Relegation ist kein Thema für Union

Bis zum nächsten Spiel am Ostersonntag in Fürth ist noch viel Zeit. Die Profis trainieren (leider diesen Sonntag nichtöffentlich, weil heute und morgen die brasilianische Nationalmannschaft an der Alten Försterei trainiert. Deshalb ist auch der Fanshop am Stadion geschlossen.) und spielen am Montag in Kiel. Dort wird im Gegenzug zur Partie gegen Wolfsburg sicher eher die erste Garde zum Zug kommen, die am Anfang der Woche so etwas wie einen Kurzurlaub vor dem Saisonfinale bekommen hat. So etwas wie Kurzurlaub hat Marcel Hartel auch bei der U21. Über seinen Einsatz schreiben Bild/BZ (noch nicht online). Zitiert wird dort Stefan Kuntz, der sich eine Woche vor dem Länderspiel mit Unions Mittelfeldspieler in Berlin getroffen hat, um dessen Situation zu besprechen. Der U21-Coach sagte: “Es hilft natürlich, wenn er hier mal in einer anderen Umgebung mit einer neuen Motivation ein bisschen zu alter Stärke zurückfindet.” Ich hoffe für Hartel, dass er gegen Kosovo am Dienstag von Beginn an spielen kann und nicht nur mit neuer Spielfreude zurück zu Union kommt, sondern dass er auch weiter hier gefördert wird. Ein Hartel, der als Chaos-Element die gegnerischen Reihen durcheinander bringt, wäre für die Schluss-Phase der Saison ein Gewinn.

Marcel Hartel beim U21-Spiel gegen Israel, Foto: Michael Hundt/Matze Koch

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Kein Grund für Aktionismus

Gestern sprach Trainer André Hofschneider zu den versammelten Sportreportern und hatte im Prinzip zwei Botschaften. Erstens: Die sportliche Lage ist mit 3 Punkten Abstand zum Relegationsplatz zwar ernst, aber nicht hoffnungslos. Grund zu Aktionismus sieht der Trainer nicht, gab den Spielern ein paar Tage frei, damit sie die Köpfe freibekommen. Der Ausbruch aus Routinen ist zweifellos wichtig. Und was soll er auch machen? Sie kasernieren und ihnen Tag für Tag die Tabelle vor Augen halten? Ich finde, dass Hofschneider das absolut richtig macht. Gerade mit Blick darauf, dass bis Saisonende keine Pause mehr kommt.

Trainer André Hofschneider, Foto: Matze Koch


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Andy Gogia empfiehlt sich für das Bowling Turnier vom Eisernen Virus

Heute gibt es ganz viele Kleinigkeiten. Die wichtigste vielleicht vorneweg: Weil Fürth nicht genug Auswärtskarten verkauft hat, wird der Gästeblock verkleinert und es gibt noch einmal zusätzlich 1.500 Tickets für den Sektor 4 zu kaufen. Online oder vor Ort im Zeughaus (Mitteilung von Union).

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Die Lizenz für die Bundesliga und Zweite Liga gibt es ohne Bedingungen

“Erste Entscheidungen der DFL im Lizenzierungsverfahren zur Saison 2017/18” heißt es bei der Deutschen Fußball-Liga auf der Website. So sperrig und bürokratisch es klingt, so wenig Informationen gibt die DFL auch preis. Keinem Verein wurde die Lizenz verweigert. Mehr erfahren wir nicht. Auch auf der Union-Website noch nicht. Glücklicherweise hat die Morgenpost nachgefragt und die Antwort von Pressesprecher Christian Arbeit lautet: “Wir haben für beide Ligen einen DFL-Bescheid ohne Bedingungen erhalten.” Das sagt wie immer nichts über eventuelle Auflagen aus, ist aber schon eine gute Nachricht. Ich sage einfach mal danke an Oskar Kosche und alle Beteiligten für die geleistete Arbeit bei der Lizenzierung.

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Union bleibt die Schweiz der Zweiten Liga: Im Abstiegskampf neutral

Mich persönlich hat die Aufstellung von Düwel beim 2:2 in Fürth überrascht. Sowohl Maxi Thiel als auch Fabian Schönheim waren vom Beginn an auf dem Platz. Und die Leihgabe aus Köln hatte gleich nach acht Minuten per Außenrist mit links die Führung erzielt. Respekt an alle, die während der Reha so gut gearbeitet haben, dass das möglich war.

Comeback ⚽️ 🙌 #goal #union #berlin #fotokoch #mt11

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Foto: Matze Koch/Instagram Maxi Thiel

Sowohl Tagesspiegel als auch Morgenpost sind sich nach dem unglücklichen Ausgleich kurz vor Schluss sicher, dass Fürth Angstgegner von Union bleibt. Ich bin mir da gar nicht mehr so sicher. Besonders beeindruckt hat mich das Spiel der Franken nicht. Das lag zum Teil auch daran, dass Union die ballführenden Verteidiger des Gegners früher gestört hat. Norbert Düwel sagte nach Schlusspfiff, dass ihm das Spiel seiner Mannschaft bis zur 88. Minute gefallen habe. Mit etwas mehr Konsequenz in den ersten 45 Minuten wäre es wohl in der zweiten Hälfte nicht zu der Hängepartie gekommen. (Spielberichte: Berliner Zeitung, BZ/Bild, Kurier)

Der Kurier hatte ja zuletzt etwas über Unions Rolle für die Mannschaften im Abstiegskampf geschrieben. Ich persönlich finde das absolut unwichtig, wie es anderen Mannschaften geht. Aber wenn die Serie so weiter läuft, dürfte der Union einen Titel für das neutralste Team erhalten, quasi die Schweiz der Zweiten Liga. 1:0 gegen St. Pauli, 1:1 gegen Aalen und nun 2:2 in Fürth. 1860 und Aue können sich auf unser Credo verlassen: “Abstiegskampf – Wir halten uns da weitestgehend raus.”

Düwel zurück zu 96 – Union so: LOL

Der Preis für das herrlichste Gerücht geht übrigens an Hannover 96 und die dort erscheinenden Medien. Während Tayfun Korkut noch gar nicht entlassen ist, gehen dort schon die Nachfolgergerüchte steil (Ernsthaft Neururer?). Am Sonnabend wurde dann einfach mal der Name Norbert Düwel in die Runde geworfen.

Ein weiterer interessanter Mann ist Norbert Düwel. Der aktuelle Trainer von Union Berlin würde 96 übernehmen, aber nicht aktuell, weil er noch beim Zweitligisten unter Vertrag steht. Bleibt 96 in der Bundesliga, wäre Düwel ein Kandidat.

Es gibt im Fußball wenig, was mich überraschen würde (Ich erinnere nur daran, dass jemand mal mehr als eine Million Euro für Mosquera bezahlt hat). Aber wie verzweifelt muss ein Verein sein, der Düwel in Hannover keine Perspektive über die Co-Trainerstelle hinaus geben konnte/wollte, um ihn nach einem Jahr im Zweitliga-Job zurückholen zu wollen. Ich vermute, dass sie bei Union aus dem LOL gar nicht mehr herauskamen. Jedenfalls bis zur 89. Minute in Fürth.


Foto: Matze Koch

Der Vertrag von Düwel läuft noch ein bisschen (bei Erfolg bis 2017) und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendjemand in Köpenick den Trainer die Kaderplanung machen lässt, nur um ihm dann viel Erfolg bei einem anderen Verein zu wünschen. Mal ganz davon abgesehen, dass Düwel bei Union zwar einiges geleistet, aber noch keine sichtbaren Erfolge vorzuweisen hat.

Update 8.24 Uhr: Ich habe in einer vorherigen Version geschrieben, dass Union 1:1 gegen St. Pauli gespielt hätte. Ist natürlich Quark.