Von der Schwierigkeit, ein guter Eventfan zu sein.

Das Ticket habe ich. Aber Zubehör, ich brauche doch Zubehör! Na gut, da sind noch diese schwarzrotgoldenen Lametta-Pompons vom letzten Sommer. Die kichernden kleinen Schwestern der Nationalfahne. Ich versuche, ein Panini-Album zu kaufen. Ich erwerbe versehentlich ein Fußball-Sonderheft. Weder die Verkäuferin noch ich bemerken den Fehler. Extra für mich öffnet sie dann die Box mit den Aufklebern. Sie hat nur diese eine Hunderter-Box. Ich kaufe die ersten zwei Tütchen. Keine Ahnung, was mit den anderen achtundneunzig passieren wird. “Geht ja bald los”, sagt sie zu mir. Aber man merkt eben nichts davon, denke ich und antworte “Hm”. Wo sind eigentlich diese spielfeldgrünen Servietten bei Lidl, die fußballförmigen Untersetzer bei Aldi und die bekloppten Hüte bei Pfennigland, wenn man sie mal braucht? Mehr als bei einem vergleichbaren Männerturnier bin ich entschlossen, das alles gut zu finden. Es gibt kein vergleichbares Männerturnier, ich weiß. Selbst das Wintertrainingslager der Männerproficlubs in Belek ist spannender. Diese deutsche Nationalmannschaft, die da ab Sonntag um die Weltmeisterschaft spielt, soll nicht nur gewinnen – es wird von ihr erwartet, dem Frauenfußball zu mehr Ansehen zu verhelfen. Die Aufgabe ist schwer, jedes Mittel ist recht.

Ich bin neugierig, ob es gelingt.

Und das Paniniheft muss ich wohl doch noch haben, denn etwas optisch so eigenwilliges wie die Panini-Bilder der Nordkoreanerinnen wird es ganz bestimmt nie wieder geben.

Ein Gedanke zu „Von der Schwierigkeit, ein guter Eventfan zu sein.

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