Union am Ball

Antizyklisches Handeln. Das steht sicher auf einem Flipchart im Forsthaus. Ganz still war es bei Union in den letzten Wochen. Gegen WM und Hertha-Transfersommer ist halt schlecht von Köpenick aus anstinken. Aber kaum gibt es etwas spielfreie Zeit vor dem Halbfinale, geht es los, dass man gar nicht mehr weiß, wohin man schauen soll.

Union an der Schanze

Die ganze letzte Woche verzückte uns Matze Koch als selbsternannter Oberhof-Berichterstatter mit Eindrücken vom Lauftrainingslager am Rennsteig. Enorm wichtig dabei nicht nur seine unermüdliche Recherche nach der tatsächlichen Stufenzahl bis hoch zur Großschanze sondern auch der Fitness-Check des beim ruhmreichen FC Carl Zeiss sozialisierten Reporters. Dem neuen Keeper, Marcel Höttecke, der mit Jan Glinker um den Platz im Tor buhlt, sollte man im Angesicht dessen kein Fahrrad in den Strafraum stellen.

Union am Start

Mit Brimborium und allem Pipapo stellte heute die DFL den Spielplan der nächsten Saison für die erste und zweite Bundesliga vor. Special Guest war dabei Laber Rhabarber. Will heißen: Nichts genaues weiß man noch nicht. Zwar ist nun klar, wer an welchem Spieltag gegen wen spielen wird. Aber die genauen Termine – soviel Zeit hatte man doch nicht. Wer also für die nächste Saison die Hoffnung hatte, frühzeitig Urlaub nehmen zu können, um Montag Abend die Auswärtsfahrt nach Charlottenburg zu buchen, wird sich getäuscht sehen. Alles wie immer.

Dafür kann man schon jetzt bei einen Blick in den Spielplan sich den Trailer des DSF von Sport1 ausmalen: “Die stärkste zweite Liga aller Zeiten!” Gab es schon letztes Jahr? Dann vielleicht: “Die von allen megastärkste zweite Liga aller Zeiten!” Auch wenn man sich bezüglich des Saisonziels im Forsthaus bedeckt hält, kann es angesichts der Konkurrenz nur heißen: Klassenerhalt.

Union am Körper

Morgen ist es nun soweit. Die offizielle Präsentation der neuen Trikots. Ort des Geschehens wird das Astra Kulturhaus sein. Manchen besser bekannt als das WM-Hauptquartier der 11Freunde. Einige Spatzen und Rotkehlchen pfoffen es bereits in die Stadt hinein, was dort präsentiert werden soll. Dafür bietet sich die einmalige Gelegenheit, Torsten Mattuschka auf seine Enttäuschung hinsichtlich der Nichtnominierung für die WM anzusprechen. Gerade die Verletzung von Michael Ballack ließ die Erwartungen ins Kraut schießen. Erwähnt sei hierbei die Kampagne “Tusche statt Ballack“.

Union am Verhandlungstisch

In keinem Name Dropping Text in den Berliner Medien fiel der Name. Manchen beschlich schon etwas Panik, als Trainer Uwe Neuhaus heute in der Bild folgendermaßen zitiert wurde: “Die Position von Hüzeyfe Dogan, der uns verlassen hat, ist noch immer offen. Ich denke dabei nicht unbedingt an eine Nummer 10. Die Schaltzentrale in unserem System ist Torsten Mattuschka.“ Dabei sind nicht Mattuschkas fußballerische Fähigkeiten die Ursache für den bevorstehenden Herzkasper gewesen sondern die offensichtlichen Probleme der Mannschaft im schnellen Umschalten.

Aber vor dem Arztbesuch steht bekanntlich Christian Beeck, der heute Santi Kolks Verpflichtung vermelden konnte. Der offensive Mittelfeldspieler kommt von Vitesse Arnheim. Der Klub machte beim Gastspiel zum Saisonabschluss im Gegensatz zu Kolk, der ein Tor schoss, keine gute Figur. Einige fühlten sich gar an das Skandalspiel gegen den AS Cannes erinnert. Andererseits kann man sicher davon ausgehen, dass ein Spieler, dem Christian Beeck und Uwe Neuhaus tief in die Augen gesehen haben, charakterlich einwandfrei sein wird.

Warten auf einen Anruf vom Bundestrainer.

Seit heute Vormittag berichtet wurde, dass Michael Ballack aufgrund eines Innenbandrisses auf die WM wird verzichten müssen, geistern verschiedene Ersatzvarianten durch das Internet. Beispielhaft dafür die von heinzkamke bei Twitter.

Gesucht wird ein torgefährlicher Mittelfeldspieler und da kann eigentlich nur die, laut Sky Top-11 der Saison, “personifizierte Standardsituation” in Frage kommen: Torsten Mattuschka. Anstatt sich zu freuen, kommen natürlich zuerst die Bedenkenträger in rot-weiß hervor.

Der Einwand mag berechtigt sein, wenn bedacht wird, dass Mattuschka in der vierten Liga zu Union kam und sich selbst in die zweite Liga katapultiert hat. Zehn Tore und sieben Vorlagen sprechen ihre eigene Sprache. In Anspielung auf die ab und zu sichtbar gewesenen Schwankungen des Kampfgewichts wird jedoch klar ein Vorteil in der WM-Teilnahme gesehen.

Argumente, die auch die Zweifler überzeugen. Zumal, wenn sie selbst kürzlich erst den Rennsteiglauf absolviert haben.

Wäre das also geklärt. Nur was passiert mit Tusches Lied? Zwei Vorschläge wurden bereits eingereicht.

Morgen in Schönow lautet also die entscheidende Frage an Mattuschka: “Hat sich der Bundestrainer schon bei Ihnen gemeldet?”