14 auslaufende Spieler-Verträge und Fragen, die Jens Keller sich dazu beantworten muss.

“Ich bin sehr zufrieden mit unserem Kader. Wir müssen eher schauen, dass wir ein bisschen weniger … Wir haben einen großen Kader”, sagte Jens Keller gestern auf der Pressekonferenz (Mitschnitt auf AFTV) und schlug damit vor dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) ein bisschen in die Kerbe, die auch seit ein paar Tagen andere beschäftigt. Was wird eigentlich aus dem großen Kader, der zum Teil durch Langzeitverletzungen und zu einem kleinen Teil durch Spieler, die keinen gleichwertigen Verein wie Union finden, so aufgebläht ist?

Schauen wir uns dazu mal die Übersicht auf Transfermarkt.de an:

Screenshot: transfermarkt.de

Ich kann mir kaum vorstellen, dass Union mit Absicht in diese Situation hineingelaufen ist und möchte damit der These widersprechen, dass Sportdirektor Helmut Schulte seine Arbeit nicht getan hätte. Bei jedem Spieler finde ich einen guten Grund, den Vertrag im Sommer nicht zu verlängern. Aber ungewöhnlich ist die Situation doch, denn eigentlich ist die Strategie der Vereine im Sommer gewesen, auslaufende Verträge mit großen Talenten oder Leistungsträgern zu verlängern, damit im Sommer, wenn plötzlich das große TV-Geld winkt, nicht übermäßig der eigene Kader geplündert wird. Und wenn, dann nur gegen viel Geld. Bei Union war die Situation neben der mit den Langzeitverletzten so, dass Jens Keller als neuer Trainer sich erst einmal ein Bild vom Team machen und so viele Optionen wie möglich zur Verfügung haben wollte. So verstehe ich jedenfalls seine gestrige Aussage, den Kader eventuell im Winter verkleinern zu wollen.

Hier zwei Artikel dazu:

Von den 14 Spielern hier sind sicher nicht alle Leistungsträger im Kader von Jens Keller, weshalb man die Zahl 14 im Zusammenhang mit den auslaufenden Spielerverträgen nicht überstrapazieren sollte. Regelmäßig spielen im Moment: Collin Quaner, Roberto Puncec (wobei der Verteidiger eine ganz eigene Geschichte mit sich herumträgt), Christopher Trimmel und Stephan Fürstner. Bei Dennis Daube, Benjamin Kessel, Raffael Korte und Maxi Thiel kommt es darauf an, wie sie dann in der zweiten Saisonhälfte an ihre Leistungen vor den Verletzungen anknüpfen. Raffael Korte wurde übrigens gerade nach einem Trainingsunfall gerade an der Nase operiert und hat 2 Wochen Sportverbot.

Fragen, die Jens Keller beantworten muss

Fragen, die sich Jens Keller beantworten muss: Was will ich eigentlich auf der linken Außenbahn? Dort stehen mit Maxi Thiel, Simon Hedlund, Kenny Prince Redondo und Adrian Nikci mindestens 4 Optionen zur Verfügung. Das ist tatsächlich etwas viel. Die andere Frage ist: Was will ich auf der rechten Verteidigerseite? Benjamin Kessel und Christopher Trimmel sind aus meiner Sicht beide zu gut, um einen dauerhaft draußen zu lassen. Mit der bisherigen Saison von Trimmel wird es schwer für Kessel, an ihm vorbei zu kommen. Und was ist der Plan in der Innenverteidigung? Hier sehen wir zwar den auslaufenden Vertrag von Roberto Puncec, aber viel relevanter für eine Entscheidung dürfte eben die Zukunft von Toni Leistner sein, für den es nur noch im Sommer 2017 Geld geben würde und der aus meiner Sicht kaum noch zu halten sein dürfte. Und was das zentrale Mittelfeld betrifft, erwarte ich auch eine Entscheidung im Sommer, die dort etwas ausdünnt. Ob man dazu die auslaufenden Verträge nutzt oder das anders regelt, steht völlig in den Sternen.

Das ist alles viel Zukunftsmusik und was wir heute denken, muss im März oder April nicht mehr Bestand haben. Die finanzielle Seite sollte man auch im Blick behalten, denn schon allein durch die Größe dürfte der Kader von Union auch sehr teuer sein. Eine richtige Baustelle im Kader sehe ich allerdings aktuell nicht. Jedenfalls keine, für die man unbedingt im Winter nachlegen müsste.

Ein wenig mit dem Gegner Sandhausen beschäftigt sich die Morgenpost.

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