Nüchtern betrachtet: Der 16. Spieltag

Uwe Neuhaus’ Wundertüte. Oder die Mannschaftsaufstellung des ersten 1. FC Wundervoll. Erstmalig standen alle vier Neuzugänge in der ersten Elf. Dabei auch überraschend Dominic Peitz, der mit Younga-Mouhani überzeugend die Doppelsechs besetzte. Mehr und mehr wirkt das Team auch stabilisiert und lässt sich nicht mehr einfach durcheinander wirbeln. Vorne wirkte Mosquera als sehr belebendes Element auch wenn er nicht zu einem erfolgreichen Abschluss kam. Und Brunnemann zeigte, welche Impulse er auf der Außenbahn für das Spiel nach vorne setzen kann. Schade, dass sich die Mannschaft nicht mit einem gegentorlosen Spiel für die sehr kompakte erste Hälfte belohnt hat. In Halbzeit zwei ließ man die Bielefelder besser ins Spiel kommen und kassierte das Gegentor erneut nach einem Standard. Diesmal einem Eckball. Aber vielleicht klappt das am Sonntag gegen den TSV 1860 München besser.

DSC Arminia Bielefeld – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

1:0 Kucera (57.)
1:1 Peitz (76.)

Gelbe Karten: Katongo, Bollmann, Fort – Peitz (1)
Platzverweis: Katongo (Gelb-Rot)

Zuschauer: 16.900

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Nüchtern betrachtet: Der 15. Spieltag

Freitag Abend. Noch nicht richtig von der Woche gelöst. Und schon sollte es losgehen. Ein Spiel, das zum Sicherheitspiel hochgejazzt wurde. Osten und so.

Die Aufstellung verwunderte etwas. Was hat Neuhaus vor? Und Stuff wieder in der Startelf? Das war unerwartet. Am Ende startete die Mannschaft mit einer Dreierkette und einem Fünfer-Mittelfeld davor. Und sie machte ihre Sache gut. Aber der Funke wollte dieses Mal nicht überspringen. Trotz Nebel und Pyro von der Waldseite. Beinahe drängte sich der Eindruck auf, dass den Zuschauern die Pleite gegen St. Pauli noch mehr in den Knochen saß als den Spielern. Oder vielleicht waren einige aus Träumereien aufgewacht?

Die Partie war nicht schön. Aber sie war eben auch nicht schlecht. Da spielten zwei Mannschaften gegeneinander, die beide momentan nicht viel Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben. Entsprechend waren Torraumszenen Mangelware. Union reichte ein direkter Freistoß von Mattuschka. Ballsicherung. Den Gegner nicht an den eigenen Strafraum kommen lassen. Und ab und zu überlegte Angriffe starten. Doch der letzte Pass kam nicht an. Fleißig waren Biran und Sahin vorne. Aber sie suchten zu selten den Abschluß und legten den Ball ab. Der angespielte Mitspieler stand allerdings selten besser zum Tor. Benyamina und Mosquera fehlten der Mannschaft als Anspielstationen.

In der zweiten Hälfte übernahm Cottbus das Spiel und bei Union begann die Angst vor einem Fehler. Konstruktive Spielzüge kamen kaum mehr zu Stande. Letztlich ging das 1:1 nach dem Spielverlauf in Ordnung. Aber freuen konnte sich niemand darüber. Bemben humpelte in der zweiten Halbzeit wohl angeschlagen über den Platz. Hoffentlich nichts Schlimmes. Der Mannschaft merkt man an, dass sie momentan für jedes kleinere Erfolgserlebnis enorm investieren muss. Für euphorischere Stimmung sorgte danach das Stück zum Spiel in der Freiheit 15.

1. FC Union Berlin – FC Energie Cottbus 1:1 (1:0)

1:0 Mattuschka (25.)
1:1 Kweuke (62.)

Gelbe Karten: Dogan (5) – Burca, Bittroff, Kruska

Zuschauer: 18.212

Noten_15

Nüchtern betrachtet: Der 14. Spieltag

71 oder 72 Minuten (auf eine gemeinsame Stoppuhr konnten sich die anwesenden Journalisten nicht einigen) soll sie am Montag gedauert haben die Analyse des Spiels bei St. Pauli. Das ganze Match wird Uwe Neuhaus seinen Spielern also nicht gezeigt haben. Wahrscheinlich wird er ihnen erklärt haben, dass 59% Ballbesitz während des Spieles zwar nett anzusehen sind, aber nichts über die Qualität des Spieles aussagen, wenn man mit dem Ballbesitz nichts anzufangen weiß. Das illustriert die Statistik über die erfolgreichen Pässe. Union hat 441 erfolgreiche (von 532) Pässe gespielt. St. Pauli kam mit 267 (370) erfolgreichen Pässen aus. Vor allem Pässe in der eigenen Hälfte spielte der Gastgeber mit 153 knapp 100 weniger als der 1. FC Wundervoll. Man mag also auf das Defensivverhalten der Jungs in rot-weiß eindreschen, aber das eigentliche Problem bestand darin, dass man über 90 Minuten nicht in der Lage war, einen zielstrebigen Angriff zu inszenieren. Jedenfalls, wenn man drei Punkte mitnehmen wollte.

Das schöne an der ganzen Sache ist, dass es nur wenige Tage bis zum nächsten Spiel sind. Und bei Tabellenplatz fünf brechen auch nicht gerade Depressionen aus. Also Vorfreude auf ein ausverkauftes Stadion am Freitag gegen Cottbus.

FC St. Pauli – 1. FC Union Berlin 3:0 (3:0)

1:0 Ebbers (9.)
2:0 Kalla (14.)
3:0 M. Kruse (39.)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (6.)

Zuschauer: 19.901 (ausverkauft)

Noten_14

Bei den Noten kommt Jan Glinker als Torhüter natürlich am besten weg. Christoph Menz hat das Glück, in der ersten Hälfte, als St. Pauli eigentlich jeden Angriff gefährlich vor das Tor brachte, nicht auf dem Platz gestanden zu haben. Rauw wurde deutlich schlechter als sein linker Gegenpart Kohlmann bewertet. Die gefährlichen Angriffe von St. Pauli wurden über die rechte Verteidigerseite initiiert. Aber auch offensiv lag unsere linke Seite brach. Als Vergleich ein Blick auf die geführten Zweikämpfe und Ballkontakte:

Kohlmann (2 erfolgreiche von 3 Zweikämpfen und 85 Ballkontakte)
Rauw (5 erfolgreiche von 14 Zweikämpfen und 85 Ballkontakte)

Parensen (6 erfolgreichen von 10 Zweikämpfen und 68 Ballkontakte)
Mattuschka (5 erfolgreiche von 16 Zweikämpfen und 98 Ballkontakte)

Nüchtern betrachtet: Der 10. Spieltag

Bergfest. Nach bereits zehn Spieltagen hat der 1. FC Wundervoll die Hälfte seiner Pflicht in der Tasche: 20 Punkte. Das Projekt Klassenerhalt ist auf einem guten Weg. Und das sehr unaufgeregt. So unaufgeregt, wie zum Beispiel Trainer Uwe Neuhaus zwei unserer drei Oldies gegen Aachen auf die Bank setzte. Bemben musste Rauw Platz machen und Gebhardt blieb für Parensen draußen. Die Kapitänsbinde übernahm mit Younga-Mouhani der letzte AlteMohikaner.

Dass aus einem eher durchschnittlichem ein amüsantes Spiel aus rot-weißer Sicht wurde, daran hatte Aachen Torhüter Stuckmann einen gehörigen Anteil. Als Dribbelkönig wird er wohl nicht mehr berühmt werden. Aber auch Glinker sah unglücklich beim Aachener Tor aus. Allerdings kein Torwartfehler. Mosquera war giftig und mit zwei Treffern und einer Vorbereitung ganz entscheidend am Erfolg beteiligt. Im Gegensatz zur schludrigen Chancenverwerung der letzten Spiele zeigte sich Union effektiv. Schlechte Nachricht zu Beginn des Spiels als sich auf Aachener Seite unser ehemaliger Spieler Florian Müller schwer verletzte und ausgewechselt werden musste. Diagnose: Kreuzbandriss. Gute Besserung!

Aachener TSV Alemannia 1900 – 1. FC Union Berlin 1:4 (0:2)

0:1 Mattuschka (34.)
0:2 Mosquera (44.)
1:2 Demai (65.)
1:3 Stuff (78.)
1:4 Mosquera (90.)

Gelbe Karten: Demai, Herzig, Kratz – Younga-Mouhani (5), Sahin (1)

Zuschauer: 26.050

Die linke Seite mit Kohlmann und Parensen zeigt sich wie schon mehrfach in dieser Saison sehr sicher. Vor allem Parensen mit schnellen Antritten, die Aachens Hintermannschaft vor Probleme stellten. Wie flexibel diese Aufstellung ist, zeigte sich beim Wechsel, als Sahin für Kohlmann kam. Parensen rückte nach hinten auf die Linksverteidigerposition und Sahin nahm seinen Platz ein. Rauw zeigte eine ordentliche Leistung auf der rechten Seite. Mannschaftsdienlich holte Younga-Mouhani seine fünfte gelbe Karte ab und fehlt damit im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Mal sehen, wie der Trainer die Mannschaft dann aufstellt. Vielleicht mit Rauw als Sechser und dann Bemben oder Schulz als rechte Verteidiger. Unser ehemaliger Kapitän Daniel Schulz kam in Aachen am Ende übrigens zu seinen ersten Zweitligaminuten.

Noch ein paar letzte Worte dem Schiedsrichter Robert Hartmann hinterher. Am Anfang ahndete er ein Handspiel eines Aachener Verteidigers am Boden nicht. Dass sein Assistent beim letzten Spiel übersah, dass der Ball klar im Aus war, lag nicht an ihm. Allerdings hätte er das Spiel unterbrechen müssen, da Aachens Torhüter Stuckmann einen zweiten Ball ins Spiel brachte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er völlig die Übersicht verloren. Gut, dass der Treffer keinen Einfluss auf den Ausgang des Spieles hatte.

Noten_10

Nüchtern betrachtet: Der 9. Spieltag (Update)

Montag Abend. Flutlicht. Aber ansonsten so familienkompatibel und fanfreundlich, wie sich das die DFL vorstellt. Soll man doch schließlich lieber vor dem Televisor sitzen, wie die Jungs hier drüben. Mehr werde ich nicht mosern, denn der 1. FC Wundervoll ist sehr stark auf diese TV-Gelder angewiesen.
Toll war das Spiel. Vielleicht nicht vom Ergebnis her. Aber die Mannschaft hat sich nach einer verkorksten ersten Hälfte, in der gar nichts zusammenging, noch einmal aufgerafft. Unser Problemkind wird mehr und mehr die Abwehr, wobei da natürlich die Verhältnisse gewahrt bleiben müssen. Die zweite Liga ist eben auch eine Leistungsklasse höher und mit Fürth kam auch eine Spitzenmannschaft. Trotzdem schauderte es dem einen oder anderen bei den beiden Gegentoren, die jeweils nach Standards fielen. Das bedeutet, dass die Zuordnung nicht stimmte. Zusätzlich stellt sich auch die Frage, warum unsere nicht gerade kleingewachsenen Abwehrspieler in der ersten Halbzeit kein Kopfballduell gewinnen konnten. Es bleibt also Arbeit für den Trainer. Wobei sich die Auswahl für das Spiel am Sonntag in Aachen reduziert. Vier Spieler gingen aus dem Montagsspiel mit Verletzungen: Patrick Kohlmann, John-Jairo Mosquera, Kenan Sahin und Shergo Biran. Wobei es letzteren mit einer Schultereckgelenksprengung besonders schlimm erwischte. Einen Wunsch für das Spiel gegen Aachen? Mal wieder zu Null Spielen.

1. FC Union Berlin – SpVgg Greuther Fürth 1:2 (0:2)

0:1 Mauersberger (9.)
0:2 Nehrig (20.)
1:2 K. Sahin (57.)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (4), Gebhardt (3), Mattuschka (2) – N. Müller, Fürstner, Schröck

Zuschauer: 14.150

Uwe Neuhaus schickte die gleiche Aufstellung wie gegen Duisburg auf den Platz. Kurz nach der Pause wurde doppelt getauscht. Für Benyamina und Gebhardt kamen Biran und Sahin. Auffällig ist, dass Neuhaus gegen Fürth Bemben durchspielen ließ, anstatt Rauw zu bringen. Bemben hatte gegen die schnellen Fürther das eine oder andere Problem. Jan Glinker hatte als Torhüter eine Aktie am zweiten Gegentor, als er nicht aus dem Tor kam, um die durch den Fünfmeterraum segelnde Flanke zu entschärfen. Dafür zeigte er danach gute Aktionen.

Noten_09_c

Die fehlenden Noten ergeben sich aus dem für Printmedien ungünstigen Spieltermin und werden noch ergänzt. Außerdem erwarte ich noch Zensuren vom Notenörgler.
Update (22.10.2009 16:30): Die Noten vom Kicker sind drin.
Update (26.10.2009 19:43): Die Noten der Fuwo sind drin.

Nüchtern betrachtet: Der 8. Spieltag

Ist schon lange her. Der 1. FC Wundervoll in Duisburg. Am Vorabend des 3. Oktober. Warum darauf herumreiten? Weil es in Deutschland üblich ist, dass die Journalisten (theoretisch) am Vortag eines Feiertages frei haben, da am Feiertag selbst keine Zeitung erscheint. Die Kollegen Sportjournalisten arbeiteten trotzdem am Freitag. Am Sonnabend erschien allerdings keine Zeitung, obwohl genug Zeitungsläden in Berlin geöffnet hatten. Am Sonntag hatte der Berliner Kurier seine Noten in der Ausgabe. Für die BILD am Sonntag ist Union nicht wichtig genug und die BZ erschien erst am Montag wieder. Dann mangels Aktualität aber ohne Noten. Anders absurd: In Russland zum Beispiel erscheinen am Feiertag Zeitungen, aber am darauffolgenden Tag nicht. Wegen Feiertag.

Zum Spiel:

MSV Duisburg – 1. FC Union Berlin 3:1 (1:0)

1:0 Larsen (28.)
2:0 Larsen (48.)
2:1 Biran (82.)
3:1 Larsen (84.)

Gelbe Karten: Tiffert – Göhlert (1), Benyamina (1), Dogan (3)

Zuschauer: 12.017

Der einzige Wechsel bei Union war Dogan, der nach seiner Verletzung wieder in der ersten Elf stand. Parensen dafür auf der Bank. Bemben leitete mit einem katastrophalen Rückpass das 1:0 ein. Das und ein dreifacher Larsen bleiben vom Spiel in Erinnerung. Und eine Überschrift, die Mathias Bunkus vom Berliner Kurier dichtete: “Leben und leben larsen …”

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Ein Dank geht an Michael Kranz von der BZ, der die unveröffentlichten Noten per E-Mail schickte, und an Klaus-Dieter Vollrath von der Bild, der zwar keine Noten vergeben hatte, aber ebenso schnell antwortete.

Nüchtern betrachtet: Der 6. Spieltag

Ist ja noch einmal gut gegangen. Das erste Mal in dieser Saison gegen eine Mannschaft gespielt, die sich auf uns eingestellt hatte. Aber zunächst die Fakten.

TuS Koblenz – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0)

1:0 Kuqi (12. Min)
1:1 Mattuschka (78. Min)

Gelbe Karten: Everson, Forkel – Bemben

Zuschauer: 7041 (Stadion Oberwerth)

Im Vergleich zum letzten Spiel kam Sahin wieder in die Mannschaft. Dafür rückte Gebhardt von der Mitte wieder nach links. Parensen nahm dafür auf der Bank Platz. Von Sahin war nicht viel zu sehen. Das drückt sich auch in den Noten aus.

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Dass Sahin einen rabenschwarzen Tag hatte, sieht man auch an anderen Werten. In den knapp sechzig Minuten auf dem Platz schlug er 14 Pässe, von denen zehn ankamen. Gebhardt hingegen passte 42 (32) mal und Mattuschka 54 (43) mal. Gut, Sahin stand nicht über die gesamte Spielzeit auf dem Platz. Aber selbst Parensen, der für ihn die letzten dreißig Minuten bestritt, kam auf 18 (15) Passversuche. An Koblenz Stärke alleine kann  Sahins Vorstellung nicht gelegen haben. Nichtsdestotrotz war die erste Halbzeit eine sehr schwache Leistung der gesamten Mannschaft, die sich im Laufe der zweiten Halbzeit steigerte. Aber das Spiel wurde bereits im letzten Podcast sehr genau auseinandergenommen.

Von den Zahlen her sehr merkwürdig: Die Koblenzer waren in den ersten 60 Minuten überlegen. Allerdings brachten sie von 11 Torschüssen nur zwei auf das Tor. Einer davon landete von Göhlert abgefälscht im Kasten. Alle anderen gingen daneben. Nicht für unsere Abwehr spricht, dass kein einziger Torschuss geblockt werden konnte. Umgekehrt kam Union auf 22 Torschüsse, von denen sieben auf das Tor gingen. Nur der Freistoß von Mattuschka landete drin. Zehn gingen daneben und fünf wurden von der Abwehr geblockt.

Zu Mattuschka: Er gefällt. Und ohne seinen Willen, sichtbar durch seine Geste nach dem 1:1, als er zurück zum Anstoßkreis rennt, wäre wohl nicht mehr viel gegangen. Seine subjektiv guten Leistungen lassen sich auch an seinen Noten der Spieltage 1-6 (Die Noten des 1. und 2. Spieltages stammen nur vom Kicker) ablesen. Damit war vor der Saison sicher nicht zu rechnen gewesen.

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*außer den Noten sämtliche Daten von bundesliga.de

Nüchtern betrachtet: Der 5. Spieltag

Wieder volles Programm im Zeitungsladen am Morgen. Der BILD lag heute das offizielle Stickeralbum von Hertha BSC bei. Eine subtile Form der Gehässigkeit. Weniger subtil war der Kommentar im Berliner Kurier, der aus der Misere der alten Dame und dem Hoch im Südosten eine hübsche Geschichte formen wollte. Liegt natürlich da wie ein Elfmeter ohne Torwart und der Kurier war nicht die einzige Publikation, die heute diese Berliner Gegensätze thematisierte. Der Aufhänger war allerdings, ob Hertha und Union nach einem beidseitigen Spielklassenwechsel das Stadion tauschen würden. Kommentar von unserer Seite: “Sind die blöd! Wir würden unser Stadion niemals hergeben!” Ähnlich dämlich fand ich persönlich auch die Gesänge während des Spiels: “Siehst Du Hertha, so wird das gemacht!” Wenn Union nur ansatzweise auf Augenhöhe mit der alten Dame agieren würde, wären solche Sticheleien charmant. So wirkt das meiner Meinung nach nur lächerlich. Unnötig.

Zum Spiel:

1. FC Union Berlin – SC Paderborn 07 5:4 (3:2)

1:0 Mosquera (9. Min)
2:0 Benyamina (13. Min)
3:0 Mosquera (24. Min)
3:1 Manno (34. Min)
3:2 Saglik (44. Min)
4:2 Benyamina (47. Min)
4:3 Brandy (85. Min)
5:3 Sahin (89. Min)
5:4 Saglik (90. Min)

Gelbe Karten: Gebhardt, Mattuschka, Mosquera – Saglik, Alushi

Zuschauer: 13.162 (Durchschnitt diese Saison: 14.335)

Dogan weiterhin mit Schambeinentzündung verletzt. Sahin, der ihn letztes Spiel in Augsburg ersetzte, ließ sich einen Weisheitszahn entfernen und nahm auf der Bank Platz. Dafür rückte Gebhardt nominell in die Mitte und machte damit den Platz frei für das Duo Parensen und Kohlmann, die bisher noch nie gemeinsam auf dem Platz standen, da sie sich den defensiven Platz auf der linken Seite gegenseitig streitig machten. Und sie machten das sehr gut gemeinsam. Wobei Parensen mit seiner offensiven Ausrichtung aufgrund des Spielverlaufes mit den besseren Noten bedacht wurde. Unsere vielgelobte Innenverteidigung Stuff und Göhlert hatte nicht ihren besten Tag. Persönlich hat mich Stuffs unbeteiligte Begleitung beim letzten Gegentor geärgert.

Zur Halbzeit nahm Trainer Neuhaus Gebhardt raus und brachte Rauw, der sich in Halbzeit zwei mit Younga-Mouhani auf der Sechserposition abwechselte. Das Spiel in der ersten Hälfte mit seiner fast kompletten Auflösung des Mittelfeldes und dem damit verbundenem Schlagabtausch war für defensive Leistungen Gebhardts schlicht zu schnell. Ein Fleißbienchen im Muttiheft hat sich Torsten Mattuschka für den Saisonbeginn verdient, der fehlende Klasse mit sehr viel Einsatz wettmacht und damit Björn Brunnemann wenig Chancen auf einen Einsatz lässt.

Es überrascht nicht, dass die Sturmspitzen Mosquera und Benyamina mit jeweils zwei Toren die Bestnoten einheimsen. Überraschend ist, wie diese beiden miteinander harmonieren und der eine auf den Flügel ausweicht und dem anderen Räume schafft. Sehr schön beim 4:2 zu beobachten, als Mosquera Abwehrspieler auf sich zieht und Benyamina von hinten angeflogen kommt und den Ball mit dem kopf im Tor unterbringt. Die Zeiten scheinen vorbei, in denen sich Benyamina oft vorne alleine aufrieb wie in der letzten Saison.

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Nüchtern betrachtet: Der 4. Spieltag

Im Zeitungsladen am Montag: “Ich nehme den Kurier, die BZ, die Bild und die FuWo.” Vom Verkäufer ernte ich einen mitleidigen Blick. Und das alles nur der Zahlen wegen. Weil vier Berliner Journalisten dem 1. FC Wundervoll Noten gegeben haben. Mal schauen, was daraus geworden ist.

FC Augsburg – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

0:1 Sahin (59.)
1:1 Werner (76.)

Besondere Vorkommnisse: Gelb-rote Karte gegen Möhrle (Augsburg; 73.)
Zuschauer: 19.037

Bis auf Sahin, der den verletzten Dogan ersetzte, findet sich im oberen Teil der Tabelle unsere Defensivabteilung. Auswärtsspiel halt. Die rot-weißen mit der gelben Spielkleidung griffen erst in der eigenen Hälfte an. Ansonsten halte ich Michael Bemben weiterhin für einen unterschätzten Spieler bei uns, der wieder der Unioner mit den meisten Ballkontakten (92)* war.

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Die Noten in der FuWo und im Kicker sind gleich, was am gleichen Autor liegt. Deswegen ist der Kicker aus der Liste geflogen. Beim letzten Mal hatte ich mehr Tabellen drin. Da muss ich aber noch einmal mit der Chefin sprechen, wie ich die ansprechend gestalte.

*Daten von bundesliga.de