Noch ein paar Prozent mehr für Sascha Lewandowski

Morgen um 13 Uhr geht es endlich wieder los für Union. Diesmal beim KSC. Es wird ein Aufeinandertreffen zweier Krisenklubs, wobei sich Sascha Lewandowski bemühte, die Erwartungen etwas zu dämpfen: Denn mindestens fünf Spieler werden für die Partie ausfallen. Zählen wir mal gemeinsam mit der BZ durch:

  • Benjamin Kessel (27, Rotsperre),
  • Sören Brandy (5. Gelbe),
  • Maximilian Thiel (Muskelfaserriss)
  • Fabian Schönheim (Oberschenkelverletzung)
  • Dennis Daube (Hexenschuss)

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Verschlüsselte Nachrichten von Uwe Neuhaus

Der KSC verliert das Relegationsspiel um den letzten Startplatz in der Bundesliga in der Verlängerung 1:2 gegen den HSV. Mir persönlich tut es vor allem für Dominic Peitz leid. Ich finde es unglaublich, wie er sich trotz aller technischen Mängel durchsetzt und trotzdem immer klar und ehrlich bleibt. Hat bei Union nicht jeder Sechser bei seinem Abschied hinbekommen.

Und was bedeutet das Ergebnis jetzt:

  • Union bleibt auf Platz 8 der Fernsehgeldtabelle (ein Platz vor dem KSC) und erhält in der nächsten Saison 7,867 Millionen Euro aus der Vermarktung
  • Hertha BSC bleibt auf Platz 15 der Fernsehgeldtabelle der Bundesliga (ein Platz hinter dem HSV) und erhält 23,111 Millionen Euro. Beim Abstieg des HSV wären es knapp 1,2 Millionen Euro mehr gewesen.

Und natürlich das hier auch:

Über den Sinn und Unsinn von Relegationsspielen möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Ich finde sie aus sportlicher Sicht überflüssig und brauche auch diese Bilder von massiven Polizei-Einsätzen in Stadien nicht, weil die Fans sich bei diesen Do-or-Die-Spielen nicht mehr unter Kontrolle haben.

Bahra und Union arbeiten an Abfindung

Die Freistellung von Torwarttrainer Holger Bahra wirkt noch nach. Wie jeder Arbeitnehmer in einem solchen Fall mit mehreren verlängerten Zeitverträgen, drängt er auf eine Abfindung (Bild/BZ berichten), weil bei einer Zusammenarbeit über zehn Jahre von einem unbefristeten Arbeitsverhältnis auszugehen ist.

Jeder Anwalt würde seinen Mandanten in die Richtung beraten. Ich finde das normal und nachvollziehbar. Einigen sich die Parteien nicht (wovon ich nicht ausgehe), geht es vor das Arbeitsgericht, das eher arbeitnehmerfreundlich urteilt.

Foto: Matze Koch

Uwe Neuhaus und die Selbsterkenntnis

Die Berliner Zeitung hat ein Interview mit Uwe Neuhaus geführt, das in mancherlei Hinsicht etwas an die Prawda erinnert. Zwischen den Zeilen kann ich da durchaus Botschaften herauslesen, aber echte Sachen finden sich kaum. Beispiel gefällig? Neuhaus über die Gründe, warum er bei Union gekündigt wurde:

Der Verein ist gewachsen, es sind so viele Leute dazugekommen. Dass da die familiäre Atmosphäre, die am Anfang zu spüren war, nicht in dem Maße aufrechterhalten werden kann, ist normal. Mit neuen Leuten verändern sich auch die anderen.

Wenn der eine oder andere im Verein mal die Zeit hat, die ich jetzt gehabt habe, wird er sich vielleicht auch fragen, ob er sich verändert hat. Da sollte jeder vor der eigenen Türe kehren. Dass es das Verhalten zu den Spielern war, glaube ich weniger.

Die Betroffenen werden schon wissen, ob sie gemeint sind. Für den Leser aber ist das einfach nur inhaltslos.

Foto: Matze Koch

Behalten hat sich Uwe Neuhaus seine Süffisanz, wenn er beispielsweise über die Spielweise unter Norbert Düwel spricht:

Dass man sowohl mit Ballbesitzfußball als auch mit Umschaltspielfußball viele Gegentore bekommen kann, hat die Saison gezeigt.

oder über Fanrandale in Dresden:

Die gab es auch bei Union. Ich erinnere mich an das Spiel in Schweden. Das war total beschämend.

oder über ein mögliches Duell gegen Union in der Zweiten Liga:

Naja, ich habe gehört, die wollen auch aufsteigen.

Da höre ich wieder “meinen” Uwe Neuhaus heraus. Viel hat sich also nicht verändert.

Ich wünsche Dynamo Dresden viel Erfolg und Uwe Neuhaus wieder eine so professionelle Medienabteilung wie bei Union, die alles dafür tut, dass er nach außen so wahrgenommen wird, wie er möchte.