört habe: “Wenn sich das mal nicht rächt.” Wir alle warteten auf eine Phase, in der Union sich zurückzieht, oder aber 1860 ins Spiel findet. So wie Bielefeld im letzten Heimspiel. Aber das passierte erst nach ungefähr 70 Minuten. Und es dauerte nur wenige Minuten, wenn auch mit einem sehenswerten Lattenschuss von Sebastian Boehnisch.

Weil gestern so viel über den Schiedsrichter geschimpft wurde (wann eigentlich nicht?): Ich empfand nur seinen Umgang mit den persönlichen Strafen inkonsequent. Will heißen, dass die Gelben Karten für Union allesamt berechtigt waren, es aber aus meiner Sicht zu wenige für 1860 gab. Dass diese Inkonsequenz nicht zu einem überharten Spiel geführt hat, lag daran, dass sich Union nicht hat davon aus dem Konzept bringen lassen. Und das ist auch eine Leistung.

Unangenehm ist mir die Schwalbe von Simon Hedlund aufgestoßen. Ich möchte nicht, dass das bei uns stattfindet. Ich möchte nicht, dass unsere Mannschaft so wahrgenommen wird wie Düsseldorf vor ein paar Jahren unter Norbert Meier. Das hat das Team nicht nötig.

Noch etwas wirklich Schönes: Das Comeback von Raffael Korte. Ich habe mich erst einmal prinzipiell für ihn gefreut. Und was ich dann in den wenigen Minuten an Spielfreude gesehen habe, lässt mich einfach nur hoffen, dass er gesund bleibt.

Und überhaupt Steven Skrzybski! Was für ein starkes Spiel. Auf dem Weg zum Spiel unterhielt ich mich mit meiner Bezugsgruppe über die akute Aufstiegsgefahr, in der Union momentan steckt. Da kam die Angst auf, dass die Mannschaft leergekauft würde, wenn man sich aus der Aufstiegsgefahr befreien würde. Ich sehe das ehrlich gesagt nicht so dramatisch.

Aus meiner Sicht gibt es vor allem zwei Spieler, die dann kaum zu halten sein dürften: Toni Leistner und Steven Skrzybski. Aber in dem Fall dürfte es auch in der Kasse klingeln, da beide noch Vertrag bis 2018 haben. Ich würde mir Sorgen machen, wenn Union Spieler mit einer solchen Klasse und Konstanz ablösefrei ziehen lassen müsste. Der Kicker hat ein paar Zahlen zu Skrzybski und Eiserne Ketten zeigt im Text zum Spiel, wie wertvoll der Angreifer ist.

Hier gibt es alle Texte der Berliner Medien zum 2:0 gegen 1860:

Fotos vom Spiel gibt es hier:

Dieser Bierbecherhandschuh, hat es mir gestern angetan. Damit kann man endlich Bier trinken, ohne kalte Hände zu bekommen und trotzdem rutscht einem der Becher nicht aus der Hand. Sensationell.

Und noch etwas zum Abschluss: Ich verstehe, dass beim Torjubel schon einmal ein Bier fliegen kann und finde das nicht weiter schlimm. Das gehört zu Stehplätzen dazu. Aber während das mal die Ausnahme für besonders großartige Situationen war, habe ich jetzt das Gefühl, dass das ein Ritual geworden ist. Und wenn ich wie gestern sehe, dass ein halbvoller Bierbecher zum Abpfiff nach oben geworfen wird, obwohl das Spiel gestern nicht bis zur letzten Sekunde auf der Kippe stand, überlege ich, ob das wirklich sein muss. Denn die Person, die den Becher wirft, bekommt weder ihn noch den Inhalt ab.

Wie gesagt, es ist momentan ein Gefühl. Ich habe keine Fakten dazu, ob wirklich mehr Becher fliegen als sonst. Und ja, ich bin froh über jeden Becher, der nach oben und nicht Richtung Rasen fliegt.

3 Gedanken zu „“Schon wieder gewonnen. Da hilft nur Schnaps.”

  1. Es fliegen mehr Bierbecher als früher und das ist auch sehr bekloppt so. Ich sag mal, wenn in der 94. Minute das 1:0 gegen einen direkten Mitbewerber oder bei der Relegation durch einen 30m Hammer von Felix Kroos Fußballgott fällt, kipp ich mir vielleicht sogar selbst mein Bier übern Kopp. Sonst aber nicht

  2. Mehr Becher (und zwar definitiv “rituell” motiviert) gibts schon seit längerem. Hab das in meiner letzten Heimsaison (14/15 – bin ja jetzt Exiler und seit dem nichtmehr so oft “zu Hause”) auf der Waldseite sehr verstärkt wahrgenommen. Auf Stehplätzen ohne Gedränge, ohne extatischen Torpogo, auch in souveränen, unbedrängten bis spannungslosen Spielen haben sich zu der Zeit bereits Leute (die ansonsten das ganze Spiel über auch nicht übermäßg “aktiv” waren) dran gemacht, ihre Becher bei Toren über den Vorderleuten auszukippen. Weil die Bierdusche angeblich auch “dazu gehört”.

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