Schlechter als nötig

Dass Union gestern in Sandhausen kein gutes Spiel gemacht hat, war allzu offensichtlich. Daran ändert auch nichts, einzugestehen, dass Sandhausen sich ein passendes Konzept gegen Union zurecht gelegt hat und den Plan von Kenan Kocak gut umgesetzt hat. Wie das genau aussah, lässt sich in Kürze auf Spielverlagerung nachlesen.

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Leart Paqarada trifft zum 1:0, Photo: Matthias Koch

Enttäuschend ist das Spiel aus Union Sicht trotzdem, weil es der Mannschaft individuell und kollektiv schlechter als nötig gewesen wäre gelang, die eigenen Qualitäten auf den Platz zu bringen. Dass das weniger mit den personellen Wechseln in der Startformation zu tun hatte, zeigte auch die letzte halbe Stunde, als mit Simon Hedlund und Sebastian Polter wieder so etwas wie die A-Besetzung auf dem Platz stand, die Mannschaft aber weiterhin keine Lösungen fand.

Personelle Fragen waren aber auch nicht ganz unerheblich, denn das Fehlen von Toni Leistner war Union deutlich anzumerken. Und das nicht nur, weil dessen Dominanz bei langen Bällen gegen ein Sandhausen, das auf Spielaufbau verzichtete, praktisch gewesen wäre. Sondern auch, weil Leistners Pässe im Spielaufbau dazu fehlten, Skrzybski, Gogia oder Hartel ins Spiel zu bringen.

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Unions prominente Bank, noch in guter Stimmung,Photo: Matthias Koch

Trotzdem finde ich, dass die Frage, ob die Mannschaft nun ihre Ansprüche korrigieren müsse, am Thema vorbei geht. Denn die beiden Antworten, die Steven Skrzybski gestern nach dem Spiel darauf gab, sind durchaus richtig. Er zeigte sich zuerst entrüstet das “nach, was, 7 Spielen” tun zu sollen, und verwies dann auf den wahrsten Gemeinplatz im Fußball: dass man nichts anderes tun könne, als “auf das nächste Spiel zu schauen und zu versuchen, das zu gewinnen.”

Skrzybski meinte außerdem, Union habe defensiv von einem “zu einfachen” Tor abgesehen ordentlich gespielt und sei zumindest strategisch gut auf Sandhausen eingestellt gewesen, wenngleich die taktische Variante Kocaks eventuell etwas überraschend kam. Dass ein “typisches 0-0 Spiel” für Union auch zu wenig gewesen wäre, wenn das Ergebnis so gelautet hätte, bleibt dennoch zu konstatieren. Skrzybskis Gefühl, Union würde noch seine Chance bekommen und diese nutzen, zu teilen fiel gestern wohl vielen schwer.

In Sandhausen hörte sich der, den Umständen entsprechend recht gut gefüllte Auswärtsblock, gestern in den ersten ___etwa 20 Minuten___ recht leise an. Das änderte sich dann schlagartig. Das lag wohl daran, dass einige Ultras und ‘Kapos’ erst mit Verspätung im Block eintrafen. Eine Vorgeschichte dazu ist uns allerdings nicht bekannt.

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Und sonst so

Bevor Steffi und Sebastian heute morgen einen Podcast zum Spiel aufnahmen, haben sie den Gewinner des Buchs Wir Wochenendrebellen gezogen, dessen Verlosung wir neulich angekündigt hatten. An den Gewinner – Svenno – ergehen Gratulationen und die Bitte, sich mit seiner Adresse bei uns zu melden, zum Beispiel via Mail.

8 Gedanken zu „Schlechter als nötig

  1. Dass Union derzeit keine taktischen Lösungen hat, deutete sich ja bereits im Spiel gegen Braunschweig an. Leider kamen dann gestern noch unterirdische individuelle Leistungen bei fast allen Spielern dazu. Ganz schwache Vorstellung. Gefühlte Passquote in der 2. Hälfte: 10%! So dürfte es auch gegen unberechenbare Lauterer schwer werden, selbst wenn die individuell viel schlechter besetzt sind. Mal gucken, ob Keller da eine passende Lösung einfallt.

  2. Zumal die Lauterer gerade ihren Trainer raus geworfen haben.
    Die kommen dann zu uns vielleicht mit einem neuen vorbei,wo man nicht weiß wie der die Mannschaft spielen lässt.
    Ist für uns ein schlechter Zeitpunkt.
    Wir könnten im schlimmsten Fall mal wieder zum Aufbaugegner mutieren.

  3. Gegen Lautern ist dann mit dem Effe-Effekt zu rechnen (siehe Paderborn vor 2 Jahren zu einem ähnlichen Zeitpunkt). Wahrscheinlich machen die nach dem Trainerrauswurf ihr einziges ordentliches Spiel der Saison gegen uns.

    Mir ist insgesamt noch viel zu viel Schönreden in der Betrachtung der Leistungen. Bislang ist Union in keinem einzigen Spiel, auch nicht den gewonnenen, wie ein Aufstiegsanwärter aufgetreten. Dazu gehört gleichermaßen spielerische Klasse, unbedingter Wille (um es im Zweifel auch mal ohne Klasse zu schaffen) und ein für jeden Gegner individuell passendes taktisches Konzept. Dazu noch eine Portion Glück, Gegner auch mal auf dem falschen Fuß zu erwischen.

    Jetzt befinden wir uns offensichtlich in einer Abwärtsspirale, in der immer mehr Selbstvertrauen verschwindet, sodass auch die Basics nicht mehr funktionieren (Stichwort Passquote). Keine Ahnung, was man dagegen tun kann. Das herauszufinden, ist der Job des Trainers. Aber mit “Weiter so, wird schon” werden wir uns früher oder später im unteren Drittel einsortieren, denn die Liga ist nunmal so ausgeglichen, dass Kleinigkeiten entscheiden. Mir fallen kaum Gegner ein, die wir im Vorbeigehen mit unterdurchschnittlicher Leistung schlagen werden.

    Und wenn man sich mal saisonübergreifend die Punktausbeute nach dem Nürnberg-Spiel und Platz 1 anschaut, ist Stagnation auf niedrigem Niveau zu erkennen.

    Sorry, klingt pessimistisch, und ist auch so gemeint.

  4. Ist gut dass das Gequatsche von dem Aufstieg in die 1 Liga jetzt entgültig vorbei ist. Union ist halt nur eine mittelmäßige 2 Liga Manschaft. “Na und”!
    Hat sich ja auch schon letzte Saison bewahrheitet. Der Ausbau des Stadions sollte lieber mal vertagt und das Geld in der nächsten Saison in Spieler investiert werden. Da die Hälfte der Jungs nicht mehr dabei sein wird.

  5. Warum sollte man den Stadionausbau nicht vertagen können? Für die 2. Liga ist das Stadion zugelassen und selbst für die 1. Liga würde man mehrere Jahre eine Ausnahmegenehmigung für den aktuellen Zustand bekommen. Die DFL hat ja die Regeln erst vor kurzem geändert. Ob wir im angepeilten Zeitraum die Baugenehmigung erhalten ist ja auch eher fraglich. Eigentlich steht das Thema aktuell auch gar nicht auf der Agenda.

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