Bajram Nebihis enttäuschende Saison bei Union

Bajram Nebihi ist mir bis jetzt ein Rätsel. Von der Größe her (1,92 Meter) eignet sich der Kosovare im Zentrum perfekt als Zielspieler. Gesehen haben wir von ihm allerdings bis auf die Torvorlage in München eher wenig. Einmal stand er in dieser Saison in der Startelf, acht Mal wurde er eingewechselt und nie durfte er über volle 90 Minuten ran. Klar, an Sebastian Polter kommt er schwer vorbei. Aber diese Zahlen dürften auch ihn enttäuschen.

1.FC Union Berlin - Erzgebirge Aue 1:2Foto: Stefanie Fiebrig

In der Bild geht es heute um sein Arm-Tattoo. Dort hat er sich die Nummer zehn verewigen lassen. Weil er Maradona verehrt. Über seine Position verrät er allerdings nichts. Gegen Aue war er nach seiner Einwechslung auffällig und laufstark, hat sich für meinen Geschmack aber zu spät vom Ball gelöst und ist in Dribblings gegangen, die die Sachsen zu leicht verteidigen konnten.

Aber das ist nur meine laienhafte Beobachtung von der Gegengeraden aus. Dazu mit einem kleinen Kind vor mir auf dem Wellenbrecher sitzend, das ich festgehalten habe. Für fundierte Analysen und Aussagen geht ihr heute Abend 19 Uhr zum Fantreffen mit Trainer Norbert Düwel und Manager Nico Schäfer. Wer vorher die Dauerkarte verlängern möchte, kann das im Ticketoffice bis 19 Uhr erledigen.

Für die Feiertagsplanung

Zu Himmelfahrt/Vatertag/Männertag (sucht euch was aus) finden die Berliner Pokal-Endspiele im Poststadion statt. Das ist immer sehr nett dort und vielleicht findet ihr bei der U17 von Union jemand, den ihr Norbert Düwel empfehlen würdet.

  • 9:00 Uhr D-Junioren BFC Dynamo – SC Charlottenburg
  • 11:00 Uhr C-Junioren 1. FC Union – Hertha BSC
  • 13:15 Uhr B-Junioren 1. FC Union – Tennis Borussia
  • 15.30 Uhr A-Junioren Hertha BSC – Tennis Borussia

Am Abend geht es dann in den Jahnsportpark zum Champions League Finale der Frauen. Der 1. FFC Frankfurt spielt dort ab 18 Uhr gegen Paris St. Germain. Tickets gibt es sicher auch an der Abendkasse.

Dazu eine absolute Nichtkaufempfehlung auf eBay:

Screenshot 2015-05-12 08.10.49Foto: ebay

Zwischen dem 25. Mai und 20. Juni ist Sommerpause (im Frühling) bei Union, berichtet der Kurier. Ich überlege gerade, ob wir dann hier auch Sommerpause machen oder ob ihr von uns eine andere Bespaßung haben wollt. Gebt mal Bescheid.

Oberliga is pain in the ass.

Das hatte sich Trainer Bahman Foroutan im Jahnsportpark sicher ganz anders vorgestellt. Der Trainer saß in der Pressekonferenz nach dam Achtelfinalspiel zwischen BFC Dynamo und BAK wie immer mit seiner Schiebermütze, eingerahmt von BFC-Pressesprecher Martin Richter und BFC-Coach Heiko Bonan. Der große Raum in der Haupttribüne war sicher für andere Oberliga-Verhältnisse gestaltet worden. Für eine erstklassige Oberliga. Jetzt ist sie nur noch fünftklassig und es waren nur die gekommen, die es wirklich interessiert hatte: Fußballwoche, TVB und Berliner Kurier. Der Einfachheit halber blieben deshalb an den allen anderen Tischen die Stühle auf den Tischen.

Aber nicht das störte Foroutan. Seine Mannschaft, der Berliner AK, ist souveräner Tabellenführer. Nur eine Niederlage in 21 Spielen und dabei nur sechs Gegentore sind ein klares Zeichen. Trotzdem verlor der BAK das Pokalspiel 2:1 nach Verlängerung. Doppelt bitter für die Moabiter: Das Gegentor zum Ausgleich fiel erst in der 92. Minute. In der Verlängerung kam der BFC erst in der 119. Minute zum Siegtreffer. Aber Foroutan, der kurz von 1983-84 die iranische Nationalmannschaft betreute, funkelte kurz mit den Augen und sagte dann: “Mir war klar, wer dieses Spiel gewinnt, wird Pokalsieger. BFC, herzlichen Glückwunsch zum Pokalsieg. Vielleicht bekommt ihr in der ersten Runde des DFB-Pokals Bayern München.”

Den Trainer wird die Niederlage nicht so schmerzen wie den Manager vom BAK. Wer im DFB-Pokal startet, bekommt ungefähr 120.000 € als sichere Einnahme. Nichts, was ein Bundesligist merken würde. Aber für einen Oberligisten kann das schon einen Großteil des Etats ausmachen. “Normalerweise gewinnen wir immer mit einem Tor”, haderte Foroutan dann doch kurz. Seine Augen funkelten. Aber ich musste wegen Verletzungen unseren Innenverteidiger und linken Verteidiger herausnehmen. Da war klar, dass wir noch ein Tor bekommen würden.”

Foroutan weiß, dass das Problem seiner Mannschaft woanders liegt. Der Coach des BAK muss wissen, dass er eine Art van Gaal der Oberliga ist. “Wir sind schon aufgestiegen”, sagte er lächelnd. Wissend, dass nur ein zweiter Verein in der Oberliga überhaupt einen Lizenzantrag für die Regionalliga gestellt hat. Der BAK besitzt technische Fähigkeiten und ein sicheres Passpiel, das bis zur dritten Liga selten zu sehen ist. Ein frühes Führungstor des BAK, wie im Pokalspiel in der 4. Minute, reicht zum Sieg. Im Normalfall. Dann sieht der Gegner den Ball nur noch aus der Entfernung. Auch der BFC lief lange nur den Pässen hinterher. Am aktivsten war noch dessen Trainer Bonan, der wie alle ehemaligen Profis, die auf einem bestimmten Niveau spielten, bei jedem versprungenen Ball ausflippte.

Das Problem der Spielweise des BAK wird klar, wenn etwas unvorgesehenes passiert. Ein Gegentreffer zum Beispiel. Die Mannschaft hat sich durch das Spiel “Tod durch Ballbesitz” bereits in eine solche Trance gespielt, dass sie einfach nicht mehr daraus aufwacht. So geschehen beim Ausgleich des BFC in der 92. Minute. So sehr die Fans des BFC berechtigt über diesen Erfolg jubelten. Aber Olaf Seier, Trainer vom sechstklassigen SV Empor Berlin, wird nichts gesehen haben, was ihn sonderlich beunruhigen musste. Entspannt trank er sein Bier auf der Tribüne und zog an seiner Zigarette. Denn die Oberliga ist der direkte Nachbar der Berlin-Liga. Vom BFC Dynamo und dem BAK ist es also nur ein kleiner Schritt zu Empor Berlin, Eintracht Mahlsdorf oder Lichtenberg 47.