Selbstkritischer Beitrag.

Länderspielpause. Um im Rhythmus zu bleiben möchte Trainer Uwe Neuhaus ein Testspiel durchführen. Aber nicht gegen den Köpenicker SC wie früher. Das bringt als Zweitligist nichts mehr. Da bleiben nur die Nachbarn aus Polen und Tschechien. Polen fällt wegen Fanaufwand aus. Der Test im Winter gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice war auch nicht ideal. Zweikämpfe: Fehlanzeige!

Am Donnerstag dann die Mitteilung: “1. FC Union Berlin testet gegen RB Leipzig”. Anschließend gleich die Entrüstung: “Wir gehen NICHT zu Red Bull” Boykottaufrufe. Natürlich stehen sich das Projekt in Leipzig und der 1.FC Union vom Entwurf der Fankultur diametral entgegen.

Aber andererseits ist es nur ein Testspiel. Kein Grund möchte man meinen, den Teammanager öffentlich zu teeren und zu federn. Doch Christian Beeck muss tatsächlich noch einen selbstkritischen Beitrag für die öffentliche Mitteilung verfassen: “Die Entscheidung für dieses Testspiel ist nach rein sportlichen Motiven erfolgt. Es gibt natürlich auch andere Perspektiven dazu und es ist wichtig und richtig, diese ebenfalls zu berücksichtigen. Das nicht getan zu haben, war ein Fehler.” An Uwe Neuhaus ist der Kelch der Entrüstung vorbeigegangen. Obwohl sowohl Beeck als auch Neuhaus gleichberechtigt die sportliche Leitung innehaben.

12 Gedanken zu „Selbstkritischer Beitrag.

  1. Ich starte mal mit einem Zitat von Samuel Beckett: „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.”

    Fehler machen, Fehler korrigieren – alles erlaubt, man kann es sogar als Stärke lesen, wenn man möchte. Bleibt die Frage: MUSSTE Christian Beeck sich selbstkritisch äußern, DURFTE er etwa oder WOLLTE er gar?

    Ab hier ist die Tür zur Spekulation weit offen und ihr seid hindurch gegangen. Kann man machen…

  2. Hi Sebastian,

    Danke für deinen Beitrag. Ich bin immernoch hin und her gerissen.

    Zum Punkt “teeren und federn” – ich glaube das eine öffentliche Entschuldigung nicht wirklich nötig war. Die Absage des Spiels geht in Ordnung und hätte völlig gereicht. Den Rest hätte man aber intern klären können. Der ‘Sonnenkönig’ steht nach dieser Entscheidung/Pressemitteilung natürlich klar besser da als CB.

    Zu der Auswahl der Testspielgegner. (Vielleicht feht mir da Insiderwissen.) Ich sehe nicht, warum man nur nach Osten schauen kann. Warum keine Teams aus der 3. Liga – wie Jena, Offenbach, Braunschweig oder aus der Regio Lübeck, Plauen oder Kiel? Da wäre sicherlich auch Möglichkeiten gewesen. Und mit diesen potentiellen Alternativen stellt sich die Frage warum ausgerechnet RB Leipzig.Die Antwort ist wohl neben dem sportlichen Aspekt vor allem auf der finanziellen Seite zu suchen, oder?

    Ich kenne die Interna nicht und bin auch nicht dafür das diese in die Öffentlichkeit getragen werden. Doch mich beschleicht das Gefühl das die Wahl für RB Leipzig eher eine finazielle als sportliche Entscheidung gewesen ist?

    Grüße aus Glasgow,
    Stimme

  3. Sebastian……
    Nun ist ja mal langsam genug.
    Du kritisierst die Entrüstung der Fans und beschwichtigst es mit der Begründung, “Es ist ja nur ein Testspiel”.
    So fängt es aber an.
    Außerdem, keiner der Fans hat eine Entschuldigung des CB gefordert. Eine einfache Spielabsage hätte gereicht.
    Nur wo siehst du ein “teeren und federn” des Sportdirektors?
    Aber etwas journalistische Übertreibung gehört wohl dazu ;-)
    Gruß Andreas

  4. @ChristianArbeit … aber es geht doch letztlich bloß um Außenpolitik – nicht um´s Faktische. Die einfache Erklärung “findet nicht statt” hätte alle glücklich gemacht. So steht Christian Beeck jetzt etwas unglücklich da. Als Publikum weiß man manchmal lieber ein bißchen weniger und hat aber das Gefühl, dass in der Geschäftsstelle nicht der Haussegen schief hängt. Das Ganze ist so ein klassischer Fall von “eine an sich gute Sache ungeschickt verkauft.” Denn eigentlich sind ziemlich viele Menschen ziemlich froh, dass nicht gegen RB Leipzig gespielt wird.

  5. ich hab auch nix von Teeren und Federn mitgekriegt. Hab viel gelesen in Foren und das hat Spaß gemacht. Im Forsthaus hats mal wieder gehackt, Neuhaus und Beeck haben gepatzt; der Patzer war aber nicht weiter schlimm, da er von andern Unionern korrigiert wurde. Beeck gesteht Fehler ein, sonst nix. Ein paar Schlagzeilen und Morgen vergessen.

  6. Mal fröhlich in Euren Frohsinn hineingeplatzt. Ganz davon abgesehen, dass Union Testspiele ganz nach eigenem Gutdünken vereinbaren und wieder absagen kann, ist die Aussage, dass “sich das Projekt in Leipzig und der 1.FC Union vom Entwurf der Fankultur diametral entgegen” stehen, vielleicht ein wenig arg vorgeprescht. Außer man glaubt die eigene Erzählung von Projekt- vs. Fußballfans. Ansonsten könnte man auch sehr schnell darauf kommen, dass sich die Fankultur bei RB Leipzig genauso normal oder unnormal wie bei allen anderen Vereinen auch entwickelt. Vom Entwurf her, meine ich. Aber nun ja, ist ja vielleicht auch nicht mein Tanzbereich.

  7. @Steffi: Du weißt doch spätestens jetzt aus ganz dichtem Erleben, dass eine einfache Absage eben nicht gereicht hätte, weil zu allem und jedem “Stimmen” gebraucht werden. Deshalb sind sie i.d.R. gleich in Pressemitteilungen enthalten und deshalb kommen da auch die handelnden Personen zu Wort. Beecke hält das Kinn in den Wind und hält das auch aus – passt schon.

    Aber nun reicht’s ja auch damit. Da bin ich mit Milan “…morgen vergessen”. IN diesem Fall wohl übermorgen ;-)

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  9. “Die Entscheidung für dieses Testspiel ist nach rein sportlichen Motiven erfolgt.” – Gegen einen gut bis mittelmäßigen Viert-Ligisten? Muß ich mir Sorgen um unsere Ambitionen machen?

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