Für immer Waldseite

Guten Morgen an die Unioner, die es am Freitag Morgen schaffen, mit dem Sonderzug Partyzug nach Darmstadt zu fahren. Abfahrt 7.23 Uhr von Lichtenberg. Respekt dafür und viel Spaß. Ich bin sehr neidisch und hoffe, dass jemand ein passendes Netzteil für den DJ im Zug hat …

 

Diskussions-Stoff im Zug gibt es genug. Bild/BZ haben den Verein mal gefragt, wie es aussieht mit einem eventuellen Umzug der Waldseite auf die Wuhle. Ihr erinnert euch, dass mit dem Bau des Fanhauses der Verein ein klares Statement zum Verbleib der Waldseite vermissen ließ. So erging es auch dem Journalisten Matze Koch, der mit seiner Anfrage bei Union abblitzte. Was das bedeutet? Ich schließe daraus, dass ein Umzug tatsächlich zur Debatte steht, denn sonst hätte der Verein auch eine Antwort geben können.

Allerdings dürfte es diese Antwort erst mit einem klaren und verbindlichem Wegekonzept zum Stadion geben. Hier müsste wahrscheinlich auch mal der Bezirk Treptow-Köpenick die Hosen herunterlassen. Stichwort: Umgehungsstraße Altstadt (das liegt wohl auch in Händen des Senats) und Wegführung von den Bahnhöfen Spindlersfeld und Wuhlheide zum Stadion. Überrascht hat mich die Auskunft von Union-Archivar Gerald Karpa, dass der Gästeblock in den 80er Jahren schon einmal auf der Waldseite stand. Erstens erkennt ihr daraus ungefähr mein Alter, und zweitens dürfte auf dem Banner der Ultras wohl nicht mehr “Für immer Waldseite”, sondern “Ab jetzt aber wirklich für immer Waldseite” stehen.

Wenn ich eins als Sportjournalist gehasst habe, dann Texte für die Spieltage schreiben. Die Mannschaft hat sich mit Geheimtraining eingeigelt, und außer wirklich schlimmen Verletzungen oder Selfies gab es nichts frisches Berichtenswertes.

Einen guten Ausweg hat die BZ aus dem Dilemma gefunden, die den Fokus noch einmal auf Björn Kopplin richtet. In zwei Jahren ist er (auch durch Verletzungen) nicht über den Status Ergänzungsspieler hinausgekommen.

Foto: Stefanie Fiebrig

Ob er jetzt noch einmal das Ruder herumreißen und sich für einen neuen Vertrag empfehlen kann, bezweifle ich. Die Auswechslung beim 0:0 gegen Kaiserslautern spricht für mich dagegen. Da durfte dann wieder Schönheim auf die ihm wesensfremde linke Außenbahn.

Auch Kurier und Morgenpost haben Texte zum Spiel.

Teve219 – Wie der Storch im Salat

Norbert Düwel zieht personelle Konsequenzen, die überraschenderweise auch einen Torwartwechsel von Daniel Haas zu Mo Amsif beinhalten. Heraus springt ein 0:0 gegen Kaiserslautern.

Union - Kaiserslautern 2014/15Foto: Koch

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Schall und Wahn.

Wenn Reporter “unsere” Spieler dadurch vereinnahmen, dass sie deren tatsächliche oder vermutete Spitznamen verwenden, kommt das selten gut an. Es suggeriert eine Nähe zu den Genannten, die gar nicht besteht. Wenn Fernsehkommentatoren, ansonsten um ausgewogene Berichterstattung bemüht, plötzlich von JayJay Moskwera und Tusche, von Göhli und Stuffi reden, wirkt das mindestens befremdlich, wenn nicht sogar anbiedernd. Ähnlich sensibel fallen die Reaktionen auf den Wortgebrauch hinsichtlich des Vereins- und Stadionnamens aus.

Wenn andererseits aus Gründen der Silbenzahl eine Liedzeile “FC Union, du sollst leuchten” heißt, oder die “wunderschöne, immergrüne Alte Försterei” besungen wird, ist das zulässig – denn es kommt aus dem Fanblock, und der Fanblock hat immer Recht. Wie soll man aber mit Benennungen umgehen, die zwar aus dem Fanblock stammen, aber von etablierten Medien übernommen wurden? Eine Möglichkeit ist es, sich zu beschweren.

Die zweite Möglichkeit ist Differenzierung.

Die dritte Möglichkeit bestünde in etwas mehr Gelassenheit. Wäre “1. FC Wundervoll” auf der Waldseite geschöpft worden, würden wir es heute singen, statt uns darüber zu beschweren.

(Danke an @schrippe für tweets! )