Wie Urs Fischer auch bei den Mittelstürmern die Anspannung hoch hält

Ein bisschen bin ich froh, dass der Kelch des Vereinsnamens Rotation an Union in der DDR vorbeigegangen ist. Nicht auszudenken, welch gut abgehangenen Wortspiele wir dann jetzt ertragen müssten angesichts der im Ergebnis erfolgreichen Wechsel von Trainer Urs Fischer. Wie dem vom Angreifer Sebastian Polter zu Sebastian Andersson in der Startaufstellung beim 3:1 gegen Darmstadt, dem der Kurier und der Tagesspiegel heute ihre Aufmerksamkeit schenken. Einem Spieler das Vertrauen schenken, der einige unglückliche Szenen, aber ansonsten gute Spiele gemacht hatte, ist das eine. Dafür einen anderen Angreifer draußen zu lassen, der getroffen hat zuletzt, auch wenn er spielerisch Luft nach oben hatte, ist das andere. Diese Baustelle macht sich vielleicht nicht jeder Coach auf. Und dass Urs Fischer das macht, finde ich gut. Denn so wird die Anspannung in der übervollen Offensive hochgehalten.

Urs Fischer und Sebastian Andersson im Spiel gegen Darmstadt, Foto: Michael Hundt/Matze Koch

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Was tun, Norbert?

Norbert Düwel braucht kein Kreuzworträtselheft zur Zerstreuung. Denn zu knobeln hat der Trainer gerade genug. Nicht nur im Tor. Dort steht am Freitag vor ausverkauftem Haus gegen St. Pauli mit Sicherheit Daniel Haas. Aber hat der Trainer auch seine Schlüsse für die Zeit nach Ablauf der Rotsperre von Mohamed Amsif gezogen? Oder will er sich mit dem Thema noch bis Saisonende beschäftigen? Vielleicht gibt die Pressekonferenz heute 13 Uhr etwas Aufschluss darüber.

Union Training 2014/15Foto: Matze Koch

Tore, wir brauchen Tore

Die eigentliche Frage ist aber gar nicht so sehr, wer im Tor steht, sondern wie Düwel das seit zwei Spielen komplett erlahmte Offensivspiel wieder ankurbeln will. Null Tore und kaum erspielte Chancen sind die Bilanz. Dem Gegner den Ball überlassen und dann auf Konter spielen ist sicher eine probate Strategie. Allerdings war außer dem Ballbesitz für die anderen sowohl gegen Kaiserslautern als auch gegen Darmstadt nicht viel davon zu sehen. Der Spielaufbau aus der Abwehr heraus wurde zugunsten von langen Bällen aufgegeben. Die überbrücken zwar schnell das Mittelfeld, wurden aber auch selten erobert.

Personell muss Düwel schauen, ob Schönheim (Adduktorenprobleme) einsetzbar ist. Zur Winterpause hat er sich für den Innenverteidiger auf links entschieden und gegen Björn Kopplin. Schönheim hat seit Februar Licht (drei Assists gegen Heidenheim), aber auch Schatten (dieser Rückpass auf Amsif in Darmstadt!) gezeigt. Gemessen an dem, was wir von ihm sonst gewohnt sind, ist das erstaunlich unkonstant.

Auch Martin Kobylanski hat sich in Darmstadt nicht für weitere Einsätze empfohlen. Björn Jopek und Eroll Zejnullahu wären Kandidaten im offensiven Mittelfeld. Zumindest kehrt Kapitän Damir Kreilach zurück und schafft es vielleicht, wieder etwas Struktur ins Spiel nach vorne zu bringen. Die ist nötig, um zumindest die acht Punkte Abstand auf den Relegationsplatz zu erhalten. Union spielt noch gegen alle Teams, die im Abstiegskampf stehen und kann also sehr gut selbst dafür sorgen, nicht noch einmal unten hineinzugeraten.

Wann ist ein Polizeisprecher auch wirklich ein Polizeisprecher?

Die Bild hat übrigens mit einem “Polizeisprecher” geredet. Der Mann ist natürlich kein Polizeisprecher, sondern Sprecher einer Polizeigewerkschaft. Ich bin es wirklich leid, mich mit diesem tendenziösen Unsinn noch weiter auseinanderzusetzen.

Update 11.02 Uhr: In einer vorigen Version stand, dass Fabian Schönheim in Darmstadt als Linksverteidiger gespielt hat. Das stimmt nicht. Er war beim 0:5 in der Innenverteidigung.