Blog

Ja. Nein. Vielleicht.

Am 22.8. findet in unserem Wohnzimmer ein Spiel statt. Ein beliebiger Verein aus der grauen Vorzeit genannt “Dieda” gegen unsere Jungs von der Zweeten.
Nun stellt sich für mich und möglicherweise auch für andere die Frage, hingehen oder nicht.
Na wattn!, wird da der gestandene Unioner sagen. Türlich hinjehen, wattn sonst?! Wir zeigen denen aus Hohenschönhausen wiedermal wo Bartel den Most holt, auf dem Platz und von der Lautstärke unseres Dy dy dy… allemal.
Mein kleines Herz sagt aus vollster Kehle ja dazu.
Wer, so wie einige von uns, mit der Abneigung gegen den Rekord-DDR Meister aufgewachsen ist, wer diesen ehemaligen Stasiclub, der ungebrochen zu seiner Tradition steht, schon damals mit Abscheu und teilweise blankem Hass gegenüber stand, wird vielleicht auch dies alles heute nicht vergessen haben. Dieda waren das sportliche Synonym für die Stasi und den ollen Staat und wir riefen: “Haut se, haut se immer auf die Schnauze! und politisch ambitionierter “Die Mauer muss weg.”
In der Nachwendezeit siedelte sich dann ein ordentlicher Teil aus deren Fanlagers offen rechts außen an, womit man bei mir auch keine Pluspunkte sammelt.
Dieda sind unser Widerpart wie kein anderer Club in der Geschichte unseres Vereins und wie es wohl auch nie wieder einen geben kann.
Was ist die Halbwertzeit für diese Gefühle und Erinnerungen?
Muss so etwas vorbei sein, wie es die ewig Gemäßigten einem immer wieder vorhalten, sobald man darüber redet?
Ich weiß es nicht.

Andererseits sagt mein Kopf dazu: 8:0 – abgehakt!
Wir sind weiter gegangen, haben in den letzten Jahren seit diesem Spiel viel erlebt und noch mehr geschafft.
Dieda aus Hohenschön dürfen nur noch gegen unsere Zweite ran, mehr ist da nicht mehr übrig vom Rekordmeister.
Im letzten Jahr haben sie glorreich den Aufstieg versemmelt und wenn nicht hin und wieder jemand über sie schreiben würde…
Wenn nun niemand von uns hingehen würde, wäre es genau die Beachtung, die sie verdienen. Gar keine! Auch schön.
Ein Argument, wie ich es von ein paar Herthanern hörte: Sie sind nicht zum Spiel gegen Dieda gegangen, weil sie denen kein Geld in den Rachen werfen wollten, nun zieht dieses bei uns nur fürs Rückspiel, doch da ganz besonders.

Also hingehen oder nicht? Ich weiß es immer noch nicht.

Doch da ich grad an die Vergangenheit denke, werde ich die Gelegenheit nutzen und die Frau grüßen, die mich zu Union gebracht hat, mit 7 Jahren. Danke Oma, du wärst heute Stolz auf den Verein.

Damit mache ich hier mal Schluß mit einem fröhlichen
Nu Sajaz pogodi! gen Hohenschöndraußen.

u.n.v.e.u.

7 Kommentare zu “Ja. Nein. Vielleicht.

  1. Der Vergleich mag nicht jedem gefallen und sicherlich sind es zwei gänzlich unterschiedliche Dimensionen(!); aber ich kann mich eben doch nicht dagegen erwehren, hier Parallelen zu erkennen.
    Denn mich erinnern diese Argumentationsketten sehr stark an die regelmäßigen Diskussionen vor Gegendemos zu Naziaufmärschen. Jede Seite hat ihre berechtigen Argumente. Daher steht es aus meiner Sicht auch jedem frei so zu handeln wie er will. Ich für meinen Teil schenke denen auch recht gern wenig Beachtung. Sollen sie lungern wo sie wollen. Aber eben bitte nicht in unserem Wohnzimmer. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
    .
    Ansonsten: sehr gelungener, schön zusammenfassender Artikel. Was da so bisher aus der Leiharbeit hier entsteht weiß zu gefallen. ;)

    Benni

  2. Klares JA! Nicht der Gesänge wegen, ich mag dieses dydydy nicht, es ist auch überholt,rein sportlich sowieso abgegessen. Flagge zeigen sollte jedoch imho schon sein.
    Vielleicht ignoriert ja auch der Gästemob dieses Spiel (wäre auch mal ne angenehme Überraschung), so wie ich es in jedem Fall beim Rückspiel tun werde.
    Aber denen da unser Wohnzimmer zu überlassen, ohne dass wir sicherheitshalber mal vorbeischauen? Neee, auf keinen Fall!

  3. Also ich werde aufjedenfall hingehen..vllt gibt es ne überraschung von unsere Zweeten z.B. ein 8:0..okay, okay ich sollte lieber aufhören zu träumen^^ aber ich würde mir ein überlegenes 3:0 schon wünschen xD

    Achsoo ich mag Dieda natürlich auch nicht..halte trotzdem meine Augen offen auf der Strasse, um gegebenenfalls ein Aufkleber über Ihren zu Kleben ;-)

  4. Und nun mein Vorschlag zu dem Thema.
    Denen die Dieda doll finden, einfach keine Gästekarten verkaufen und ansonsten nur Einlaß für Mitglieder und DK-Besitzer, die dann noch einen mitbringen können. Auch das Überstundenkonto der Polizei hätte da nichts dagegen. Probleme lösen bevor sie entstehen. Dieda haben für mich in unserem Wohnzimmer Hausverbot. Für mich, und wirklich nur meiner Meinung nach, nicht wegen Vorwendestasi, aber ich will die Nazis, die die Diedas mitbringen, nicht im Stadion. Schönen Abend noch. Eisern

  5. Ein wenig radikal Matze und die Begründung für das Hausverbot mehr als heikel.

    Die Grünen müssten dennoch anrücken, da auch mit einem Stadionverbot die Knaben aus Hohenschönhausen anrücken würden.

  6. Ich schalte mich noch einmal ein, weil es noch keiner gesagt hat. Man kann in einem solchen Fall auch die von einem Altkanzler als Redewendung eingebrachte Floskel von “der Gnade der späten Geburt” zitieren. Ich habe jedenfalls kein Leiden mit dem BFC Dynamo. Sogar das Ausschreiben des Vereinsnamens fällt mir leicht. In meiner Wahrnehmung ist das nur just another Ostverein, der unter Phantomschmerzen leidet. Schaut man sich die Vereine an, die in der DDR erfolgreich waren und dagegen die, im wiedervereinigten Deutschland als Neufünfländer Vereine sportlich erfolgreich waren, kann man doch von mehr als ausgleichender Gerechtigkeit sprechen.
    Ich persönlich konnte übrigens bis zum Mauerfall gar keine Berliner leiden und diese wurden im Ferienlager als erstes nach ihrer Ankunft verkloppt. Ob sie nun für Dynamo waren oder diesen erfolglosen Verein aus der Wuhlheide, war uns dabei völlig egal.

  7. Wie geil ist denn bitte die Ferienlagergeschichte?
    Die Berliner waren bei euch früher sowas wie die Wiener für die Österreicher? Herrlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.